Der Saisonverlauf 2004 von Schumi



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Die Chronologie: Saison 2004

Großer Preis von Australien in Melbourne, 7. März 2004

Schumacher gewinnt - Galavorstellung von Ferrari

Mit einem dominanten Start-Ziel-Sieg startete Michael Schumacher in die Saison 2004. Der Grand Prix von Australien entwickelte sich zu einer Triumphfahrt für Ferrari - und eine Blamage für die Konkurrenz. Hinter den dominanten Roten schaffte Fernando Alonso den Sprung aufs Podium. Vizeweltmeister Kimi Räikkönen fiel schon früh im Rennen mit einem technischen Problem aus. Gleich beim Start konnten sich die Ferrari absetzen. Der Gewinner der Startphase war allerdings eindeutig Fernando Alonso, der sich von Platz 6 auf 3 vorschob. Montoya dagegen kam aufs Gras und fiel noch hinter Button, Trulli und Ralf Schumacher zurück, rückte aber die teaminternen Kräfteverhältnisse gleich zu Beginn der 2. Runde wieder gerade und ging an seinem Teamkollegen vorbei.

Für die Silberpfeile war es ein schwarzes Rennen. Nach dem Start fuhren David Coulthard und Kimi Räikkönen nur auf den Plätzen 10 und 11. In der 9. Runde wurde Räikkönen von Felipe Massa im Sauber überholt, als sich an seinem Heck plötzlich Rauchentwicklung zeigte. - Aus für den jungen Finnen im Mercedes. Coulthard überquerte nach einem vergleichsweise unauffälligen Rennen als Achter die Ziellinie und holte sich ein mageres Pünktchen für die Silbernen.

Doch auch Ferraris andere Rivalen hatte keine Chance. Zwar waren alle Top-Teams auf einer Dreistopp-Strategie, doch keine der Boxenstopp-Phasen brachte eine Veränderung an der Spitze. Die BMW-Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya schafften es zwar, in der zweiten Halbzeit des Rennens am BAR von Jenson Button vorbeizugehen und sich damit noch die Plätze 4 und 5 zu sichern, aber an die Ferrari und auch an Fernando Alonso kamen die Weiß-Blauen nicht heran.

"Bummelfahrt" für Schumacher und Barrichello

Noch in der Anfangsphase setzte sich vorne der Ferrari-Express problemlos vom Feld ab, Schumacher und Barrichello fuhren der Konkurrenz ohne Mühe eine Sekunde pro Runde davon. Einen echten Zweikampf lieferten sich die Dominatoren des Auftaktrennens nie, Barrichello ließ den Kontakt zum Spitzenreiter aber erst kurz vor dem letzten Stint endgültig abreißen. Die perfekte Teamleistung wurde abgerundet von einer hervorragenden Arbeit der Boxencrew.

Weniger zufrieden als Schumacher und das Ferrari-Team dürfte man bei Toyota sein. Das japanische Team mit Firmensitz an Köln fuhr dem Feld hinterher und landete am Ende auf den beiden vorletzten Plätzen. Als letzter wurde Giorgio Pantano im Jordan abgewinkt. Dessen Teamkollege Nick Heidfeld fuhr zwar ein gutes Rennen, musste aber sein neues Einsatzauto in Runde 47 abstellen.

Bei Ferrari gab es dagegen strahlende Gesichter. "Das perfektes Wochende für uns", schwärmte Michael Schumacher. "Es hätte nicht schöner laufen können."

WM-Punktestand:
M. Schumacher 10 - Barrichello 8 - J.P. Montoya 4 - R. Schumacher 5 - D.Coulthard 1 - K.Räikkönen 0 - F.Alonso 6

Sieger Rennen 1

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Großer Preis von Malaysia in Sepang, 21. März 2004

Schumacher siegt in Malaysia - zweiter Sieg im zweiten Saisonrennen

Michael Schumacher setzte seinen Traumstart in die Saison 2004 mit einem überlegenen Sieg in Malaysia fort. Beim ereignisreichen Rennen in Sepang fuhr Juan Pablo Montoya Platz 2 für Williams ein; Jenson Button holte sich als Dritter den ersten Podiumsplatz seiner Karriere. Kimi Räikkönen musste derweil den zweiten Ausfall in Folge einstecken.

Michael Schumacher ließ schon am Start nichts anbrennen

Schumacher kam am besten vom Start weg und fuhr vor Barrichello in die erste Kurve, weil Qualifying-Sensation Mark Webber beinahe stehen geblieben wäre. Montoya lag zunächst an dritter Stelle, konnte sich aber auf stellenweise leicht feuchter Strecke - was sich schnell wieder legte - dank seiner Michelin-Pneus rasch an Barrichello vorbeischieben. Der Brasilianer wurde im Ferrari überhaupt rasch nach hinten durchgereicht.

Positivste Erscheinung der Anfangsphase war Fernando Alonso im Renault, der von der letzten Reihe aus schon nach fünf Runden wieder als Achter geführt wurde und in seinem Vorwärtsdrang erst von David Coulthard (McLaren-Mercedes) gestoppt wurde. In etwa zu diesem Zeitpunkt hörte auch das Nieseln endgültig auf und der führende Schumacher konnte vorne ein Polster von einigen Sekunden auf Montoya und Räikkönen im "Silberpfeil" aufbauen.

Während an der Spitze das Duell zwischen Schumacher und Montoya nie wirklich ernst wurde, bahnte sich schon früh ein spannender Kampf um den verbleibenden Podestplatz an: Räikkönen, Button, Trulli und Barrichello lagen stets innerhalb weniger Sekunden, wobei sich zu Beginn speziell Button und Trulli einige Male in die Quere kamen. Hinter diesem Paket fuhr Coulthard wie schon vor zwei Wochen ein farbloses und unauffälliges Rennen.

In der 24. Runde überholte Alonso außen in der ersten Kurve den Schotten, doch er musste seine Position gleich beim anschließenden Stopp wieder abgeben, weil er mehrere Sekunden länger stehen blieb, um bis zum Schluss durchfahren zu können - wie gesagt ein Schuss in den Ofen. Erst zwei Runden später folgte dann durch den glücklosen Webber der erste Ausfall wegen eines merkwürdig anmutenden Drehers.

Kurz nach Webber verabschiedete sich Ralf Schumacher (BMW-Williams), mit einem Motorschaden, und in Runde 33 wurde mit Nick Heidfeld der nächste Deutsche langsam - zwar versuchte seine Jordan-Box noch kurz, die offensichtlichen Getriebeprobleme zu beheben, Heidfeld konnte aber nicht mehr zurück auf die Strecke geschickt werden. Bitter, denn zu Beginn geigte er phasenweise nahe an den Top 10 auf...

Die letzten beiden Ausfälle besorgten Räikkönen, der sich schon in der Formationsrunde drehte, mit einem weiteren Mercedes-Motorschaden, was ihm fünf Punkte für den vierten Platz kostete, und Sato im BAR-Honda, der in der Schlussphase zusehen musste, wie sein Honda-V10 verrauchte und damit einen sicher scheinenden Punkt Felipe Massa (Sauber-Petronas) überließ.

Die Spannung der Anfangsphase ging gegen Ende hin zwar ein wenig verloren, mit Schumacher, Montoya und Button unter den ersten Drei konnte man aber wenigstens ein doch recht unerwartetes Podium feiern. Barrichello wurde nach enttäuschender Darbietung nur Vierter, hinter ihm folgten Jarno Trulli und David Coulthard. Alonso rettete immerhin zwei Zähler für Platz sieben ins Ziel.

In der Weltmeisterschaft riecht es nach zwei Rennen nun sehr nach Ferrari und Michael Schumacher. Zwar war der Rückstand der Konkurrenz heute bei weitem nicht so groß wie noch vor zwei Wochen, der 'Sepang International Circuit' gilt für die Roten aus Maranello aber auch als besonders ungünstiger Kurs. Bei den Verfolgern scheint sich indes ein Zweikampf zwischen BMW-Williams und Renault abzuzeichnen - McLaren-Mercedes hat weiterhin einen geringen Wettbewerbsnachteil.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 20 - Barrichello 13 - J.P. Montoya 12 - R. Schumacher 5 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 0 - F.Alonso 8 - J.Button 9

Sieger Rennen 2

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Großer Preis von Bahrain in Manama, 04. April 2004

Dritter Saisonsieg für Schumacher in Bahrain

Einen würdigen ersten Grand Prix im eigenen Land haben heute die "Formel-1-Scheichs" in Bahrain erlebt: Zwar fuhren Michael Schumacher und Rubens Barrichello einen weiteren Ferrari-Doppelsieg ein, doch dahinter ging es teilweise munter zur Sache. Speziell in der Schlussphase gab es noch einmal einige interessante Szenen.

Schon vor der Aufwärmrunde blieb Gianmaria Bruni (Minardi-Cosworth) auf seinem Startplatz stehen, der Italiener konnte dann aber doch noch ins Rennen gehen. Den Start selbst gewann Michael Schumacher, er führte Barrichello, Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams), den hervorragend von der Linie gekommenen Takuma Sato (BAR-Honda) und Ralf Schumacher (BMW-Williams) in dieser Reihenfolge durch die erste Runde.

Gleich in den ersten Sekunden nach dem Erlöschen der Ampel ging es wirklich rund, zum Beispiel beschädigte Renault-Pilot Fernando Alonso seine Frontpartie und er musste daher gleich an die Box kommen. Cristiano da Matta (Toyota) drehte sich hingegen ohne Fremdeinwirkung und wurde so fast bis ans Ende des Feldes zurückgereicht. Praktisch zur selben Zeit überholte Mark Webber (Jaguar-Cosworth) nach schlechtem Start, aber einer guten ersten Runde den Coulthard-McLaren.

Kimi Räikkönen wurde nach zwei Runden schon an 14. Position geführt. Vorne fuhr der Ferrari-Express ohne Mühe den Verfolgern davon, wobei Barrichello von Anfang an abreißen lassen musste.

In der achten Runde folgte dann ein weiteres Highlight im Grand Prix, als sich Ralf Schumacher an Sato vorbeizwängen wollte, dabei jedoch etwas zu optimistisch die Tür zuschmiss und daraufhin mit dem Japaner kollidierte. Schumachers BMW-Williams hob vom Boden ab und musste anschließend an der Box gecheckt und repariert werden. Sato hatte Glück im Unglück, konnte problemlos weiterfahren und verlor nur eine Position an Jarno Trulli (Renault).

Wenige Sekunden später verabschiedete sich Räikkönen mit dem zweiten Motorschaden des Wochenendes - wieder mit spektakulären Flammen aus dem Auspuff - aus dem Rennen, blieb damit auch im dritten WM-Lauf dieser Saison ohne Punkte und muss seine Titelambitionen wohl vorzeitig begraben.

Durch die Boxenstopps gab es zwischendurch eine BAR-Doppelführung, Sato kam dabei zu seinen ersten Führungskilometern in der Formel 1. Anschließend beruhigte sich das Rennen bis in die 17. Runde: Sato, inzwischen schon an der Box gewesen, kam unter Druck seines Teamkollegen leicht von der Bahn ab und beschädigte auf den Randsteinen seinen Frontflügel, weshalb er den zweiten Stopp vorziehen musste.

Einen Punkt als Trost für die "Raubkatzen" holte Mark Webber, wenn auch nicht ohne fremde Hilfe: Montoyas BMW-Williams wurde mit Verdacht auf Getriebeproblem an dritter Stelle liegend in der Schlussphase immer langsamer und fiel noch aus den Punkten. Davon profitierte vor allem Jenson Button, der sich eine Attacke auf der Strecke somit sparen konnte und ohne Überholmanöver erneut auf dem Podium landete.

Die Ferraris nahmen in den letzten Runden Pace aus dem Rennen, in den Punkterängen ging es aber noch ordentlich zur Sache: Sato verteidigte seinen fünften Platz nur mit viel Mühe gegen den drückenden Alonso, Ralf Schumacher setzte lange Coulthard um Platz acht unter Druck, ehe nach Montoya auch noch der Schotte mit einem technischen Problem aufgeben musste. McLaren-Mercedes damit doppelt k.o. und wieder schwer geschlagen.

Nach 57 Runden wurde Michael Schumacher als souveräner Sieger abgewinkt, Barrichello wurde sicherer Zweiter - womit Ferrari in beiden WM-Wertungen dem Titel entgegen eilt. Der Kreis der Verfolger scheint indes auch 2004 wieder aus drei Teams zu bestehen, wobei McLaren-Mercedes nur noch die Nummer fünf sein dürfte - Renault und BAR-Honda wirken derzeit stärker.

Für das Überholmanöver des Rennens sorgte übrigens Takuma Sato gegen Halbzeit, als er in der ersten Kurve Coulthard auf der letzten Rille ausbremste, anschließend aber gerade so viel Raum ließ, dass es in der Folgebiegung nicht krachte. Überhaupt präsentierte sich der Japaner heute in Bombenform, was mit vier Punkten belohnt wurde. Über mangelnde Action konnte sich heute aber ohnehin niemand beschweren...

WM-Punktestand:
M. Schumacher 30 - Barrichello 21 - J.P. Montoya 12 - R. Schumacher 7 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 0 - F.Alonso 11 -J.Trulli 11 - J.Button 15

Sieger Rennen 3

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Großer Preis von San Marino in Imola 25. April 2004

Vierter Saisonsieg für Schumacher in Imola

Genau zehn Jahre ist es her, dass Michael Schumacher auf Benetton-Ford das tragische Senna-Schicksalsrennen gewonnen hat - und auf Ferrari wiederholte er heute dieses Kunststück. Zweiter wurde Jenson Button vor Juan-Pablo Montoya.

Die Anfangsphase des ansonsten eher ereignislosen San Marino Grand Prix war heiß: Speziell die beiden BMW-Williams von Montoya und Ralf Schumacher duellierten sich. Montoya versuchte in der Tosa-Kurve außen am Ferrari von Michael Schumacher vorbeizugehen, der jedoch nicht von seiner Linie wich und den Kolumbianer zu einem Ritt übers Gras zwang. Anschließend versuchte "Schumi II" seinen temperamentvollen Teamgefährten zu überholen, der jedoch auch nicht nachgab und den kleinen Bruder des Weltmeisters neben die Strecke fahren ließ. Nach dem Rennen suchte Juan Pablo Montoya die Schuld nicht bei sich selber, sondern beim sechsfachen Weltmeister. Am Start verteidigte Button zunächst seine Pole Position. Schumacher konterte aber schnell, verringerte seinen Rückstand binnen weniger Umläufe und hielt dann strategisch clever Anschluss an den Briten.

Zu den Verlierern der Startphase gehörte Rubens Barrichello (Ferrari) auf Platz sechs und David Coulthard, der nach einem Zusammenstoß mit einem Renault die McLaren-Mercedes-Box ansteuern musste, um einen neuen Frontflügel abzuholen, und kurz darauf die 'Variante Bassa' abkürzte. Besser erging es seinem Stallkollegen Kimi Räikkönen, der vom letzten Startplatz aus einige Positionen wettmachen konnte und schon nach nur drei Runden an 15. Stelle geführt wurde.

Bis zu der ersten Boxenstopp-Serie fädelte sich das Feld ein, die Luft war schnell draußen. Bei den Stopps selbst, die schon in der achten Runde begannen, war dann Sato der größte Verlierer, denn der Japaner wurde von Platz vier auf acht durchgereicht. Generell zeichnete sich schon früh die Tendenz ab, dass ein späterer Boxenstopp einen Vorteil bedeuten würde, was sich später auch noch in einigen Situationen bewahrheitete.

Michael Schumacher legte in dieser Phase den Grundstein für seinen Sieg, drehte nach Buttons Reifenwechsel einige schnellste Runden und kam dann mit fünf Sekunden Vorsprung wieder auf die Strecke zurück. Anschließend setzte er sich relativ rasch ab und geriet nie wieder in Gefahr. Button fuhr hinter dem Weltmeister ein braves Rennen ohne Fehler und sicherte sich nach hinten gegen Montoya ab.

Spannung bot an einem an und für sich langweiligen Formel-1-Nachmittag nur der Fight um die Plätze vier bis sieben, den die beiden Renaults, Ralf Schumacher und Rubens Barrichello untereinander austrugen. Barrichello übte in der Anfangsphase Druck auf Schumacher aus, steckte dann aber zurück, als er beim gleichzeitigen Boxenstopp um wenige Zentimeter den Kürzeren zog. Der farblose Brasilianer fiel dann weiter zurück und steckte vor dem letzten Stopp zwischen Trulli und Alonso im Renault-Sandwich.

Barrichello legte nach einer wenig erwärmenden Leistung in den letzten sechs Runden doch noch ein wenig nach, setzte den knapp vor ihm fahrenden Trulli unter Druck, startete aber keine ernsthafte Attacke mehr. Mit zwölf Sekunden Rückstand auf Alonso, der sich binnen weniger Umläufe so weit absetzen konnte und am Ende klar der schnellste Pilot war, rollte das Duo auf den Plätzen fünf und sechs vor Pechvogel Ralf Schumacher ins Ziel.

Den WM-Punkt für Platz acht erbte nach fehlerfreier Fahrt mit Zwei-Stopp-Strategie Kimi Räikkönen, der damit erstmals in dieser Saison eine Zielflagge sah. Aus eigener Kraft wäre der Finne zwar nicht in so weit vorgestoßen, er profitierte aber von einem Motorschaden Satos kurz vor Schluss. Sauber-Pilot Giancarlo Fisichella, ebenfalls von hinten gestartet, landete mit einer erstklassigen Vorstellung nur eine Sekunde hinter dem "Silberpfeil" auf dem neunten Platz vor Teamkollege Massa.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 40 - Barrichello 24 - J.P. Montoya 18 - R. Schumacher 9 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 - F.Alonso 16 - J.Trulli 15 - J.Button 23

Sieger Rennen 4

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Großer Preis von Spanien in Barcelona 9. Mai 2004

Jubiläumssieg für Schumacher in Barcelona

Wie schon zuletzt in Imola lag Ferrari-Superstar Michael Schumacher bis zum ersten Boxenstopp nur an zweiter Stelle, doch genau wie vor zwei Wochen übernahm er dann die Führung - und gab sie nicht mehr aus der Hand. Zweiter wurde heute in Barcelona Rubens Barrichello vor Jarno Trulli.

Der aufregenste Moment des Rennens war eigentlich bereits vor dem Start zu vermelden, als ein verrückter Demonstrant während der Einführungsrunde mit einem Plakat auf die Strecke lief. Den Streckenmarshalls gelang es glücklicherweise, den Mann zu überwältigen und rechtzeitig von der Strecke zu zerren, ohne dass das Startprozedere unterbrochen werden musste.

Dann nochmal Hochspannung beim Start: Zwar blieb die von vielen erwartete Kollision zwischen Polesetter Michael Schumacher und dem zweitplatzierten Juan Pablo Montoya aus. Mit einem Traumstart fuhr Jarno Trulli von Startposition 4 ganz nach vorne. Dahinter folgten Michael Schumacher, Takuma Sato, Montoya und Barrichello. In den Folgerunden wechselten sich Trulli und Schumacher damit ab, die jeweils schnellste Rennrunde zu fahren - und bauten ihren Vorsprung vor den Verfolgern immer mehr aus. Trulli gelang es indes nicht, sich vom Ferrari abzusetzen. Der Abstand zwischen den beiden war stets unter einer Sekunde.

Die Renault-Führung fand ein Ende, als Jarno Trulli in Rennrunde neun zu einem frühen ersten Boxenstopp hereinkam. Zwar folgte Michael Schumacher nur eine Runde später, doch das hatte ihm schon den entscheidenden Vorteil verschafft. Der Kerpener kam vor Trulli wieder auf die Strecke zurück und übernahm, als sein Teamkollege Rubens Barrichello in Runde 17 als einer der letzten zum Nachtanken kam, die Führung.

Die Ferrar-Strategie verhalf zum Doppelsieg Rubens Barrichello war auf einer anderen Boxenstrategie unterwegs als sein Teamkollege und die meisten anderen Piloten. Während fast alle dreimal stoppten, kam der Brasilianer nur zweimal an die Box. Eine weise Emntscheidung, wie sich bereits gegen Halbzeit abzeichnete, als Barrichello nach Trullis zweiten Stopp vor dem Renault-Piloten auf Platz 2 lag. Diesen Platz konnte er bis ans Ende halten und sorgte damit für einen Doppelsieg für die Scuderia. Trulli musste sich in den letzten Rennrunden noch seines Teamkollegen erwehren, ging aber schließlich doch vor Fernando Alonso über die Ziellinie.

Während man bei den Roten den Jubiläumssieg Schumachers im Jubiläumsrennen feierte, gab es lange Gesichter bei der Konkurrent. Juan Pablo Montoya musste seinen BMW-Williams mit einem Bremsdefekt in Runde 47 abstellen. Zwar schaffte es der Kolumbianer noch zurück an die Box, dort versagten die Bremsen dann aber vollends und er fuhr einen Mechaniker an, der aber glücklicherweise unverletzt blieb. Sein Teamkollege Ralf Schumacher fuhr ein eher unauffälliges Rennen, holte aber als Sechster zumindest noch 3 Punkte für das Team. Die Silberpfeile sahen zwar diesmal beide die Zielflagge, aber die Plätze 10 und 11 gaben wohl kaum Anlaß zu Jubelstürmen.

Jenson Button schaffte es hingegen trotz eines misslungenen Qualifyings, sich noch in die Punkteränge vorzukämpfen. Als Achter holte der BAR-Shooting Star ein Pünktchen, während sein Teamkollege Takuma Sato die beiden Renault ziehen lassen und sich mit Platz 5 zufrieden geben musste. Giancarlo Fisichella war auf einer ähnlichen Strategie wie Barrichello unterwegs und wurde dafür mit 2 WM-Zählern für Platz 7 belohnt.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 50 - Barrichello 32 - J.P. Montoya 18 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 - F.Alonso 21 - J.Trulli 21 - J.Button 24

Sieger Rennen 5

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Großer Preis von Monaco in Monte Carlo 23. Mai 2004

Premierensieg für Trulli in verrücktem Grand Prix

Mit einem vom Olivier Panis (Toyota) verursachten Startabbruch begann der Nachmittag schon turbulent, beim eigentlichen Beginn des Rennens bestätigten dann aber die Renault-Piloten ihre Vormachtstellung auf den ersten paar Metern: Trulli kam vor seinem Teamkollegen aus der ersten Runde zurück, Vierter war nach einem Raketenstart zunächst Takuma Sato (BAR-Honda). Michael Schumacher lag nur an sechster Position, weil er vom vorbeischießenden Sato am Vorderrad touchiert wurde.

Der Japaner zündete sein Feuerwerk aber nur kurz ab, warf von Anfang an bei jedem Schaltvorgang etwas Rauch und hielt das gesamte Feld auf. Am Schwimmbad musste er dann in der dritten Runde endgültig stehen bleiben, was eine Kettenreaktion zur Folge hatte: In der massiven Rauchwolke Satos mussten die nachfolgenden Piloten mangels Sicht abbremsen - und prompt knallte Fisichella mit seinem Sauber ins Heck des Coulthard-"Silberpfeils"!

Horror-Crash bei schlechter Sicht wegen Sato-Rauchwolke

Für ein paar Sekunden hielt Monaco den Atem an, weil sich Fisichella heftig überschlug und auf dem Überrollbügel landete, er konnte sich dann aber unverletzt selbst aus dem Wrack befreien. Natürlich musste er aufgeben, ebenso wie Coulthard, dessen Heck komplett hinüber war, aber das Rennen konnte hinter dem Safety-Car fortgesetzt werden.

In der achten Runde wurde das Rennen neu gestartet und Trulli und Alonso schufen sich rasch wieder einen geringen Abstand zu Button, während weiter hinten Juan-Pablo Montoya den überraschten Barrichello bei Sainte Devote ausbremste und sich so auf Rang sechs nach vorne schob. Kurzfristig konnte der Kolumbianer dann sogar auf Michael Schumacher Druck ausüben, der Weltmeister setzte sich aber wieder problemlos ab, sobald seine Bridgestones auf Temperatur waren.

Bis zum ersten Boxenstopps bauten die Renaults ihren Vorsprung auf bis zu zehn Sekunden aus, wobei Trulli stets stärker als Alonso wirkte. Michael Schumacher drehte dann bei freier Fahrbahn einige schnellste Runden, überholte dadurch Button und Räikkönen an der Box und hatte nach knapp 30 Runden an dritter Stelle liegend nur noch sieben Sekunden Rückstand auf die Führung. Button war in dieser Phase unglücklich, verlor hinter da Matta (Toyota), der einen langen ersten Stint fuhr, wertvolle Sekunden.

Nach der 40. Runde steuerte das Rennen einem neuerlichen Höhepunkt zu, als das Safety-Car wieder auf die Strecke geschickt wurde: Alonso wollte im Tunnel den Schumacher-Williams überrunden, kam dabei aber auf den Schmutz und knallte bei Tempo 280 gegen die Leitplanken. Zum Glück war der Aufprallwinkel flach, weshalb der Spanier unverletzt blieb.

Michael Schumacher leckte durch diesen Zwischenfall noch einmal Blut, warf dann aber seine Chancen durch Eigenverschulden weg: Hinter dem Safety-Car machte er im Tunnel eine Vollbremsung - vermutlich zum Aufwärmen der Reifen -, wodurch der hinter ihm fahrende Montoya keinen Platz mehr hatte, sich innen durchquetschen wollte, dabei aber den Deutschen berührte. Der Ferrari wurde gegen die Leitplanken geschubst, dabei brach die Radaufhängung links vorne.

Gewonnen hätte der fünffache Saisonsieger heute aber ohnehin nicht, denn während Trulli und Button die Safety-Car-Phase instinktiv richtig zum Boxenstopp nutzten, blieb Schumacher noch draußen. Dadurch lag er zwar zum Zeitpunkt seines Ausfalls in Führung, er hätte aber noch einmal zum Tanken kommen müssen. Genau dasselbe Schicksal ereilte seinen Teamkollegen Barrichello, der nach farbloser Vorstellung immerhin den dritten Platz ins Ziel rettete.

Gegen Ende hin drohte das Rennen beinahe einzuschlafen, durch die Überrundungen wurde Button aber noch einmal in Trullis Windschatten gespült. Der BAR-Honda-Pilot übte die letzten paar Runden über Druck aus, konnte aber keinen Angriff mehr starten und wurde als Zweiter mit nur 0,4 Sekunden Rückstand abgewinkt. Wirklich in Gefahr war Trulli eigentlich nicht, denn bekanntlich ist Überholen in Monaco denkbar schwierig.

Solider Vierter wurde Montoya, hinter ihm duellierten sich erbittert Felipe Massa (Sauber-Petronas) und da Matta um den fünften Platz. Letzterer verpasste diesen um lächerliche 0,1 Sekunden, wird sich aber wohl doppelt ärgern, da er ein paar Runden zuvor eine Durchfahrstrafe absolvieren hatte müssen. Nick Heidfeld holte als Siebenter dank guter Strategie und fantastischer fahrerischer Leistung seine ersten Punkte, Achter wurde Panis. Ralf Schumacher verliert sicheren WM-Punkt wegen Defekt

Ralf Schumacher lag lange auf Punktekurs, schied dann aber mit technischem Defekt wenige Runden vor Schluss aus und verschenkte somit den sicher scheinenden achten Rang. Insgesamt kamen nur neun Fahrzeuge ins Ziel, als einziger Pilot ging Minardi-Mann Zsolt Baumgartner leer aus. McLaren-Mercedes-Star Kimi Räikkönen hätte heute auch gut punkten können, ging aber schon vor Halbzeit wegen eines Hydraulikschadens k.o.

In der Fahrer-WM liegt Monaco-Sieger Trulli nun an vierter Stelle, nur noch einen Punkt hinter Button (32) und sieben hinter Barrichello (38). Michael Schumacher steuert trotz des heutigen Ausfalls ungefährdet seinem siebenten Titel entgegen, schließlich hat er schon 50 Zähler auf seinem Konto. Bei den Konstrukteuren bleibt Ferrari (88) klar in Front, Renault (52) hat heute den zweiten Platz gegenüber BAR-Honda (40) abgesichert. McLaren-Mercedes ist hinter Sauber-Petronas zurückgefallen und nur noch an sechster Position.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 50 - Barrichello 38 - J.P. Montoya 23 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 - F.Alonso 21 - J.Trulli 31 - J.Button 32

Sieger Rennen 6

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Großer Preis von Europa auf dem Nürburgring 30. Mai 2004

Michael Schumacher gewinnt ungefährdet am Nürburgring

Michael Schumacher behielt am Start recht souverän die Führung vor Takuma Sato (BAR-Honda) und Jarno Trulli (Renault), die sich schon nach ein paar Metern berührten, wovon McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen profitierte und den zweiten Platz übernahm. Bereits zuvor schied Ralf Schumacher aus, der in der ersten Kurve mit seinem ungestüm agierenden Teamkollegen Juan-Pablo Montoya kollidierte. Montoya drückte "Schumi II" nach außen, der dabei auch da Mattas Toyota ins Kiesbett beförderte.

Einen absoluten Superstart erwischte David Coulthard (McLaren-Mercedes) vom letzten Platz aus, denn der Schotte wurde schon nach nur einer Runde als Neunter im Klassement geführt. Montoya musste am Ende der ersten Runde als Folge der Kollision einen neuen Frontflügel abholen und war damit aus der Entscheidung raus.

Nach dem hektischen Auftakt beruhigte sich das Rennen ein wenig und es zeichneten sich auch früh die Strategien ab, als der Führende schon nach acht Runden mit unfassbaren 15 Sekunden Vorsprung erstmals nachtanken ließ und damit die Serie der ersten Stopps eröffnete. Das Feld setzte großteils auf drei Stopps, nur Barrichello, Coulthard sowie die Sauber- und Jaguar-Piloten waren mit mehr Benzin an Bord unterwegs und sparten sich so einen Service an der Box.

Für Räikkönen, schon im Vorjahr in Führung liegend mit Defekt ausgeschieden, war dann nach dem ersten Rennfünftel wieder Endstation - Motorschaden. In etwa zur gleichen Zeit überholte Button durch die Boxenstopps Renault-Pilot Fernando Alonso. Auch Barrichello gehörte zu den Siegern der ersten Serie, war relativ rasch an dritter Stelle zu finden.

In der 14. Runde leistete sich Alonso in der Mercedes-Arena einen Fahrfehler, er kam von der Strecke ab und musste dabei Monaco-Sieger Trulli durchlassen, der daraufhin im internen Duell bis zum Schluss die Oberhand behielt. Renault spielte heute keine Rolle um die Vergabe der Podestplätze, Trulli und Alonso fuhren stets hinter Button im Verfolgerfeld.

Im Prinzip handelte es sich dann um einen weitgehend von den Strategien geprägten Grand Prix, wobei Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas), nach einer Strafversetzung von hinten ins Rennen gegangen, am besten pokerte und dank einer fehlerfreien Performance früh in die Punkteränge gespült wurde. Wie David Coulthard, der - den vierten Platz vor Augen - genau wie sein McLaren-Mercedes-Teamkollege mit Motorschaden aussteigen musste. Für die "Silberpfeile" eine besonders empfindliche Niederlage, vor heimischem Publikum.

Für Spannung sorgte dann im Prinzip nur noch der Kampf um Platz zwei zwischen Barrichello und Sato: Der BAR-Honda-Pilot kam nach seinem dritten Stopp knapp hinter dem Ferrari wieder auf die Strecke, steckte aber nicht auf, sondern riskierte in der ersten Kurve mit einem sehr späten Bremsmanöver alles. Dabei kam es zu einer Berührung, bei der er sich den Frontflügel kaputt fuhr, während der überraschte Barrichello nach außen zog und somit einen Ausfall verhinderte.

Sato hätte dann im Anschluss trotzdem noch den fünften Platz nach Hause fahren können, möglicherweise infolge der Kollision, bei der auch ein Seitenkasten mit dem Kühler beschädigt wurde, platzte dann aber nur zwei Runden später der Motor. Wenigstens profitierte ausgerechnet Teamkollege Button vom Rückfall des Kamikaze-Japaners, der damit wieder einmal einen Podestplatz holte und in der Weltmeisterschaft den Ferraris auf den Fersen bleibt.

Michael Schumacher fuhr zum Schluss mit über 19 Sekunden Vorsprung einen ungefährdeten Sieg ins Ziel, Barrichello wurde Zweiter vor Button, Trulli, Alonso, dem bärenstarken Fisichella, Jaguar-Pilot Mark Webber und Juan-Pablo Montoya.

In der Weltmeisterschaft ist Michael Schumacher mit 60 Punkten aus sieben Rennen wieder voll auf Kurs, gefolgt von Barrichello (46), Button (38) und Trulli (36). Bei den Konstrukteuren blieb alles beim Alten, allerdings hat Sauber-Petronas (10) den Vorsprung auf McLaren-Mercedes im Kampf um den fünften Platz auf fünf Punkte vergrößert.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 60 - Barrichello 46 - J.P. Montoya 24 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 - F.Alonso 25 - J.Trulli 36 - J.Button 38

Sieger Rennen 7

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Großer Preis von Kanada in Montreal 13. Juni 2004

Michael Schumacher feiert siebten Saisonsieg in Kanada

In einem von Strategie entschiedenen Rennen im kanadischen Montreal holte sich Michael Schumacher den insgesamt 77. Sieg seiner Karriere. Der Ferrari-Star war von Startplatz 6 aus ins Rennen gegangen und überfuhr die Ziellinie als Erster vor seinem Bruder Ralf und Teamkollegen Rubens Barrichello.

Die entscheidende Frage beim achten Saisonrennen war, ob man mit einer Zwei- oder mit einer Drei-Stopp-Strategie besser bedient ist. Am Ende hatte Schumacher auf der Zwei-Stopp-Strategie knapp die Nase vor der Konkurrenz mit drei Boxenstopps. Am Start konnte Ralf Schumacher wegziehen und seine Pole Position in die Rennführung umwandeln. Jenson Button hinter ihm lies sich ebenfalls nicht abschütteln, während Fernando Alonso mit einem Traumstart auf Position 3 vorschoss. Sein Teamkollege dagegen rollte in der Startphase mit gebrochener Radaufhängung aus und musste sein Rennen enttäuscht beenden.

Montoya beendete die erste Runde als Vierter vor Michael Schumacher, während zwischen Kimi Räikkönen und Rubens Barrichello ein rundenlanger Kampf um Platz 6 entbrannte. In der sechsten Runde beendete Barrichello das Duell, als er an dem McLaren des Finnen vorbeizog und sich sofort mit einer schnellsten Rennrunde absetzen konnte.

Die beiden McLaren-Piloten kamen als erste Fahrer zu einem regulären Stopp an die Box, gefolgt von Jenson Button und Juan Pablo Montoya. In der 14. Rennrunde kam schließlich auch der Führende Ralf Schumacher zum Nachtanken und Reifenholen - als einer der letzten Fahrer der 'Drei-Stopp-Fraktion'. Probleme gab es bei Kimi Räikkönen, der die weiße Linie am Boxenausgang unerlaubterweise überfuhr und sich somit eine Drive-Through-Penalty einhandelte. Nachdem auch die beiden Ferrari ihren ersten Boxenstopp hinter sich gebracht hatten, übernahm Ralf Schumacher wieder die Führung vor Jenson Button. Michael Schumacher war durch den späten Boxenstopp an Montoya vorbeigekommen und damit Dritter. In den folgenden Runden machte Montoya zwar an Boden gut und klebte bis zu seinem zweiten Stopp in Runde 30 ganz dicht im Heck von Schumachers Ferrari, schaffte es aber nicht, dem roten Rennen zu überholen.

Nachdem die beiden Williams und Jenson Button ihre jeweils zweiten Stopps hinter sich gebracht hatten, übernahmen die Ferraris, die ganz dicht hintereinander im Parallelflug über die Strecke rasten, die Führung vor Ralf, Alonso und Button.
In der 41. Runde rollte Fernando Alonso plötzlich aus - ein Problem mit der Antriebswelle, so die Information von Renault.

Michael Schumacher kam in der 47. Runde zu seinem zweiten und letzten Stopp. Eine Runde danach folgte sein Bruder Ralf - um kam weiter hinter dem Weltmeister zurück auf die Strecke. Zwar waren noch mehr als 20 Runden zu fahren, aber damit war das Rennen entschieden. Michael Schumacher fuhr einem ungefährdeten Sieg entgegen und konnte sich am Ende Zeit lassen. Spannend wurde es noch einmal im Kampf um Platz vier. Montoya war Jenson Button ganz dicht auf den Fersen - aber am Ende gelang es dem BAR-Piloten, seinen Platz hinter den Schumacher-Brüdern und Barrichello über die Ziellinie zu retten. Weniger Glück hatte Takuma Sato, der abermals einem spektakulären Motorschaden zum Opfer fiel.

Kurz vor Schluss noch einmal eine Schrecksekunde, als Felipe Massa mit einem Aufhängungsschaden in die Reifenstapel raste. Sichtlich schockiert, aber unverletzt entstieg der Brasilianer dem Sauber-Wrack. Sein Teamkollege punktete dagegen als Sechster - noch vor Kimi Räikkönen, der mit Platz 7 die Ehre der Silberpfeile mehr oder weniger rettete. Da Matta holte als Achter ein Pünktchen für Toyota.


Williams und Toyota disqualifiert - zwei Punkte für Glock

Nach technischen Überprüfungen wurde festgestellt, dass die Bremsbelüftungen der Wagen nicht regelkonform waren. Die FIA bestätigte, dass beide Toyotas und beide Williams aus dem offiziellen Ergebnis ausgeschlossen wurden.
Somit verliert Ralf Schumacher einen zweiten, Juan Pablo Montoya einen fünften, Cristiano da Matta einen achten und Olivier Panis einen zehnten Platz.
Besonders erfreulich dürfte für Formel-1-Debütant Timo Glock sein, dass er so in seinem ersten Rennen bereits zwei Punkte holen konnte.
Das nun gültige Ergebnis lautet:
1. M. Schumacher, Ferrari, 10 Punkte
2. R. Barrichello, Ferrari, 8 Punkte
3. J. Button, BAR, 6 Punkte
4. G. Fisichella, Sauber, 5 Punkte
5. K. Räikkönen, McLaren, 4 Punkte
6. D. Coulthard, McLaren, 3 Punkte
7. T. Glock, Jordan, 2 Punkte
8. N. Heidfeld, 1 Punkt


WM-Punktestand:
M. Schumacher 70 - Barrichello 54 - J.P. Montoya 24 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 7 - K.Räikkönen 5 - F.Alonso 25 - J.Trulli 36 - J.Button 44

Sieger Rennen 8
Ralf Schumacher nachträglich Disqualifiziert wegen illegaler Bremskühlung
2. Rubens Barrichello, 3. Jenson Button

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Großer Preis der USA in Indianapolis 20. Juni 2004

Michael Schumacher gewinnt spektakulären US-Grand-Prix

Der neunte WM-Lauf in Indianapolis brachte den mit Abstand spannendsten und chaotischsten Grand Prix der Saison bisher. Am Ende setzte sich Michael Schumacher knapp vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello und Takuma Sato (BAR-Honda) durch.

Polesetter Barrichello entschied zunächst den Start für sich, führte Schumacher und den sensationell gestarteten Renault-Piloten Fernando Alonso in die erste Runde. Doch bereits davor gab es jede Menge Hektik: Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) hatte vor der Aufwärmrunde Probleme, stieg regelwidrig ins T-Car um und nahm das Rennen aus der Boxengasse in Angriff. Im späteren Rennverlauf wurde der Kolumbianer dann disqualifiziert.

Jede Menge Hektik gleich in der Anfangsphase Gleich in der ersten Kurve verabschiedeten sich mehrere Piloten: Christian Klien (Jaguar-Cosworth) fuhr dem Toyota von Cristiano da Matta ins Heck, drehte sich und wurde von Felipe Massa (Sauber-Petronas) gerammt. Da Matta, offenbar wegen technischer Probleme so langsam, dass Klien auffuhr, musste an die Box kommen, Klien und Massa schieden aus, genau wie Giorgio Pantano und Gianmaria Bruni.

Wegen der Bergungsarbeiten wurde das Safety-Car in der zweiten Runde auf die Strecke geschickt, vier Umläufe später ging es dann weiter. Den Restart nutzte Michael Schumacher zu einem Überholmanöver vor der ersten Kurve, er hatte dabei aber Glück, weil er beinahe schon vor der Ziellinie durchgeschlüpft wäre - nur Zentimeter trennten Schumacher in dem Augenblick von einer möglichen Zeitstrafe.

In der neunten Runde erlitt Alonso bei Start und Ziel einen Reifenschaden und er rammte beim Ausschlittern spektakulär einige Werbebanden. Das Rennen konnte fortgesetzt werden, ohne dass das Safety-Car auf die Strecke musste, doch nur zwei Runden später folgte die nächste Schrecksekunde: Ralf Schumacher verlor seinen Wagen aus bisher noch nicht geklärten Gründen außer Kontrolle und krachte in der Steilkurve gegen die Mauer.

Ralf konnte sich nicht selbst aus dem komplett zerstörten Wrack befreien, signalisierte aber sofort, dass er bei Bewusstsein ist. Nach einigen Minuten traf das Medical-Team unter der Leitung von Prof. Sid Watkins ein, um Schumacher samt Sitz zu bergen. Sicherheitshalber wurde eine Halskrause angebracht, ersten Informationen zufolge zog er sich aber nur ein gestauchtes Kreuz zu. Im Moment befindet er sich zu einer Untersuchung in einem Krankenhaus.

Sein Bruder nutzte indes die Gelegenheit, kam gleich zu Beginn der Safety-Car-Phase gleichzeitig mit Barrichello an die Box und behielt dadurch die Führung vor den beiden BAR-Honda-Piloten, die selbst nicht stoppten.

Für viel Spektakel sorgte anschließend Takuma Sato, der nach seinem ersten regulären Stopp durch das Feld pflügte und binnen weniger Runden mehrere Piloten gnadenlos überholte. Dennoch setzte es für BAR-Honda einen empfindlichen Rückschlag, als Button die Box ansteuerte und direkt in die Garage abbog. Für den Briten war dies der erste Ausfall in der laufenden Saison.

Das Rennen verlief anschließend in halbwegs geregelten Bahnen, durch die Boxenstopps gab es aber zahlreiche Überholmanöver am Ende der Start- und Zielgeraden. Die vorentscheidende Phase brach dann mit den zweiten Stopps der Ferraris an, als Schumacher einige Runden früher als Barrichello reinkommen musste. Barrichello drehte anschließend einige schnelle Runden, machte seinen Rückstand wett und kam nach seinem Boxenstopp im Windschatten des Teamkollegen zurück auf die Fahrbahn.

Es folgten einige beherzte Versuche des Brasilianers, in Führung zu gehen, vor der ersten Kurve fehlten aber jeweils ein bis zwei Fahrzeuglängen, um wirklich attackieren zu können. Wirklich knapp wurde es nur bei einem aggressiven Überholversuch im Infield, als Barrichello beinahe in Schumachers Heck gefahren wäre und nur mit viel Können einen Ausrutscher oder gar eine Kollision verhinderte.

Während der Ferrari-Express ungefährdet ins Ziel rollte, überholte Sato in der ersten Kurve Jarno Trulli (Renault), der als Letzter gestartet war, so aggressiv, dass beide in die Wiese mussten, er fuhr in der Folge aber seinen ersten Podestplatz überhaupt sicher nach Hause. Olivier Panis (Toyota) wurde in seinem 150. Grand Prix nach fehlerfreier Vorstellung Fünfter vor Kimi Räikkönen und David Coulthard (beide McLaren-Mercedes), die nur bei den Überrundungen aufgefallen sind.

Jubel herrschte beim Minardi-Team, denn durch die vielen Ausfälle - zwölf von 20 Piloten sahen die Zielflagge nicht - erbte Zsolt Baumgartner seinen ersten WM-Punkt in der Formel 1, den ersten für das Team seit Webber in Melbourne vor zwei Jahren.

In der Weltmeisterschaft konnte Michael Schumacher seinen Vorsprung auf Barrichello auf 18 Punkte ausbauen, Dritter ist weiterhin Jenson Button mit 44 Zählern Rückstand. Bei den Teams sind die Fronten noch klarer bezogen: Ferrari hat schon 142 Punkte gesammelt, Renault 66, BAR-Honda 58 und BMW-Williams 36. McLaren-Mercedes hat durch das heutige Ergebnis das Sauber-Team überholt und liegt nun an fünfter Position (17).

WM-Punktestand:
M. Schumacher 80 - Barrichello 62 - J.P. Montoya 24 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 9 - K.Räikkönen 8 - F.Alonso 25 - J.Trulli 41 - J.Button 44

Sieger Rennen 9

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Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours 4. Juli.2004

Schumacher gewinnt mit strategischer Meisterleistung

Obwohl Fernando Alonso von der Pole Position startete, setzte sich am Ende zum neunten Mal im zehnten Saisonrennen Michael Schumacher durch: Der Ferrari-Star gewann mit einer unkonventionellen Vier-Stopp-Strategie den Grand Prix von Frankreich vor Alonso und seinem Teamkollegen Rubens Barrichello.

Das Rennen war nie wirklich spektakulär, bot aber dennoch durchgehend packende Spannung, wenn auch überwiegend durch die Strategie generiert. Am Start ging es nicht sonderlich heiß her: Alonso kam optimal weg und führte Schumacher, Jarno Trulli im zweiten Renault, Jenson Button (BAR-Honda) und den schlecht gestarteten David Coulthard (McLaren-Mercedes) durch die erste Runde. Olivier Panis würgte seinen Toyota fast ab und fiel auf den letzten Platz zurück.

In der elften Runde eröffnete dann Schumacher unerwartet früh die Serie der ersten Boxenstopps, wodurch Alonso, der etwas länger draußen bleiben konnte, seine Führung behielt. Grundsätzlich taten sich heute durch die Strategie nicht allzu viele Türen auf, da fast das komplette Feld geschlossen auf drei Stopps setzte, also musste man sich bei Ferrari etwas überlegen, um Schumacher an Alonso vorbeizuschleusen.

In der 17. Runde sorgte dann Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) für einen weiteren Zwischenfall, indem er sich in der letzten Schikane drehte und auf den achten Platz zurückfiel, von dem er sich nicht mehr verbessern konnte.

Das Rennen verlief dann in gewohnten Bahnen - es tat sich nicht viel, bis Michael Schumacher die Serie der vermeintlich letzten Boxenstopps um rund fünf Umläufe früher als erwartet eröffnete. Der Deutsche blieb nur 6,5 Sekunden stehen, hatte so ein relativ leichtes Auto und frische Reifen und konnte ein paar Runden wie im Qualifying hinlegen. Zu dem Zeitpunkt war klar, dass er erstmals in der Geschichte der Formel 1 auf eine reguläre Vier-Stopp-Strategie setzen würde.

Alonso konnte in dieser entscheidenden Phase des Rennens nicht mehr zulegen und verlor daher nach seinem eigenen letzten Stopp viel Zeit auf Schumacher, vergrößerte seinen Rückstand binnen weniger Minuten von gut zehn auf mehr als 20 Sekunden - und das reichte für den Weltmeister aus, um in Führung zu bleiben. Nach dem vierten und letzten Reifenwechsel und Nachtanken hatte Schumacher dann keine Probleme mehr und konnte seinen neunten Saisonsieg sicher nach Hause fahren.

Spannend wurde es dann noch einmal im Kampf um Platz drei, den im letzten Stint Trulli, Barrichello und Button austrugen. Button verpasste seine Chance auf das Podium durch ein Ruckeln beim Losfahren aus der Box, wodurch er nicht nur hinter Trulli wieder auf die Strecke kam, sondern in der Adelaide-Haarnadel auch noch von Barrichello überholt wurde, und konnte in der Folge keine Akzente mehr setzen. Danach war lange die Luft aus diesem Dreikampf draußen.

Erst in der allerletzten Runde griff Barrichello dann doch noch an: Zuerst zeigte er sich in der Haarnadel in Trullis Rückspiegel, doch der schmiss die Tür zu, aber in der vorletzten Kurve, wo niemand mit einer Attacke rechnen würde, schob sich der Brasilianer innen beherzt neben den Renault, bremste spät und nutzte den Überraschungseffekt, wodurch Renault beim Heimrennen auf peinliche Art und Weise einen sicher scheinenden dritten Platz verlor.

Auf die WM-Wertung hat der heutige Strategie-Leckerbissen keine wesentlichen Auswirkungen: Michael Schumacher hat seinen Vorsprung auf Barrichello auf 22 Punkte ausgebaut, Jenson Button liegt weitere 20 Punkte hinten, hat seinerseits zwei Zähler Vorsprung auf Trulli. Bei den Konstrukteuren enteilt Ferrari indes der Konkurrenz immer weiter - 158 Punkte der Italiener stehen 79 von Renault und 62 von BAR-Honda gegenüber. BMW-Williams (37) liegt auf Position vier.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 90 - Barrichello 68 - J.P. Montoya 25 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 12 - K.Räikkönen 10 - F.Alonso 33 - J.Trulli 46 - J.Button 48

Sieger Rennen 10

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Großer Preis von Großbritannien in Silverstone 11. Juli 2004

Schumacher ist auch in Silverstone nicht zu stoppen

Michael Schumacher holte sich in Silverstone den 80. Sieg seiner Karriere und baute seinen Vorsprung in der Fahrermeisterschaft weiter aus. Der Kerpener entschied den Zweikampf mit dem von der Pole-Position gestarteten Kimi Räikkönen für sich, auch wenn eine Safety Car Phase nach einem schweren Unfall von Jarno Trulli die Ferrari-Strategie durcheinander brachte. Trulli entstieg dem Wrack seines Renaults unverletzt; Rubens Barrichello sicherte sich Platz 3 vor Lokalmatador Jenson Button.

Polesetter Räikkönen erwischte einen perfekten Start, während sich hinter ihm das Feld ohne gravierende Verschiebungen durch Copse einsortierte. Der "Iceman" setzte sich gleich in der ersten Runde um 3,5 Sekunden von Barrichello ab, vergrößerte seinen Vorsprung dank eines anfänglichen Michelin-Vorteils in Runde zwei auf 4,3 Sekunden, doch dann stabilisierte sich der Abstand zunächst bei rund vier Sekunden.

Zwar begann Barrichello einige Runden später nachzulegen, aber an den Silberpfeil kam er dennoch nicht heran. Der Brasilianer kam in der achten Runde schließlich auch als Erster der Führungsgruppe an die Box. Auch Coulthard, Räikkönen und Button stoppten relativ zeitig, während Michael Schumacher seinen ersten Boxenstopp lange herauszögerte. Und nicht nur das - kaum hatte er freie Fahrt, fuhr der Kerpener stolze zwei Sekunden schneller als die Konkurrenz! Am Ende der 14. Rennrunde hatte er schließlich über 23 Sekunden Vorsprung auf Räikkönen herausgefahren - und kam an die Box. Zwar stand Schumacher länger als seine Rivalen, aber trotzdem reichte sein Vorsprung, um knapp vor Räikkönen wieder auf die Strecke zurückzukommen und seine Führung zu behaupten.

Auch Sauber-Pilot Giancarlo Fisichella wartete extrem lange bis zu seinem ersten Stopp. Erst in der 23. Runde kam er zum Nachtanken und Reifenholen in die Box - zu einem Zeitpunkt, wo man sich bei Renault und Williams schon um zweiten Stopp fertig machte. Die Zweistoppstrategie des Italieners sollte sich auszahlen, denn obwohl er von ganz hinten gestartet war, lag er nach seinem ersten Stopp auf Platz 8 und beendete das Rennen in den Punkterängen.

Nachdem Michael Schumacher zwischenzeitlich schon einen kleinen Abstand herausgefahren hatte, holte Räikkönen in der Mitte des zweiten Stints wieder auf und kam bis auf eine halbe Sekunde an den Ferrari heran. Doch bevor er eine Chance hatte einen Angriff zu starten, musste er in Runde 29 wieder an die Box.

Schumacher kam in der 37. Runde zu seinem zweiten und letzten Boxenstopp. Er kam wiederum direkt vor Räikkönen zurück auf die Strecke. Da der Finne noch einen dritten Stopp machen musste, schien es ganz so, als würde der Weltmeister einem weiteren ungefährdeten Sieg entgegenfahren. Doch dann wurde es doch noch einmal eng für Schumacher.

Jarno Trulli kam mit einem Aufhängungsschaden von der Strecke ab und raste bei der Ausfahrt der Bridge-Kurve mit Vollgas in die Streckenbegrenzung. Der Renault überschlug sich mehrmals und wurde bei dem Crash fast vollständig zerlegt. Wrackteile waren über die ganze Strecke verteilt. Für Trulli ging der Unfall den Umständen entsprechend glimpflich aus - der Italiener entstieg dem Wrack unverletzt.

Doch als das Safety Car auf die Strecke kam, damit der Asphalt von herumliegenden Teilen des zerstörten Renault gereinigt werden konnte, nutzten Räikkönen, Barrichello und einige andere die Gunst der Stunde, um ihre Boxenstopps einzuschieben - und bei langsamen Safety Car Tempo möglichst wenig zeit zu verlieren.

Sechzehn Runde vor Rennende ging das Safety Car von der Strecke - und die Endphase des Rennens versprach noch einmal richtig spannend zu werden, denn der Abstand zwischen Schumacher und Räikkönen war auf drei Zehntelsekunden geschrumpft und dahinter kämpften Barrichello und Button um Platz 3. Doch im Laufe der nächsten Runden fiel Räikkönen mit Reifenproblemen immer weiter zurück, und auch Button schaffte es nicht, an Barrichello dran zu bleiben.

Schumacher überquerte die Ziellinie als ungefährdeter Sieger vor Räikkönen und Barrichello. Dahinter verpasste Lokalmatador Button das Podium nur knapp, während Montoya als Fünfter die Ehre der BMW-Williams hochhielt. Fisichella holte mit einer beeindruckenden Vorstellung und einer guten Rennstrategie drei Punkte für Sauber, und Coulthard und Webber komplettierten die Punkteränge.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 100 - Barrichello 74 - J.P. Montoya 29 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 14 - K.Räikkönen 18 - F.Alonso 33 - J.Trulli 46 - J.Button 53

Sieger Rennen 11

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Großer Preis von Deutschland in Hockenheim 25. Juli 2004

Souveräner Heimsieg für Schumacher in Hockenheim

Mit einem Triumph auf dem Hockenheimring sicherte sich Michael Schumacher den 11. Saisonsieg im 12. Rennen. Der nach seinem Motorschaden von Platz 13 gestartete Jenson Button und Fernando Alonso lieferten sich ein brillantes Duell und schafften als Zweit- und Drittplatzierter den Sprung aufs Podium.

Nach der Start zunächst durch ein Problem an Olivier Panis' Toyota abgebrochen und eine zweite Einführungsrunde gefahren werden musste, konnte Michael Schumacher seine Pole Position beim Rennstart in eine Führung umwandeln. Während der neben ihm startende Juan Pablo Montoya schlecht wegkam, gelang Fernando Alonso ein Traumstart, der den Renault-Piloten auf Platz 2 vor brachte.

Rubens Barrichellos Versuch, in der Haarnadelkurve an David Coulthard vorbeizuziehen scheiterte hingegen. Der Ferrari-Pilot verlor dabei seinen Frontflügel, musste an die Box, um den Schaden zu beheben und verbrachte den Rest des Rennens damit, dem Feld hinterherzufahren. Seine Aufholjagd brachte ihn jedoch nicht über Platz 12 hinaus.

Währenddessen zeigte sich in der Spitzengruppe, dass Hockenheim eine Strecke ist, auf der man überholen kann. Kimi Räikkönen ging an Fernando Alonso vorbei auf Platz 2, und Montoya zeigte dem sechstplazierten Mark Webber ein Überholmanöver, wie es im Buche steht: Der Williams-Pilot ging außen an der Haarnadelkurve an Webber vorbei, der Australier versuchte daraufhin, seine Position zu verteidigen - und wurde am Kurvenausgang prompt zu weit von der Strecke getrieben, so dass Montoya vorbeischlüpfen konnte.

In der zehnten Runde kam Schumacher zu einem frühen ersten Boxenstopp. Kimi Räikkönen folgte ihm in der nächsten Runde, und auch der Rest der Spitzengruppe kam nach und nach zum Reifenholen und Nachtanken. Verhältnismäßig lange auf der Strecke blieb unterdes Jenson Button, der nachdem er in der Startaufstellung zehn Plätze zurückgestuft worden war, durch die Boxenstopps der Konkurrenz zwischenzeitlich sogar das Rennen anführte.

In der 13. Rennrunde sorgte Kimi Räikkönen mit einem spektakulären Abflug für eine Schrecksekunde. An zweiter Stelle liegend sorgte er für den ersten Paukenschlag im Rennen, als beim Anbremsen der Nordkurve sein Heckflügel kollabierte. Der MP4-19B des Finnen geriet sofort außer Kontrolle, trudelte ins Kiesbett und schlug leicht in die Barrieren ein, wodurch der Weg zum nächsten Schumacher-Sieg im Prinzip schon frei war.

Michael Schumacher führte das Rennen weiter an. Ca. 11 Sekunden dahinter hatte Fernando Alonso Platz zwei von Räikkönen geerbt. David Coulthard hing jedoch ganz dicht im Heck des Renaults, vor Montoya, Button und Trulli. Letzterer konnte seine sechste Position jedoch nicht lange halten, denn von hinten drängten Sato und Webber. Ein unachtsamer Moment Trullis gab Sato die Chance für ein Überholmanöver. Webber nutzte seinerseits die Gunst der Stunde und schlüpfte ebenfalls am Renault vorbei.

Die zweite Boxenstoppphase verlief ähnlich wie die erste. Wieder kam Schumacher relativ früh an die Box, und wie zuvor war auch diesmal wieder Button der Nachzügler. Erst in der 34. Runde stoppte der Brite zum zweiten Mal. Sein Teamkollege Sato - eben noch mit einem brillanten Überholmanöver im Rampenlicht - machte derweil mit einem fulminanten Dreher auf sich aufmerksam, konnte sein Rennen aber ohne Schaden am BAR fortsetzen.

In den folgenden Runden entbrannte ein spannungsgeladener Zweikampf zwischen Fernando Alonso und Jenson Button um Platz 2. Mehrmals versuchte Button am Ende der schnellen geraden an Alonso vorbeizugehen, musste den Renault aber immer wieder ziehen lassen.

Michael Schumacher kam in Runde 47 zu seinem dritten und letzten Boxenstopp. Diesmal ließ auch Button nicht lange auf sich warten. Doch mit dem 'Überholmanöver in der Box' wollte es nicht so recht klappen - auch diesmal kam er wieder direkt hinter Alonso auf die Strecke zurück. Zusätzlich schien ein Defekt an seinem Helm den Briten zu behindern. Auf den Geraden griff sich Button immer wieder ans Visier. Doch davon ließ sich der BAR-Überflieger nicht beeindrucken und zog schließlich in der Haarnadelkurve an Alonso vorbei.

Alonso fiel dagegen zurück und musste in den letzten Rennrunden die Augen vor allem im Rückspiegel haben, wo David Coulthards Silberpfeil immer größer wurde. Trotzdem rettete der Spanier seinen dritten Platz am Ende noch über die Ziellinie, während Michael Schumacher als Sieger bei seinem Heimrennen abgewinkt wurde. Button holte sich - in den letzten 20 Runden fast immer einhändig fahrend - Platz 2 und damit seinen 7. Podiumsplatz in diesem Jahr. Montoya, Webber, Ralf Schumacher-Ersatzmann Pizzonia und Sato komplettieren die Punktränge, während der zwölftplazierte, punktelose Rubens Barrichello mit einem Plattfuß auf der Start-Ziel-Geraden stehen blieb und somit nicht für den von Ferrari ersehnten vorzeitigen Gewinn der Konstrukteurs-WM sorgen konnte

WM-Punktestand:
M. Schumacher 110 - Barrichello 74 - J.P. Montoya 33 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 19 - K.Räikkönen 18 - F.Alonso 39 - J.Trulli 46 - J.Button 61

Sieger Rennen 12

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Großer Preis von Ungarn in Budapest 15. August 2004

Ferrari holt sich Konstrukteurstitel mit strahlendem Doppelsieg

Mit einem Doppelsieg in Ungarn stellte die Scuderia Ferrari nicht nur eindrucksvoll ihre Dominanz unter Beweis, sondern sicherte sich auch vorzeitig - fünf Rennen vor Ende der Saison - den Konstrukteurstitel. Es war ein klarer Start-Ziel-Sieg für Michael Schumacher, der die Ziellinie vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello und Renault-Star Fernando Alonso überfuhr.

Was sich in der ungarischen Nachmittagshitze - die Thermometer zeigten 27 Grad im Schatten, und der Asphalt erwärmte sich bis auf 45°C - auf dem Hungaroring abspielte, war zugegebenermaßen nicht besonders nervenaufreibend. Der Spannungshöhepunkt des Rennens war dabei noch die Startphase. Rubens Barrichello blieb beim Start zur Einführungsrunde stehen. Glück im Unglück für den Zeitplatzierten der Startaufstellung: Es gelang ihm, seinen Ferrari in Gang zu bringen, bevor der letzte Fahrer die Startaufstellung verlassen hatte, so dass er seinen Startplatz behalten durfte.

Beim eigentlichen Rennstart dann zog Michael Schumacher vorne weg. Dahinter schoss Alonso mit einem Traumstart von Platz 5 nach vorne und griff sogar Rubens Barrichello an. Schließlich musste er aber zurückstecken und gab sich mit Platz 3 zufrieden. Schlecht gestartet waren hingegen Takuma Sato und Antonio Pizzonia. Der Ralf Schumacher-Ersatz war auf Rang 11 zurückgefallen. Am Ende der ersten Runde führte Schumacher vor Barrichello, Alonso und Montoya. Button hatte die teaminterne Hackordnung bei BAR als Fünfter wieder zurechtgerückt; Trulli, Räikkönen und Sato komplettierten die Punkteränge. Als 69 Runden später die karierte Flagge fiel, hatte sich an diesem Klassement relativ wenig geändert.

In der 13. Runde, kurz nach der ersten Phase der Boxenstopps, kam Kimi Räikkönen mit einem offensichtlich weidwunden McLaren zum zweiten Mal in die Box. Der Wagen wurde mit Elektronikproblemen in die Garage geschoben; wenig später stieg Kimi Räikkönen aus. Bei Ferrari schien es etwa zur selben Zeit leichte Probleme mit einer Tankanlage zu geben - auf die Leistung der Boliden oder die Platzierung der beiden Piloten wirkte sich das aber zumindest nicht sichtbar aus.

Auch die nächsten beiden Boxenstopp-Phasen brachten keine Positionsänderungen in der Spitzengruppe mit sich. Schumachers Vorsprung auf Barrichello lag gegen Halbzeit des Rennens bei 10 Sekunden, Alonso war eine weitere halbe Sekunde hinter dem Brasilianer. Sein Teamkollege Jarno Trulli hingegen musste seinen Einsatzwagen 28 Runden vor Rennende mit einem technischen Defekt auf der Start-und-Ziel-Geraden abstellen.

Ein beachtliches Rennen fuhr Nick Heidfeld im Jordan-Ford: Der Mönchengladbacher kam optimal von der Linie weg, hielt sich dann problemlos im Mittelfeld mit den Jaguars und Toyotas und kam nach einem verpatzten Boxenstopp als solider Zwölfter mit zwei Runden Rückstand ins Ziel.

Vorjahressieger Alonso erlebte einen ruhigen Nachmittag zwischen dem Ferrari-Express und dem Verfolgerpaket. Platz vier sicherte sich Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) nach tollem Start mit seiner wohl besten Ungarn-Performance, gefolgt von Jenson Button, Takuma Sato (beide BAR-Honda) und Antonio Pizzonia (BMW-Williams), der seine Chancen auf den sechsten Platz mit einem Ausritt in der Schlussphase wegwarf. Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas) wurde Achter.

Davon unbeeindruckt drehte das Ferrari-Duo vorne seine Runden und ließ es auf den letzten Runden vom Fall der Zielflagge eher gemächlich angehen. Der Doppelsieg sorgte dafür, dass man mit nunmehr insgesamt 202 Zählern in der Konstrukteursmeisterschaft uneinholbar vorne liegt. Es ist der sechste Konstrukteurstitel in Folge für die Scuderia. Michael Schumacher wird noch bis zum nächsten Rennen in Spa warten müssen, bis er sich den Titel - rein rechnerisch - holen kann. Schon jetzt steht allerdings fest: Weltmeister werden kann nur noch einer der beiden Ferrari-Piloten.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 120 - Barrichello 82 - J.P. Montoya 38 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 19 - K.Räikkönen 18 - F.Alonso 45 - J.Trulli 46 - J.Button 65

Sieger Rennen 13

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Großer Preis von Belgien in Spa 29. August 2004

Räikkönen gewinnt dramatischen Grand Prix in Spa

Im mit Abstand interessantesten und actionreichsten Grand Prix der Saison feierte in Belgien Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) seinen ersten Saisonsieg vor dem neuen und alten Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari).

Am Start setzte Jarno Trulli (Renault) seine gestrige Pole zunächst in die Führung vor Teamkollege Fernando Alonso um, während Michael Schumacher weniger gut wegkam - der sechsfache Spa-Triumphator musste in La Source auch noch David Coulthard (McLaren-Mercedes) passieren lassen und kam als Vierter aus der ersten Runde zurück. Dahinter lag nach einem Blitzstart schon Räikkönen vor Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams).

Mehrere Unfälle gleich in der ersten Runde

Spa wäre aber nicht Spa, wenn es nicht auch ordentlich krachen würde: Der übermotivierte Mark Webber (Jaguar-Cosworth) touchierte am Start das Heck von Rubens Barrichello (Ferrari), der daraufhin zweimal zur Reparatur an die Box kommen musste, und schied nach ein paar Metern aus, ebenso wie Takuma Sato (BAR-Honda), Gianmaria Bruni (Minardi-Cosworth) und Giorgio Pantano (Jordan-Ford), die eine Safety-Car-Phase verursachten. F1Total.com-Newsletter:

Bei dem Zwischenfall, der am Hügel nach Eau Rouge passierte, stand Pantanos Jordan sogar einige Sekunden leicht in Flammen. Genau aufgeklärt werden, wie es überhaupt dazu gekommen ist, konnte noch nicht - fix nur, dass die beiden Minardis kollidierten, was zu einer Kettenreaktion geführt haben dürfte. Jenson Button (BAR-Honda) und Felipe Massa (Sauber-Petronas) mussten in dieser Phase zu Reparaturstopps an die Box kommen.

Gleich nach dem Restart setzte sich der spätere Sieger erstmals richtig in Szene, als Räikkönen mit den sofort funktionierenden Michelins bei Eau Rouge spektakulär Schumacher ausbeschleunigte. Symptomatisch für diesen Nachmittag: Michelin hatte auf den ersten Runden immer einen klaren Vorteil, während die Bridgestones erst später auf Touren kamen. Jede Safety-Car-Phase war somit ein Vorteil für die Michelin-Piloten.

Noch in derselben Runde knackte auch Montoya Schumacher - in einem atemberaubenden Manöver außen am Deutschen vorbei beim Bus Stop. Wenig später ging Räikkönen auch noch an seinem Teamkollegen Coulthard vor Les Combes vorbei, anschließend machte er Jagd auf die führenden Renaults. In dieser Phase erfingen sich die Ferraris langsam, pflügte Barrichello nach den Stopps durch das Feld, während Schumacher Tempo aufnahm.

Christian Klien (Jaguar-Cosworth) eröffnete dann die Serie der ersten Boxenstopps und setzte damit auf eine Drei-Stopp-Strategie, während die meisten Top-Piloten nur zweimal reinkamen. Gleichzeitig war auch der führende Trulli beim Service und Alonso verabschiedete sich aus dem Grand Prix: Der Spanier drehte sich beim Anbremsen von Les Combes und dann wenige Meter später noch einmal, blieb im Kiesbett stecken und musste enttäuscht aufgeben.

Coulthard schien nach frühem Reifenschaden schon k.o.

Für Coulthard schien das Rennen schon vorüber, als er in der zwölften Runde einen Reifenschaden erlitt, was für Michelin das erste beunruhigende Zeichen an einem traumatischen Nachmittag sein sollte, denn es folgten später weitere Schrecksekunden. Für kurze Zeit beruhigten sich die Ereignisse, ehe plötzlich Trulli an Tempo einbüßte. Der Italiener hielt rundenlang Schumacher, Massa und Montoya auf und kollidierte dann in Bus Stop mit Montoya. Beide konnten aber weiterfahren.

Indes setzte weiter hinten Barrichello seinen Vorwärtsdrang fort, bis er erstmals in den Punkterängen lag. Der Brasilianer riskierte mehrere Überholmanöver, unter anderem gegen Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas), der nach einem Ausritt über weite Strecken des Rennens mit einer beschädigten Aerodynamik fighten musste. Der Italiener erbrachte dennoch eine tadellose Leistung und fiel nie aus den Punkten.

Das Finale des Nachmittags wurde in Runde 30 eingeläutet, als Button beim Überrunden von Baumgartner einen weiteren Michelin-Platten erlitt, sich bei über 300 km/h drehte und den ungarischen Minardi-Piloten unabsichtlich aus dem Weg räumte. Wegen der vielen Wrackteile musste noch einmal das Safety-Car auf die Strecke, wodurch der mehr als zehn Sekunden große Vorsprung von Räikkönen mit einem Schlag dahin war.

Spannender Showdown durch eine Safety-Car-Phase

Hinter dem Safety-Car absolvierte das gesamte Feld die letzten regulären Boxenstopps, ehe der große Showdown in der folgenden Reihenfolge in Angriff genommen wurde: Räikkönen vor Schumacher, Montoya, Barrichello, Zonta (Toyota), Massa, Fisichella, Panis (Toyota), Klien, Trulli, Coulthard und dem chancenlosen Nick Heidfeld (Jordan-Ford). Antonio Pizzonia (BMW-Williams), heute meist vor Montoya, schied hinter dem Safety-Car an sensationeller dritter Stelle liegend nach starker Vorstellung aus.

Beim Restart des Rennens hatten wieder die Michelin-Piloten einen Vorteil, wodurch sich Räikkönen rasch von Schumacher absetzen konnte. Weiter hinten griff sich Klien in La Source Panis, womit er erstmals in seiner Karriere auf Punktekurs lag. Überhaupt fuhr der Österreicher heute ein beherztes Rennen, was ihm gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei Jaguar eröffnen dürfte. Durch einige Ausfälle wurde er am Ende sogar bis auf Platz sechs nach vorne gespült.

Dann noch einmal ein Drama nach dem anderen: In Runde 37 schied Montoya mit dem nächsten Reifenschaden aus, weil er keinen neuen Satz Gummis mehr abholte, sondern demoralisiert ausstieg, obwohl seine Crew ihn wieder ins Rennen schicken wollte. Zwei Umläufe später krachte Coulthard ins Heck von Klien, wobei der Frontflügel beschädigt wurde - neuerlich eine Safety-Car-Phase. Der Schotte steuerte aber die Box an, holte sich eine neue Nase und blieb in derselben Runde mit dem Führenden.

Räikkönen ließ am Ende nichts mehr anbrennen

Für drei Runden wurde der Grand Prix dann noch einmal freigegeben, mit den Michelins ließ Räikkönen aber nichts mehr anbrennen. Schumacher, wohl wissend, den Titel im Sack zu haben, begnügte sich mit Platz zwei vor seinem Teamkollegen Barrichello, gefolgt von Massa und Fisichella, der bis zum Schluss den bissigen Klien im Nacken hatte. Coulthard, der im Finale sensationell zurückfightete, und Panis holten sich die letzten Punkte.

Der anfangs lange führende Trulli schleppte sein angeschlagenes Fahrzeug an neunter Stelle ins Ziel, gefolgt von Zonta, der einen vierten Platz sicher in der Tasche zu haben schien, ehe sein Toyota-Motor entlang der Kemmel-Gerade platzte. Dennoch wurde der Brasilianer als Zehnter gewertet, noch vor Heidfeld, der am Ende mit technischen Schwierigkeiten einen langen Boxenstopp absolvieren musste und vier Runden Rückstand hatte.

Der Grand Prix mit vielen Helden, unzähligen Zwischenfällen und noch mehr Dramen brachte dann aber vor allem eines, nämlich die endgültige Entscheidung in der Fahrer-WM zu Gunsten von Michael Schumacher, noch dazu im 700. Grand Prix von Ferrari in der Formel 1. Der Deutsche wurde im 14. Rennen 2004 erstmals auf der Strecke geschlagen, während McLaren-Mercedes den ersten Sieg in dieser Saison feierte.





WM-Punktestand:
M. Schumacher 128 - Barrichello 88 - J.P. Montoya 38 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 21 - K.Räikkönen 28 - F.Alonso 45 - J.Trulli 46 - J.Button 65

Sieger Rennen 14

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Großer Preis von Italien in Monza 12. September 2004

Barrichello gewinnt turbulenten Grand Prix in Monza

Der Grand Prix von Italien wurde dann auf feuchter Piste gestartet und bot in der Folge jede Menge Spektakel. Schlussendlich sorgten Rubens Barrichello und Michael Schumacher für einen auf sensationelle Weise erkämpften Ferrari-Doppelsieg.

Jede Menge Spannung schon vor dem Start, als alle rätselten, wer mit Intermediates und wer mit Trockenreifen ins Rennen gehen würde. Polesetter Barrichello wollte kein Risiko eingehen und entschied sich für Intermediates, ebenso wie Felipe Massa (Sauber-Petronas). Beide hatten dadurch eine grandiose erste Runde, bauten dann aber relativ rasch wieder an Performance ab. David Coulthard wechselte sofort nach der Aufwärmrunde an der McLaren-Mercedes-Box auf Trockenreifen zurück.

Aus der ersten Runde kam Barrichello dank der Reifen mit einem Vorsprung von 6,9 Sekunden auf Fernando Alonso (Renault) zurück, Dritter war Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) vor Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes), Jenson Button, Takuma Sato (beide BAR-Honda), Massa, Jarno Trulli (Renault) und Christian Klien (Jaguar-Cosworth), der vom Tumult der ersten Kurven profitierte und so bis auf Platz neun nach vorne rutschte.

Michael Schumacher war zu diesem Zeitpunkt nur noch 15., nachdem er sich gleich zu Beginn der ersten Runde gedreht hatte. Der Deutsche hatte relativ viel Benzin für einen langen ersten Stint an Bord und konnte daher auch nicht gleich mit seiner Aufholjagd loslegen, wurde dann aber mit leichter werdendem Fahrzeug immer schneller. Im selben Tumult, in dem der Deutsche Federn lassen musste, schied Olivier Panis (Toyota) aus.

In den folgenden Runden sortierte sich das Feld langsam ein, es gab mehrere Überholmanöver - unter anderem Button gegen Montoya, Schumacher gegen Coulthard und Klien gegen Trulli. In der fünften Runde wechselte sogar die Führung, als Barrichellos Intermediates abbauten und Alonso vor der Ascari-Schikane problemlos an ihm vorbeiging. Im selben Umlauf musste der Brasilianer die Box ansteuern, nachtanken und neue Pneus aufziehen lassen, wodurch er weit zurückfiel, aber noch knapp vor seinem Teamkollegen blieb.

Ein Großteil war auf zwei Stopps programmiert. Die Ferraris arbeiteten sich indes mit längeren Stints als die Konkurrenz weiter nach vorne, wobei Barrichello wegen des volleren Tanks Schumacher passieren lassen musste.

Früh bildete sich dann eine Spitzengruppe, nur Räikkönen verabschiedete sich mit einem Defekt im Motorenbereich früh.

Mit Fortdauer des Rennens wurde Schumacher immer schneller

Um die 30. Runde herum drehte Michael Schumacher ganz groß auf: Durch seinen langen Stint konnte er länger draußen bleiben als die Konkurrenz und er kam so hinter Button, Alonso und Sato zurück auf die Strecke, wobei er letzteren gleich in der ersten Schikane nach dem Stopp überholte. Anschließend drehte sich Alonso und der Weltmeister lag plötzlich an dritter Stelle - und übte fortan Druck auf den vor ihm fahrenden Button aus.

Zu diesem Zeitpunkt führte Barrichello, der etwa zu Halbzeit des Rennens von zwei auf drei Stopps umstellte und mit einem Zwischenspurt von Platz vier in Führung gehen wollte. Der Brasilianer vergrößerte seinen Vorsprung von zwölf auf über 20 Sekunden und blieb beim letzten Stopp tatsächlich vorne. Sehr zur Freude der Tifosi überholte just in derselben Sekunde Schumacher Button bei Start und Ziel, was Ferrari mit einem Schlag eine Doppelführung bescherte.

In dieser Reihenfolge rollte das Führungstrio dann auch ins Ziel, wobei Schumacher noch einmal ein wenig Druck machte, dann aber doch keine Attacke mehr wagte. Sato fuhr sicher Platz vier nach Hause, gefolgt von Montoya, der am Ende mit Problemen immer mehr Boden einbüßte. Coulthard und Pizzonia fighteten bis in die letzte Runde um Platz sechs und kollidierten im letzten Umlauf sogar noch in der ersten Schikane, an der Reihung änderte dies aber nichts mehr. Fisichella holte den letzten Punkt für Sauber.

In der Marken-WM gab es heute auch einige interessante Entwicklungen: BAR-Honda liegt dank des soliden Ergebnisses nun drei Zähler vor Renault auf Position zwei, während BMW-Williams den Vorsprung auf McLaren-Mercedes leicht ausbauen konnte. Bei den Fahrern wurde indes die Entscheidung über den Vizetitel vertagt, Barrichello hat aber 27 Punkte Vorsprung auf Button bei nur noch drei zu fahrenden Rennen.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 136 - Barrichello 98 - J.P. Montoya 42 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 28 - F.Alonso 45 - J.Trulli 46 - J.Button 71

Sieger Rennen 15

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Großer Preis von China in Schanghai 26. September 2004

Barrichello gewinnt Premiere in China

Der erste Grand Prix auf chinesischem Boden hat gehalten, was er versprochen hat: Bei herrlichem Wetter und vor beeindruckender Zuschauerkulisse mit 150.000 Fans setzte sich Rubens Barrichello heute in Shanghai nur um gut eine Sekunde vor Jenson Button und Kimi Räikkönen durch und landete damit einen historischen Sieg.

Vor dem Start waren alle Augen auf Michael Schumacher gerichtet, der nach Dreher im Qualifying und einem Motorwechsel in der Nacht auf Sonntag aus der Boxengasse ins Rennen ging. Seine Ferrari-Crew wartete aus reglementtechnischen Gründen bis zum Umspringen der Ampel, dann wurden die Reifen gewechselt und Benzin nachgetankt, ehe sich der Weltmeister mit schwerem Fahrzeug auf die Jagd nach den Konkurrenten machen konnte. Vorne verteidigte Barrichello seine Pole Position souverän vor Räikkönen, dahinter nistete sich Fernando Alonso mit einem weiteren Renault-Raketenstart ein.

Die Comeback-Superstars Ralf Schumacher (BMW-Williams) und Jacques Villeneuve (Renault) erwischten solide Starts, konnten sich aber wegen ihrer Zwei-Stopp-Strategien vom Speed her nicht wirklich in Szene setzen, weil viele Konkurrenten von vornherein drei Tankstopps einplanten und damit erst einmal schneller unterwegs waren. Durch die gemischten Strategien ergaben sich auch einige Überholmanöver und taktische Spielchen.

In der vierten Runde begann Michael Schumacher mit den ersten Überholmanövern, doch sein Vorwärtsdrang war rasch gestoppt, als er hinter Olivier Panis (Toyota) zu liegen kam, der sich nicht allzu leicht knacken ließ. Für den Weltmeister folgte dann ein turbulenter Nachmittag: Erst kollidierte er beim Überholversuch gegen Christian Klien mit dem Jaguar-Piloten, der daraufhin aufgeben musste, dann drehte er sich, ehe er schließlich mit einem Reifenschaden an die Box rollte.

Indes ging an der Spitze Button relativ früh an Alonso vorbei, während Barrichello mit Räikkönen im Schlepptau die Führung verteidigte. Der McLaren-Mercedes-Pilot konnte den Speed des Ferrari mitgehen, aber nie attackieren, weshalb er einen frühen zweiten Boxenstopp einlegte - doch auch diese Strategie ging nicht auf. Button setzte im Gegensatz dazu insgesamt nur auf zwei Stopps, wodurch er zwischenzeitlich die Führung übernehmen konnte.

In der 17. Runde wurde Takuma Sato (BAR-Honda) vorübergehend an vierter Stelle geführt, weil er durch einen langen ersten Stint zunächst nach vorne kam. Die großen Verlierer der ersten Boxenstopps waren hingegen die Sauber-Piloten, die einige Positionen einbüßten - unter anderem gegen Ralf Schumacher, der ebenfalls lange draußen blieb und dank starker Performance kurz sogar in Führung lag. Teamkollege Juan-Pablo Montoya hatte er jedenfalls sicher im Griff.

Das Ende des Rennens kam für den Deutschen dann jedoch wegen einer Kollision mit David Coulthard, der im Gegensatz zu Räikkönen nie wirklich auffallen konnte. "Schumi II" zog vor der Haarnadelkurve nach innen, wo jedoch sein schottischer Konkurrent zu spät bremste, was im Endeffekt beide kostete: Der BMW-Williams-Pilot musste mit gebrochener Hinterradaufhängung aufgeben, Coulthard zog sich einen Reifenschaden zu und kam an die Box.

Vorne spitzte sich indes der strategische Kampf um den Sieg zu: Barrichello war mit dem schnellsten Auto im Prinzip nie in Gefahr, kam nach seinem letzten Stopp mehr als acht Sekunden vor Button wieder auf die Strecke, während Räikkönen am schlechtesten pokerte und trotz der besten Pace in der Schlussphase mit Platz drei Vorlieb nehmen musste. Das Top-Trio schob sich in den letzten Runden bis auf 1,4 Sekunden zusammen, ernsthafte Attacken blieben aber aus.

Vierter wurde nach solider Vorstellung Alonso vor Montoya und Sato, der einen tollen Erfolg für BAR-Honda abrundete - in der Konstrukteurswertung ist der Vorsprung auf Renault nun schon auf neun Punkte angewachsen. Das Sauber-Duo Fisichella/Massa machte am Ende keine Fehler mehr und rettete so drei Zähler. Auf den letzten Metern des Rennens musste Massa seinen achten Platz noch gegen Coulthard verteidigen, er meisterte dies aber souverän.

In den finalen Runden kam es auch noch zur Neuauflage des alten Duells zwischen Villeneuve und Michael Schumacher um Platz elf, welches der Ferrari-Pilot mit einem kontrollierten Manöver vor der Haarnadelkurve für sich entscheiden konnte, ehe er überraschend noch ein drittes Mal an die Box kommen musste.
Schnellste Rennrunde: Michael Schumacher in der letzten Runde mit einer Zeit von 1:32.238.

Das Rennen bot alles, was man sich von der Formel 1 wünschen kann - frei nach dem Motto, das Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gestern ausgegeben hat: "Rubens soll das Rennen gewinnen, Michael wird für ein bisschen Show sorgen." Bewährt hat sich auch der 'Shanghai International Circuit', der Überholmanöver sehr gut zuzulassen scheint, und durch die verschiedenen Strategien kam zusätzliche Würze in den Nachmittag.

In der WM-Wertung steht Michael Schumacher ja ohnehin schon längst als Weltmeister fest, seit heute hat sein Teamkollege Barrichello aber den Vizetitel sicher. Jenson Button ist der dritte Platz auch nicht mehr zu nehmen. In der Konstrukteurswertung setzte sich indes BAR-Honda weiter von Renault ab, der Abstand zwischen BMW-Williams und McLaren-Mercedes im Kampf um Rang vier beträgt nun aber nur noch sechs Zähler.


WM-Punktestand:
M. Schumacher 136 - Barrichello 108 - J.P. Montoya 46 - R. Schumacher 12 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 34 - F.Alonso 50 - J.Trulli 46 - J.Button 79

Sieger Rennen 16

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Großer Preis von Japan in Suzuka 10. Oktober 2004

Schumacher dominiert Japan Grand Prix

Michael Schumacher fuhr beim Großen Preis von Japan einen überlegenen Start-Ziel-Sieg ein. Der Ferrari-Pilot gewann das Rennen in Suzuka zum sechsten Mal in seiner Karriere. Ralf sorgte als Zweiter für einen Schumacher-Doppelsieg, BAR-Pilot Jenson Button schaffte als Dritter den Sprung aufs Podium und verwies seinen Teamkollegen, Lokalmatador Takuma Sato auf Platz vier.

Nach dem Regenchaos am Freitag und der Taifun-Absage gestern rechneten viele mit einem der aufregendsten Rennen der Saison, doch diese Erwartung konnte der Grand Prix von Japan nicht erfüllen. Schumacher gewann den Start und gab von dem Zeitpunkt an die Führung nicht mehr ab. Selbst als er zum ersten Boxenstopp reinkommen musste, blieb er knapp vor Jenson Button, der heute im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Takuma Sato auf zwei statt auf drei Stopps setzte. Anschließend fuhr der siebenfache Weltmeister den Grand Prix locker nach Hause. Unterm Strich nahm er 14 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie mit.

Bruder Ralf wurde ebenso ungefährdet Zweiter, obwohl sein erster Stint der kürzeste im gesamten Feld war. Spannend lediglich das Duell der BAR-Honda-Piloten: Button ging am Start an Sato vorbei und kam als Dritter aus der ersten Runde zurück, in Runde sieben überholte jedoch der Japaner seinen Teamkollegen wieder. Der Vorsprung, den er sich anschließend aufbaute, reichte aber nicht für den zusätzlichen Boxenstopp aus.

Abgesehen von den Boxenstopps - bis auf Button, Alonso und Räikkönen setzten alle auf drei Stopps - verlief der Grand Prix in der Folge relativ statisch, auch Positionsverschiebungen blieben Mangelware. Ein Highlight löste nur Montoya aus, der sich vor der Schikane an Trulli im Toyota vorbeibremsen wollte, auf die Wiese rutschte und dadurch auch Barrichello durchschlüpfen lassen musste. Der Ferrari-Star wiederum überholte ein paar Meter später Trulli, zeitgleich verlor Montoya eine weitere Position an Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas).

Hinter den beiden Schumachers, Button und Sato sicherte sich mit einer soliden Performance Alonso den fünften Platz, dennoch ist die Konstrukteurs-WM für Renault so gut wie verloren. Räikkönen wurde Sechster, Montoya, der an den Boxen wieder an Fisichella vorbeikam, und eben Fisichella teilten sich die restlichen Punkte. Felipe Massa (Sauber-Petronas) wurde nach starker Performance Neunter, überholte in der Schlussphase noch Villeneuve, der unmittelbar dahinter landete.

Für die Weltmeisterschaft, in der ohnehin schon alle wichtigen Entscheidungen gefallen waren, änderte sich durch das Rennen in Suzuka nur wenig. Der Vorsprung von BAR-Honda auf Renault bei den Konstrukteuren beträgt jetzt 16 Punkte, was im Prinzip nicht mehr einzuholen ist, während BMW-Williams mit ebenso komfortablen 13 Zählern Vorsprung auf McLaren-Mercedes nach Brasilien fliegen kann. Noch offen ist der Kampf um Platz vier bei den Fahrern zwischen Alonso (54) und Montoya (48).

WM-Punktestand:
M. Schumacher 146 - Barrichello 108 - J.P. Montoya 48 - R. Schumacher 20 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 37 - F.Alonso 54 - J.Trulli 46 - J.Button 85

Sieger Rennen 17

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Großer Preis von Brasilien in Sao Paulo, 24. Oktober 2004

Montoya gewinnt mit Mini-Vorsprung in Brasilien

Eine Stunde vor Rennbeginn setzte in Interlagos leichter Regen ein, und da schwante dem Formel-1-Zirkus schon, dass es möglicherweise einen chaotischen Grand Prix geben würde. Zumindest die ersten Runden waren dann auch geprägt von Überholmanövern und Drehern, ehe sich die Geschehnisse wieder beruhigten.

Unmittelbar vor dem Start gab es erstmals Aufregung, als aus dem Heck von Jenson Buttons BAR-Honda Rauch strömte. Der Brite setzte sich zwar problemlos in Bewegung, musste aber schon nach vier Runden aufgeben. Zu dem Zeitpunkt war die Strecke vom Regen klitschnass - und mit Fernando Alonso, Jacques Villeneuve (beide Renault) und David Coulthard (McLaren-Mercedes) wagten es nur drei Piloten, auf Trockenreifen anstelle von Intermediates ins Rennen zu gehen.

Polesetter Rubens Barrichello erwischte den geplanten Traumstart, hatte aber auf den ersten Metern mit seinen Bridgestone-Reifen leichte Nachteile gegenüber den Michelin-Pneus. Dadurch setzte sich relativ rasch Kimi Räikkönen in Führung, ehe sich das Kräfteverhältnis der Reifenmarken wieder normalisierte, als es abtrocknete. Ab der fünften Runde wechselten die Fahrer zurück auf Trockenreifen.

Bis dahin passierte jedoch jede Menge Action: Button arbeitete sich vor seinem Ausfall kurzfristig auf Platz drei vor, Felipe Massa (Sauber-Petronas) war kurz ebenfalls Dritter, ehe er auf Position fünf zurückgereicht wurde, Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas) drehte sich gleich in der zweiten Runde, ebenso wie Michael Schumacher (Ferrari), der nach gutem Start beim Überholversuch gegen Christian Klien (Jaguar-Cosworth) im Senna-S etwas zu optimistisch war und beim Herausbeschleunigen ins Schleudern kam.

In Runde fünf drehte der auf Trockenreifen gestartete Alonso, der durch die Boxenstopps der Konkurrenten ganz nach vorne gespült wurde, die schnellste Runde, was endgültig den Umschwenk der Bedingungen signalisierte. Räikkönen und Montoya gingen indes gleichzeitig an die Box - und auch wieder raus: Seite an Seite fuhren die künftigen Teamkollegen durch die Boxengasse, ehe sich Räikkönen bei der Ausfahrt durchsetzte. Ein paar Meter später hatte dann aber Montoya auf der Bremse das bessere Ende für sich.

In der neunten Runde führte Alonso acht Sekunden vor Montoya und neun vor Räikkönen. Dahinter formierte sich ein Verfolgerpaket mit Ralf Schumacher , Takuma Sato, Barrichello, Villeneuve, Coulthard und Massa. Michael Schumacher erholte sich zu diesem Zeitpunkt vom Schock seines Drehers zu beginn und arbeitete sich langsam wieder in Richtung Top 10 nach vorne, wo er sich wenig später ein sehenswertes Duell mit Coulthard lieferte.

Inzwischen hatte Montoya die Führung übernommen, rund vier Sekunden vor Räikkönen - und von dem Zeitpunkt an machte das nächstjährige McLaren-Mercedes-Duo den Sieg unter sich aus. Die Ferraris fanden nie zu ihrer Pace und rollten unauffällig im Verfolgerfeld mit.

Anschließend passierte im letzten Grand Prix des Jahres nicht mehr viel: Sato verabschiedete sich in einer Phase, als es zwischenzeitlich vereinzelt tröpfelte, im Senna-S kurz in die Wiese und musste Barrichello durchlassen, der seinerseits nach dem dritten und letzten Boxenstopp seinen dritten Platz ungefährdet nach Hause fahren konnte. Auch Alonso und Ralf Schumacher kamen sich einige Male nahe und unterhielten so die Fans.

Der Kampf um den Sieg wurde durch einen langen vorletzten Stint von Räikkönen, in dem er ein paar schnelle Runden drehte, noch einmal spannend: Montoya kam mit nur einer Sekunde Vorsprung vom Stopp zurück, hatte den "Silberpfeil" stets im Rückspiegel, kam aber nie mehr in Gefahr und machte auch keinen Fehler mehr, weshalb er schlussendlich genau eine Sekunde Vorsprung ins Ziel rettete - der erste Saisonerfolg für BMW-Williams.

Hinter Räikkönen und Barrichello folgte ein Viererpaket mit Alonso, Ralf Schumacher, der kurz vor Schluss noch Sato überholte, und Michael Schumacher, der eine farblose Darbietung hinlegte. Massa rettete 1,5 Sekunden Vorsprung auf seinen Stallkollegen Fisichella über die Linie und wurde damit für seine tolle Leistung im Qualifying belohnt. Villeneuve blieb wieder blass und beendete den Grand Prix als Zehnter vor Coulthard.

In der Weltmeisterschaft gab es keine wesentlichen Verschiebungen mehr - weder bei den Konstrukteuren, noch bei den Fahrern. Montoya verpasste trotz seines Triumphs heute den vierten Platz um einen Zähler, während bei den Konstrukteuren alles unverändert blieb: BAR-Honda gewann das Duell gegen BAR-Honda um den zweiten Platz um 14 Zähler, während BMW-Williams auf 88 zu 69 gegen McLaren-Mercedes stellte.

WM-Punktestand:
M. Schumacher 142 - Barrichello 114 - J.P. Montoya 58 - R. Schumacher 24 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 45 - F.Alonso 59 - J.Trulli 46 - J.Button 85

Sieger Rennen 18

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