Der Saisonverlauf 2003 von Schumi


Rennen 1 Rennen 2 Rennen 3 Rennen 4 Rennen 5 Rennen 6 Rennen 7 Rennen 8
Rennen 9 Rennen 10 Rennen 11 Rennen 12 Rennen 13 Rennen 14 Rennen 15 Rennen 16


Zurück zum Inhaltsverzeichnis!


Die Chronologie: Saison 2003

Großer Preis von Australien in Melbourne, 9. März 2003

Coulthard siegt vor Montoya - Ferrari geht leer aus!

Mit einem Sieg von David Coulthard endete das Auftaktrennen zur Saison 2003 im Australien. In einem Rennen, das von vielen Fahrfehlern geprägt war, blieb der Schotte fehlerfrei. Michael Schumacher wurde nur Vierter hinter Montoya und Räikkönen.

Das Rennen begann auf feuchter Strecke, weshalb die Ferrari-Piloten wie auch einige andere Fahrer auf Intermediates losfuhren. Michael Schumacher gewann den Start, bei dem es wegen der unterschiedlichen Reifen im Feld gleich zu einigen Verschiebungen kam. Unter anderem erwischten die Sauber-Piloten einen fantastischen Einstieg in den Grand Prix, wegen ihrer Entscheidung für die Schlechtwetterreifen fielen sie aber rasch zurück.

Michael Schumacher setzte sich mit Barrichello sofort ab. Dann allerdings der erste Paukenschlag: Barrichello rutschte auf dem Randstein aus, beschädigte seinen Ferrari schwer und musste aussteigen. Indes rückte das Feld wieder zusammen, weil die Fahrer auf Trockenreifen immer schneller wurden – vor allem Juan-Pablo Montoya.

Nach einem Crash von Ralph Firman und einem Dreher von Cristiano da Matta kam das Safety-Car auf die Strecke. Viele Fahrer nützten die Gelegenheit, um auf Trockenreifen zu wechseln. Michael Schumacher profitierte davon, weil sich sein Rückstand so in Grenzen hielt. Von der siebenten Position aus konnte er anschließend wieder angreifen.

Mark Webber schied dann mit einer gebrochenen Radaufhängung aus und verursachte die zweite Safety-Car-Phase, die die führenden Teams von Williams und Renault geschlossen nutzten, um Boxenstopps zu absolvieren. Ralf Schumacher hatte dabei ein Problem, drehte sich anschließend beim Rausfahren.

McLaren-Mercedes musste zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachtanken, weshalb Räikkönen als einziger Mann ohne Boxenstopp plötzlich in Führung lag. Der Finne lieferte sich ein unglaubliches Duell mit Michael Schumacher, zwang den Weltmeister bei einem Angriff einmal sogar mit zwei Rädern in die Wiese. Zum Erstaunen vieler musste dann aber Schumacher vor Räikkönen nachtanken.

Als dann auch der junge Finne, an die Box fuhr, passierte ihm offenbar ein Missgeschick: Er missachtete das Speed-Limit in der Boxengasse um 1,1 km/h und wurde dafür mit einer Durchfahrstrafe belegt. Pech dann auch für Schumacher: Der fuhr über einen Randstein, weshalb sich seine seitlichen Windabweiser lösten. Die Teile hingen lose am Ferrari, worin die Rennleitung ein Sicherheitsrisiko sah. Ferrari musste den klar Führenden zum Not-Stopp holen.

Plötzlich hatte Montoya kurz alle Trümpfe in der Hand. Doch auch Montoya verspielt seine Führung mit einem Fahrfehler. David Coulthard führt das Rennen an. Dahinter kämpfen Montoya, Räikkönen und Schumacher um die Plätze zwei bis vier.
Coulthard gewinnt das Rennen vor Juan-Pablo Montoya und Kimi Räikkönen. Michael Schumacher beendet den ersten Grand Prix der Saison 2003 als Vierter, Jarno Trulli im Renault wird Fünfter. Heinz-Harald Frentzen fährt für Sauber 3 WM-Punkte ein. Fernando Alonso wird Siebter, Ralf Schumacher Achter.

Zweifellos war der Australien-Grand-Prix eines der spannendsten Rennen der letzten Jahre. Es herrschte kein Mangel an Überholmanövern oder Zwischenfällen, das Klassement wurde alle paar Minuten ordentlich durchgewirbelt. Positiv für den Ausgang der Weltmeisterschaft auch, dass der Vorsprung des Ferrari-Teams zwar noch vorhanden, aber offensichtlich geschrumpft ist.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 5 - Barrichello 0 - J.P. Montoya 8 - R. Schumacher 1 - D.Coulthard 10 - K.Räikkönen 6

Sieger Rennen 1

ab zur Auswahl


Großer Preis von Malaysia in Sepang, 23. März 2002

"Iceman" gewinnt Hitzeschlacht in Malaysia

Kimi Räikkönen hat den Großen Preis von Malaysia gewonnen. Der Finne setzte sich in seinem McLaren-Mercedes vor Rubens Barrichello im Ferrari durch, Michael Schumacher landete nach vier Boxenstopps auf Rang sechs.

Gleich am Start viel Wirbel: Fernando Alonso kam dank der hervorragenden Renault-Launch-Control am besten weg und setzte seine Pole-Position in die Führung um. In der ersten Kurve schnupperte dann allerdings Michael Schumacher an Jarno Trulli, was zu einer unnötigen Kollision führte, die den Ferrari-Star weit zurückwarf und ihm später eine verdiente Durchfahrstrafe bescherte. Coulthard musste nach einem Traumstart zurückziehen, blieb aber vorne dran. Weit kam auch Coulthard nicht. Er musste seinen defekten Silberpfeil neben der Strecke parken.

Hinten krachte Antonio Pizzonia in das Heck von BMW-Williams-Hoffnung Juan-Pablo Montoya, der daraufhin die Box ansteuern musste und keine Rolle mehr spielte. Profiteur des turbulenten Auftakts war Ralf Schumacher, der vom 17. Startplatz rasch in die Punkteränge vorstoßen konnte und danach eine tadellose Fahrt ablieferte, die mit dem 4. Platz belohnt wurde.

Entschieden wurde der spannende Grand Prix zwar nicht direkt an der Box, aber durch die Strategie: McLaren-Mercedes pokerte für Räikkönen am besten, Ferrari schleuste Barrichello am Alonso vorbei. Die ersten drei Positionen waren dann aber fest bezogen. "Iceman" Räikkönen machte diesmal keinen Fehler, feierte ungefährdet seinen ersten Sieg in der Formel 1.

Etwas enttäuscht dürften Nick Heidfeld (8.) und Heinz-Harald Frentzen (9.) sein, die beim Petronas-Heimrennen nur einen einzigen Zähler für Sauber mitnehmen konnten, nachdem der Grand Prix so vielversprechend begonnen hatte. Ralph Firman (Jordan-Ford) wurde mit einer Ein-Stopp-Strategie starker Zehnter.

In der Gesamtwertung übernahm Räikkönen mit 16 Zählern die Führung vor Coulthard mit 10 Zählern. Titelverteidiger Michael Schumacher liegt mit acht Zählern gleichauf mit Barrichello, Juan-Pablo Montoya (Williams), Alonso und Jarno Trulli (beide Renault).

WM-Punktestand:
M. Schumacher 8 - Barrichello 8 - J.P. Montoya 8 - R. Schumacher 6 - D.Coulthard 10 - K.Räikkönen 16 - F.Alonso 8

Sieger Rennen 3

ab zur Auswahl

Großer Preis von Brasilien in Sao Paulo, 06. April 2003

Verrückter Grand Prix endet im Chaos! - Räikkönen siegt vor Fisico.

Noch chaotischer als der Grand Prix von Brasilien begann, endete er. Nach Abbruch des Rennens, das mit Sicherheit eines der kuriosesten der Geschichte war, wurde Kimi Räikkönen zum Sieger gekürt. Zweiter wurde Giancarlo Fisichella. Fernando Alonso hätte am dritten Podestplatz stehen sollen, der wurde zur Zeit der Siegerehrung aber ins Krankenhaus transportiert...

Vor dem Start zum Grand Prix von Brasilien ging es drunter und drüber. Allen Teams wurde erlaubt, die Autos auf Regen abzustimmen, womit den Piloten, die das schon im gestrigen Qualifying gemacht haben, der Vorteil genommen wurde.

Das Chaos zeichnete sich noch vor Beginn des Rennens ab, als der Start zweimal verschoben werden musste. Um 14:15 Ortszeit ging es los, wegen der nassen Fahrbahn hinter dem Safety-Car.

In der neunten Runde wurde das Rennen erstmals freigegeben und Rubens Barrichello (Ferrari) verpokerte sich mit taktischen Spielchen, als das Safety-Car von der Strecke ging, musste David Coulthard (McLaren) passieren lassen. In der elften Runde ging dann erstmals der spätere Sieger Räikkönen in Führung, der sich am schnellsten auf die Bedingungen einstellen konnte.

Eine entscheidende Rolle haben heute auch die Reifen gespielt. Zunächst hatte Michelin bei klitschnasser Piste einen Vorteil, weshalb Rubens Barrichello rasch nach hinten durchgereicht wurde. Ganz im Gegensatz dazu kam Michael Schumacher immer besser in Fahrt und in der 16. Runde wurde er hinter den beiden "Silberpfeilen" erstmals als Dritter geführt. Als einziger Bridgestone-Pilot konnte er anfangs vorne mithalten.

In Runde 18 zeichnete sich dann endgültig das totale Chaos ab, als Ralph Firmans Jordan plötzlich ohne viertes Rad angesegelt kam und am Senna-S den ahnungslosen Toyota von Panis rammte. In der Folge musste zum zweiten Mal das Safety-Car auf die Strecke gehen, was Coulthard und Schumacher zu einem ersten Boxenstopp nutzten – genau wie viele andere Piloten. Räikkönen blieb vorerst draußen und hielt damit Platz eins.

Fünf Runden nach dem Unfall konnte das Safety-Car wieder reingeholt werden und plötzlich fand Rubens Barrichello wieder seinen Rhythmus: Der Brasilianer überholte zunächst da Matta, schloss dann zum Führungstrio auf. Wenige Sekunden später flogen Montoya und Pizzonia voneinander unabhängig im besonders rutschigen Senna-S ab. Die Streckenposten waren mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, aber es wurde nicht abgebrochen. Als dann jedoch Michael Schumacher an derselben Stelle wegrutschte und beinahe in den Bergungskran gekracht wäre, musste wieder das Safety-Car rausgeholt werden.

David Coulthard führte dann, als das Safety-Car wieder von der Strecke ging, weil Räikkönen auch nachtanken gehen musste. Zweiter war Rubens Barrichello, der aber Druck machte und unter dem frenetischen Jubel seiner Fans immer schneller wurde.

Immer mehr Fahrer verabschiedeten sich indes im Senna-S, auch Jenson Button (BAR-Honda), und so ergab sich ein kurioses Bild mit fünf Wracks an derselben Stelle. Das Aquaplaning überraschte scheinbar selbst die erfahrenen Formel-1-Altstars. Die nächste Rennfreigabe gab es dann in Runde 37 und der Zweikampf zwischen Coulthard und Barrichello spitzte sich immer weiter zu, während sich stellenweise eine trockene Spur bildete. Die Stimmung auf den Rängen erreichte jedoch erst in Runde 45 den totalen Höhepunkt, als sich Coulthard im Senna-S verbremste und Barrichello die Führung übernahm . Barrichello führte ein paar Runden, führte um drei Sekunden und sah schon wie der sichere Sieger aus, rollte aber plötzlich mit Defekt aus. McLaren hatte auf einmal wieder eine Doppelführung, wobei Coulthard wesentlich stärker wirkte als Kimi Räikkönen.

Der Schotte läutete mit seinem letzten Routine-Boxenstopp die vermeintlich entscheidende Phase des Rennens ein – aber dann kam endgültig alles anders als zu erwarten war: Mark Webber flog bei Start und Ziel böse ab, verteilte Wrackteile auf der gesamten Strecke. Inzwischen hatte wegen des Coulthard-Stopps und eines Räikkönen-Drehers Giancarlo Fisichella sensationell die Führung übernommen, ehe auch noch Alonso crashte. Der Renault-Pilot kollidierte mit den herumliegenden Jaguar-Fetzen, drehte sich und krachte in eine Betonmauer, konnte sich selbst aus dem Wrack befreien, musste dann aber auf einer Trage in ein Krankenhaus abtransportiert werden. Die Strecke glich nur noch einem Trümmerfeld und so kam es zum logischen und gerechtfertigten Abbruch nach 54 Runden.

Die Jordan-Crew feierte anschließend den Sieg im 200. Grand Prix des Teams, aber wenige Minuten später kam eine Korrektur des Klassements und Kimi Räikkönen, der nach der letzten gewerteten Runde (53) noch geführt hatte, wurde zum Sieger erklärt. Fisichella wurde Zweiter, der verunfallte Alonso noch Dritter. Besonders bitter: David Coulthard verlor nur wegen des Boxenstopps den Sieg, weil alle anderen noch nachtanken hätten müssen. Heinz-Harald Frentzen wurde für seine nahezu fehlerfreie Fahrt mit Platz fünf belohnt, Punkte holten auch noch Jacques Villeneuve, Mark Webber und Jarno Trulli.



11.04.03 : Giancarlo Fisichella zum Sieger erklärt
Giancarlo Fisichella wurde nach einer Sitzung der FIA am 11.04.03 in Paris als Sieger des Brasilien-Grand-Prix bestimmt. Durch einen vermuteten Fehler in der Zeitennahme wurde am Mittwoch eine erneute Auswertung des Rennens angekündigt.

Der Jordan-Pilot hat demnach die Start- und Ziellinie ein weiteres Mal überquert, bevor das Rennen mit der roten Flagge abgebrochen wurde. Damit wird das Rennen am Ende der 54. Runde gewertet und Kimi Räikkönen verliert seinen zweiten Sieg der Karriere. Für das Jordan-Team wurde indes ein kleines Märchen war: Im 200. Grand Prix errang man einen Sieg - der vierte für das Team und der erste für Giancarlo Fisichella.

Bei der Zeitennahme in Brasilien wurde von den Stewards ein Fehler nachgewiesen. Kurz nach dem Abbruch wurde Giancarlo Fisichella auf den Zeitenmonitoren mit 55 gefahrenen Runden geführt, doch diese Anzeige war nach ein paar Momenten bereits wieder verschwunden. Daher nahm man 54 gefahrene Runden an und erklärte Kimi Räikkönen zum Sieger des Rennens.

Wie sich nun herausstellte, war der Italiener bereits in Runde 56 und damit wurde der Stand am Ende der 54. Runde gewertet. Somit gewinnt Giancarlo Fisichella vor Kimi Räikkönen den Großen Preis von Brasilien. Dabei haben nicht nur Giancarlo Fisichella und Kimi Räikkönen die Positionen getauscht, sondern auch Ralf Schumacher und Mark Webber. Der Deutsche hat das Rennen am siebten Platz beendet, und Mark Webber wird in der Wertung nach seinem Unfall noch am neunten Rang geführt.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 8 - Barrichello 8 - J.P. Montoya 8 - R. Schumacher 8 - D.Coulthard 15 - K.Räikkönen 24 - F.Alonso 14

Sieger Rennen 3
Es fehlt Alonso (Renault) als Dritter

ab zur Auswahl

Großer Preis von San Marino in Imola 20. April 2003

Imola: "Osterwunder" für Michael Schumacher

Michael Schumacher hat heute in Imola den F2002 mit einem Ferrari-Heimsieg in Rente geschickt und das noch dazu unter persönlich ganz schwierigen Umständen, bedenkt man den Tod seiner Mutter in der vergangenen Nacht. Ein Verzicht auf das Rennen kam für die Brüder aber nicht in Frage. Ralf gedachte seiner Mutter mit einem schwarzen Trauerflor am Helm, Michael hatte diesen um den Oberarm. Dass sie nebeneinander in der ersten Reihe standen, wird es ihnen nicht viel leichter gemacht haben.

Am Start ging Ralf in Führung, und der BMW-Williams-Pilot konnte diese auch lange halten. Gerade in der Anfangsphase setzten die Ferraris, die auf den Plätzen zwei und drei lagen, Ralf stark unter Druck, aber dem konnte er standhalten. Überhaupt hatten in den ersten Runden mehrere Michelin-Piloten Problemen mit ihren Reifen.

Zur frühen Vorentscheidung kam es beim ersten Stopp von Ralf und Michael Schumacher, wo die Beiden ihre Positionen tauschten. Der Weltmeister konnte sich daraufhin ein wenig absetzen und geriet nur noch einmal kurz in Gefahr, als Kimi Räikkönen, der nur zweimal zum Nachtanken reinkommen musste, nahe an ihn heranfahren konnte. Schlussendlich reichte die McLaren-Strategie aber nicht zum Sieg und der WM-Leader wurde Zweiter.

Ein Pechvogel des Rennens war Rubens Barrichello auf Platz drei, denn der Brasilianer gehörte zu den schnellsten Fahrern, steckte aber über zwei Drittel der Distanz hinter Ralf Schumacher fest und konnte ihn erst beim letzten Stopp überholen, weil er Benzin für zwei Runden mehr an Bord hatte. In der Schlussphase übte er dann sogar noch Druck auf Räikkönen aus, zu einer ernst gemeinten Attacke kam es aber nicht mehr.

Knapp hinter Ralf Schumacher kam David Coulthard ins Ziel, dessen Strategie nicht so gut wie beim Teamkollegen aufging, weil er zu Beginn lange hinter Panis (Toyota) feststeckte. Fernando Alonso (Renault) fuhr unauffällig mit einem langen Mittelstint und nur zwei Stopps zu Platz sechs, Montoya wurde Siebenter, weil seine Crew den ersten Boxenstopp verpatzte und beim zweiten die Tankanlage nicht funktionierte, weshalb er zusätzlich einmal reinkommen musste. Den letzten Zähler holte sich Button (BAR-Honda).

Bei der anschließenden Siegerehrung war Michael Schumacher angesichts der für ihn so tragischen Umständen den Tränen nahe und er nahm auch nicht an der Pressekonferenz teil, nachdem ihm die FIA dies eigens erlaubt hatte. Auch die Tifosi hielten sich mit ihrem Jubel zurück und beide Schumachers verzogen sich sofort und ohne Interviews zu geben in ihre Motorhomes. Umso mehr muss den Beiden applaudiert werden, als sie durchgehend die Konzentration bewahrt haben.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 18 - Barrichello 14 - J.P. Montoya 10 - R. Schumacher 13 - D.Coulthard 19 - K.Räikkönen 32 - F.Alonso 17

Sieger Rennen 4

ab zur Auswahl

Großer Preis von Spanien in Barcelona 4. Mai 2003

Schumacher gewinnt mit F2003-GA in Barcelona

Gelungener Einstand für den neuen Ferrari: Mit einem Sieg von Michael Schumacher und einem dritten Platz von Barrichello ging das erste Rennen des F2003-GA zu Ende. Doch Renault-Überflieger Fernando Alonso, der am Ende Zweiter wurde, machte den Roten das Leben schwer.

Der Grand Prix von Spanien 2003 begann spektakulär. Ein großartiger Start von Renault-Pilot Fernando Alonso brachte den spanischen Heißsporn an Rubens Barrichello vorbei nach vorn. Im Endeffekt reichte es doch nicht ganz für Alonso. Rubens Barrichello konnte doch noch zulegen und war für einen Moment gleichauf mit Michael Schumacher. Um einen Unfall zu vermeiden, musste der Brasilianer jedoch zurückziehen und kam aufs Gras. Dahinter kollidierte Jarno Trulli (Renault) mit David Coulthard (McLaren-Mercedes). Der "Silberpfeil" blieb im Rennen, Trulli kam aber nicht mehr aus dem Kiesbett heraus.

Aufgrund eines Problems mit der Startautomatik kam der stark in der Kritik stehende Jaguar-Pilot Antonio Pizzonia gar nicht von seiner Startposition weg. Das wurde Kimi Räikkönen, der direkt dahinter stand, zum Verhängnis. Aus für den WM-Leader, ebenso wie Pizzonia und Trulli. In Folge des Startchaos kam das Safety Car auf die Strecke.

Beim fliegenden Start änderten sich die vorderen Positionen nicht. Michael Schumacher führte weiterhin vor Barrichello und Alonso. Dahinter lag Ralf Schumacher auf Position vier. Juan Pablo Montoya profitierte als einiger Fahrer der Spitzengruppe von der Gelb-Phase und konnte beim Neustart an Button vorbei auf Platz 5 fahren.

Michael Schumacher gab danach seine Führung nicht mehr ab, hatte aber gegen Alonso, der auf derselben Drei-Stopp-Strategie war, kein leichtes Spiel. Unter frenetischem Jubel setzte sich der Spanier nach seinem ersten Halt quasi in der Box vor Barrichello und übte anschließend Druck auf den Führenden aus. Vor dem dritten und letzten Stopp, bei dem er eine Runde später als Schumacher reinkam, hatte er nur noch fünf Sekunden Rückstand, die er aber nicht mehr aufholen konnte.

Im Mittelfeld kam es indes zu einigen guten Überholmanövern: Zuerst pflügte Panis (Toyota) vor seinem Ausfall an seinen Konkurrenten vorbei, dann lieferten sich die erstaunlichen Minardis mit den Jordans einen spektakulären Fight und zwischendurch schaltete sich Ralf Schumacher (BMW-Williams) mit seiner Zwei-Stopp-Strategie gegen seinen Bruder und Alonso mit beherzter Kampflinie in das Führungsduell ein.

Unter Druck von Alonso musste der BMW-Williams-Pilot dann aber seinem Ehrgeiz Tribut zollen und in Kurve drei ins Kiesbett fahren, was aber nur einige Sekunden kostete. Dennoch fiel er hinter seinen Teamkollegen Montoya zurück, der den vierten Platz danach sicher ins Ziel brachte, und musste sich in der Schlussphase in einem brillanten Zweikampf sogar gegen den groß aufgeigenden Toyota von Cristiano da Matta, der seine ersten drei Punkte überhaupt holte, zur Wehr setzen.

Michael Schumacher feierte seinen zweiten Sieg der Saison – den ersten im neuen F2003-GA. Der Held des Publikums war jedoch Lokalmatador Fernando Alonso, der nach einem großartigen Rennen erneut aufs Podium fuhr und so ganz nebenbei noch Ferraris 'Nummer 2' Rubens Barrichello deklassierte. Juan Pablo Montoya fuhr auf Platz 4 vor seinem Teamkollegen Ralf Schumacher. Hinter da Matta, der die ersten Punkte der Saison für Totoya einfuhr, und Mark Webber im Jaguar holte sich Jordan-Neuling Ralph Firman den ersten WM-Punkt seiner Formel 1-Karriere.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 28 - Barrichello 20 - J.P. Montoya 15 - R. Schumacher 17 - D.Coulthard 19 - K.Räikkönen 32 - F.Alonso 25

Sieger Rennen 5

ab zur Auswahl

Großer Preis von Österreich in Spielberg 18. Mai 2003

Schumacher siegt zum Abschied am A1-Ring

Ein Jahr nach der umstrittenen Stallorder hat Michael Schumacher (Ferrari) den 26. und letzten Grand Prix von Österreich gewonnen. In einem turbulenten Rennen setzte sich der Weltmeister vor Kimi Räikkönen und Barrichello durch.

Der Start musste zunächst zweimal abgebrochen werden. Verursacher war jeweils Cristiano da Matta (Toyota), der deshalb als Letzter ins Rennen gehen musste. Aus der Boxengasse starteten Alonso (Renault) und Webber (Jaguar-Cosworth), die dadurch nachtanken konnten. Heinz-Harald Frentzen kam beim dritten Start nicht vom Fleck und musste zuschauen.

In Führung setzte sich Michael Schumacher vor Montoya und Räikkönen, der sich in der Castrol-Kurve nur mit Mühe gegen Barrichello behaupten konnte. Dahinter lagen anfangs Heidfeld (Sauber-Petronas), Pizzonia (Jaguar-Cosworth) und Trulli (Renault), die aber früh an die Box kommen mussten, um Sprit nachtanken zu können.

Zu Beginn musste dann das Safety-Car auf die Strecke, um den gestrandeten Minardi-Cosworth von Jos Verstappen zu bergen. Beim Restart setzte Montoya zum Überholmanöver gegen Schumacher an, der aber vorne bleiben konnte und rasch einen Vorsprung von einigen Sekunden aufbaute.

In der 15. Runde überschlugen sich die Ereignisse, als sich eine einzelne Wolke entlud und es plötzlich zu regnen begann. Viele Piloten wären beinahe von der Strecke abgekommen und Montoya knabberte mit Riesenschritten an seinem Rückstand. Die Strecke wurde dann aber rasch wieder trocken und die Ereignisse beruhigten sich kurzfristig.

Probleme mit der Tankanlage gab es beim Stopp von Barrichello und als eine Runde später der führende Schumacher reinkam, fing der Ferrari sogar kurz Feuer! Die Stichflammen konnten gelöscht werden und nach einer beunruhigenden Standzeit von 20 Sekunden war der Weltmeister wieder im Rennen – als ob nichts passiert wäre.

Wenig später war die Ferrari-Welt dann wieder in Ordnung, als der durch die sich überschlagenden Ereignisse auf einmal solide führende Montoya mit Motorschaden ausfiel und Schumacher just in derselben Sekunde an Räikkönen vorbeiging und damit die Führung übernahm. Damit waren die ersten drei Positionen mit Barrichello als Drittem bezogen, obwohl der Brasilianer zum Schluss noch mächtig Druck auf den "Silberpfeil" vor ihm ausübte.

Vierter wurde Jenson Button vor David Coulthard, der erst kurz vor dem Ende noch einen Platz gewann, weil sich Ralf Schumacher in der Gösser-Kurve kurz ins Kiesbett verabschiedete. Ralf rettete drei Punkte ins Ziel, gefolgt von Webber und Trulli.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 38 - Barrichello 26 - J.P. Montoya 15 - R. Schumacher 20 - D.Coulthard 25 - K.Räikkönen 40 - F.Alonso 25

Sieger Rennen 6

ab zur Auswahl

Großer Preis von Monaco in Monte Carlo 1. Juni 2003

Sieg für Montoya in Monte Carlo

Bei herrlichen Bedingungen hat in Monaco Juan-Pablo Montoya zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Grand Prix gewonnen. Der Kolumbianer entschied ein Rennen ohne Überholmanöver knapp vor Kimi Räikkönen und Michael Schumacher für sich.

Am Start machte Montoya sein schlechtes Losfahren im Vorjahr dieses Mal wieder gut und ging an Räikkönen vorbei, kam als Zweiter hinter seinem Teamkollegen wieder aus der ersten Runde zurück. Am besten kam Jarno Trulli weg, der Renault-Pilot fand aber nirgends eine Lücke und musste zurückziehen. Michael Schumacher blieb zunächst Fünfter und musste sich im dicht gestaffelten Verfolgerfeld einreihen.

Am Schwimmbad krachte es dann aber gleich in der ersten Kurve, als Frentzen (Sauber-Petronas) innen etwas zu hart über die Randsteine fuhr und mit einem untersteuernden Fahrzeug gegen die Leitplanken krachte. Das Wrack wurde zwar rasch geborgen, doch die Rennleitung musste trotzdem das Safety-Car kurz auf die Strecke schicken. Verschiebungen gab es auch während dieser Szene und beim Restart keine.

Das Rennen war in der Folge eine Prozession, nur durch die Boxenstopps kam wieder etwas Leben rein. Alle Piloten verfolgten zwar dieselbe Strategie mit zweimaligem Nachtanken, doch BMW-Williams kam jeweils etwas früher als der Rest rein. Besonders viel Sprit an Bord hatte Michael Schumacher, der sich dadurch nach seinem ersten Stint auf den dritten Platz nach vorne schieben konnte.

Verlierer der ersten Boxenstopp-Serie war allerdings sein Bruder Ralf, der die Führung an Montoya abgeben musste, aber auch von Räikkönen und dem Weltmeister überholt wurde und dadurch auf Position vier durchgereicht wurde. Als er in Rascasse auch noch einen unnötigen Fahrfehler machte, der rund zehn Sekunden kostete, war er endgültig raus aus der Entscheidung um die Podestplätze.

Nach der zweiten Boxenstop-Serie hieß die neue Reihung an der Front Juan Pablo Montoya, Kimi Räikkönen und Michael und Ralf Schumacher, Fernando Alonso schob sich vor seinem Teamkollegen an die fünfte Stelle. David Coulthard und Rubens Barrichello komplettierten wenige Runden vor Schluss die Punkteränge.

Ganz knapp ging es das ganze Rennen hindurch um die weiteren Punktepositionen zu: Die beiden Renaults, Coulthard und Barrichello lagen innerhalb weniger Sekunden, wagten aber in den 78 Runden nicht eine einzige Attacke. Knapp wurde es nur zwischen Trulli und Coulthard beim zweiten Boxenstopp, aber der Renault-Fahrer blieb vorne, und Alonso konnte sich mit einem langen zweiten Stint von Platz sieben auf fünf nach vorne schieben.

Obwohl Michael Schumacher in der Schlussphase dem Führungs-Duo immer näher kam, sah Juan Pablo Montoya vor Kimi Räikkönan als erster die schwarz-weiß karierte Flagge. Vor genau zwanzig Jahren pilotierte zuletzt ein Pilot einen Boliden von Frank Williams in Monaco als Erster ins Ziel. Zum Jubiläum holte Montoya heute wieder den lang ersehnten und so prestigeträchtigen Sieg!


WM-Punktestand:
M. Schumacher 44 - Barrichello 27 - J.P. Montoya 25 - R. Schumacher 25 - D.Coulthard 25 - K.Räikkönen 48 - F.Alonso 29

Sieger Rennen 7

ab zur Auswahl

Großer Preis von Kanada in Montreal 15. Juni 2003

Michael Schumacher siegt vor dem Williams-Duo!

Michael Schumacher fügte seinem WM-Konto heute zehn Punkte hinzu, womit er mit 999 Punkten knapp unter der 1000er-Schallmauer am ewigen Punktekonto liegt. Mit diesem Sieg konnte er Kimi Räikkönen auch die Führung in der Weltmeisterschaft abjagen. Der Rest des Podestes ging an das weiß-blaue Team.

Am Start verteidigten die BMW-Williams-Piloten mit Erfolg ihre erste Startreihe, dahinter fädelten sich Schumacher, Alonso und Barrichello ein. Letzterer fuhr dem vor ihm liegenden Renault ins Heck und verlor ein paar Meter später den Frontflügel, musste deshalb früh zu einem ungeplanten Boxenstopp reinkommen. Auch Montoya sorgte für Aufsehen, als er sich in der Zielschikane drehte und somit einige Positionen verlor.

Nach der Anfangsphase, in der auch Pizzonia und Trulli kollidierten, fädelte sich das Feld langsam ein. Vorne setzten sich indes die beiden Schumacher-Brüder deutlich vom Rest ab, stets binnen weniger Zehntel, aber der verfolgende Weltmeister wagte keinen einzigen Überholversuch. Montoya lag zu dem Zeitpunkt nach einem Überholmanöver gegen Alonso schon wieder an dritter Stelle.

Die Vorentscheidung fiel dann beim ersten Boxenstopp, weil der Williams-Schumacher um eine Runde früher reinkommen musste und dabei die entscheidenden Sekundenbruchteile verlor, wegen derer sich sein Bruder an die Spitze setzen konnte. Am längsten konnte von den Spitzenpiloten Fernando Alonso draußen bleiben, für den Sieg wurde der Spanier trotz beeindruckender Rundenzeiten aber nie wirklich gefährlich.

Die zweite Serie der Boxenstopps brachte keine Verschiebungen, doch im letzten Renndrittel rückte alles zusammen: Michael Schumacher konnte sich mit leichten Bremsproblemen seinen Bruder nur knapp vom Hals halten, Montoya schloss mit Riesenschritten auf und in den letzten fünf Runden übte sogar Alonso noch Druck auf die Führenden aus. Vor der letzten Schikane lagen die besten Vier – die beiden BMW-Williams übrigens kurioserweise mit losen Rückspiegeln – innerhalb von 1,5 Sekunden, erst ein Abbremsen von Alonso auf der Zielgerade verzerrte einen der knappsten Zieleinläufe der Geschichte. Angriffe gab es trotz der Windschattenschlacht aber nicht.

Auf Platz fünf kam Barrichello (Ferrari) nach unauffälliger Fahrt ins Ziel, der sich nach seinem Frontflügel-Stopp zu Beginn stets im Bereich von Räikkönen fuhr. Letzterer übte bis zur Ziellinie Druck auf den Brasilianer vor ihm aus, weil er von der Box aus mit vollem Tank ins Rennen gegangen war und somit nur einmal an die Box kommen musste – übrigens unmittelbar nach einem Reifenschaden auf den letzten Metern vor der Einfahrt in die Boxengasse.

Mark Webber (Jaguar-Cosworth) wurde jedoch mit Platz sieben für ein solides Wochenende belohnt. Toyota-Pilot Panis rettete einen WM-Punkt, den er in den letzten Runde durch einen Defekt seines Teamkollegen da Matta erbte.

Es war eines der spannenderen Formel-1-Rennen dieser Saison, weil alle Top-Teams und die beiden Reifenhersteller offenbar ähnlich konkurrenzfähig waren, wie das Endresultat beweist. Für die vielen Defekte ist die materialmordende Charakteristik des 'Circuit Gilles Villeneuve' verantwortlich, auf dem es heute überraschenderweise nicht zur fast schon traditionellen Safety-Car-Phase kam. Auch der Start verlief reibungslos.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 54 - Barrichello 31 - J.P. Montoya 31 - R. Schumacher 33 - D.Coulthard 25 - K.Räikkönen 51 - F.Alonso 34

Sieger Rennen 8

ab zur Auswahl

Großer Preis von Europa auf dem Nürburgring 29. Juni 2003

BMW-Williams sichert sich Doppelsieg in der Eifel

Mit einer fehlerlosen Leistung holte sich Ralf Schumacher den Sieg bei seinem Heimrennen am Nürburgring. Nach einer Kollision mit Michael Schumacher wurde Juan Pablo Montoya Zweiter; Pole-Mann Kimi Räikkönen fiel mit Motorschaden aus.

Zu Beginn sah es nach einem Solo für Kimi Räikkönen aus, der den Start für sich entschied und gleich in den ersten Runden allen auf und davon fuhr. Die Verfolgerpositionen nahmen Ralf und Michael Schumacher ein, hinter den beiden folgten dann Barrichello und Montoya. Überholmanöver gab es in der Anfangsphase keine, man verließ sich allgemein auf die Strategie.

InIn der 16. Rennrunde kamen sowohl der Führende Kimi Räikkönen als auch der Drittplatzierte Michael Schumacher an die Box. Rubens Barrichello folgte in der nächsten Runde, während die BMW-Williams von Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya noch auf der Strecke blieben. Ralf kam gar erst in der 21. Runde zum Nachtanken und reihte sich zwischen Räikkönen und Michael Schumacher wieder ein – allerdings war der Vorsprung des Finnen gehörig geschrumpft.

4 Runden später interessierte dieser Vorsprung niemanden mehr. Die Siegesträume von Kimi Räikkönen lösten sich mit einem Motorplatzer in Rauch auf. Einem sichtlich enttäuschten Räikkönen blieb nichts übrig, als das Rennen als Zuschauer zu verfolgen.

Ralf Schumacher übernahm die Führung mit 3,2s Vorsprung auf seinen Bruder, der in der 37. Runde die zweite Phase der Boxenstopps einleitete. Der Boxenstopp von Juan Pablo Montoya in der 40. Rennrunde brachte dem Kolumbianer einen Platz ein – er konnte Rubens Barrichello hinter sich lassen. Ralf Schumacher kam wie schon zuvor als letzter an die Box und konnte seine Führung ohne weiteres behaupten.

Montoya kam in den folgenden Runden näher und näher an Michael Schumachers Ferrari heran. In der 43. Runde wagte der Kolumbianer ein spektakuläres Überholmanöver. Schumacher wollte sich nicht geschlagen geben, und die beiden gingen Seite an Seite in die Dunlop Haarnadelkurve. Es kam, wie es kommen musste. Die Nase des Ferrari touchierte den BMW-Williams seitlich. Michael Schumacher landete im Kies und konnte das Rennen erst fortsetzen, nachdem ihn die Streckenposten angeschoben hatten. Bis dahin war der Weltmeister allerdings bereits auf den 6. Platz mit gut einer Minute Rückstand auf Ralf zurückgefallen. Montoya konnte sein Rennen unbeschadet fortsetzen und lag 18 Sekunden hinter seinem Teamkollegen auf Platz 2.

Auf den ersten drei Positionen gab es zwischen Ralf Schumacher, Montoya und Barrichello in den letzten Runden keine Verschiebungen mehr, den einzigen Fight trugen Alonso und Coulthard um Platz vier aus. Letzterer wagte einige halbherzige Überholversuche, aber dann bremste der Renault-Youngster mit Problemen kurz vor Schluss in der NGK-Schikane so früh, dass "DC" ausweichen musste und einen spektakulären Abflug nicht mehr verhindern konnte.

Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya fuhren einen Doppelsieg für Williams nach Hause, Barrichello wurde am Ende eines für ihn unspektakulären Rennens Dritter. Michael Schumacher kam in den letzten Kurven noch einmal ganz dicht an den Viertplatzierten Alonso heran, konnte aber nicht mehr vorbeigehen. Mark Webber holte als Sechster 3 Punkte, und auch Jenson Button sicherte sich 2 WM-Zähler. Beeindruckend auch die Leistung Nick Heidfelds, der aus der Boxengasse gestartet war und immerhin auf Platz 8 in die Punkteränge fuhr. Auch sein Teamkollege Heinz-Harald Frentzen verpasste diese als Neunter nur knapp.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 58 - Barrichello 37 - J.P. Montoya 39 - R. Schumacher 43 - D.Coulthard 25 - K.Räikkönen 51 - F.Alonso 39

Sieger Rennen 9

ab zur Auswahl

Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours 6. Juli.2003

Nächster Doppelsieg für BMW-Williams

BMW Williams fuhr von der Doppel-Pole zum Doppelsieg. Michael Schumacher durfte zwar auch wieder aufs Podest, allerdings nur aufs letzte Treppchen. Dahinter punkteten Kimi Räikkönen und David Coulthard. Mark Webber verteidigte seinen sechsten Rang erfolgreich gegen Rubens Barrichello, der Siebter wurde. Ein versöhnliches Ende nahm der Heim-Grand-Prix von Olivier Panis. Der Franzose beschenkte sich zum zehnjährigen Jubiläum selbst mit einem Punkte. Ausgerechnet vor heimischem Publikum musste Renault einen Doppelausfall zur Kenntnis nehmen. Nicht ins Ziel kamen auch Giancarlo Fisichella und Jenson Button.

Ralf Schumacher zog von der Pole Position weg, während Kimi Räikkönen seinen Bruder stehen ließ. Der Finne legte einen sensationellen Start hin und eroberte sich gleich den dritten Platz hinter dem Williams-Duo. Auch David Coulthard hätte den Weltmeister fast überholt, gegen den Schotten konnte sich Schumacher dann aber durchsetzen. Für den zweiten Ferrari-Piloten lief es noch schlechter. Rubens Barrichello sorgte mit einer unfreiwilligen Showeinlage für Unterhaltung. Der Dreher warf ihn auf den letzten Platz zurück. Dort gab der Brasilianer alles was sein Bolide zu geben vermochte und pflügte durchs Feld.

Während vorne die Positionen rasch bezogen waren, bildete sich um die Plätze vier bis sieben ein Paket mit Schumacher, Coulthard und den beiden Renault-Piloten, die sich in der ersten Runde beinahe gegenseitig von der Bahn geschoben hätten. Bis zum ersten Boxenstopp tat sich dann einmal gar nichts, die "Silberpfeile" konnten mit einem frühen Service aber Coulthard an Schumacher vorbei auf Platz vier schleusen. An der Spitze blieb alles beim Alten, Ralf Schumacher konnte seinen Vorsprung konstant verteidigen und sogar phasenweise vergrößern. Überholmanöver gab es praktisch keine, da alle auf drei Stopps setzten und somit vergleichbaren Speed hatten.

Beim zweiten Stopp kam es zu keinen Verschiebungen, Montoya verkürzte aber anschließend seinen Rückstand dramatisch und kam vor dem letzten Nachtanken bis auf 2,5 Sekunden an seinen Teamkollegen heran. Der Führende ging dann eine Runde später an die Box, blieb in der Estoril-Kurve aber hauchdünn voran – und führte dann mit einigen schnellen Runden die Entscheidung herbei. Montoya wiederum steckte im eigenen Interesse zurück.

Michael Schumacher, zunächst lange farblos unterwegs, drehte im letzten Stint noch einmal ordentlich auf, profitierte erst von einem Patzer der McLaren-Crew beim Stopp von David Coulthard und passierte dann dank der Strategie auch noch Räikkönen, was den dritten Platz für ihn bedeutete. In den letzten Runde holte er sogar noch dramatisch auf Montoya auf, für ein Einholen des Kolumbianers reichte es aber bei weitem nicht.

In der Weltmeisterschaft hat BMW-Williams mit dem heutigen Resultat endgültig zur Spitze aufgeschlossen, Ralf Schumacher liegt nur noch elf Punkte hinter seinem Bruder, drei hinter Räikkönen. Montoya ist als Vierter auch nur 17 Zähler zurück. In der Marken-WM fehlen den Weiß-Blauen nach zwei Doppelsiegen en suite nur noch drei Punkte auf das Ferrari-Team, das im Vorjahr in Magny-Cours ja schon den Fahrertitel inne hatte.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 64 - Barrichello 39 - J.P. Montoya 47 - R. Schumacher 53 - D.Coulthard 29 - K.Räikkönen 56 - F.Alonso 39

Sieger Rennen 10

ab zur Auswahl

Großer Preis von Großbritannien in Silverstone 20. Juli 2003

Barrichello gewinnt mit Galavorstellung

Beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone siegte Rubens Barrichello nach sensationellem Rennen mit zig grandiosen Überholmanövern vor Montoya, Räikkönen und Michael Schumacher. Ralf wurde bei dem zeitweise chaotischen Rennen nur Zehnter.

Zunächst sah es nicht nach einem Triumph für Rubens aus: Er kam am Start schlecht weg und musste die Führung anfangs Jarno Trulli (Renault) überlassen, wurde auch noch von Räikkönen überholt. Als Vierter kam Ralf Schumacher (BMW-Williams) aus der ersten Runde zurück, dessen Bruder Michael (Ferrari) lag an fünfter Position. Das Feld fädelte sich dann schnell ein, Attacken gab es kaum.

In der sechsten Runde kam erstmals das Safety-Car auf die Bahn, weil David Coulthard die Schaumstoffeinlage im Cockpit verloren hat und Streckenposten das Teil entfernen mussten. Neben dem "Silberpfeil" kamen auch die beiden Toyotas an die Box, was sich einige Runden später als Goldgriff herausstellen sollte. Die Führung von zwei Sekunden, die sich Trulli schon aufgebaut hatte, war damit jedoch wieder dahin.

Im elften Umlauf begann dann die Galavorstellung von Barrichello, als er sich außen am zweitplatzierten Räikkönen vorbeibremste. Wenige Augenblicke später dann das nächste Highlight, als ein Verrückter die Hangargerade stürmte und das Safety-Car erneut zum Einsatz kam. Nachdem der Mann, der später festgenommen wurde, von einem Streckenposten weggezerrt werden konnte, ging das Rennen normal weiter – aber mit wesentlich mehr Action als zuvor: Die Safety-Car-Phase nutzte das Feld fast geschlossen zum ersten Boxenstopp, wobei Michael Schumacher auf Platz 15 zurückfiel, weil er sich hinter seinem Teamkollegen anstellen musste. Zu den Gewinnern gehörte das Toyota-Team, welches plötzlich eine Doppelführung hatte.

Kimi Räikkönen drehte dann zwei Runden lang auf, ging zunächst an seinem Teamkollegen, dann an Panis (Toyota) vorbei, und heftete sich an die Fersen des führenden da Matta (Toyota). Letzterer fuhr in dieser Phase dank seiner Drei-Stopp-Strategie stark und setzte sich gemeinsam mit dem McLaren im Windschatten um mehr als zehn Sekunden von den Verfolgern auf. Zu denen gehörte Ralf Schumacher nicht mehr, nachdem er einen schlechten Michelin-Satz wechseln musste.

Barrichello legte in dieser Phase des Rennens wieder zu, drehte eine schnellste Runde nach der anderen, überholte davor aber außen in Bridge vor dessen Stopp Ralf Schumacher. Nach hinten durchgereicht wurde anschließend auch Trulli, wodurch sich Barrichello auf die Verfolgung der Führenden konzentrieren konnte. Das Problem da Matta erledigte sich durch dessen Boxenstopp, Räikkönen holte "Rubinho" aus eigener Kraft ein.

Im Mittelfeld konnte sich indes Michael Schumacher unbemerkt mit einem späten Service nach vorne arbeiten. Der Deutsche lieferte sich ein elektrisierendes Duell mit Villeneuve (BAR-Honda). Unmittelbar nach der Serie der zweiten Boxenstopps holte Barrichello zum Generalangriff gegen Räikkönen aus und überholte den Finnen mit einem weiteren grandiosen Manöver in der Bridge-Kurve. Danach fuhr der Brasilianer völlig ungefährdet seinen Sieg nach Hause, während der "Iceman" wegen eines Ausritts auch noch Montoya passieren lassen musste und so nur auf Platz drei kam – nur ein WM-Punkt vor Michael Schumacher.

David Coulthard fiel vor heimischem Publikum nach gelungenem Start und Rennglück mit der Safety-Car-Phase wegen des irren Mannes auf der Strecke erst in der Schlussphase positiv auf, überholte da Matta und Trulli und wurde so immerhin Fünfter. Ein weiterer Lokalmatador, Jenson Button (BAR-Honda) sicherte sich als Achter einen Zähler, verpasste aber die Chance, in der letzten Runde sogar noch an da Matta vorbeizugehen.

In der Weltmeisterschaft kann Michael Schumacher seinen Vorsprung vor Kimi Räikkönen halten. Der Deutsche hat nun 69 Punkte und damit 7 Punkte Vorsprung auf den McLaren-Piloten. Juan Pablo Montoya kann sein Punktekonto auf 55 Zähler ausbauen und damit an seinem Teamkollegen Ralf Schumacher vorbeiziehen, der bei 53 WM-Punkten bleibt. Rubens Barrichello macht mit seinem Sieg viel Boden gut, hat nun 49 WM-Zähler und damit ebenfalls wieder theoretische Chancen auf den Titelgewinn. In der Konstrukteurs-Wertung baut Ferrari seinen Vorsprung auf BMW Williams aus, hat nun 118 Punkte, die Briten 108. McLaren ist mit 95 WM-Zählern auch hier nach wie vor in Reichweite des WM-Titels.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 69 - Barrichello 49 - J.P. Montoya 55 - R. Schumacher 53 - D.Coulthard 33 - K.Räikkönen 62 - F.Alonso 39

Sieger Rennen 11

ab zur Auswahl

Großer Preis von Deutschland in Hockenheim 3. August 2003

Überlegener Montoya siegt in Chaos-Grand-Prix

Der Grand Prix von Deutschland in Hockenheim wurde bei Temperaturen weit der 30-Grad-Marke zu einer wahren Hitzeschlacht. Im überaus dramatischen Rennen feierte Juan-Pablo Montoya einen Favoritensieg.

Gleich am Start Chaos und Action: Montoya setzte seine Pole Position problemlos in die Führung um, dahinter kollidierten Ralf Schumacher, Rubens Barrichello und der hervorragend gestartete Kimi Räikkönen. Räikkönen und Barrichello schieden gleich aus, Ralf konnte sich noch an die Box schleppen, wo er dann aber aussteigen musste. Auch Heinz-Harald Frentzen (Sauber-Petronas) und Ralph Firman (Jordan-Ford) fielen dieser Szene zum Opfer.

Die Schuldfrage konnte anhand der Videoaufzeichnungen nicht hundertprozentig geklärt werden, am ehesten muss sich jedoch Ralf Schumacher an der Nase fassen. Der BMW-Williams-Pilot zog vor der ersten Kurve leicht nach links, zwang daher Barrichello in eine Berührung mit Räikkönen und so kam es zur folgenschweren Kollision. Der Abflug des "Silberpfeils" sah spektakulär aus, verlief aber glimpflich. Anschließend folgte eine kurze Safety-Car-Phase.

Als das Rennen in der vierten Runde wieder freigegeben wurde, lag Montoya vor den Renault-Piloten Jarno Trulli und Fernando Alonso in Führung, Michael Schumacher rollte nach einem schlechten Start nur an vierter Position. Dahinter griff sich David Coulthard mit einem beherzten Manöver relativ früh Mark Webber im Jaguar, doch auch die Toyotas von Panis und da Matta lagen von Anfang an im Spitzenfeld.

Bis zur Serie der ersten Boxenstopps setzte sich Montoya problemlos von seinen Verfolgern ab, alle Top-Leute kamen praktisch gleichzeitig rein. Dementsprechend kam es auch zu keinen maßgeblichen Verschiebungen. Früh zeichnete sich ab, dass fast das gesamte Feld dreimal anhalten würde, Renault und Ferrari sattelten jedoch später auf zwei Stopps um – genau wie einige der Nachzügler. Montoya blieb hingegen unbeirrt bei seiner Strategie.

Zu Halbzeit des Rennens fuhr Montoya schon in seiner eigenen Liga, Michael Schumacher schnupperte jedoch an den Renaults vor ihm, um in der Weltmeisterschaft Schadensbegrenzung zu betreiben. Der Deutsche machte jedoch nur wenig Druck und kam so erst auf Platz drei nach vorne, als sich Alonso in der Sachs-Kurve einen Ausritt leistete. Der Spanier konnte mit angeschlagenem Fahrzeug in der Folge die Pace der Schnellsten nicht mehr mitgehen und musste den Traum vom Podium begraben.

Die letzte Phase bescherte den recht zahlreich erschienenen Fans dann noch einmal Dramatik pur: Erst ging Schumacher mit einem beherzten Manöver außen in der Haarnadel an Trulli vorbei, später griff sich auch Coulthard den Italiener – doch Trulli konterte und fiel erst nach einem weiteren Manöver seines Kontrahenten endgültig auf Rang vier zurück. Pech hatte der Renault-Pilot insofern, als einer seiner Hinterreifen nicht mehr optimal haftete.

Schumacher steuerte zu diesem Zeitpunkt einem ungefährdeten zweiten Platz entgegen, doch vier Runden vor Schluss platzte überraschend der linke Hinterreifen – vielleicht als Folge des aggressiven Manövers gegen Trulli ein paar Umläufe zuvor. Der Vorjahressieger schleppte sich mühsam zurück an die Box und konnte in der Folge nur den siebenten Platz ins Ziel bringen. Coulthards bemerkenswerte Aufholjagd wurde damit mit Position zwei belohnt. Montoya wurde nach einer wahren Hitzeschlacht und einer Solofahrt ohne das geringste Problem mit 65,4 Sekunden Vorsprung als Sieger abgewinkt, gefolgt von beiden Renaults. Apropos Renault: Der völlig erschöpfte Trulli rettete den dritten Platz nur knapp vor seinem Teamkollegen, war anschließend aber dem Kollaps so nahe, dass er die Pressekonferenz auslassen musste. Panis und da Matta kamen nach einem soliden Rennen als Fünfter und Sechster ins Ziel. Den letzten zu vergebenden Punkt sicherte sich Jenson Button (BAR-Honda) mit einer gewagten Zwei-Stopp-Strategie.

Für die Weltmeisterschaft ist das heutige Resultat ein Segen: Der Vorsprung von Schumacher ist auf sechs Punkte geschrumpft, Zweiter ist nun aber Montoya. Realistische WM-Chancen hat außerdem wohl nur noch Räikkönen, Ralf Schumacher und Rubens Barrichello liegen vier Rennen vor Ende des Titelrennens wahrscheinlich zu weit zurück. Bei den Konstrukteuren hat Ferrari nach dem heutigen Rennen indes nur noch zwei Punkte auf BMW-Williams gut.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 71 - Barrichello 49 - J.P. Montoya 65 - R. Schumacher 53 - D.Coulthard 41 - K.Räikkönen 62 - F.Alonso 44

Sieger Rennen 12

ab zur Auswahl

Großer Preis von Ungarn in Budapest 24. August 2003

Erster Triumph für Alonso in Ungarn

Auch wenn der Grand Prix von Ungarn nicht zum erhofften Thriller auf der Rennstrecke wurde, hätte man sich im Endeffekt kaum mehr wünschen können: Fernando Alonso fuhr für Renault seinen geschichtsträchtigen ersten Sieg ein, während die drei WM-Kandidaten noch enger zusammengerückt sind.

Die Vorentscheidung fiel schon am Start, den Alonso dank seiner perfekten Launch-Control problemlos für sich entscheiden konnte. Dahinter war aber viel los: Die beiden BMW-Williams-Piloten kamen mäßig weg und verloren in der ersten Kurve zusätzlich an Boden, Ralf Schumacher drehte sich sogar auf der schmutzigen Fahrbahnseite und fiel weit zurück. Sein Bruder Michael erwischte das Losfahren nicht optimal, konnte den verlorenen Boden aber gleich wieder wettmachen.

Aus der ersten Runde kam Alonso mit einem Vorsprung von 1,9 Sekunden auf Mark Webber (Jaguar-Cosworth) zurück, dahinter reihten sich Rubens Barrichello, Kimi Räikkönen, Jarno Trulli, David Coulthard, Michael Schumacher, Juan-Pablo Montoya, Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve in den Top 10 ein.

Für das erste Highlight des Rennens sorgte im dritten Umlauf Rubens Barrichello mit einem Überholversuch gegen Webber vor der Schikane, der Brasilianer verpasste dabei aber den Bremspunkt, musste abkürzen und laut Reglement den Jaguar-Piloten wieder passieren lassen. Dabei schlüpften allerdings auch Räikkönen und Trulli durch.

Überhaupt spielte der Australier Webber an zweiter Stelle liegend eine rennentscheidende Rolle, weil Alonso so seine Führung im ersten Stint mühelos auf über 20 Sekunden ausbauen konnte. Im Verfolgerfeld gab es keine ernsthaften Duelle, nur Montoya übte Druck auf den vor ihm fahrenden Schumacher aus. Weiter hinten begann indes Ralf Schumacher seine Aufholjagd.

In der 14. Runde kam Alonso zum Boxenstopp rein. Mark Webber war ebenfalls unter den ersten Fahrern, die Sprit nachfüllen lassen musste, und büßte dadurch eine Position gegen Räikkönen ein. Gewinner dieser Phase war Montoya, der Schumacher überholen konnte und seinen zuvor aufholenden Teamkollegen hinter sich halten konnte.

In der 20. Runde dann eine Schrecksekunde: Bei der Anfahrt zur ersten Kurve brach bei Barrichello links hinten die Radaufhängung, wodurch er seinen Ferrari außer Kontrolle verlor – ähnlich wie Schumacher bei seinem bösen Unfall 1999 in Silverstone. Zum Glück blieb der Brasilianer unverletzt, seine WM-Chancen sind damit aber endgültig dahin. Der hinter ihm fahrende Montoya konnte rechtzeitig ausweichen und machte sich auf die Verfolgung von Trulli.

Ab Runde 30 begann es dann gegen Michael Schumacher zu laufen, der beim Überrunden von Baumgartner (Jordan-Ford) in der ersten Kurve von seinem Bruder überrascht wurde. Beim zweiten Stopp starb dem Weltmeister dann auch noch der Motor ab, wodurch er die eine oder andere Sekunde verlor, und auch im letzten Stint konnte er trotz eines vorgezogenen Stopps nicht mehr an Trulli vorbeigehen. Platz acht war damit heute für ihn das Höchste der Gefühle.

Alonso und Räikkönen fuhren in der zweiten Rennhälfte ungefährdet mit einem 20-Sekunden-Puffer dazwischen den Positionen eins und zwei entgegen, während Webber seinen möglichen Podestplatz aufgrund von fehlender Pace nicht halten konnte. Nutznießer dieser Situation war Montoya, der trotz eines unnötigen Drehers in der Schlussphase Ralf Schumacher hinter sich lassen konnte und Platz drei rettete. Webber wurde schlussendlich nur Sechster.

Ein unauffälliges, aber cleveres Rennen legte David Coulthard hin: Ursprünglich auf drei Stopps gepolt, fuhr er einen langen zweiten Stint, was ihm ermöglichte, auf zwei Stopps umzustellen. Nach dem letzten Service hatte er dann auch noch das Glück, hinter Trulli, aber hauchdünn vor Michael Schumacher auf die Strecke zu kommen, und in der Folge musste er nur noch durchfahren. Trulli und Schumacher nahmen die restlichen beiden Punkte mit.

Pech hatte das Sauber-Team: Nick Heidfeld wartete vergeblich auf einen Ausfall eines Top-Fahrers und musste mit dem verhassten neunten Platz Vorlieb nehmen, während Heinz-Harald Frentzen nach starker Vorstellung mit Defekt ausrollte. Weitere Ausfälle: Wilson (Motor), Lokalmatador Baumgartner nach fehlerloser Premiere mit Motorschaden, Panis (Toyota/Defekt), Fisichella (Jordan-Ford/Motor) und Villeneuve, der in der Boxengasse stehen blieb.

Der nie gefährdete Alonso-Sieg war in vielerlei Hinsicht geschichtsträchtig: Für den 22-jährigen Spanier war es die Premiere ganz oben auf dem Siegespodest, außerdem hat er den ersten Formel-1-Erfolg für sein Land und den ersten seit dem Comeback von Renault für den französischen Automobilhersteller eingefahren. Darüber hinaus war kein Fahrer beim Premierentriumph jünger – entsprechend groß die Freude beim Helden des Tages und bei seinem Team.

Auch die Weltmeisterschaft hat durch das Resultat noch mehr an Spannung gewonnen, denn die drei Führenden sind nun nur noch um Haaresbreite getrennt: Schumacher führt bei noch drei ausstehenden Rennen mit 72 Zählern vor Montoya (71) und Räikkönen (70). Alonso ist nun mit 54 Punkten starker Fünfter. Im Markenpokal hat indes wieder BMW-Williams die Spitze übernommen – acht Punkte vor Ferrari, 14 vor McLaren-Mercedes.



WM-Punktestand:
M. Schumacher 72 - Barrichello 49 - J.P. Montoya 71 - R. Schumacher 58 - D.Coulthard 45 - K.Räikkönen 70 - F.Alonso 54

Sieger Rennen 13

ab zur Auswahl

Großer Preis von Italien in Monza 14. September 2003

50. Ferrari-Sieg für Schumacher in Monza

Nahezu alle Experten haben einen Zweikampf zwischen Michael Schumacher und Juan-Pablo Montoya prophezeit – und so ist es schließlich auch gekommen. Die WM-Rivalen lieferten sich einen über weite Strecken hochklassigen Schlagabtausch und distanzierten die von Rubens Barrichello angeführten Verfolger.

Am meisten Dramatik bot die Startphase: Schon in der Aufwärmrunde blieb Giancarlo Fisichella stehen, der anschließend von der Jordan-Crew seinen Tank auffüllen ließ und als Letzter ins Rennen gehen musste. Jaguar-Pilot Justin Wilson verabschiedete sich ebenfalls schon in der ersten Runde mit einem Problem und ganz hinten krachte es zwischen Jos Verstappen und Fernando Alonso. Die Führung übernahm von Anfang an Michael Schumacher, Zweiter war Montoya, Dritter Trulli, der die Renault-Startautomatik wieder perfekt ausnutzte. In der zweiten Schikane schob dann Montoya seine Nase neben den vorne liegenden Ferrari, doch Schumacher konnte mit viel Mut und Risiko kontern. Offenbar ist es dabei zu einer leichten Berührung gekommen, doch beide Protagonisten haben sich gegenseitig fair Platz gelassen. Trulli konnte die Situation nicht nutzen.

Wenig später dann war der Grand-Prix für den Italiener auch schon wieder vorbei, als er mit technischen Problemen vor der Ascari-Schikane ausrollte. Mangels eines Bergungskrans stand der Wagen dort das ganze Rennen über, das Schwenken der gelben Flaggen wurde aber nach einigen Minuten aufgegeben. Pech für Renault: Auch Alonso musste nach dem Zwischenfall am Start an die Box kommen und schien zunächst chancenlos.

Kaum Überholmanöver während des gesamten Rennens

Das Feld fädelte sich rasch in der Reihenfolge Schumacher, Montoya, Barrichello, Räikkönen, Coulthard und Gené (BMW-Williams), der zuvor Panis überholen musste, ein. Dahinter lagen Villeneuve und Button. Letzterer fiel zu einem späteren Zeitpunkt mit Defekt aus, ebenso Panis.

Schumacher konnte sich vorne ein wenig absetzen, ehe Coulthard in der elften Runde die Serie der Boxenstopps eröffnete. Verschiebungen gab es dabei aber keine, lediglich rückte Montoya wieder näher an die Spitzenposition heran. Mit einer Reihe an schnellen Runden verkürzte der Kolumbianer seinen Rückstand auf 0,9 Sekunden, er musste dann jedoch – im Gegensatz zum ersten Service – früher als Michael Schuhmacher reinkommen, was wohl vorentscheidend war.

Barrichello, zwischenzeitlich schnellster Mann im Rennen, hatte in der Schlussphase nichts mehr zuzulegen und musste den dritten Platz sogar noch gegen Räikkönen verteidigen. Coulthard brachte seine vier programmierten WM-Zähler wegen eines Ausfalls in den letzten Runden nicht ins Ziel, wodurch Gené Platz fünf erbte. Überhaupt hat sich der Spanier vorzüglich als Ralf-Schumacher-Ersatz bewährt, war er doch in der Endphase schnellster Mann des Rennens.

Riesenpech für Sauber: Punkte in letzter Runde verschenkt

Villeneuve brachte Platz sechs ungefährdet ins Ziel und bis zur vorletzten Runde sah es auch nach zwei Punkten für das Sauber-Team durch Heinz-Harald Frentzen aus. Dann jedoch das unfassbare Pech für die Schweizer: Erst rollte Frentzen – offenbar mit einem technischen Defekt – aus, doch dadurch wurde wenigstens Heidfeld auf Platz acht nach vorne gespült. Auch der zweite Mönchengladbacher konnte das Resultat jedoch nicht retten, fiel er doch noch hinter Alonso zurück.

Insgesamt sahen nur zwölf Piloten die Zielflagge, 13 wurden gewertet.

Die Siegerehrung bot mit den unzähligen Tifosi wieder ein einmaliges Bild, weshalb es sich Ross Brawn nicht nehmen ließ, anstelle von Jean Todt auf das Podium zu klettern. Besonders befreit wirkte Michael Schumacher, der mit seinem insgesamt 69. und dem 50. Ferrari-Sieg seiner Laufbahn die WM-Führung auf drei Punkte vergrößerte. Räikkönen hat bei zwei noch zu fahrenden Rennen schon sieben Zähler Rückstand. Keine Veränderung hingegen bei den Konstrukteuren, wo BMW-Williams das Zepter behält.



WM-Punktestand:
M. Schumacher 82 - Barrichello 55 - J.P. Montoya 79 - R. Schumacher 58 - D.Coulthard 45 - K.Räikkönen 75 - F.Alonso 55

Sieger Rennen 14

ab zur Auswahl

Großer Preis der USA in Indianapolis 28. September 2002

Indy: Schumacher siegt - WM fast entschieden

Mit einem Sieg im völlig verrückten US-Grand-Prix hat Michael Schumacher in Indianapolis den WM-Sack fast schon zugemacht: Kimi Räikkönen kann nach seinem zweiten Platz in Japan nur noch durch ein Wunder den Titel holen, Juan-Pablo Montoya ist ganz aus dem Rennen.

Kimi Räikkönen setzte sich zunächst vor Olivier Panis an die Spitze, Ralf Schumacher war vor seinem exzellent gestarteten Bruder Dritter. Montoya verpatzte seinen Start völlig, verlor einige Positionen.

Schon zu Beginn der zweiten Runde eröffnete dann David Coulthard eine Reihe spektakulärer Überholmanöver, als er sich außen in der ersten Kurve an Barrichello vorbeibremste. Eine Minute später übernahm Ralf Schumacher den zweiten Platz von Panis, der in der Folge wegen mangelnden Top-Speeds immer weiter nach hinten durchgereicht wurde. Auch Montoya fand in dieser Phase seinen Rhythmus.

In der sechsten Runde wurde aus ein paar Regentropfen ein richtiger Schauer und auf einmal entwickelte sich ein völlig unüberschaubares Chaos, in dem Reifen und Glück bedeutende Faktoren waren. Rubens Barrichello, eigentlich ein Spezialist für solch wechselhafte Bedingungen, war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Rennen, nachdem ihn Montoya mit einem optimistischen Manöver von der Strecke befördert hatte. Der Kolumbianer würde dafür später mit einer Durchfahrstrafe belegt.

Panis kam als erster Fahrer an die Box, gefolgt von Jacques Villeneuve, doch beide mussten etwas später wegen abtrocknender Fahrbahn wieder zurückwechseln. Später wurden sie dann auch noch von einem ähnlichen Schicksal eingeholt: Panis rollte mit einem bisher noch ungeklärten Defekt aus, Villeneuve musste mit Motorschaden aufgeben. Auch Button, Alonso, Coulthard und Firman schieden mit technischen Problemen aus.

Aufgrund der ständig wechselnden Verhältnisse – einmal war es trocken, dann wieder nass – wurde auch der Reifenkrieg zum Kuriosum. Bei Trockenheit waren beide Marken in etwa gleich wettbewerbsfähig, auf leicht feuchtem Asphalt hatte Michelin die besseren Karten und bei starkem Regen konnten die Bridgestone-Autos förmlich Kreise um die Konkurrenz ziehen.

Für Aufsehen sorgten in diesen chaotischen Minuten unter anderem einige waghalsige Überholmanöver von Montoya in der Steilkurve – unter anderem ließ er im direkten Duell gegen Michael Schumacher trotz des Regens das Gas voll stehen. Für Zuschauer und Berichterstatter war es aber gleichermaßen unmöglich, den Überblick über alle direkten Zweikämpfe auf der Strecke zu bewahren.

Regen überraschte Schumacher nach dem ersten Stopp

Die erste von zwei Boxenstopp-Serien verlief praktisch wie geplant, allerdings begann es kurz darauf wieder zu schütten – und Ferrari holte Schumacher binnen zwei Runden zweimal rein, schickte den Weltmeister dann mit Regenreifen wieder auf den Kurs. Am besten pokerte das Sauber-Team, welches gleich profilierte Pneus aufziehen ließ und dadurch speziell Heinz-Harald Frentzen in eine vorzügliche Position brachte.

Vom Regen wurde zwischenzeitlich sogar Mark Webber nach vorne gespült, der Australier warf diese Riesenchance aber ebenso weg wie wenig später Ralf Schumacher – beide drehten sich, als die Niederschläge gerade wieder zunahmen. Montoya fand indes nicht aus seiner Pechsträhne heraus, verlor wertvolle Sekunden an der Box, weil der Tankrüssel klemmte.

Lange lag anschließend Jenson Button mit einer Superleistung vor Frentzen in Führung, ehe Schumacher an beiden vorbeiging. Buttons Hoffnungen auf eine Sensation verrauchten bei Start und Ziel wegen eines Honda-Defekts, Schumacher gab hingegen von diesem Zeitpunkt an seine Spitzenposition nicht mehr ab. Bei weitgehend trockenen Bedingungen flog auch Räikkönen an den beiden Sauber-Fahrzeugen vorbei auf Platz zwei, womit das Podium bezogen war.

Rechenspiele wegen der WM: "Schumi" fast Champion

Viele Fans holten zu diesem Zeitpunkt den Rechenschieber hervor, weil Schumacher vor Räikkönens Aufholjagd zwischenzeitlich schon provisorisch Weltmeister war. Montoya ging in den letzten Runden noch am tapferen Fisichella (Jordan-Ford) vorbei, doch mit Platz sechs ist der Kolumbianer frühzeitig aus dem WM-Rennen. In Suzuka kann Räikkönen nun nur noch mit einem Sieg den Titel holen, wenn Schumacher nicht punktet.

Jarno Trulli (Renault) kam heute als Vierter ins Ziel – auch er machte in der Schlussphase gegen Heidfeld noch eine Position gut. Hinter Montoya und Fisichella schnappte sich außerdem Justin Wilson (Jaguar-Cosworth) seinen ersten Zähler in der Formel 1, nachdem er zwischenzeitlich sogar an dritter Stelle geführt wurde. Der junge Brite war nicht so schnell unterwegs wie sein Teamkollege, machte aber keine Fehler und wurde dafür belohnt.

Der Fahrertitel ist mit diesem Resultat eigentlich nur noch Formsache für Ferrari, bei den Konstrukteuren steht uns aber ein waschechter Showdown ins Haus: Die Italiener haben vor dem letzten Rennen lediglich drei Punkte Vorsprung auf BMW-Williams (144), McLaren-Mercedes (128) hat nicht einmal mehr theoretische Chancen.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 92 - Barrichello 55 - J.P. Montoya 82 - R. Schumacher 58 - D.Coulthard 45 - K.Räikkönen 83 - F.Alonso 55

Sieger Rennen 16

ab zur Auswahl

Großer Preis von Japan in Suzuka 12. Oktober 2003

Ferrari triumphiert in Suzuka auf der ganzen Linie

Michael Schumacher ist F1-Weltmeister 2003! Der Kerpener sicherte sich bei einem Herzschlagfinale in Suzuka, wie es spannender hätte nicht sein können, Platz 8 und damit einen WM-Punkt, während sein Teamkollege Rubens Barrichello siegte und Schumachers Rivalen Kimi Räikkönen im Rennen sowie im WM-Klassement auf Platz 2 verwies.

Barrichellos Führung hatte jedoch nicht lange Bestand. Schon während der ersten Runde überholte Montoya den Ferrari und bewies, dass sein Williams wesentlich schneller war als Barrichello: Schon in der 4. Runde war sein Vorsprung auf 4 Sekunden angewachsen.

Schrecksekunde für Schumacher gleich zu Beginn
Während auch sein Rivale Kimi Räikkönen an Boden gut machte und Panis und Coulthard überholte, setzte Michael Schumacher seine Aufholjagd fort und fuhr an Justin Wilson vorbei auf Platz 11. Hinter dem BAR-Honda von Takuma Sato kam Schumachers Sturm nach vorn jedoch zu einem jähen Ende. Zwischen den beiden wurde es eng und der Ferrari-Pilot musste mit beschädigtem Frontflügel an die Box fahren, wo die Nase des Ferrari ausgewechselt wird.

Wenig Glück hatten in dieser Phase des Rennens auch die beiden Williams-Piloten. Ralf Schumacher musste nach einem Dreher seine eigene Aufholjagd noch einmal von vorne beginnen und Juan Pablo Montoya erlebte in Runde 9 sein Waterloo. Der BMW-Williams des Führenden wurde immer langsamer. Schließlich musste Montoya sein Einsatzauto an der Box abstellen. – Aus der Traum von Rennsieg und Vizetitel!

In der 10. Runde ging auch Heinz-Harald Frentzens letztes Rennen für Sauber vorzeitig – mit einem Motorschaden – zu Ende.

Rubens Barrichello und Fernando Alonso waren die ersten Fahrer der Spitzengruppe, die zum Nachtanken an die Box kamen. Auch Räikkönen folgte wenig später, stand aber wesentlich länger, was auf eine Dreistoppstrategie schließen ließ. Nach den Boxenstopps übernahm Barrichello wieder die Führung vor Alonso, Coulthard und Räikkönen.

In Runde 16 rückte der Finne seinem Ziel einen Stück näher: Der Zweitplatzierte Fernando Alonso musste seinen Renault mit einem technischen Defekt am Streckenrand abstellen. Räikkönen war damit bereits Dritter – zwar mit einem Rückstand von 22 Sekunden auf Barrichello vorn, aber auch mit dem Bewusstsein, dass der Ferrari-Fahrer ebenso wie Räikkönens auf Platz 2 liegender Teamkollege David Coulthard einen Tankstopp mehr vor sich hatte.

Vom Geschehen an der Spitze unbeeindruckt war Michael Schumacher wieder auf Platz 10 vorgefahren, bevor er zu seinem zweiten Boxenstopp kam. Zwei Runden später folgten sein Teamkollege und David Coulthard seinem Beispiel. Schon nach Barrichellos Stopp zeigte sich, dass die Rechnung von McLaren unter normalen Umständen wohl nicht aufgehen konnte. Barrichello behielt auch nach dem Boxenstopp die Führung vor Räikkönen – mit einem stolzen Vorsprung von 8,4 Sekunden. Anstatt zu schrumpfen wurde der Abstand der beiden in den Folgerunden größer.

Räikkönen kam sechs Runden später, in der 33. Rennrunde zu seinem zweiten und letzten Boxenstopp. Auch Rubens Barrichellos letzter Stopp konnte ihm seine Führung nicht nehmen. Sein Vorsprung auf Räikkönen: 17 Sekunden.

Hartes Bruderduell ließ Ferrari-Team noch einmal zittern
Michael Schumacher lag nach Boxenstopp Nummer 3 auf Platz 9 im Sandwich von Cristiano da Matta und Ralf. Etwa 15 Runden vor Schluss eskalierte der Bruderkampf dann: Ralf im BMW-Williams war auf neuen Reifen zunächst deutlich schneller, setzte vor der 130R zu einem unglaublichen Manöver an, steckte dann aber doch noch einmal zurück. Wenig später musste sein Bruder dann wegen da Matta in der Schikane früher als üblich bremsen – und die beiden Deutschen berührten sich! Während am BMW-Williams der Frontflügel verloren ging, konnte der Ferrari-Pilot ohne Probleme weiterfahren, auch wenn seine Crew ein paar Runden den Atem anhielt, weil man – genau wie beim Suzuka-Showdown 1998 – einen Reifenschaden fürchten musste.

Michael Schumacher ließ es nun etwas ruhiger angehen und fuhr den achten Platz hinter da Matta nach Hause. Der eine WM-Punkt für diese Position sichte ihm den Titel – unabhängig vom Geschehen an der Spitze.

Doch auch Rubens Barrichello ließ sich seinen Sieg nicht mehr nehmen. Ein sichtlich enttäuschter Kimi Räikkönen holte sich Platz 2 vor seinem Teamkollegen David Coulthard. Jenson Button und Takuma Sato sicherten sich die Plätze 4 und 6 im Heimrennen von Honda – ein Traumergebnis für die Japaner. Vor allem Sato, der in diesem Rennen für Villeneuve eingesprungen war, wurde gefeiert wie ein Sieger. Jarno Trulli überquerte die Ziellinie als Fünfter im BAR-Sandwich.

Schumacher mit sechs Titeln erfolgreicher als Fangio
Der Mann des Tages und der Saison blieb jedoch Michael Schumacher. Im Titelkampf 2003 war es hier in Suzuka zwar noch einmal eng geworden, doch am Ende ging die Meisterschafts-Krone mit 2 Punkten Vorsprung an den Kerpener (93 Punkte). Räikkönen holte sich den Vizetitel mit 91 Zählern vor Pechvogel Juan Pablo Montoya (82). Tagessieger Rubens Barrichello (65) steht auf Platz 4 im WM-Klassement. Mit einmaligen sechs WM-Titeln führt Schumacher die ewige Bestenliste vor dem großen Juan Manuel Fangio an.

Nicht nur der Tagessieg und die Fahrermeisterschaft, sondern auch der Konstrukteurstitel ging an die Roten. Mit 158 Punkten gewann Ferrari diesen Kampf deutlich vor den heute punktlosen Williams (144), die sich aber noch knapp vor McLaren (142) halten können. BAR sicherte sich mit den guten Platzierungen von Button und Sato den heiß-umkämpften Platz 5 der Konstrukteurswertung.



WM-Punktestand:
Formel 1 Weltmeister 2003 : M. Schumacher 93

Barrichello 65 - J.P. Montoya 82 - R. Schumacher 58 - D.Coulthard 51 - K.Räikkönen 91 - F.Alonso 55

Sieger Rennen 16

ab zur Auswahl


Das Ferrari-Team
Das Ferrari Erfolgs-Team - Rubens Barrichello, Ross Brawn. Jean Todt, Michael Schumacher



Zurück zum Inhaltsverzeichnis!

Valid XHTML 1.0!

Letzte Aktualisierung: