Der Saisonverlauf 2002 von Schumi und Montoya


Die Chronologie: Saison 2002

Großer Preis von Australien in Melbourne, 3. März 2002
Mit viel Chaos startete die Formel-1-Saison in Melbourne in die Saison 2002. Neun Autos überstanden nach einem Startunfall nicht einmal die erste Kurve, die Zielflagge sahen zum Schluss nur acht Autos. Auslöser der Massenkarambolage am Start war ein Unfall zwischen Rubens Barrichello und Ralf Schumacher. Polesetter Rubens Barrichello versuchte durch Zickzackfahren den von Startplatz drei weggekommenen Ralf Schumacher hinter sich zu halten.

Dann folgte ein erbitterter Zweikampf zwischen Michael Schumacher und Montoya. Am Ende ging ein dominanter Michael Schumacher mit 18,6 Sekunden Vorsprung als Sieger über die Ziellinie. Der Deutsche konnte das Rennen locker nach Hause fahren, als er einmal in Führung lag – und das mit dem Vorjahresmodell. Montoya holte mit Platz zwei das Maximum aus dem Auto heraus, Kimi Räikkönen fuhr in seinem 18. Formel-1-Rennen zum ersten Mal auf das Podium. Aus dem Häuschen war man bei Minardi, wo ausgerechnet Formel-1-Neuling und Lokalmatador Mark Webber zwei WM-Punkte einfuhr. Auch bei Toyota wurde Gefeiert. Gleich beim Formel-1-Debüt holte Mika Salo den ersten WM-Punkt.
WM-Punktestand: M. Schumacher 10 - J.P. Montoya 6 - R. Schumacher 0

Sieger Rennen 1


Großer Preis von Malaysia in Sepang, 19. März 2002
Polesetter Michael Schumacher erwischte einen schlechten Start und musste brutal nach rechts ziehen, um Juan-Pablo Montoya auf Distanz zu halten. Vor der ersten Rechtskurve versuchte dieser daraufhin, den Weltmeister außen auszubeschleunigen.
Nase an Nase, wobei der Kolumbianer einen Tick weiter vorne war, steuerten beide Piloten auf die erste Kurve zu. Schumacher versuchte innen auf den Randsteinen die Kurve zu gewinnen, Montoya auf der Ideallinie außen. Dabei rutsche Schumacher seitlich in Montoya hinein. Während Schumacher seinen Fronflügel einbüsste und nach dem notwendigen Boxenstopp Letzter war, verlor Montoya zunächst nur sieben Plätze und war damit Neunter. Die Rennleitung entschied sich, dem Kolumbianer eine Strafe aufzuerlegen. Er musste einmal durch die Boxengasse fahren, ohne zehn Sekunden absitzen zu müssen – ein neues Strafformat, das für "leichte Vergehen" vergeben wird.

An der Spitze konnte Ferrari mit Rubens Barrichello Ralf Schumacher im BMW-Williams nicht hinter sich halten, denn Ferrari musste auf zwei Stopps setzen wohingegen Ralf Schumacher trotz einer Einstopp-Strategie fast dem Tempo des Ferrari-Piloten mitgehen konnte. 17 Runden vor Schluss war es dann auch mit der Hoffnung von Barrichello vorbei, wenigstens auf Teamkollege Michael Schumacher ein paar Punkte gut zu machen. Im "alten" F2001 verweigerte der runderneuerte Vorjahresmotor seinen Dienst.

Michael Schumacher unterdessen kämpfte sich bis zum Schluss verbissen durch das Feld nach vorne und konnte nur auf Grund der Tatsache, dass er bis zur letzten Runde am Limit fuhr, Jenson Button im sensationell starken Renault überholen, als dieser ausgerechnet in der letzten Runde technische Probleme bekam. Auch Juan-Pablo Montoya bahnte sich den Weg durch das Feld und fuhr nebenbei noch einen neuen Streckenrekord heraus.

Nach 56 harten Runden konnte sich Ralf Schumacher seinen vierten Rennsieg sichern. Juan-Pablo Montoya belegte Rang zwei und sorgte damit für den ersten Doppelsieg von BMW in der Formel-1-Geschichte. Michael Schumacher holte mit Rang drei das Maximum heraus.
WM-Punktestand: M. Schumacher 14 - J.P. Montoya 12 - R. Schumacher 10

Sieger Rennen 2

Großer Preis von Brasilien in Sao Paulo, 31. März 2002
Michael Schumache konnte mit einem sehr guten Start Juan-Pablo Montoya nach dem Start im "Senna-S" überrumpeln und in Führung gehen. Der Kolumbianer wollte das nicht auf sich sitzen lassen, berührte dann aber beim Anbremsen der nächsten Kurve das Heck von Schumacher und büsste dabei seinen Frontflügel ein.

Für Rubens Barrichello war das Rennen nach 18 Runden bereits zu Ende, als ihn ein Hydraulikschaden stoppte.
In den letzten 27 Runden des Rennens konnte Ralf Schumacher seinem Bruder dank eines jetzt schnelleren Autos immer wieder gefährlich nahe kommen, doch nie nahe genug, um einen ernsthaften Angriff zu starten. Damit überquerte Michael Schumacher zum vierten Mal in Brasilien die Ziellinie als Erster. BMW-Williams-Pilot Juan-Pablo Montoya holte nach einer tollen Aufholjagd noch den fünften Platz.
WM-Punktestand: M. Schumacher 24 - J.P. Montoya 14 - R. Schumacher 16

Sieger Rennen 3

Großer Preis von San Marino in Imola 14. April 2002
Mit einem Start- und Zielsieg sicherte sich Michael Schumacher beim Großen Preis von San Marino in Imola seinen 56. Formel-1-Sieg. Teamkollege Rubens Barrichello machte als Zweiter das Heimspiel für die Italiener perfekt .

Den Start gewann Michael Schumacher, gefolgt von seinem Bruder Ralf, der Rubens Barrichello passieren konnte. Des weiteren schoben sich beide Renault am Sauber von Nick Heidfeld vorbei. Dies waren auch wohl die spannensten Szenen des GPs.
Michael Schumacher konnte sich Runde für Runde beachtlich von Ralf Schumacher absetzen und es sah alles zunächst danach aus, als sei der Deutsche mit einem Stopp mehr unterwegs als der BMW-Williams-Pilot. Doch die Konkurrenz musste erkennen, dass beide Ferrari sensationell schnell unterwegs waren und teilweise pro Runde beinahe eine Sekunde schneller fuhren, obwohl man auf der gleichen Strategie unterwegs war.
Für Vorjahressieger Ralf Schumacher reichte es in diesem Jahr mit rund 20 Sekunden Rückstand nur zu Platz 3, Juan-Pablo Montoya kam nach einem dezenten Rennen mit fast 45 Sekunden Rückstand auf Platz 4.
WM-Punktestand: M. Schumacher 34 - J.P. Montoya 17 - R. Schumacher 20

Sieger Rennen 4

Großer Preis von Spanien in Barcelona 28. April 2002
Mit einem witeren Start- und Zielsieg sicherte sich Michael Schumacher beim Großen Preis von Spanien in Barcelona seinen 57. Formel-1-Sieg.

Zunaechst musste Michael Schumacher mit dem T-Car starten, da sein Einsatzfahrzeug im Warm Up kaputt ging. Dann hatte Barrichello beim Start in die Einfuehrungsrunde Pro- bleme - sein Wagen musst in die Box, doch nachdem man die Pro- bleme nicht beheben konnte, stieg Barrichello sauer aus. Er war der Pechvogel vom Rennwochenende. :-(
In Runde 45 gab es bei einem Boxenstopp von Montoya zu einem Zwischenfall: Der Lollipop-Mann hob das "Stop"-Schild zu frueh hoch - der Tankmann hatte den Tankstutzen noch im Wagen; Montoya fuhr los und der Tankwart sowie der Lollipop-Mann wurden umge- fahren. Der Tankwart kam mit einem blauen Auge davon, der Lolli- pop-Mann hatte seinen Fuss unter dem linken Vorderrad. Der Wagen wurde zurueckgeschoben, so dass der Fuss unter dem Reifen frei war, der verletzte Lollipop-Mann zog seine Fuss weg, Montoya fuhr los und der Verletzte wurde verarztet. Es geht ihm gut, er hat wohl nur Prellungen und eine Zerrung.
Während Michael Schumacher vorne im Feld dank exzellenten Bridgestone-Reifen eine Rekordrunde nach der anderen drehte, leistete sich Bruder Ralf einen Fahrfehler und büßte dadurch seinen zweiten Platz ein, als er sich an der Box einen neuen Frontflügel abholen musste. Teamkollege Juan-Pablo Montoya, der bis dahin auf dem dritten Platz war, erbte die Position und konnte sich eine kurze geballte Jubelfaust im Cockpit nicht verkneifen. Für Ralf Schumacher war das Rennen damit gelaufen, er musste sein Auto sogar in der letzten Runde mit einem Motorschaden abstellen.
WM-Punktestand: M. Schumacher 44 - J.P. Montoya 23 - R. Schumacher 20

Sieger Rennen 5

Großer Preis von Österreich in Spielberg 12. Mai 2002
Stallorder verhilft Schumacher zu seinen 58. Formel-1-Sieg.

Rubens Barrichello, der vom Start weg führte, ein tolles Rennen fuhr und wie der sichere Sieger aussah, musste Weltmeister Schumacher auf Anweisung seines Arbeitgebers erst in der 71. und letzten Runde überholen lassen. Wie 2001 an gleicher Stelle (damals ging es um Platz zwei) bremste der "Wasserträger" aus Brasilien demonstrativ auf der Zielgeraden und begnügte sich mit dem Rückstand von nur 0,182 Sekunden mit dem zweiten Platz.
Von den rund 100.000 Zuschauern erntete Ferrari böse Pfiffe, die Fans fühlten sich betrogen. Auch Michael Schumacher machte keinen glücklichen Eindruck. "Es war wahrscheinlich die falsche Entscheidung. Das ist nicht die Art und Weise, wie ich meinen ersten Österreich-Sieg holen wollte. Ich dachte sogar daran, die Order nicht zu befolgen und bin runter vom Gas, aber Rubens noch mehr. Es tut mir leid um ihn, er ist ein toller Teamkollege und hat das ganze Wochenende einen großartigen Job gemacht", sagte Michael Schumacher.
Sichtlich berührt von dem unrühmlichen Schauspiel schickte Michael Schumacher seinen Teamkollegen bei der Siegerehrung auf die oberste Stufe des Treppchens. Dort stand Barrichello mit Tränen in den Augen, als für Sieger Schumacher die deutsche Hymne gespielt wurde. Der Weltmeister, für den es bereits der fünfte Erfolg im sechsten Saisonrennen war, übergab dem verdutzten Brasilianer danach auch noch die Siegertrophäe.

In der Gesamtwertung steuert Schumacher damit unaufhaltsam dem fünften WM-Titel entgegen. Nach sechs von 17 WM-Läufen führt er mit insgesamt 54 Punkten und hat damit schon doppelt so viele Zähler auf seinem Konto wie Juan Pablo Montoya (27), der im BMW-Williams nur den dritten Platz vor seinem Teamkollegen Ralf Schumacher belegte.
Eine andere Rennszene, die die Formel 1 an diesem denkwürdigen Nachmittag in Österreich beschäftigte, war ein schwerer Unfall nach Ende einer Safety-Car-Phase, die durch Olivier Panis verursacht wurde, der sich nach einem technischen Defekt auf der Geraden drehte und mitten auf der Strecke liegen blieb. Nick Heidfeld verbremste sich nach Freigabe des Rennens vor der zweiten Kurve, das Heck des Saubers brach aus und der Mönchengladbacher schlitterte machtlos über die Strecke und Wiese und pflügte durch die enge Haarnadelkurve, in die gerade Juan-Pablo Montoya und Takuma Sato einlenkten.
Nick Heidfeld verfehlte, mit dem Heck voranrauschende Sauber, Montoya nur knapp, krachte aber mit voller Wucht in die Seite von Takuma Satos Auto, also in jene Stelle, die am schlechtesten durch Crashstrukturen geschützt ist. Der Mönchengladbacher kam mit dem Schrecken davon, Sato blieb nach ersten Informationen ebenfalls bis auf eine Gehirnerschütterung unverletzt. Nach Angaben des Jordan-Teams habe der Japaner zwar Schmerzen, aber keine Brüche oder sonstige schwere Verletzungen erlitten. Zur Sicherheit und weiteren Untersuchung wurde Sato per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.
WM-Punktestand: M. Schumacher 54 - J.P. Montoya 27 - R. Schumacher 23

Sieger Rennen 6

Großer Preis von Monaco in Monte Carlo 26.05.2002
David Coulthard gewinnt Prestigerennen in Monte Carlo

In einem über die gesamte Renndauer spannenden Grand Prix behielt am Ende David Coulthard mit einem fehlerfreien Rennen am Ende knapp die Oberhand gegenüber Michael Schumacher und Ralf Schumacher. Pole Position Inhaber Juan-Pablo Montoya verlor schon auf der Anfahrt zur ersten Kurve das Duell gegen David Coulthard und fiel kurz nach Rennmitte dann mit Motorschaden aus. Bis zur Rennmitte lieferten sich diese vier Fahrer einen spannenden Schlagabtausch, der besonders in einer Phase, in der David Coulthard - vermutlich durch einen Start auf neuen Reifen - nur mäßige Rundenzeiten fahren konnte, sehr eng war. Auch nachdem die beiden Williams - BMW - Fahrer etwas zurückfielen, wurde das Rennen durch das verbliebene Duell zwischen David Coulthard und Michael Schumacher bis zum Schluß spannend gehalten.
Hinter den Top-Fahrern konnte Jarno Trulli seine ersten WM-Punkte des Jahres erzielen, aber die Performanz der Trainingstage nicht halten. Knapp dahinter kam Giancarlo Fisichella wieder zu WM-Punkten. Den letzten Punkt erzielte Heinz-Harald Frentzen mit einer ebenfalls fehlerfreien Fahrt, wobei er sich auf den letzten Metern gegen den von hinten aufholdenen Rubens Barrichello wehren mußte. Dieser war nach einer Kollision mit Kimi Räikkönen und der daraus resultierenden Stop & Go-Strafe weit zurückgefallen. Auf Rang 8 kam mit Nick Heidfeld auch der vierte deutsche Starter ins Ziel.
WM-Punktestand: M. Schumacher 60 - J.P. Montoya 27 - R. Schumacher 27

Sieger Rennen 7

Großer Preis von Kanada in Montreal 09.06.2002
Michael Schumacher mit 150. Ferrari-Sieg auf Titelkurs

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher scheint weiterhin auf seiner Fahrt zum fünften WM-Titel von niemandem aufzuhalten zu sein. Der Ferrari-Pilot sicherte sich beim 8. WM-Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2002 in Kanada bereits seinen sechsten Saison-Triumph und konnte beim insgesamt 150. Jubiläumssieg für Ferrari den Vorsprung in der Weltmeisterschaft ausbauen, nachdem keiner seiner direkten Verfolger punkten konnte.

Michael Schumacher verlor am Start von Platz zwei aus eine Position an seinen Teamkollegen und blieb anschließend stets in Reichweite zur Spitze. Als Juan-Pablo Montoya bei der Safety-Car-Phase in der 13. Runde an die Box kam, übernahm der Rheinländer Rang zwei, als sein Teamkollege den ersten Boxenstopp absolvierte ging der WM-Leader in Führung. Erst in der 37. Runde absolvierte der 33-Jährige seinen eigenen Boxenstopp und verlor dabei zunächst die Führung an Juan-Pablo Montoya. Nach dem Boxenstopp dem Ausfall des BMW-Williams-Fahrers feierte Michael Schumacher aber einen ungefährdeten Sieg.

McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard kam nach seinem Sieg in Monaco dieses Mal auf einen starken zweiten Platz, immerhin war der Schotte nur von Startplatz acht aus ins Rennen gegangen. Rang drei belegte Rubens Barrichello im zweiten Ferrari. Rang vier ging an Kimi Räikkönen im Silberpfeil, den dritten fünften Platz in Folge sicherte sich Giancarlo Fisichella im Jordan-Honda. Der letzte Punkterang ging an Jarno Trulli und das Renault-Team.
Während der Halt bei Ferrari wie immer problemlos klappte, funktionierte bei Bruder Ralf die Tankanlage nicht und der Kerpener musste erneut die Box ansteuern, was ihn weit zurückwarf. Am Ende kam der BMW-Williams-Pilot als undankbarer Siebter an die Box und musste sein Auto nach der Zieldurchfahrt abstellen, als in der ersten Kurve noch der Motor explodierte.
14 Runden vor Schluss war nach Monaco das Rennen für den bis dahin Zweitplatzierten Juan-Pablo Montoya erneut wegen eines Motorschadens vorzeitig gelaufen.
WM-Punktestand: M. Schumacher 70 - J.P. Montoya 27 - R. Schumacher 27

Sieger Rennen 8

Großer Preis von Europa auf dem Nürburgring 23.06.2002
Barrichello beim Ferrari-Doppelsieg vorne

Ein Fahrfehler hat Weltmeister Michael Schumacher den historischen vierten Sieg beim Formel-1-Heimspiel auf dem Nürburgring gekostet. Der Ferrari-Star verlor in der 23. Runde in der Michelin-Kurve die Kontrolle über sein Auto und drehte sich.

Schumacher belegte 0,2 Sekunden hinter Barrichello den zweiten Platz und führt die Gesamtwertung nach 9 von 17 WM-Läufen weiterhin mit 76 Punkten an. Dritter wurde der Finne Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes, der seinem Arbeitgeber zur Eröffnung der neuen Mercedes-Arena immerhin vier WM-Punkte bescherte. Platz vier ging an Ralf Schumacher. Kleiner Trost für "Schumi II": In der WM-Wertung ist er mit 30 Zählern alleiniger Zweiter vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya (Kolumbien/27), der seinen Vorteil der Pole Position nicht nutzen konnte.

Montoya schied nach einer selbstverschuldeten Kollision mit dem Silberpfeil-Piloten David Coulthard (Schottland) in der 28. Runde im Kampf um Platz vier aus. Nick Heidfeld landete im Sauber auf Rang sieben, sein Mönchengladbacher Ortsrivale Heinz-Harald Frentzen (Arrows-Cosworth) kam als 13. ins Ziel.
WM-Punktestand: M. Schumacher 76 - R. Schumacher 30 - J.P. Montoya 27 - R.Barrichello 26

Sieger Rennen 9

Großer Preis von Großbritannien in Silverstone 07.07.2002
Schumacher holt im Regenchaos von Silverstone 60. Sieg

Mit einer fehlerfreien Fahrt bei schwierigen Bedingungen hat sich Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher im zehnten von 17 Rennen seinen siebten Saisontriumph und insgesamt 60. Formel-1-Sieg eingefahren. Der Ferrari-Pilot hat damit die Möglichkeit, schon beim nächsten Rennen in Frankreich seinen fünften WM-Titel zu sichern. Teamkollege Rubens Barrichello kam auf den zweiten Platz vor BMW-Williams-Fahrer Juan-Pablo Montoya.

Zu Beginn des Rennens sah es zunächst für Ferrari nicht sonderlich gut aus, als Rubens Barrichello am Vorstart beim Einlegen des ersten Ganges der Motor abstarb und der Brasilianer damit als Letzter losfahren musste.

In der 12.Runde sorgte einsetzender Regen für Unruhe im Feld. Montoya und Schumacher gingen gleichzeitig an die Box, Montoya bekam Regenreifen, Schumacher Intermediates, mit denen er in Folge deutlich schneller war als der BMW-Williams-Pilot. In der 16. Runde überholte er den Kolumbianer und setzte sich schnell ab. In der 18. Runde passierte auch der von ganz hinten gestartete Barrichello, der ebenfalls mit Intermediate-Reifen unterwegs war, Montoya. Ferrari zeigte wieder einmal dank Technikdirektor Ross Brawn auch eine überlegene Arbeit an der Box.

Mit seinem insgesamt 60. Formel-1-Sieg konnte Michael Schumacher seinen Vorsprung auf die Konkurrenz weiter ausbauen.
WM-Punktestand: M. Schumacher 86 - R.Barrichello 32 - J.P. Montoya 31 - R. Schumacher 30

Sieger Rennen 10

Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours 21.07.2002

Schumacher nach 61. Sieg schnellster Weltmeister aller Zeiten

David Coulthard brachte es nach dem Rennen auf den Punkt: "So sollte Rennsport sein." Schon lange hatte es in einem Rennen keine zehn Führungswechsel mehr gegeben wie dies am letzten Sonntag in Magny-Cours der Fall war. BMW-Williams-Pilot Juan-Pablo Montoya führte das Feld ebenso an (30 Runden) wie die beiden McLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen (21), David Coulthard (7) und der spätere Sieger Michael Schumacher (14). Schade nur, dass Rubens Barrichello schon am Start stehen blieb, denn der Brasilianer hätte wohl ebenfalls ein Wort um den Sieg mitgeredet.
Fairerweise muss man aber jedoch sagen, dass die Spannung nur durch viel Glück zustande kam. Juan-Pablo Montoya war langsamer als Räikkönen, Schumacher und Coulthard und hielt so das Feld die ersten Runden bis zu den Boxenstopps dicht zusammen. Wäre Schumacher am Kolumbianer in der Anfangszeit des Rennens vorbeigekommen, so wäre es zur üblichen Solo-Vorstellung des Weltmeisters gekommen. Und den packenden Schlusskampf mit Räikkönen hätte es ohne Michael Schumachers Fehler bei der Ausfahrt der Boxengassenausfahrt und der anschließenden Durchfahrstrafe auch nicht gegeben.

Zu Beginn stand über das Ferrari-Team zunächst jedoch kein guter Stern, Rubens Barrichello ließ das Team am Vorstart aufgebockt stehen, nachdem man den F2002 nicht in die Gänge bekam. Auch das Austauschen des Lenkrads brachte nichts mehr, nach vergeblichen Versuchen der Mechaniker am in die Boxengassen geschobenen Ferrari den Motor in Gang zu bekommen, musste der leidgeplagte Brasilianer wieder einmal vorzeitig aufgeben.
Der Start lief für die Spitzengruppe problemlos, Juan-Pablo Montoya behielt seine Führung vor Michael Schumacher und Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes.

Bis zu den ersten Boxenstopps änderte sich an den Positionen im vorderen Feld nichts. Die Gruppe aus Juan-Pablo Montoya, Michael Schumacher, Kimi Räikkönen, Ralf Schumacher und David Coulthard lag in der 16. Runde vor den ersten Boxenstopps innerhalb von fünf Sekunden.

Michael Schumacher konnte seine Führung nach dem Stopp in der 27. Runde behalten, als er zwei schnellere Runden als Juan-Pablo Montoya fuhr und sich dadurch den notwendigen Vorsprung sicherte. Doch der Ferrari-Pilot machte sich das Leben unnötig schwer und fuhr wie zuvor Massa über die durchgezogene Linie, was die Rennleitung ebenfalls mit einer Durchfahrstrafe belegte. Nach dem Absitzen der Strafe in der 36. Runde fiel der Weltmeister auf den dritten Platz hinter Juan-Pablo Montoya und Kimi Räikkönen zurück.

Bei seinem zweiten Stopp machte dann auch Bruder Ralf den Fehler, die weiße Linie zu überfahren und musste als dritter Fahrer dafür eine Durchfahrstrafe absitzen. Unterdessen gelang es McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen nach seinem letzten Stopp 18 Runden vor Schluss in seinem erst 28. Rennen in Führung zu gehen, nachdem Teamkollege David Coulthard an die Box gehen musste. Auch der Schotte fuhr als vierter Fahrer über die Linie der Boxengassenausfahrt und verlor nach der fälligen Durchfahrstrafe den Anschluss an Michael Schumacher, nicht jedoch den dritten Platz.

Da Rubens Barrichello ausgefallen war, Juan-Pablo Montoya auf dem vierten und Ralf Schumacher auf dem fünften Rang fuhren, hatte es Michael Schumacher nun in der Hand, sich vorzeitig zum Weltmeister zu machen. Hierzu musste er allerdings an Kimi Räikkönen vorbeigehen. Doch der Finne hatte das Rennen im Griff, bis er fünf Runden vor Schluss auf einer Ölspur ins Rutschen geriet und Michael Schumacher diese Chance eiskalt ausnutzen konnte. Damit vergab der junge Finne seinen ersten Sieg und Michael Schumacher musste nur noch das Rennen nach Hause fahren, um den Titel zu sichern.

Um 15:34 Uhr war es dann soweit: Michael Schumacher überquerte zum sechsten Mal in Magny-Cours die Ziellinie als Erster und feierte seinen achten Saisonsieg, 61. Grand-Prix-Sieg und fünften WM-Titel mit einem ausgelassenen Zick-Zack-Fahren und Faust-Ballen. Der 33 Jahre alte Ferrari-Pilot steht damit nun auf einer Stufe mit dem legendären Argentinier Juan Manuel Fangio, der zuvor als einziger Fahrer fünf WM-Titel geholt hatte. Der Ferrari-Pilot ist damit auch erst der zweite Fahrer nach Fangio, dem es gelingt, einen Titel-Hattrick einzufahren.

Und Michael Schumacher stellte noch einen weiteren Rekord auf: Vor Nigel Mansell im Jahr 1992 ist er der schnellste Weltmeister aller Zeiten. Der Rekordsieger sicherte sich im 11. von 17. Rennen den Titel, Mansell im 11. von 16 Rennen.

Juan-Pablo Montoya kam hingegen auch nicht nach seiner fünften Pole Position als Sieger über die Ziellinie. Stattdessen waren die Weiß-Blauen deutlich schwächer als die Silberpfeile, was den Kolumbianer mit über 40 Sekunden Rückstand auf den vierten Platz brachte. Teamkollege Ralf Schumacher kam nach seiner Durchfahrstrafe mit 42 Sekunden Rückstand auf den fünften Platz. Der letzte Punkteplatz ging an Jenson Button im Renault. Nick Heidfeld im Sauber kam als Siebter knapp außerhalb der Punkte ins Ziel.

WM-Punktestand: M. Schumacher 96 - R.Barrichello 32 - J.P. Montoya 34 - R. Schumacher 32

Sieger Rennen 11

Großer Preis von Deutschland in Hockenheim 28.07.2002

Schumi triumphiert auf dem Hockenheimring

Die große Schumi-Show nimmt kein Ende: Michael Schumacher feierte am Sonntag im siebten Anlauf den ersten Sieg im Ferrari beim Großen Preis von Deutschland und verwandelte den Hockenheimring in ein Tollhaus. Der fünfmalige Weltmeister verwies BMW-Williams-Pilot Juan Montoya (Kolumbien) nach 62 Runden mit 10,5 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Dritter wurde dessen Teamkollege Ralf Schumacher, den ein Boxenstopp vier Runden vor Rennende den zweiten Platz kostete.

Platz vier belegte Pechvogel Rubens Barrichello (Brasilien) nach verpatztem Boxenstopp im zweiten Ferrari vor David Coulthard (Schottland) im McLaren-Mercedes und Sauber-Pilot Nick Heidfeld. Dessen Mönchengladbacher Ortsrivale Heinz-Harald Frentzen schied mit technischem Defekt (Hydraulik) seines Arrows aus.

Michael Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello hatte einmal mehr viel Pech. Erst musste er in letzter Sekunde ins Ersatzauto wechseln, kam 15 Sekunden vor dem Schließen der Boxengasse noch auf die Strecke. Bei einem Boxenstopp klemmte dann der Tankschlauch und so musste sich Rubens Barrichello mit dem vierten Platz zufrieden geben

In der Spitzengruppe verlief der Start problemlos, McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen gelang es an BMW-Williams-Pilot Juan-Pablo Montoya vorbeizukommen. Vorne zog Michael Schumacher vor Bruder Ralf und Teamkollege Rubens Barrichello dem Feld davon. Doch nach einigen Runden warfen die Hinterreifen am Auto von Schumacher Blasen, weswegen Bruder Ralf den aufgebauten Vorsprung abbauen konnte. Schumacher konnte sich aber in einem "schwierigen Rennen" dennoch bis zu dem ersten Boxenstopp vorne halten.

Im Mittelfeld wurde dem Publikum jede Menge Action geboten, weil die Renault von Jenson Button und Jarno Trulli arge Reifenprobleme hatten und das ganze Feld hinter sich einbremsten. Lange konnten beide Fahrer dem Druck nicht standhalten und Runde für Runde gingen Konkurrenten an den Renault vorbei. Auch Eddie Irvine im Jaguar wusste die Zuschauer unfreiwillig zu unterhalten, als er sich zwei Dreher leistete. Später stellte der Ire sein Auto mit einem Bremsversagen ab.

Alle Top-Fahrer waren angesichts der großen Hitze auf zwei Stopps unterwegs, bei Michelin wurden allerdings nicht bei jedem Stopp die Reifen gewechselt. Möglicherweise war dies auch der Grund für Kimi Räikkönens Reifenplatzer, der ihn weit zurückwarf. Der Finne fuhr bis dahin ein starkes Rennen und lieferte sich einen atemberaubenden Zweikampf mit dem schnelleren Juan-Pablo Montoya, bei dem beide Piloten drei Kurven lang praktisch nebeneinander fuhren und sich gegenseitig neben die Strecke drängten. Doch acht Runden vor Schluss musste der Finne sein Auto nach einem Dreher im Motodrom abstellen, ein Folgeschaden seines Reifenplatzers hatte die Bremswirkung beeinflusst.

Die letzte Runde der Boxenstopps sorgte dann für Platzierungsänderungen, als beim Stopp von Rubens Barrichello der Tankstutzen zunächst kein Benzin durchfließen ließ. Der unendliche Pechvogel stand 21 Sekunden an der Box und verlor seinen dritten Platz an Juan-Pablo Montoya. Der Kolumbianer gewann dann noch einen weiteren Platz, als Ralf Schumacher vier Runden vor Schluss die Box ansteuern musste, um sich den Pneumatikdruck erhöhen zu lassen, was den Kerpener Rang zwei kostete aber wohl einen Ausfall ersparte.

WM-Punktestand: M. Schumacher 106 - R.Barrichello 35 - J.P. Montoya 40 - R. Schumacher 36

Sieger Rennen 12

Großer Preis von Ungarn in Budapest 18.08.2002

Mit dem Doppelsieg in Ungarn hat sich Ferrari vorzeitig auch den Konstrukteurstitel geholt
Ferrari-Pilot Rubens Barrichello hat sich beim Großen Preis von Ungarn seinen zweiten Saisonsieg und insgesamt dritten Formel-1-Sieg gesichert. Auf dem Hungaroring kam der Brasilianer knapp eine halbe Sekunde vor Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher ins Ziel, der damit bereits zum 18. Mal in Folge die Zielflagge sah. Mit dem Doppelsieg hat sich das Ferrari-Team gleichzeitig zum vierten Mal in Folge den Konstrukteurstitel gesichert. Für die Italiener ist es der insgesamt 12. Titel. Rubens Barrichello liegt nun mit fünf WM-Punkten vor Ralf Schumacher und Juan-Pablo Montoya auf dem zweiten Platz der Fahrerwertung.

Mit am spektakulärsten in einem insgesamt langweiligen Rennen waren die ersten Sekunden nach dem Start. Während Rubens Barrichello seine Führung verteidigen konnte, wurde es in der ersten Kurve zwischen Michael Schumacher und Bruder Ralf sehr eng, der Ältere konnte die Oberhand behalten. Für Ralf Schumachers BMW-Williams-Teamkollegen Juan-Pablo Montoya verlief der Start nicht erfolgreich, er fiel vom vierten auf den siebten Platz zurück. Auch Nick Heidfeld verlor zwei Plätze und belegte Rang zehn.

In Sachen Boxentaktik waren alle Top-Teams auf einer Zwei-Stopp-Strategie unterwegs. McLaren-Mercedes ließ seine Fahrer wie so oft im Vergleich zur Konkurrenz sehr spät an die Box kommen, was sich als sehr erfolgreich herausstellte. So fuhren zu Beginn des Rennens Giancarlo Fisichella im Jordan-Honda noch auf dem vierten und Felipe Massa im Sauber noch auf dem fünften Rang. Nach den Boxenstopps konnte sich Kimi Räikkönen auf den vierten und David Coulthard auf den fünften Rang wieder finden.

Während man bei McLaren-Mercedes von den Startplätzen 10 und 11 in die Punkte fahren konnte, ging der letzte Punkteplatz an Giancarlo Fisichella im Jordan-Honda, wohingegen sich das Sauber-Team mit den Plätzen sieben für Felipe Massa und neun für Nick Heidfeld ohne Punkte zufrieden geben musste. Juan-Pablo Montoya kam als Elfter ins Ziel.

WM-Punktestand: M. Schumacher 112 - R.Barrichello 45 - J.P. Montoya 40 - R. Schumacher 40

Sieger Rennen 13

Großer Preis von Belgien in Spa 01.09.2002

Schumi krönt perfektes Wochenende mit neuem Rekord
Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat ein mehr als perfektes Rennwochenende auf seiner Lieblingsstrecke im belgischen Spa-Francorchamps mit seinem sechsten Sieg auf der anspruchsvollen Ardennenstrecke gekrönt. Der fünffache Champion holte nach der Pole Position und der schnellsten Rennrunde auch den zehnten Sieg innerhalb von einer Saison - das ist Formel-1-Rekord. Zudem kam der Deutsche zum 19. Mal hintereinander auf dem Podium ins Ziel und es war der 50. Podestplatz für Ferrari in Folge - ebenfalls ein Rekord.

Rubens Barrichello auf 2 sorgte für einen souveränen Ferrari-Doppelsieg, Juan Pablo Montoya im Williams wurde Dritter. Der vierte Platz ging an David Coulthard im McLaren-Mercedes vor Ralf Schumacher im zweiten BMW-Williams und Eddie Irvine im Jaguar, der unter anderem vom Ausfall Kimi Räikkönens profitierte, der seinen Silberpfeil auf Platz vier liegend mit einem Motorschaden abstellen musste.

Schon in der Anfangsphase ließ Michael Schumacher keinen Zweifel aufkommen, wer der "Herrscher in Spa" ist. Aus der ersten Runde kam der Deutsche mit 2,255 Sekunden Vorsprung vor Rubens Barrichello zurück und war danach pro Umlauf rund eine Sekunde schneller als der Brasilianer, der sich zwar locker auf dem zweiten Platz halten konnte aber nicht den Hauch einer Siegchance hatte, teilweise um rund 30 Sekunden hinterherhinkte.

WM-Punktestand: M. Schumacher 122 - R.Barrichello 51 - J.P. Montoya 44 - R. Schumacher 42

Sieger Rennen 14

Großer Preis von Italien in Monza 15.09.2002

Perfekter Tag für Ferrari in Monza - Rubinho vor Schumi
Noch vor dem Start hatte der eine oder andere von der Ferrari-Dominanz gelangweilte Formel-1-Fan auf einen Weiß-Blauen Erfolg gehofft, doch wieder einmal kam alles anders und wieder einmal waren die Roten am Ende die lachenden Doppelsieger. Dabei sah es am Start noch sehr gut aus. Pole Setter Juan-Pablo Montoya kam gut vom Fleck, noch besser jedoch Ralf Schumacher, der von Startplatz drei nach vorne schoss und parallel mit seinem Teamkollegen auf die erste Schikane zusteuerte.

Beide fuhren über das Auslauf-Grün, Ralf Schumacher jedoch wurde von der Rennleitung dazu aufgefordert, seinen Teamkollegen wieder überholen zu lassen, da man hier einen unerlaubten Vorteil für den Deutschen erkannte. Michael Schumacher unterdessen verlor einen Platz an Teamkollege Rubens Barrichello. Im Mittelfeld beraubte sich David Coulthard selbst um alle Podiumschancen, als er Teamkollege Kimi Räikkönen in der ersten Schikane ins Heck krachte und dabei seinen Frontflügel verlor, den er sich an der Box neu anschrauben lassen musste, was ihn bis auf den letzten Platz zurückwarf.

Ralf Schumacher wollte gerade seinen Teamkollegen passieren lassen, da verkünden Rauchwolken im Heckbereich nichts Gutes. Bereits in Runde vier ging dem Kerpener in Führung liegend der Motor vor den Augen des Teams ein - der erste Ausfall für die im Vorfeld als Siegkandidaten gefeierte bayerisch-britische Allianz. Im gleichen Atemzug büßte Juan-Pablo Montoya auf der Start- und Zielgeraden einen Platz an Rubens Barrichello ein, der damit die Führung des Rennens übernahm.

Juan-Pablo Montoya sorgte durch einen Fahrfehler in der Schikane dafür, dass er sich um alle Chancen auf ein gutes Rennen selbst brachte, als er durch das Kiesbett pflügte und dabei einen Windabweiser verlor. Mit dem schlecht liegenden Auto hatte Michael Schumacher leichtes Spiel, der in der sechsten Runde den Kolumbianer auf der Start- und Zielgeraden stehen ließ. Damit schlug das Rennen innerhalb von wenigen Runden von einer Doppelführung für BMW-Williams in eine Doppelführung für Ferrari um.

Vorne zog Rubens Barrichello dem Feld davon und ließ auch Michael Schumacher Runde für Runde weiter hinter sich - Ferrari hatte den Brasilianer auf eine Zwei-Stopp-Strategie gesetzt, gegen die sich Michael Schumacher durch großen Einsatz wehren wollte, was das eine oder andere Mal mit einem kleinen Ausrutscher neben die Strecke endete. Doch die Strategie von Barrichello ging auf, wenige Meter vor dem Deutschen kam der Brasilianer nach seinem zweiten Boxenstopp in Runde 38 wieder auf die Strecke zurück.

Im letzten Renndrittel zeigte man bei Ferrari kein Rennen mehr, sondern fuhr mit den Autos nur noch so schnell wie notwendig, um keinen technischen Ausfall mehr zu riskieren. So raste Rubens Barrichello im Foto-Finish zu seinem vierten Formel-1-Sieg vor Michael Schumacher, der mit 128 eingefahrenen WM-Punkten in dieser Saison den alten Rekord von 123 WM-Punkten, aufgestellt vom Deutschen im letzten Jahr, einstellte. Die Fans feierten die beiden Triumphatoren im 'Autodromo di Monza' so frenetisch wie selten zuvor.

Auf den dritten Platz kam Eddie Irvine im Jaguar, der damit den Traum von Teamchef Niki Lauda wahr werden ließ, von Ausfällen zu profitieren und weit nach vorne gespült zu werden. Nach Monaco 2001 war es für den Iren der zweite Podestplatz für die Grünen. Die Plätze vier und fünf gingen an die Renault-Fahrer Jarno Trulli und Jenson Button. Den letzten Punkterang holte sich Olivier Panis im BAR-Honda. David Coulthard ging als Siebter punkteleer aus.

WM-Punktestand: M. Schumacher 128 - R.Barrichello 61 - J.P. Montoya 44 - R. Schumacher 42

Sieger Rennen 15

Großer Preis der USA in Indianapolis 29.09.2002

Barrichello im kuriosen Foto-Finish vor Schumacher

Mit einem Foto-Finish haben Weltmeister Michael Schumacher und der neue "Vize" Rubens Barrichello die Ferrari-Festspiele beim Großen Preis der USA mit dem achten Doppelsieg in dieser Saison fortgesetzt. Gleichauf rasten die beiden mit Tempo 300 über die Ziellinie, der Computer "spukte" schließlich Barrichello mit dem hauchdünnen Vorsprung von 11 Tausendstelsekunden als Sieger aus. "Das war zumindest nicht mein Plan", sagte der verdutzte Ferrari-Technikchef Ross Brawn. Möglicherweise haben sich Schumacher und Barrichello bei ihrem geplanten "Formationsflug" einfach nur um einige Zentimeter verschätzt.

Irgendwie merkwürdig: Barrichello jubelt auch noch über seinen "Sieg". Es gab mal Zeiten im Motorsport, da hätte sich ein Fahrer nach solch einem Sieg geschämt.

Wie dem auch sei: Schumacher und Barrichello schrieben damit ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte geschrieben. Das "rote" Fahrer-Duo sorgte dafür, dass Ferrari als erstes Team überhaupt die Schallmauer von 200 WM-Punkten (205) in einer Saison durchbrach.

An der Spitze setzten sich beiden Ferrari im "Formationsflug" schnell von der Konkurrenz ab und begannen schon nach 20 Runden mit den ersten Überrundungen. In Runde 27 und 28 fuhren zunächst Schumacher, dann Barrichello zum ersten Tankstopp an die Box. Die Reihenfolge blieb unverändert, beide kam sogar noch vor Coulthard wieder auf die Strecke. Der Schotte konnte danach aber das Tempo der der `Roten´ mithalten, bis er in der 42. Runde zu seinem einzigen Stopp die Box anfuhr.

In Runde 49 und 50 tankten Schumacher und Barrichello zum zweiten Mal und verteidigten ihre Positionen gegen Coulthard, dessen Teamkollege Kimi Räikkönen in der 51. Runde mit einem Motorschaden ausrollte. An eine "Formel Langeweile" glaubt der Deutsche indes nicht: "Der Spielraum für weitere Verbesserungen wird bei uns kleiner. BMW-Williams und McLaren-Mercedes sind in der Lage, sich nicht nur in Zehntelsekundenschritten, sondern in Halbsekundenschritten zu verbessern." Die Überlegenheit von Ferrari habe die Konkurrenten "nicht depressiv, sondern eher arbeitswütig" gemacht. Schumacher rechnet mit heftiger Gegenwehr. Zumal er bei Ferrari eine Phase erreicht sieht, "die wir nicht mehr toppen können".

Das Tandem Schumacher/Barrichello bescherte Ferrari die erste Doppel-Führung in der WM seit 1979. Damals belegten Jody Scheckter (Südafrika) und Gilles Villeneuve (Kanada) die Positionen eins und zwei. Für Ferrari war es der 60. Doppelerfolg seit 1951.

WM-Punktestand: M. Schumacher 134 - R.Barrichello 71 - J.P. Montoya 47 - R. Schumacher 42

Sieger Rennen 16

Großer Preis von Japan in Suzuka 13. Oktober 2002

Ferrari krönt die Saison 2002 mit neuntem Doppelsieg

Ein Spiegelbild der kompletten Formel-1-Saison 2002 war das Saisonfinale im japanischen Suzuka. Der 17. WM-Lauf war an Langweile kaum zu überbieten und am Ende hieß der Sieger wieder einmal Michael Schumacher. Der Deutsche gewann damit sein insgesamt elftes Rennen dieser Saison und stand am Ende jedes Rennens in auf dem Podium - elf Mal als Sieger, fünf Mal als Zweiter und ein Mal als Dritter.

Rubens Barrichello machte das Ergebnis für das Weltmeisterteam als Zweiter perfekt. Zum insgesamt neunten Mal in dieser Saison fuhr die Scuderia einen Doppelsieg heraus und es war der insgesamt fünfte in Folge.

Auf das Podium schaffte es auch Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes, der mit über 23 Sekunden Rückstand die Zielflagge sah. Teamkollege David Coulthard musste sein Auto bereits in der siebten Runde wegen Problemen mit dem elektronischen Gaspedal auf Platz drei liegend abstellen.

Der vierte Rang ging an Juan-Pablo Montoya im BMW-Williams, der ein sehr unauffälliges Rennen fuhr. Der Kolumbianer hatte im Ziel über 36 Sekunden Rückstand und profitierte unter anderem vom Ausfall seines Teamkollegen Ralf Schumacher, der auf dem dritten Platz liegend fünf Runden vor Schluss mit einem Motorschaden aufgeben musste.

Als hätte er das Rennen gewonnen, wurde nach dem Rennen Lokalmatador Takuma Sato bejubelt und ließ sich ebenso gerne feiern, der als Fünfter sensationell zwei WM-Zähler einfuhr und damit dem Jordan-Honda-Team den Sprung auf den sechsten Rang in der WM-Wertung ermöglichte. Damit überholten die Gelben Erzrivale BAR-Honda - die gleich Doppelausfall hinnehmen mussten - und das Jaguar-Team. Teamkollege Giancarlo Fisichella musste mit einem kapitalen Motorschaden aufgeben.

Der letzte Punkterang ging an Jenson Button bei seinem letzten Rennen für das Renault-Team. Teamkollege Jarno Trulli musste sein Auto mit Problemen auf der Strecke abstellen. Ohne Punkte ging Nick Heidfeld im Sauber als Siebter aus.

In der WM-Wertung drückt sich die Dominanz am Ende der Saison beeindruckend aus. Michael Schumacher führt mit 144 WM-Punkten vor Rubens Barrichello (77), Juan-Pablo Montoya (50), Ralf Schumacher (42), David Coulthard (41) und Kimi Räikkönen (24). Nick Heidfeld belegt mit sieben WM-Zählern den zehnten Rang, Heinz-Harald Frentzen rangiert mit zwei WM-Punkten auf den zweiten Rang.

In der Teamwertung hat Ferrari mit 221 WM-Punkten einen neuen Rekord aufgestellt und damit mehr Punkte eingefahren als alle anderen restlichen Teams zusammen. BMW-Williams folgt abgeschlagen mit 92 WM-Punkten vor McLaren-Mercedes (65), Renault (23), Sauber (11) und Jordan-Honda (9). Auf dem siebten Rang folgt das Jaguar-Team (8) vor BAR-Honda (7), Minardi-Asiatech, Toyota und Arrows (alle drei 2 Punkte).

WM-Punktestand: M. Schumacher 144 - R.Barrichello 77 - J.P. Montoya 50 - R. Schumacher 42

Sieger Rennen 17




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