Der Saisonverlauf 2006 von Schumi



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Die Chronologie: Saison 2006

Großer Preis von Bahrain in Manama, 13. März 2006

Hochspannung in Bahrain: Alonso siegt vor Schumi - Räikkönen mit toller Performance Dritter

Spannender hätte man sich den Saisonauftakt nicht wünschen können: Überholmanöver, Strategiespielchen und ein Herzschlagfinale in den letzten Rennrunden. Fernando Alonso hatte am Ende knapp die Nase vorn, Michael Schumacher wurde mit nur 1,2 Sekunden Rückstand auf den amtierenden Weltmeister Zweiter. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd fuhr Kimi Räikkönen vom letzten Startplatz auf Position 3 vor.

Am Start verteidigte Schumacher zunächst seine Pole Position, dicht gefolgt von seinem Teamkollegen Felipe Massa, der ihm den Rücken freihielt. Alonso nutzte das späte Wegfahren von Jenson Button (Honda) und setzte sich an die dritte Position, ging schon nach wenigen Kurven auch an Massa vorbei. Als Vierter kam Juan-Pablo Montoya aus der ersten Runde zurück, gefolgt von Rubens Barrichello (Honda), und Button.

Kollision zwischen Heidfeld und Rosberg am Start
Bereits davor hatte die neue Formel-1-Saison jedoch ihre ersten Opfer gefordert, denn Christijan Albers (MF1-Toyota) blieb am Start stehen, nachdem zuvor schon sein Teamkollege Tiago Monteiro aus der Boxengasse ins Rennen gestartet war, und in der ersten Kurve kollidierten Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) und Nico Rosberg (Williams-Cosworth). Beide fielen ans Ende des Feldes zurück, Rosberg musste zur Reparatur an die Box.

Gleich in der Anfangsphase lieferten sich Button und Barrichello ein sehenswertes Stallduell, doch Button setzte sich am Ende durch und konnte in der Folge die wegen dieses Fights entstandene Lücke zu den Autos vor ihm relativ rasch wieder schließen. Etwas weiter hinten legte sich Christian Klien (Red-Bull-Ferrari) Fisichella zurecht, der früh mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und seinen Renault wieder mal schon nach dem ersten Renndrittel abstellen musste.

Schumacher, Alonso und Massa setzten sich von den Verfolgern ab, doch aus dem Drei- wurde schon nach sechs Runden ein Zweikampf, als Massas Heck vor der ersten Kurve überbremste, der Brasilianer sich drehte und beinahe Alonso aus dem Weg geräumt hätte. Der Ferrari-Neuzugang musste daraufhin an die Box, wo sein rechtes Hinterrad stecken blieb und er anderthalb Minuten verlor. Anschließend spielte er keine Rolle mehr.

Während vorne Schumacher etwa fünf Sekunden Vorsprung auf Alonso herausfuhr, arbeitete sich Kimi Räikkönen trotz eines wegen seiner Einstoppstrategie vollen Tanks immer weiter nach vorne, durch die ersten Boxenstopps der Zweistopper rutschte er immer weiter nach vorne.

Schumacher blieb nach erstem Stopp in Führung
Der führende Schumacher musste in Runde 15 erstmals nachtanken lassen, verteidigte seine Spitzenpositionen aber durch die erste Stoppserie hindurch, obwohl Alonso vier Runden länger draußen bleiben konnte. Allerdings schrumpfte dadurch der Abstand zwischen dem siebenfachen und dem einfachen Weltmeister, so dass Alonso im zweiten Stint nur an Schumacher dran bleiben musste, um eine echte Siegchance zu haben.

Zwischendurch lieferten sich Ralf Schumacher und Jarno Trulli ein fast schon peinlich anmutendes Toyota-Stallduell um den 15. Platz. Zwischen Michael Schumacher und Alonso spitzte sich indes alles auf ein Strategieduell beim zweiten Boxenstopp zu - und wieder musste der Ferrari früher zum Nachtanken hereinkommen.

Ferrari-Crew verspielte möglichen Sieg an der Box
Schumacher wurde in 8,7 Sekunden abgefertigt und benötigte damit eine Sekunde länger als Alonso, der wieder drei Runden länger draußen bleiben konnte. Der Vorjahressieger im Renault wurde zwar in jenen drei Runden von Nachzüglern aufgehalten, hatte beim Herausfahren aus der Box aber um Haaresbreite die Nase vorne, so dass er den Sieg ins Ziel relativ locker nach Hause fahren konnte. Nur einmal zeigte sich Schumacher noch kurz im Rückspiegel des Spaniers.

Platz drei rettete Räikkönen nach einer Superleistung ins Ziel, unmittelbar gefolgt vom in der Schlussphase sehr zahmen Button. Montoya wurde Fünfter, Webber starker Sechster - und Rosberg war als Siebenter der heimliche Mann des Rennens: Der deutsche Grand-Prix-Neuling packte - nach dem frühen Reparaturhalt auf drei Stopps umgepolt - in der Schlussphase erst Coulthard, dann Klien - und untermauerte seine grandiose Aufholjagd mit mehreren schnellsten Rennrunden hintereinander. Klien schleppte seinen gegen Ende immer langsamer werdenden Red-Bull-Ferrari auf Platz acht ins Ziel und wurde mit einem nicht unbedingt erwarteten Punkt belohnt.


WM-Punktestand:
F.Alonso 10 - G.Fisichella 0 - K.Räikkönen 6 - J.P. Montoya 4
M. Schumacher 8 - Massa 0 - J.Trulli 0 - R. Schumacher 0 - J.Button 5

Sieger Rennen 1

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Großer Preis von Malaysia in Sepang, 19. März 2006

Giancarlo Fisichella fuhr in Malaysia einen souveränen Sieg vor Alonso und Button nach Hause

Mit einer fehlerfreien Vorstellung beim Großen Preis von Malaysia sorgte Giancarlo Fisichella für den zweiten Renault-Sieg im zweiten Saisonrennen. Es ist der insgesamt dritte Sieg für den Italiener. Sein Teamkollege Fernando Alonso wurde Zweiter vor Jenson Button im Honda. Michael Schumacher kam als Sechster ins Ziel.

Beim Start konnten sich Pole-Setter Fisichella und der neben ihm stehende Button an die Spitze setzen. Dahinter waren die beiden Williams-Piloten Webber und Rosberg so damit beschäftigt, einen teaminternen Platzkampf auszutragen, dass Fernando Alonso genügend Platz hatte, an den Kampfhähnen vorbeizuschießen und sich vom 7. Startplatz auf Position 3 vor schob.

Klien schuld an der Kollision mit Räikkönen
Ein paar Kurven später krachte es das erste Mal, als Christian Klien (Red-Bull-Ferrari) im Mittelsektor an Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) vorbeigehen wollte, dabei aber etwas zu optimistisch war und den Finnen hinten hart traf. Der "Iceman" flog daraufhin mit gebrochener Radaufhängung von der Strecke, während Klien mehrere Male zu Reparaturen an die Box kommen musste, im Rennen aber keine Rolle mehr spielte und schlussendlich mit Hydraulikschaden aufgeben musste.

Die beiden Ferraris kämpften sich nach den Strafversetzungen in der Startaufstellung relativ schnell nach vorne. Michael Schumacher war am Ende der ersten Runde bereits Neunter und arbeitete sich mit zwei blitzsauberen Überholmanövern an Villeneuve und Trulli im ersten Renndrittel vor bis auf den fünften Platz, und auch Massa war in Runde 17 bereits Siebter.

Fisichella kontrollierte das Rennen ganz geschickt
Die erste Phase der Boxenstopps brachte keine Veränderungen in der Spitzengruppe: In der 18. Runde kam der Führende Fisichella als erster zum Nachtanken. Alonso war einer der spätesten Fahrer an der Box - er ließ sich bis zur 26. Rennrunde Zeit. Zur Halbzeit des Rennens führte Fisichella wieder vor Button und Alonso. Massa, der nur einmal an die Box kam, war bis zu seinem Stopp in der 29. Runde Vierter vor Montoya, Heidfeld und Michael Schumacher.

Beim zweiten Stopp kamen Fisichella und Button wieder deutlich vor Alonso zum Nachtanken. Dadurch machte der Weltmeister entscheidenden Boden gut. An seinen Teamkollegen kam er zwar nicht heran, doch Button konnte er hinter sich halten und damit Platz 2 erobern.

Gegen Rennhalbzeit legte Fisichella weiter zu, vergrößerte den Vorsprung auf Button auf zehn Sekunden und hatte auf Alonso schon 14 Sekunden Vorsprung, als er zum zweiten und letzten Mal an die Box kommen musste. Durch die frühen Stopps der beiden Führenden ging Alonso kurzzeitig in Führung - und kam als Zweiter hinter Fisichella, aber ein paar Sekunden vor Button wieder auf die Strecke. Letzterer hatte zuvor etwas Zeit beim Überrunden von Speed verloren.

Ferrari lotste Schumacher nicht an Massa vorbei
Indes fuhr vorne Fisichella seinen Sieg problemlos nach Hause, obwohl Alonso kurz vor Schluss die schnellste Runde im Rennen drehte - und hinter den beiden Renaults kam Button als Dritter ins Ziel. Vierter wurde Montoya vor den beiden Ferraris, zwischen denen es am Ende noch einmal spannend wurde: Nach Schumachers letztem Boxenstopp kam der Deutsche hinter Massa auf die Strecke, doch Ferrari verzichtete unter genauer Beobachtung der TV-Kameras auf eine Stallorder. Villeneuve holte die beiden ersten WM-Punkte für BMW und auch Ralf Schumacher gewann für Platz 8 einen Punkt für Toyota.

WM-Punktestand:
F.Alonso 18 - G.Fisichella 10 - K.Räikkönen 6 - J.P. Montoya 9 - M. Schumacher 11 - Massa 4 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 1 - J.Button 11

Sieger Rennen 2

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Großer Preis von Australien in Melbourne, 2. April 2006

Alonso gewinnt Chaos-Grand-Prix in Australien

Bei einem spannungsgeladenen Großen Preis von Australien sicherte sich Fernando Alonso mit einem überlegenen Sieg vor Räikkönen und Ralf Schumacher zehn weitere WM-Punkte. Polesetter Jenson Button fiel wenige Meter vor der Ziellinie mit einem Motorschaden aus, und auch für Michael Schumacher war der dritte WM-Lauf 2006 eine Nullrunde.

Dramatik schon vor dem eigentlichen Start
Schon vor dem Start gab es in Melbourne die ersten Zwischenfälle: Zuerst drehte sich Montoya in der Einführungsrunde, dann gab es bei Fisichella Probleme, die zu einem Startabbruch führten. Das Feld ging in eine zweite Einführungsrunde, Fisichella musste dem Feld hinterherfahren. Montoya hatte Glück im Unglück und durfte auf seine Position zurück.

Beim eigentlichen Start dann ging es heiß her. Alonso zog nach vorne, doch Button konnte den Renault-Piloten zunächst noch hinter sich halten. Die beiden lieferten sich über mehrere Kurven ein spannendes Duell und fuhren teilweise im Parallelflug. In der dritten Kurve ging Alonso fast vorbei, doch Button konnte kontern.

Dahinter jedoch Chaos pur - zwischen David Coulthard und Jarno Trulli krachte es, und auch Felipe Massa, Christian Klien und Nico Rosberg waren in einen Unfall verwickelt, der alle drei das Rennen kostete. Die Unfälle in der Startphase riefen das Safety Car auf den Plan - es sollte nicht das letzte Mal in diesem Rennen bleiben.

Alonso überholte Button beim ersten Restart
Beim ersten fliegenden Start war Alonso vor der Startlinie bereits in perfekter Überholposition und zog, sofort nachdem das Überholverbot aufgehoben war, scheinbar mühelos an Button vorbei. Danach konnte sich Alonso sofort absetzen und innerhalb weniger Runden einen beachtlichen Vorsprung herausfahren. Viel nützte ihm das jedoch nicht, denn bereits in Runde acht verursachte der Ausfall von Christian Klien - ein Folgeschaden der Startkollision - eine zweite Safety Car-Phase.

Beim Restart machte Alonso wieder alles richtig und Button hatte abermals Probleme, sei Auto rechtzeitig auf Touren zu bekommen. Der Honda-Pilot ließ die Tür offen und Kimi Räikkönen zog vorbei und wehrte einen Konter-Versuch Buttons ab.

In der 18. Runde eröffnete Montoya die Boxenstopps, in den Folgerunden kamen der Reihe nach Button, Ralf Schumacher, Fisichella, Alonso und Räikkönen. Mark Webber übernahm die vorläufige Führung bei seinem Heimrennen und wurde vom Publikum gefeiert - allerdings nur zwei Runden lang, dann rollte der Williams mit Getriebeschaden aus.

Schumacher nach Fahrfehler mit schwerem Unfall
Probleme auch bei den Schumacher-Brüdern: zunächst bekam Ralf eine Drive-Through-Penalty wegen Geschwindigkeitsübertretung in der Boxegasse aufgebrummt, dann traf es seinen Bruder noch härter: der Ferrari-Pilot flog spektakulär ab und setzte sein Auto in die Streckenbegrenzung. Ein Grund für Safety Car-Phase Nummer 3!

Während dieser kam Alonso in der 34. Runde zu seinem zweiten Boxenstopp, und auch die meisten anderen Fahrer nutzten die Gunst zum Reifenwechseln, Nachtanken und manchmal auch mehr. Bei McLaren wechselte man die Nase an Räikkönens Wagen und verursachte damit einen Stau, denn fast gleichzeitig kam auch Montoya an die Box und musste erst einmal warten. Als das Safety Car wieder von der Strecke ging, waren noch 20 Runden zu fahren und Alonso führte vor Heidfeld, Räikkönen, Button, Ralf Schumacher, Montoya und Fisichella.

Doch kaum war eine Runde gefahren, hatte das Safety Car einen weiteren Auftritt. Der Grund war diesmal Antonio Liuzzi, dessen Toro Rosso neben der Strecke stand. Durch das Chaos aus Unfällen, Unterbrechungen und fliegenden Starts wurde Ralf Schumacher bis auf Platz 3 zwischen den beiden McLaren nach vorne gespült. Montoya machte von hinten Druck - etwas übereifrig, denn an der selben Stelle wie Michael Schumacher vor ihm kam auch er zu weit von der Strecke ab. Zwar schlug der McLaren-Pilot nicht in die Wand ein, beschädigte sich sein Auto aber ein den Curbs und rollte wenige Meter später aus.

Fernando Alonso fuhr derweil einen ungefährdeten Sieg vor Räikkönen und Ralf nach Hause. In der letzten Runde war plötzlich starke Rauchentwicklung an Buttons Honda zu sehen - ein kapitaler Motorschaden kündigte sich an. Knapp 50 Meter vor der Ziellinie bliebt der Brite stehen. Wie Nick Fry von Honda nach dem Rennen erklärte, war es eine bewusste Entscheidung des Teams, die Linie nicht zu überqueren, denn sonst hätte man eine Strafe für den Motorwechsel zwischen den Rennen aufgebrummt bekommen. So bleibt das Team straffrei, und Button ohne Punkte.

Erster WM-Punkt für jungen Amerikaner Speed
WM-Zähler holten dagegen Nick Heidfeld als Vierter vor Fisichella, Villeneuve, Barrichello und Scott Speed.

Im Fahrerklassement führt Alonso jetzt mit 28 Punkten vor Fisichella und Räikkönen mit jeweils 14 Zählern. Michael Schumacher und Button haben beide keine Punkte dazubekommen, halten aber trotzdem gemeinsam Platz 4 mit jeweils 11 Punkten.


WM-Punktestand:
F.Alonso 28 - G.Fisichella 14 - K.Räikkönen 14 - J.P. Montoya 9 - M. Schumacher 11 - Massa 4 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 11

Sieger Rennen 3

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Großer Preis von San Marino in Imola, 23. April 2006

Schumacher gewinnt Gigantenduell gegen Alonso

Michael Schumacher hat das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Weltmeister Fernando Alonso gewonnen und den Tifosi damit den erhofften Heimsieg in Imola beschert.

Schumacher fuhr auf der letzten Rille, wehrte die Angriffe Alonsos mit dem Mut der Verzweiflung ab und verwies den Renault-Piloten schließlich mit einem Vorsprung von 2,0 Sekunden auf den zweiten Platz. "Das ist ein Traumergebnis nach zwei schweren Rennen", meinte Schumacher überglücklich. Man habe zuletzt einige Fehler gemacht, doch jeder im Team hätte hart gearbeitet, sagte der Ferrari-Star weiter.

"Das war kein einfaches Rennen, aber wir haben ganz klar einen Schritt nach vorn gemacht", sagte Schumacher. Aus diesem Grund sei der Sieg auch völlig verdient gewesen. Bis auf ein paar kleinere Probleme im Mittelabschnitt sei der Ferrari absolut konkurrenzfähig gewesen, so Schumacher weiter.

Für Michael Schumacher war es der 85. Grand-Prix-Sieg seiner beispiellosen Karriere und bereits der insgesamt siebte in Imola. Zudem hatte er am Samstag die historische 66. Pole Position seiner Laufbahn erobert und damit dem legendären Brasilianer Ayrton Senna den Weltrekord entrissen.

Den dritten Platz belegte der Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der so für einen Hoffnungsschimmer bei den Mercedes-Silberpfeilen sorgte. Schumachers Teamkollege Filipe Massa fuhr auf Rang vier, WM-Mitfavorit Kimi Räikkönen kam in seinem McLaren-Mercedes nicht über Position fünf hinaus.

Enttäuschender Nachmittag für übrige Deutsche
Lange Gesichter gab es bei den anderen deutschen Rennfahrern: Toyota-Pilot Ralf Schumacher, zuletzt in Australien überraschender Dritter, enttäuschte als Neunter. Neuling Nico Rosberg landete in seinem Williams-Cosworth auf Rang elf, der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Mönchengladbacher Nick Heidfeld musste sich mit Platz 13 begnügen.

Schumacher verteidigte am Start seine Führung
Schon am Start deutete sich die erwartete Prozession auf dem 4,959 Kilometer langen Kurs - für Aufregung sorgte lediglich Takuma Sato (Super-Aguri-Honda), der sich bereits auf der Fahrt zum Grid drehte. Von der Linie kam Polesetter Schumacher am besten weg, gefolgt von Jenson Button (Honda), Felipe Massa (Ferrari) und Alonso, der einen Platz gegen Rubens Barrichello (Honda) gutmachen konnte. Alonso hätte freilich noch viel weiter nach vorne kommen können, fand aber auf den ersten Metern keinen Weg an Massa und Barrichello vorbei und musste daher seinen Geschwindigkeitsüberschuss aus der Hand geben. Immerhin lief wider Erwarten alles glimpflich ab, obwohl es in der ersten Kurve nur der Disziplin der 22 Fahrer zu verdanken war, dass es nicht zur einen oder anderen Kollision oder Berührung kam.

Spektakulärer Überschlag von Albers
Doch noch in der ersten Runde überschlug sich der Niederländer Christijan Albers (Midland-Toyota) nach einer spektakulären Karambolage mit dem Japaner Yuji Ide (Super-Aguri-Honda) mehrfach. Albers verließ das Wrack aber selbstständig und unverletzt.

Nach der Safety-Car-Phase baute Schumacher seine Führung kontinuierlich aus und konnte sich zunächst auf seinen Teamkollegen Felipe Massa verlassen. Der Brasilianer betätigte sich lange erfolgreich als "Puffer" gegen den an Position vier liegenden Alonso. Zum erbitterten Zweikampf zwischen Schumacher und dem Titelverteidiger an der Spitze des Feldes kam es nach den jeweils ersten Boxenstopps der beiden WM-Anwärter. "Schumi" wehrte in der Folge einige Überholmanöver Alonsos ab und blieb auch nach dem zweiten Stopp mit einer halben Sekunde Vorsprung vorne.

In der Anfangsphase gab es anschließend keine Überholmanöver mehr, doch in der 14. Runde wurde dem Rennen wieder Leben eingehaucht, als Barrichello mit einem viel zu langen Boxenstopp den Strategiepoker eröffnete. Eine Runde später kam Teamkollege Button herein, in Runde 16 Ralf Schumacher, in Runde 19 Felipe Massa, in Runde 20 Michael Schumacher. Am längsten konnte Alonso von den Spitzenfahrern draußen bleiben, der erst nach 25 Umläufen auftanken musste.

Alonso gewann beim ersten Stopp zwei Positionen
Der Renault-Pilot schob sich dadurch an Button und Massa vorbei und leitete das direkte Duell gegen Schumacher um den Sieg ein, in dem er zunächst zwölf Sekunden Rückstand hatte. Allerdings wurde der führende Ferrari gegen Rennmitte immer langsamer, so dass der Weltmeister früh im Rückspiegel Schumachers auftauchte und viel Druck machte. Dennoch reichte es bis auf ein Ausscheren vor der Tosa-Kurve zu keinem echten Angriff.

Während sich der Kampf um den Sieg immer mehr zuspitzte, tat sich dahinter nur wenig: Montoya schob sich durch seine Strategie Position um Position nach vorne, während die Hondas mit ihren drei Stopps immer mehr nach hinten durchgereicht wurden. Zwischendurch verabschiedeten sich dann auch die Red-Bull-Ferraris von David Coulthard und Christian Klien aus dem Rennen, die aber ohnehin keine Chance auf WM-Punkte gehabt hätten.

Schrecksekunde bei Buttons zweitem Stopp
Button sorgte zwischendurch bei seinem zweiten Boxenstopp für eine Schrecksekunde, als ihm zu früh das Signal zum Wegfahren gegeben wurde und er daher einen Teil des Tankrüssels mit sich riss. Der Honda-Pilot musste ein paar Meter weiter stehen bleiben, konnte dann aber weiterfahren. Das große Glück in jener Situation war, dass sich offenbar kein Benzin mehr im Tankschlauch befand, denn ansonsten hätte es zu einem gefährlichen Boxenfeuer kommen können.

In der 40. Runde kamen die Verfolger durch den Zweikampf zwischen Schumacher und Alonso wieder an die Spitze heran, hatten nur noch 13 Sekunden Rückstand - woraufhin Renault Alonso an die Box beorderte, weil Schumacher zu jener Zeit aus unerklärlichen Gründen um zwei Sekunden langsamer fuhr als sonst. Ferrari reagierte strategisch perfekt, holte den Führenden nur eine Runde nach Alonso ebenfalls herein und konnte so die Spitzenposition knapp behaupten.

Auch Montoya durfte sich zu den Siegern der letzten Serie an Boxenstopps zählen, denn der McLaren-Mercedes-Pilot schob sich an Massa vorbei und lag damit auf Podestkurs, doch zu jenem Zeitpunkt waren alle Augen nur noch auf die Spitze gerichtet: Schumacher hatte Alonso permanent im Rückspiegel, behielt aber die Nerven und konnte im letzten Stint auch wieder etwas schneller fahren, so dass er eigentlich nie ernsthaft in Gefahr geriet.

Diesmal kam Alonso nicht an Schumacher vorbei
Die Situation erinnerte sehr stark ans Vorjahr, als die Positionen der beiden genau vertauscht waren, und genau wie 2005 wagte der Zweitplatzierte keinen einzigen echten Angriff. Alonso bremste die Tosa-Kurve mehrfach zu spät an, kam in der Villeneuve-Schikane einmal ein paar Meter von der Ideallinie ab und steckte drei Runden vor Schluss endgültig auf, als er knapp mehr als zwei Sekunden Rückstand hatte und kein Risiko mehr eingehen wollte.

Schumacher fuhr damit einen besonders wertvollen Sieg ein, genoss anschließend die Auslaufrunde so intensiv wie selten zuvor und feierte auch bei der Siegerehrung mit einem schweren Stein weniger am Herzen. Montoya sicherte sich Platz drei, während Massa und Räikkönen bis zum Schluss nur durch wenige Meter getrennt waren. Webber, Button und Giancarlo Fisichella (Renault), der den längsten ersten Stint aller Piloten fuhr, wurden ebenfalls mit WM-Punkten belohnt


WM-Punktestand:
F.Alonso 36 - G.Fisichella 15 - K.Räikkönen 18 - J.P. Montoya 15 - M. Schumacher 21 - F.Massa 9 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 13 - R.Barrichello 2

Sieger Rennen 4

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Großer Preis von Europa auf dem Nürburgring, 07. Mai 2006

Schumacher gewinnt Heimspiel auf dem Nürburgring!

Unter dem Jubel der heimischen Fans gewann Ferrari-Pilot Michael Schumacher souverän den Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Dem Deutschen geschlagen geben musste sich Weltmeister Fernando Alonso, den Schumacher bei der zweiten Runde an Boxenstopps hatte überholen können. Platz drei sicherte sicherte sich erstmals in seiner Karriere Felipe Massa im zweiten Ferrari.

Am Start verteidigte Alonso seine Pole Position souverän, doch Schumacher, der von der schmutzigeren Fahrbahnseite losfahren musste, kam von der Linie etwas schlechter weg und hätte beinahe eine Position gegen Felipe Massa verloren. Allerdings spielte der siebenfache Weltmeister seine Routine aus, bremste extrem spät und zeigte somit seinem Teamkollegen, wer bei Ferrari die Nummer eins ist und wer nicht.

In der engen ersten Kurve lief alles mehr oder weniger glatt ab, sieht man einmal von einem Gerangel zwischen Vitantonio Liuzzi (Toro-Rosso-Cosworth), David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) und Ralf Schumacher (Toyota) ab: "Schumi II" konnte weiterfahren, doch die beiden Red-Bull-Autos wurden im Bereich der Nase beschädigt. Coulthard rettete sich erst an die Box, blieb aber etwas später stehen, Liuzzi drehte sich jedoch auf dem Weg dorthin unglücklich und löste so eine kurze Safety-Car-Phase aus.

Hinter dem Spitzentrio lag zu jenem Zeitpunkt Jenson Button vor Kimi Räikkönen, Jarno Trulli (Toyota), dem schlecht gestarteten Rubens Barrichello (Honda) und Jacques Villeneuve (BMW Sauber F1 Team). Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) war anfangs Neunter vor Giancarlo Fisichella und Juan-Pablo Montoya, während Mark Webber (Williams-Cosworth) nach einem Superstart schon auf Rang 13 aufschien.

Am Ende der vierten Runde bremsten sich binnen weniger Sekunden Räikkönen an Button und Montoya an Fisichella vorbei, während auch Nico Rosberg (Williams-Cosworth) vom letzten Startplatz aus durch das Feld pflügte und erst an 16. Position liegend von Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth) in seinem Vorwärtsdrang gebremst wurde. Der Deutsche hatte jedoch von allen Fahrern am meisten Benzin an Bord und musste deshalb kein unnötiges Risiko eingehen.

An der Spitze setzten sich Alonso, Schumacher und Massa leicht von den Verfolgern ab, dahinter konnte auch Button nicht ganz das Tempo von Räikkönen gehen. Zu tatsächlichen Zweikämpfen auf der Strecke kam es aber nicht, sondern die Stars gaben sich durch die Bank damit zufrieden, die ersten Boxenstopps abzuwarten. In genau dieser Phase musste außerdem Webber nach einem Ausritt in der Mercedes-Arena mit Verdacht auf ein technisches Problem aussteigen.

Alonso eine Runde früher als Schumacher an der Box
In Runde 16 fuhren sowohl Alonso als auch Schumacher eine identische Rundenzeit von 1:33.2, ehe Alonso einen Umlauf später - gleichzeitig mit Massa - zu seinem ersten Stopp an die Box kommen musste. Schumacher, dessen Tankfüllung wohl noch die eine oder andere Runde mehr erlaubt hätte, blieb einen Umlauf länger draußen, konnte daraus zunächst aber keinen Nutzen ziehen. Die Führung erbte dadurch Räikkönen, der seinen "Silberpfeil" erst in Runde 23 auftanken lassen musste, aber ebenfalls keine Position gutmachen konnte.

Die Entscheidung beim zweiten Stop:
In der 38. Runde ging es dann in die Entscheidung: Erst bog Alonso zu seinem zweiten Stopp ab, dann drehte der nunmehr führende Schumacher zwei schnellste Runden - und weil der Lokalmatador dank des beim ersten Stopp noch nicht ganz leeren Tanks drei Runden länger draußen bleiben konnte als sein Rivale im Fight um den Sieg, führte der Ferrari-Kommandostand quasi in der Boxengasse relativ komfortabel - sogar um etwas mehr als sechs Sekunden - mittels einer taktischen Finte die Entscheidung herbei.

Nur 1,1 Sekunden zwischen dem Zweiten und Vierten
Unmittelbar dahinter konnte Räikkönen aus seinem späten Stopp gegenüber Massa wieder keinen Nutzen ziehen, auch wenn Alonso, Massa und Räikkönen auf der Ziellinie nur durch 1,1 Sekunden getrennt waren.

Während vorne die Positionen bezogen waren, lieferten sich Barrichello, Ralf Schumacher, Fisichella, Rosberg und Montoya einen Fünfkampf um vier Punkteränge, in dem es jedoch zu keinen Verschiebungen durch echte Zweikämpfe kam. Stattdessen mischte sich der Defektteufel ein: Praktisch zeitgleich mussten Schumacher mit kaputtem Toyota-Motor aufgeben und Montoya mit technischen Problemen stehen bleiben. Dadurch rutschte Villeneuve als Achter noch in die Punkte.

Nur 13 von 22 Autos im Ziel
Weil auch die beiden Super-Aguri-Hondas - Grand-Prix-Debütant Franck Montagny schlug sich tapfer, lag aber stets hinter seinem Teamkollegen Takuma Sato - ausfielen, sahen am Nürburgring nur 13 von 22 gestarteten Autos die Zielflagge. Umso enttäuschender das Abschneiden von Jarno Trulli (Toyota) und Heidfeld, die die Positionen neun und zehn belegten. Dahinter wurden noch Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth), Tiago Monteiro und Christijan Albers (beide MF1-Toyota) gewertet.

In der Fahrer-WM setzen sich Alonso (44) und Schumacher (31) schön langsam ein wenig von den Verfolgern ab - nur Räikkönen (23) und Fisichella (18) liegen noch einigermaßen in hoffnungsvoller Lauerstellung. Auch bei den Konstrukteuren gab es ganz vorne keine Verschiebungen, obwohl Ferrari (46) den Abstand zu Renault (62) verkürzen konnte. Viel wichtiger ist aber: Die Roten scheinen nun tatsächlich überall siegfähig zu sein...


WM-Punktestand:
F.Alonso 44 - G.Fisichella 18 - K.Räikkönen 23 - J.P. Montoya 15 - M. Schumacher 31 - F.Massa 15 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 13 - R.Barrichello 6 - N.Heidfeld 5

Sieger Rennen 5

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Großer Preis von Spanien in Barcelona, 14. Mai 2006

Spanien steht Kopf: Alonso gewinnt in Barcelona!

Vor dem Start war klar, dass es aus Sicht von Schumacher wichtig sein würde, an Fisichella vorbeizukommen, doch die beiden Renaults beschleunigten perfekt und ließen ihm keine Chance. Stattdessen kam Felipe Massa im zweiten Ferrari so gut weg, dass er hundert Meter vor der ersten Kurve fast auf gleicher Höhe mit Schumacher war, allerdings verzichtete er darauf, eine waghalsige Attacke zu lancieren, schirmte Schumacher stattdessen nach hinten ab.

Kimi Räikkönen kam nach einem Superstart als Fünfter aus der ersten Runde zurück, gefolgt von Rubens Barrichello, Jenson Button, Jarno Trulli, Ralf Schumacher, Nick Heidfeld, Juan-Pablo Montoya.

Fisichella als unauffälliger Puffer für Alonso
An der Spitze spielte Renault die Taktik mit Fisichella als Puffer zwischen Alonso und Schumacher optimal aus, ohne jemals in den unfairen Bereich zu gehen, so dass die beiden Siegesanwärter nach 13 Runden schon um zehn Sekunden voneinander getrennt waren. Überhaupt setzten sich die Renaults und Ferraris vom Rest des Feldes ab - Räikkönen konnte den Anschluss nicht halten.

In der 16. Runde erreichten die Ereignisse dann ihren ersten Höhepunkt, als Ferrari zunächst einen Boxenstopp vortäuschte, um die Konkurrenz zu irritieren, und Ralf Schumacher fast zeitgleich bei einem viel zu optimistischen Überholversuch gegen seinen Teamkollegen Trulli die Nase verlor. Der Deutsche kam zur Reparatur an die Box, spielte in der Folge aber keine Rolle mehr und musste einige Runden später ganz aufgeben.

Schumacher vorbei an Fisichella beim ersten Stopp
Alonso kam in der 17. Runde zu seinem ersten Boxenstopp, stand 8,5 Sekunden still und kam vor Räikkönen als Vierter wieder auf die Strecke zurück. Einen Umlauf später holte sich auch Fisichella neue Reifen und Benzin ab - und wieder eine Runde später kam das Aus für Montoya: Der Kolumbianer in der zweiten Kurve sein Heck. Dabei landete er so ungünstig im Kiesbett, dass er nicht mehr weiterfahren konnte.

Die damit einhergehenden gelben Flaggen kamen für den zu jenem Zeitpunkt vorübergehend führenden Schumacher natürlich ungünstig, denn so konnte er seinen Rückstand mit fast leerem Tank nicht wirklich verringern. Ungeachtet dessen gelang es ihm, nach seinem Boxenstopp in der 23. Runde vor Fisichella wieder auf die Strecke zu kommen. Allerdings betrug sein Rückstand auf den führenden Alonso unverändert mehr als zehn Sekunden.

Ausritt von Fisichella blieb ohne Folgen
Fisichella wurde in jener Phase angewiesen, Schumacher von hinten unter Druck zu setzen, kam dabei aber kurz von der Strecke ab und musste sich von jenem Zeitpunkt an eher gegen den hinter ihm liegenden Massa verteidigen. Noch im Zuge der ersten Boxenstopps schob sich Button an Barrichello vorbei, während Heidfeld dank eines langen ersten Stints den achten Platz einnahm und nach hinten absicherte.

In der 29. Runde lag Alonso damit vor Schumacher, Fisichella, Massa, Räikkönen, Button, Barrichello und Heidfeld in den Punkterängen - und daran sollte sich bis zum Schluss auch nichts mehr ändern. Pech hatte Trulli, dessen Toyota nach der Kollision mit Ralf Schumacher nie mehr so schnell war wie davor und daher Position für Position nach hinten durchgereicht wurde, während sich Villeneuve im Gegensatz dazu als einziger Einstopper auf Rang zwölf nach vorne arbeitete.

Alonso und Fisichella kamen in Runde 41 beziehungsweise 42 zum jeweils zweiten Mal an die Box, wobei Alonso einen brandneuen Satz Michelins aufziehen ließ und dadurch trotz seines schwereren Autos zunächst fast dieselben Rundenzeiten fahren konnte wie der wieder vorübergehend führende Schumacher. Letzterer stand in der 46. Runde 7,2 Sekunden an der Box und kam als Zweiter mit zwölf Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke zurück - womit die Entscheidung endgültig gefallen war.

In der Weltmeisterschaft verändert das Resultat von Barcelona nicht allzu viel, sieht man einmal davon ab, dass Alonso seinen Vorsprung auf Schumacher wieder auf 15 Punkte ausbauen konnte - womit er auch nach dem nächsten Rennen in Monaco definitiv in Führung liegen wird. Dritter ist nun Räikkönen, Vierter Fisichella und Fünfter Massa. Bei den Konstrukteuren führt Renault (78) weiterhin vor Ferrari (59) und McLaren-Mercedes (42).

Abgesehen davon scheint sich nach den knappen Abständen der ersten Rennen langsam eine Zweiklassengesellschaft in der Formel 1 abzuzeichnen, denn Renault und Ferrari fuhren heute in ihrer eigenen Liga, während McLaren-Mercedes und Honda mehr und mehr den Anschluss zur Spitze verlieren. Im Mittelfeld gab es - bei positiven Tendenzen für Toyota - keine wesentlichen Verschiebungen. Große Enttäuschung jedoch: Red-Bull-Ferrari gehört momentan nicht mehr in die Top 10.


WM-Punktestand:
F.Alonso 54 - G.Fisichella 24 - K.Räikkönen 27 - J.P. Montoya 15 - M. Schumacher 39 - F.Massa 20 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 16 - R.Barrichello 8 - N.Heidfeld 6

Sieger Rennen 6

ab zur Auswahl

Großer Preis von Monaco in Monte Carlo, 28. Mai 2006

Fernando Alonso siegt im Fürstentum

Mit einem Sieg beim Großen Preis von Monaco ist Fernando Alonso seinem zweiten Weltmeistertitel ein ganzes Stück näher gekommen. Der Spanier überquerte als erster vor Juan Pablo Montoya und "Superman" David Coulthard die Ziellinie. Michael Schumacher, wegen einer Strafe von Platz 22 gestartet, holte sich mit einem fünften Platz immerhin drei Zähler, liegt jetzt aber schon 21 Punkte hinter Alonso. Kimi Räikkönen, der ebenfalls klare Siegchancen hatte, fiel mit einem Motorschaden aus.

Vor dem Start drehte sich zunächst noch alles um den Skandal um Michael Schumacher, der im Top-10-Finale am Samstag laut FIA absichtlich die Strecke blockiert hatte und deshalb in der Startaufstellung ganz nach hinten versetzt wurde. Der Ferrari-Pilot äußerte sich vor dem Rennen nicht mehr zu dem Zwischenfall, entschied sich aber dafür, aus der Boxengasse loszufahren, um mit einem schweren Auto seine Aufholjagd beginnen zu können.

Alonso wieder mit dem besten Start
Auch, wenn insgesamt sechs Autos das Rennen nicht beenden konnten (darunter die beiden Williams-Piloten Nico Rosberg und Mark Webber, wobei letzterer klar auf Podestkurs war), war das Rennen nicht sonderlich ereignisreich. Beim Start blieb Alonso klar vorne, nach wenigen Minuten überholte Kimi Räikkönen bereits den bis dahin auf Position zwei liegenden Mark Webber. Lediglich die beiden Midland-Piloten sorgten kurz für Aufsehen, als Christijan Albers seinen Teamkollegen Tiago Monteiro fast in die Wand drängte und für den Verlust des Frontflügels des Portugiesen sorgte.

Räikkönen wieder einmal Pechvogel des Rennens
Danach sorgte allein die Spitze für etwas Spannung, als Räikkönen auf Alonso aufholte und den Spanier etwas unter Druck setzte, allerdings nie in eine Position kam, in der er seinen größten Widersacher aus dem letzten Jahr unter Druck zu setzen. Auch die Boxenstops halfen dem Finnen nicht, letztendlich fiel er sogar wegen eines technischen Defekts aus - danach war Alonsos Sieg nicht mehr in Gefahr.

Schumacher mit schnellster Runde im Rennen
Michael Schumacher konnte vor allem durch die Safety-Car-Phase profitieren, die der Ausfall Mark Webbers herbeiführte. Während viele Piloten stoppten, konnte der Ferrari-Fahrer aufgrund seiner Ein-Stop-Strategie viele Positionen aufholen. Zumindest einen Punkt schien der Kerpener sicher zu haben, als auch noch weitere Piloten (namentlich Räikkönen, Rosberg und Trulli) ausfielen und ihm weitere Positionen bescherten. Zum Schluss setzte Schumacher noch seinen ehemaligen Teamkollegen Rubens Barrichello unter Druck, der Honda-Pilot konnte den Ex-Weltmeister aber hinter sich halten. Von den Ausfällen profitierten auch Nick Heidfeld und Ralf Schumacher, die als Siebt- und Achtplatzierte ebenfalls punkten konnten.

Für Aufsehen sorgte im Laufe des Rennens auch der Renault-Pilot Giancarlo Fisichella, der innerhalb weniger Runden gleich zwei Fahrer (David Coulthard und Jacques Villeneuve) überholen konnte - obwohl Überholmanöver im Fürstentum eigentlich praktisch unmöglich sind. Zu mehr als einem sechsten Platz hat es für den Römer aber letztendlich nicht gereicht. Nach sieben Rennen der Saison 2006 ist also klar, dass unter normalen Umständen nur Michael Schumacher Alonso seinen zweiten WM-Titel streitig machen kann. Alonso führt in der Weltmeisterschaft mit 64 Punkten vor Schumacher mit 43 Zählern, Fisichella und Räikkönen haben jeweils 27 Punkte.

WM-Punktestand:
F.Alonso 64 - G.Fisichella 27 - K.Räikkönen 27 - J.P. Montoya 23 - M. Schumacher 43 - F.Massa 20 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 13 - N.Heidfeld 8

Sieger Rennen 7

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Großer Preis von Großbritannien in Silverstone, 11. Juni 2006

Alonso feiert souveränen Sieg in Silverstone

Fernando Alonso fuhr beim Großen Preis von Großbritannien einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg nach Hause und baute damit seinen Vorsprung im WM-Klassement auf 23 Punkte aus. Michael Schumacher konnte nur noch Schadensbegrenzung betreiben und sicherte sich Platz 2 vor Räikkönen und Fisichella. Ralf Schumacher nützte seine gute Startposition nichts - er fiel in der ersten Runde nach einer Kollision aus.

Ralf Schumacher schon in Becketts aus dem Rennen
Der Vorteil, den Großen Preis von Silverstone im Juni abzuhalten, war offensichtlich: die üblichen Wetterkapriolen blieben aus. Am Rennsonntag zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite: warm und sonnig, ohne auch nur eine einzige Regenwolke in Sicht. Ebenso geradlinig wie das Wetter entwickelte sich auch der Rennverlauf. Beim Start scherbelte es zwischen Scott Speed, Ralf Schumacher und Mark Webber heftig. Speed drängte Schumacher von der Strecke, der wiederum kollidierte, als er zurückkam, mit dem Williams-Piloten. Für alle drei Fahrer war das Rennen beendet, das Safety Car kam auf die Strecke, der Vorfall wir noch von den Stewards untersucht. Das sollte aber auch der einzige nennenswerte Zwischenfall bleiben, ansonsten verlief das Rennen weitestgehend frei von Überraschungen.

Alonso konnte seine Pole-Position scheinbar mühelos in eine Führung umwandeln, und auch beim fliegenden Start nach dem Ende der Safety-Car-Phase in Runde 3 hatte der Renault-Überflieger die Nase vorn. Hinter ihm behakten sich Räikkönen und Schumacher, aber obwohl es zwischen den beiden Kampfhähnen sehr eng wurde, änderte sich an den Positionen aus der Startaufstellung im Spitzenfeld zunächst nichts.

Alonso führte in der Anfangsphase des Rennens vor Räikkönen, Schumacher, Massa, Fisichella, Heidfeld, Montoya und Barrichello. Jenson Button startete eine rasante Aufholjagd von Platz 19 aus, musste aber schon bald mit einem kapitalen Motorschaden kapitulieren. - Ein enttäuschendes Heimrennen für den Honda-Piloten!

Zwischen Alonso, Räikkönen und Schumacher ging es anfangs heiß her, doch das gesamte Feld zog sich im Laufe des Rennens immer weiter auseinander. In der zehnten Runde hatte Alonso bereits 1,4 Sekunden Vorsprung, die er bis zu seinem Boxenstopp noch einmal verdoppeln konnte. Eröffnet wurden die Stopps in Runde 17 von Jarno Trulli (Toyota), in der 18. folgte Schumacher, in der 19. Räikkönen und Massa. Alonso musste erst im 22. Umlauf nachtanken.

Durch den langen ersten Stint war die Entscheidung um den Sieg praktisch schon gefallen, denn der amtierende Weltmeister kam nach 8,0 Sekunden Standzeit mit 10,7 Sekunden Vorsprung auf Räikkönen wieder auf die Strecke. Schumacher lag unverändert an dritter Position, doch Fisichella konnte sich an Massa vorbei auf Platz vier nach vorne schieben. Ansonsten blieb die Reihung jedoch über weite Strecken hinweg eher statisch.

Heidfeld mit starker Leistung in den Punkten
Eine solide Leistung lieferte Heidfeld ab, der durch die Boxenstopps der Konkurrenz kurzfristig sogar als Zweiter geführt wurde, nach dem Nachtanken aber wegen eines fehlenden ersten Ganges jeweils Probleme beim Anfahren hatte. So blieb unter anderem Montoya vor ihm - die beiden kamen auf den Positionen sechs und sieben ins Ziel. Dafür gewann Jacques Villeneuve für das BMW Sauber F1 Team beim letzten Stopp den achten Platz gegen Nico Rosberg (Williams-Cosworth

Alonso baute seinen Vorsprung im zweiten Renndrittel bis auf 12 Sekunden aus, während Schumacher und Räikkönen nach wie vor dicht hintereinander fuhren. - Ein Umstand, der Räikkönen zum Verhängnis wurde, denn während er (eine Runde nach Schumacher) zum zweiten Mal in der Box war, schlüpfte Schumacher durch und eroberte damit Platz 2. Auch Fisichella wäre durch seinen zweiten Stopp beinah an Räikkönen vorbeigekommen, aber am Ende hatte der Finne hauchdünn die Nase vorn.

An diesem Klassement änderte sich bis zur Zielüberfahrt nichts: Alonso holte sich seinen fünften Saisonsieg, Schumacher und Räikkönen blieben nur die Plätze 2 und 3. Fisichella verpasste das Podium als Vierter ganz knapp; Massa wurde Vierter vor Montoya. Dahinter holten beide BMW-Piloten Punkte für ihr Team: Heidfeld auf Platz 7, Villeneuve als Achter.


WM-Punktestand:
F.Alonso 74 - G.Fisichella 32 - K.Räikkönen 33 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 51 - F.Massa 24 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 13 - N.Heidfeld 10

Sieger Rennen 8

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Großer Preis von Kanada in Montreal, 25. Juni 2006

Alonso siegt souverän vor Schumacher

Alonso und Fisichella waren mit einer Doppelpole für Renault unter besten Voraussetzungen in das Rennen gestartet, mit einem Frühstart machte sich Fisichella die gute Ausgangsposition schon vor der ersten Kurve zunichte. Als der Römer seinen kleinen Vorteil bemerkte, hielt er wieder an und musste so Räikkönen an sich vorbeiziehen lassen. Später wurde Fisichella noch mit einer Durchfahrtstrafe für das frühe Anfahren bestraft, sein vierter Platz unterstreicht aber trotzdem die starke Form Renaults.

Kimi Räikkönen konnte sich somit mit seinem dritten Platz für McLaren zurückmelden - zuletzt lag das britische Team immer klar hinter Renault und Ferrari, Michael Schumacher hatte aber heute lange Zeit gegen den Finnen keine Chance. Lediglich ein Fehler Räikkönens in der vorletzten Runde brachte dem Kerpener seinen zweiten Platz ein.

Juan Pablo Montoya empfahl sich hingegen nicht für das zweite Cockpit des Teams im kommenden Jahr: Der Kolumbianer trug zumindest eine Mitschuld an einem Unfall mit Nico Rosberg, der den Williams-Piloten ins Aus beförderte, überholte dann auch noch in einer Gelbphase, was ihm eine Zeitstrafe einbrachte und beschädigte das Auto kurz darauf in der letzten Kurve der Strecke, so dass er den McLaren abstellen musste.

Überhaupt hatten heute viele Fahrer mit fehlendem Grip abseits der Ideallinie zu kämpfen. Räikkönen rutschte in der letzten Kurve aus, auch Alonso und Schumacher mussten einige Male an einigen Stellen "abkürzen". Ralf Schumacher schien die Haarnadelkurve besonders zu mögen, der Kerpener drehte sich gleich mehrere Male von der Strecke. Lokalmatador Jacques Villeneuve flog bei einem versuchten Überrundungsmanöver gegen Ralf Schumacher auf Punktekurs liegend ab, die Midland-Piloten Monteiro und Albers rammten sich gleich gegenseitig von der Strecke, wobei der Portugiese mit einigen Runden Rückstand weiterfahren konnte.

Freuen darf sich hingegen David Coulthard, der nach einer starken Leistung wieder einen Punkt für Red Bull holen durfte - und sich somit erneut für die nächste Saison empfiehlt. Auch Jarno Trulli konnte sich endlich wieder einmal über einige Punkte für Toyota freuen, während sein Teamkollege Ralf Schumacher nach einem Rennen zum Vergessen leer ausgeht. Der undankbare neunte Rang geht dieses Mal an Jenson Button - nach einem respektablen Rennen geht Button nach diesem Rennen leer aus, durch einen Ausfall Barrichellos holt Honda in Kanada keine Punkte.

WM-Punktestand:
F.Alonso 84 - G.Fisichella 37 - K.Räikkönen 39 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 59 - F.Massa 28 -
J.Trulli 3 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 13 - N.Heidfeld 12

Sieger Rennen 9

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Großer Preis der USA in Indianapolis, 02. Juli 2006

Lupenreiner Ferrari-Doppelsieg in Indianapolis

Den Start entschied zunächst Felipe Massa vom zweiten Platz aus von sich, denn der Teamkollege des mehrfachen Ferrari-Weltmeisters stach als Erster in die erste Kurve. Von hinten wäre beinahe sogar noch Fernando Alonso an Schumacher vorbeigegangen, doch der amtierende Champion musste nach einem sehenswerten Rad-an-Rad-Fight zurückstecken und sich zunächst mit Rang drei vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella abfinden. Rubens Barrichello (Honda) folgte als Fünfter.

Jacques Villeneuve (BMW Sauber F1 Team), Ralf Schumacher (Toyota) und Nico Rosberg (Williams-Cosworth), der einen Raketenstart erwischte und in der ersten Kurve das nötige Glück hatte, kamen auf den Positionen sechs bis acht aus der ersten Runde zurück. Insgesamt überstanden die ersten 4,192 Kilometer nur 15 Piloten, denn gleich auf den ersten hundert Metern gab es zwei voneinander unabhängige Karambolagen in den ersten beiden Kurven.

Montoya schob Räikkönen von hinten an
Der vordere Crash wurde am ehesten von Juan-Pablo Montoya ausgelöst, der seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen beim Einlenken in Kurve zwei leicht anschubste und damit eine Kettenreaktion auslöste, bei der unter anderem Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) in einen Überschlag geschickt wurde. Der Deutsche hatte aber mehrere Schutzengel und entstieg unverletzt dem zerstörten Auto.

Weiter hinten wurde die erste Kurve ebenfalls für einige Piloten zu eng: Christian Klien (Red-Bull-Ferrari) dürfte nach mäßigem Start und einer Feinberührung quer ins Rutschen gekommen sein, womit er ebenfalls eine Kettenreaktion auslöste. Damit waren nach zwei Crashes Räikkönen, Montoya, Heidfeld, Mark Webber (Williams-Cosworth), Lokalmatador Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth), Franck Montagny (Super-Aguri-Honda) und eben Klien eliminiert.

Naturgemäß musste das Safety-Car auf die Strecke geschickt werden. In der neutralisierten Phase stellte dann auch noch Jenson Button (Honda) sein Auto an der Box ab, und beim Restart dürften sich Tiago Monteiro (MF1-Toyota) und Takuma Sato (Super-Aguri-Honda) in die Haare geraten sein, die daraufhin ihren Arbeitstag ebenfalls beenden mussten.

Fisichella durfte Alonso in Runde 15 überholen
Vorne zogen die beiden Ferraris gleich auf und davon, während Fisichella in der 15. Runde nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich an Alonso, dessen Balance und Motorleistung nicht ideal waren, vorbeiging und sich von seinem Teamkollegen rasch absetzen konnte.

Praktisch zeitgleich kam in Runde 24 Barrichello als Erster an der Box, während die Ferraris im 29. (Schumacher) beziehungsweise 30. (Massa) Umlauf nachtanken und Reifen wechseln ließen.

Massa hatte seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf 1,5 Sekunden ausgebaut, dennoch konnte er beim ersten Stopp seine Führung nicht verteidigen. Durch die Stopps der Renaults wurde dann Trulli zwischenzeitlich auf Rang drei gespült, denn der Italiener setzte gemeinsam mit David Coulthard (Red-Bull-Ferrari), Vitantonio Liuzzi (Toro-Rosso-Cosworth) und Rosberg auf eine Einstoppstrategie, während alle anderen zweimal regulär an die Box kamen.

Liuzzi mit erstem Punkt für die Scuderia Toro Rosso
Apropos Coulthard, Liuzzi und Rosberg: Das Trio lieferte sich einen spannenden Fight, wobei Rosberg durch seinen Stopp hinter Coulthard zurückfiel. Glück hatte wiederum Vitantonio Liuzzi, der Rosberg gegen Rennende mit einem starken Manöver überholt hatte: Der Italiener holte den ersten WM-Punkt für die Scuderia Toro Rosso überhaupt.

Vorne ließ sich Schumacher die Butter in einer ereignislosen zweiten Rennhälfte nicht mehr vom Brot nehmen, kam vor Massa, Fisichella, Trulli, Alonso, Barrichello, Coulthard, Liuzzi und Rosberg ins Ziel. Insgesamt wurden nur neun von 22 gestarteten Fahrzeugen gewertet, womit acht von neun Piloten für ihre Zuverlässigkeit mit Zählbarem belohnt wurden. Damit war Indianapolis der bisher ausfallsreichste Grand Prix der Saison.

Auch in der Weltmeisterschaft bewegte sich heute einiges: Schumacher hat seinen Rückstand auf Alonso auf 19 Punkte reduziert, womit Alonso jedoch bei acht verbleibenden Rennen nach wie vor lauter zweite Plätze in jedem Fall zum WM-Titel reichen würden. In der Konstrukteurswertung hat Ferrari den Abstand zu Renault verringert, der Stand ist nun 105:131 gegen die Italiener. Auf Platz drei liegen trotz des Doppelausfalls in den USA die "Silberpfeile" mit 65 Zählern.


WM-Punktestand:
F.Alonso 88 - G.Fisichella 43 - K.Räikkönen 39 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 69 - F.Massa 36 -
J.Trulli 8 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 16 - N.Heidfeld 12

Sieger Rennen 10

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Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours, 16. Juli.2006

Souveräner Sieg für Schumacher in Magny-Cours

Beim Start konnten sich sowohl Schumacher als auch sein Teamkollege Felipe Massa vor Fernando Alonso, der als Dritter ins Rennen ging, halten. Zu Beginn setzte der Renault-Pilot Massa zwar stark unter Druck, letztendlich konnte sich der Brasilianer aber vor Alonso halten. Auch sonst verlief der Start relativ unspektatkulär, lediglich einige Piloten, die ungewöhnlich weit hinten starten mussten (namentlich Villeneuve, Liuzzi und Rosberg) konnten einige Plätze gut machen.

Schumacher baute Vorsprung kontinuierlich auf
Wieder einmal wurde das Rennen durch die Strategie entschieden. Während Michael Schumacher vorne das Tempo angab, lag Massa schnell einige Sekunden hinter dem Ex-Weltmeister und hielt den Verfolger Alonso somit auf Distanz. Beide Ferrari-Piloten waren auf einer Drei-Stop-Strategie und konnten bei den beiden ersten Boxenstops problemlos vor Fernando Alonso bleiben. Lediglich zwischen dem jeweils zweiten Stop Schumachers und Alonsos steckte der Kerpener einige Runden hinter dem Weltmeister fest, konnte nach dessen Stop aber wieder so starke Rundenzeiten hinlegen, dass auch sein dritter Stop die Führung nicht gefährdete.

Felipe Massa konnte sein Rennen hingegen nicht ganz so gut einteilen und fiel nach seinem dritten Stop hinter Alonso zurück. Angesichts des weiterhin recht großen Vorsprungs in der Weltmeisterschaft für Alonso dürfte dies die Freude über den Schumacher-Sieg bei Ferrari etwas geschmält haben, immerhin konnte Schumacher so bei diesem Rennen nur zwei Punkte auf Alonso aufholen.

Ausfälle gab es im Rennen recht wenige. Der Super Aguri von Takuma Sato streikte bereits vor der Einführungsrunde und blieb kurz nach dem Start vollends stehen. Tiago Monteiro leistete sich einen Abflug über die Randsteine und beschädigte seinen Midland so stark, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Jarno Trulli schied ebenso wie Jenson Button mit einem technischen Defekt aus, Mark Webber konnte nach einem Reifenplatzer zwar zunächst weiterfahren, parkte seinen Williams letztendlich aber doch in der Garage.

Erfreulich verlief das Rennen für Ralf Schumacher, der trotz eines verpatzten Boxenstops immerhin Vierter werden konnte, und Nick Heidfeld, der für BMW Sauber wieder einmal einen Punkt holte. Der vierte Deutsche im Feld, Nico Rosberg, konnte sich nach seiner Rückversetzung in der Startaufstellung wegen eines Motorwechsels nicht wirklich durch das Feld nach vorne arbeiten - der Williams-Pilot holte lediglich Platz 14. Der Monotoya-Ersatzmann Pedro de la Rosa konnte mit seinem diesjährigen Grand-Prix-Debüt wiederum zufrieden sein: Als Siebter holte der Spanier zwei Punkte und lag nur zwei Plätze hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen.

WM-Punktestand:
F.Alonso 96 - G.Fisichella 46 - K.Räikkönen 43 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 79 - F.Massa 42 -
J.Trulli 8 - R. Schumacher 13 - J.Button 16 - R.Barrichello 16 - N.Heidfeld - 13

Sieger Rennen 11

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Großer Preis von Deutschland in Hockenheim, 30. Juli 2006

Überlegener Ferrari-Doppelsieg in Hockenheim

Ferrari feierte bei sonnigen Bedingungen und bis zu 33 Grad Hitze einen überlegenen Doppelsieg in Hockenheim. Dritter wurde trotz eines verpatzten ersten Boxenstopps Kimi Räikkönen auf McLaren-Mercedes.

Der Start verlief erstaunlich reibungslos, 21 Autos schlängelten sich unfallfrei durch die enge erste Kurve - nur Sakon Yamamoto (Super-Aguri-Honda) kam aus der Boxengasse mit dem neuen SA06-Chassis nicht vom Fleck. Räikkönen münzte an der Spitze seine Pole Position ungefährdet in die Führung um, hatte hinter sich Michael Schumacher und Felipe Massa im Schlepptau. Dieses Trio konnte sich auch sofort vom Rest absetzen.

Alonso patzte nach gutem Start in der Haarnadel
Vierter war zunächst Giancarlo Fisichella, unmittelbar gefolgt von seinem Renault-Teamkollegen Fernando Alonso, der einen tollen Start erwischte, in der Haarnadel aber nach außen getragen wurde, wertvolle Meter einbüßte, die Situation trotzdem noch halbwegs retten konnte. Allerdings mussten beide Renaults schon wenig später Jenson Button im Honda passieren lassen, der damit als Vierter in einer guten Ausgangsposition war.

Ebenfalls in der Haarnadel kam es zu einigen Rangeleien - unter anderem kollidierte David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) mit Ralf Schumacher (Toyota), der sich daraufhin einen neuen Frontflügel abholen musste. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch die beiden BMW Sauber F1 Team Piloten Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve. Letzterer konnte das Rennen zwar noch lange fortsetzen, lag aber hoffnungslos zurück - ein Wochenende zum Abhaken für den deutsch-schweizerischen Rennstall.

Frühe Ausfälle von Nico Rosberg und Pedro de la Rosa
Nico Rosberg sorgte unterdessen führ den ersten Ausfall des Rennens: Der Williams-Pilot rutschte am Eingang vom Motodrom von der Strecke und musste den Grand Prix nach nur einer Runde in den Reifenstapeln beenden. Wenig später rollten auch Pedro de la Rosa im zweiten McLaren, sowie Super-Aguri-Pilot Sakon Yamamoto aus.

Früher Stop von Kimi
Nach nur zehn Runden steuerte der Führende Räikkönen die Box an, nachdem sich der Finne bis dato ein wenig vom Rest des Feldes hatte absetzen können. Beim Stopp gab es beim Festziehen des rechten Hinterrades jedoch ein Problem, sodass der Finne mit 15 Sekunden deutlich zu lang stand. Seine Chancen auf den Sieg waren somit dahin, da Michael Schumacher und Felipe Massa anschließend das Rennen klar dominierten und sich immer weiter vom restlichen Feld absetzen konnten.

Nick Heidfeld war nach neun Runden der nächste Fahrer, der beim Heimspiel aufgeben musste. Der Mönchengladbacher wurde im BMW-Sauber rückwärts in die Garage geschoben, offenbar die Folge eines Reifenschadens. Zehn Runden später fiel Rubens Barrichello aus, dessen Honda nach dem Boxenstopp mit brennendem Heck ausrollte. Zuvor hatte der Brasilianer erfolgreich Mark Webber für Platz fünf überholen können.

Unfall von Villeneuve in der Zielkurve
Jacques Villeneuve markierte den nächsten Ausfall. Der Kanadier lag nach einer Kollision in der ersten Runde, wodurch sein Frontflügel beschädigt worden war, hoffnungslos zurück, verlor in der letzten Kurve die Kontrolle über seinen BMW-Sauber und flog in die Reifenstapel. Villeneuve blieb unverletzt, sein Auto war hingegen Schrott.

An der Spitze gab es im Rennverlauf keine Veränderungen: Michael Schumacher und Felipe Massa behielten nach ihren jeweiligen Stopps die ersten beiden Positionen und lagen mit komfortablen Vorsprüngen von teilweise über 40 Sekunden vor dem restlichen Feld. Dahinter fuhr ein starker Jenson Button im Honda, der wenige Runden vor Schluss noch von Kimi Räikkönen überholt wurde. Der Finne war nach seinem verkorksten ersten Stopp zeitweise nur Achter, arbeitete sich dank seiner Aufholjagd jedoch noch auf einen Podiumsplatz nach vorne.

Blass blieben am heutigen Rennsonntag die beiden Renault von Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella: Beide fuhren verhaltene Rundenzeiten und kamen nur auf den Positionen fünf und sechs ins Ziel. Sie profitierten dabei vom Pech Mark Webbers, der 9 Runden vor Schluss mit qualmendem Heck aufgeben musste. Bis dato fuhr der Australier ein starkes Rennen und lag lange Zeit auf Rang vier.

Jarno Trulli und Christian Klien rundeten die Punkteränge ab. Ralf Schumacher belegte trotz schneller Rundenzeiten nur den undankbaren neunten Platz nachdem der Deutsche aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box mit einer Durchfahrtsstrafe bestraft worden war.

Nach seinem überragenden Sieg in Hockenheim und der eher schwachen Leistung Fernando Alonsos verkürzte Michael Schumacher den Rückstand auf den Spanier in der Fahrerwertung nun bei noch sechs zu fahrenden Rennen auf 11 Punkte.

WM-Punktestand:
F.Alonso 100 - G.Fisichella 49 - K.Räikkönen 49 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 89 - F.Massa 50 -
J.Trulli 10 - R. Schumacher 13 - J.Button 21 - R.Barrichello 16 - N.Heidfeld - 13

Sieger Rennen 12

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Großer Preis von Ungarn in Budapest, 06. August 2006

Button gewinnt in Ungarn - Tag der Außenseiter

Jenson Button ist der Sieger des Grand Prix von Ungarn. Der Brite fuhr im Honda auf dem Hungaroring nach einem chaotischen und spannenden Rennen seinen ersten Formel-1-Sieg ein. Platz zwei belegte McLaren-Pilot Pedro de la Rosa, Nick Heidfeld wurde im BMW-Sauber Dritter. Die WM-Kontrahenten Michael Schumacher und Fernando Alonso fielen beide aus.

Der Ungarn GP bestand aus zwei Hälften: Die erste ging klar an Fernando Alonso und Michelin, die zweite bis kurz vor Ende an Michael Schumacher. Am Ende jubelte jedoch ganz ein anderer: Jenson Button holte sich endlich seinen ersten Formel 1-Triumph! Für Honda war dies der erste Sieg seit Gerhard Berger 1993.

Das Rennen von Fernando Alonso und Michael Schumacher schien schon vor dem Qualifying zu deren Ungunsten entschieden zu sein. Die 2-Sekunden-Strafen bedeuteten die Startplätze 11 und 15 und nahmen ihnen damit alle Chancen unter normalen Bedingungen auf dieser überholfeindlichen Strecke noch um den Sieg zu fahren. Normal war an diesem Wochenende aber nichts: Schon nach der ersten Runde mischten Schumacher und Alonso in den Top6 mit!

Superstarts von Schumacher und Alonso
Ein Raketenstart brachte Schumacher bis auf Rang 4 nach vorne und Alonso kämpfte sich, nachdem er im Startgetümmel hängen geblieben war, in den ersten Runden sogar bis auf Rang 3 vor. Sein Erfolgsgeheimnis waren die Michelin-Regenreifen, die ihren Pendants von Bridgestone bei diesen Verhältnissen deutlich überlegen waren. Für Michael Schumacher bedeutete dies, dass er gegen die Michelin-Konkurrenz immer weiter zurückfiel und in Runde 24 sogar vom zu diesem Zeitpunkt führenden Alonso überrundet wurde! Erinnerungen an Alonsos ersten GP-Sieg 2003 wurden wach, auch damals wurde Schumacher vom Spanier überrundet und auch damals zeichneten die Reifen dafür verantwortlich...

Allerdings ist in der modernen Formel 1 nichts von Dauer: Kaum trocknete die Strecke merklich ab, legte Michael Schumacher in der zweiten Rennhälfte mit Riesenschritten zu. Die Bridgestones waren auf abtrocknender Bahn bis zu drei Sekunden pro Runde schneller als ihre Michelin-Gegenüber. So holte Schumacher mit einem leichten Auto Runde um Runde auf die Führungsgruppe auf und schnupfte einen Fahrer nach dem anderen auf: Coulthard, Heidfeld - alle hatten sie keine Chance. Nur Schumachers zweiter Boxenstopp konnte seine Aufholjagd kurzzeitig bremsen.

An der Spitze lieferte sich derweil Fernando Alonso ein heißes Duell mit Jenson Button! Aber auch dieser Zweikampf löste sich bald in Luft auf: Auch Button kam zu seinem zweiten Boxenhalt herein. Seinen Speed bremste das aber nicht - er machte auch mit schwerem Auto und nicht gewechselten Reifen genauso weiter. 19 Runden vor dem Ende reagierte Alonso: Bei seinem zweiten Boxenstopp ging er auf Trockenreifen - rutschte aber schon in der ersten Kurve quer über die Strecke. Dann der Schock: Wenige Kurven später flog Alonso mit seinem Renault in die Reifenstapel!

Für Jenson Button bedeutete dies: Fahrt frei zu seinem ersten Grand Prix-Sieg! Dahinter kämpfte Michael Schumacher den Kampf gegen seine Regenreifen. Im Gegensatz zu seinen direkten Konkurrenten Button, de la Rosa, Heidfeld und Barrichello entschied er sich gegen einen Wechsel auf Trockenreifen und fuhr das Rennen auf seinen abgeknabberten Regenreifen zu Ende.

De la Rosa und Heidfeld fighteten sich an Schumacher vorbei
So wie Schumacher einige Runden zuvor mit Riesenschritte aufgeholt hatte, schloss nun de la Rosa die Lücke zu Schumacher - der Spanier war bis zu drei Sekunden pro Runde schneller und kam 7 Runden vor dem Ende in den Windschatten des Ferrari. Doch Schumacher wehrte sich mit den Bridgestones zwischen den Zähnen. Jede Runde zog de la Rosa auf der Zielgeraden aus dem Windschatten, kam am Ende der Geraden allerdings nicht am Ferrari vorbei. Deshalb probierte er es vor der Schikane, blieb aber im ersten Versuch glücklos - Schumacher kürzte ab und de la Rosa blieb dahinter. Im zweiten Versuch zog der Spanier dann vorbei. Das gleiche Spiel eine Runde später: Nick Heidfeld attackierte Schumacher an derselben Stelle. Mit Heidfeld dürfte es in einer der Schikanen jedoch eine Berührung gegeben haben, denn Schumacher rollte wenige Runden vor Schluss mit einer angeknacksten Radaufhängung an die Ferrari-Box zurück und musste dort frustriert aussteigen, obwohl er den Punkterückstand in der WM in einer hochgerechneten Blitztabelle phasenweise schon auf drei Zähler reduziert hatte. Daraus wurde wegen des unglücklichen Intermediate-Pokers jedoch nichts.

Die Action begann schon vor dem eigentlichen Rennstart: Aufgrund der nassen Fahrbahn drehten die Piloten schon beim Vor-Start etliche Runden, um sich an die Verhältnisse zu gewöhnen. Felipe Massa begann einen katastrophalen Renntag mit einem Dreher: Der Brasilianer drehte schon auf dem Weg in die Startaufstellung seine erste Pirouette des Tages - es sollte nicht die letzte bleiben...

Genauso begann das Rennen für Pedro de la Rosa, auch der Spanier drehte sich auf der Einführungsrunde. Danach fuhr er jedoch ein starkes Rennen, welches er allerdings als einziger McLaren-Fahrer beendete. Denn sein Teamkollege Kimi Räikkönen kollidierte direkt vor den Augen von de la Rosa mit dem zu überrundenden Toro Rosso von Tonio Liuzzi. Die folgende Safety Car-Phase führte das Feld wieder zusammen und ermöglichte es Michael Schumacher sich zurückzurunden.

Zurückgefallen war der Deutsche wegen einer kleinen Kollision, die natürlich bei weitem nicht so schlimm und spektakulär ausfiel wie die halbe Flugeinlage von Räikkönen. Schumacher lieferte sich einige Runden lang ein hartes Duell gegen Giancarlo Fisichella, der mehrfach am Heck des Deutschen anklopfte. Als er dann endlich vorbeiging, untersteuerte der Ferrari unter den rechten Vorderreifen des Renault, was Schumacher zu einem verfrühten Boxenstopp mit Nasenwechsel zwang. Fisichella konnte sich aber nicht lange über seinen Platzgewinn freuen: Er schied nach einem Abflug ins Kiesbett aus.

Jenson Button gewann hingegen in Ungarn seinen allerersten Grand Prix! Rang 2 belegte der Kämpfer Pedro de la Rosa vor Nick Heidfeld, Rubens Barrichello und David Coulthard. Die letzten Punkteränge gingen an Ralf Schumacher, Robert Kubica und Felipe Massa. Michael Schumacher wurde trotz seines Ausfalls noch als 9. gewertet und hätte somit beinahe noch einen WM-Zähler geholt!


Kubica disqualifiziert - Punkt für Schumacher
Weil sein BMW Sauber F1.06 bei der technischen Überprüfung nach dem Rennen um zwei Kilogramm zu leicht war, wird Robert Kubica beim Grand Prix von Ungarn aus der Wertung genommen. Der polnische Formel-1-Debütant verliert damit seine beiden WM-Punkte für den siebenten Platz.

Außerdem bedeutet dies, dass Felipe Massa und Michael Schumacher, der mit drei Runden Rückstand trotz seines Ausfalls gewertet wurde, auf die Positionen sieben und acht aufrücken und je einen Extrapunkt gewinnen. Schumacher verkürzt damit seinen WM-Rückstand auf nur noch zehn Zähler.


WM-Punktestand:
F.Alonso 100 - G.Fisichella 49 - K.Räikkönen 49 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 89 - F.Massa 51 -
J.Trulli 10 - R. Schumacher 16 - J.Button 31 - R.Barrichello 21 - N.Heidfeld - 19

Sieger Rennen 13

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Großer Preis der Türkei in Istanbul, 27. August 2006

Massa gewinnt - Alonso fightet Schumacher nieder

Schon beim Start zeichnete sich ab, dass der entscheidende Kampf des Rennens der zwischen Schumacher und Alonso sein würde: Massa übernahm ohne Probleme die Führung, doch dahinter drückte Alonso heftig aufs Gas und schaffte es fast, an Schumacher vorbeizugehen. - Aber eben nur fast, und so zogen Massa, Schumacher und Alonso als Dreigestirn vorne weg.

Fisichella löste eine Kettenreaktion aus
Weiter hinten sorgte ein Dreher von Fisichella für einige Komplikationen, in deren Folgen der Renault-Pilot ebenso wie Heidfeld, Ralf Schumacher, Räikkönen und Speed an die Box mussten, um ihre Autos wieder renntauglich machen zu lassen. Für Räikkönen war kurz darauf das Rennen beendet.

Safety-Car-Phase brachte die Wende im Rennen
Nach dem turbulenten Start waren die folgenden Runden recht ereignislos. In Runde 13 blieb allerdings Liuzzis Auto nach einem vergleichsweise harmlosen Dreher in der ersten Kurve stehen - eine gefährliche Stelle für ein Hindernis. Dementsprechend kam das Safety Car auf die Strecke und führte das Feld zwei Runden lang an, während der Toro Rosso beseitigt wurde. Viele Fahrer nutzten die Safety-Car-Phase für ihre ersten Boxenstopps, darunter auch das Führungstrio. Beide Ferrari kamen gleichzeitig an die Box und wurden hintereinander abgefertigt. Die Boxencrew arbeitete schnell, aber nicht schnell genug für Schumacher, um seinen zweiten Platz vor Alonso zu retten.

Beim fliegenden Start hatte Massa mit dem überrundeten Heidfeld einen Puffer zwischen sich und Alonso, und so änderte sich an den Positionen im Vorderfeld nichts. In den folgenden Runde festigte sich der sich Status Quo an der Spitze. Massa gelang es, seine Führung vor Alonso und Schumacher weiter auszubauen. Und auch der Abstand zwischen den beiden Titelrivalen vergrößerte sich, nicht zuletzt wegen eines Fahrfehlers von Schumacher, der von der Strecke abkam und dort mehr als 3 Sekunden auf Alonso verlor.

Davon ließ sich der Ex-Weltmeister aber nicht entmutigen und setzte alles daran, noch vor seinem zweiten Stopp an den Renault heranzukommen. Er holte zwar stetig auf Alonso auf, aber am Ende reichte es nicht: auch nach dem zweiten Boxenstopp lag Schumacher noch hinter Alonso, wenn auch der Abstand bis auf weniger als eine Sekunde geschrumpft war. Doch die erhoffte Gelegenheit, in den letzten 15 Runden noch an Alonso vorbeizukommen, bot sich nicht. Schumacher klebte zwar rundenlang im Heck von Alonso, doch seine Attacken blieben ergebnislos.

Während Massa am Ende eines blitzsauberen Rennens den verdienten ersten Sieg holte, blieb für seinen Teamkollegen nur der dritte Platz hinter Alonso. In der Weltmeisterschaft hat Alonso vier Rennen vor Schluss zwölf Punkte Vorsprung auf Schumacher, der damit nicht mehr aus eigener Kraft den Titel holen kann; Dritter ist nun Massa, der seinerseits zehn Punkte vor Fisichella und 13 vor Räikkönen liegt. Bei den Konstrukteuren ist die Situation noch brisanter: Renault (160) hat die Nase nur noch ganz knapp vor Ferrari (158) und McLaren-Mercedes (89).



WM-Punktestand:
F.Alonso 108 - G.Fisichella 52 - K.Räikkönen 49 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 96 - F.Massa 62 -
J.Trulli 10 - R. Schumacher 18 - J.Button 36 - R.Barrichello 22 - N.Heidfeld -19

Sieger Rennen 14

ab zur Auswahl

Großer Preis von Italien in Monza, 10. September 2006

Offiziell: Schumacher gibt Rücktritt bekannt

Schumacher feiert emotionalen Sieg in Monza

Mit einem Sieg in Monza hat Michael Schumacher die WM-Führung von Fernando Alonso auf lediglich zwei Punkte verkürzt. Der Spanier schied mit einem Motorschaden aus. Gleichzeitig ist jetzt klar, dass es der letzte Sieg von Michael Schumacher in Europa sein wird: Ferrari hat bekannt gegeben, dass der Deutsche in Rente geht.

An einem schönen Sommertag in Monza war die Stimmung in der Boxengasse vor dem Rennen nicht she gut: Durch eine fragwürdige Entscheidung der Rennleitung musste Fernando Alonso als Zehnter und nicht von Startplatz fünf ins Rennen gehen. Die Stewards hatten entschieden, dass Alonso den Ferrari-Piloten Felipe Massa blockiert hatte, den meisten Experten zufolge war dies nicht der Fall. Entsprechend wütend präsentierte sich der Spanier.

Räikkönen am Start vor Schumacher
Doch zum Geschehen auf der Rennstrecke: Polesetter Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) gewann den Start recht souverän vor Schumacher, der allerdings beim Beschleunigen kurzzeitig hinter Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) zurückgefallen war. "Quick Nick" musste jedoch in der ersten Kurve zurückziehen und fiel dadurch auch noch hinter seinen Teamkollegen Robert Kubica zurück, der einen Raketenstart erwischte.

Aus der ersten Runde kam hinter den erwähnten Top 3 Felipe Massa (Ferrari) als Erster zurück, gefolgt von Jenson Button (Honda), Fernando Alonso (Renault), Heidfeld, Pedro de la Rosa (McLaren-Mercedes), Giancarlo Fisichella (Renault) und Rubens Barrichello (Honda). Nico Rosberg (Williams-Cosworth) lag zunächst an elfter Stelle, Ralf Schumacher (Toyota) an 17. Die beiden blieben jedoch den ganzen Nachmittag hindurch unauffällig.

Weil Kubica seinen dritten Platz gegen Massa unglaublich abgeklärt verteidigte, konnten sich Räikkönen und Schumacher relativ problemlos vom Rest des Feldes absetzen. In Runde zehn schied dann Rosberg mit einer defekten Antriebswelle aus, wenig später eröffnete de la Rosa die erste Serie der Boxenstopps, bei der Schumacher dank eines etwas längeren Stints als Räikkönen ziemlich mühelos in Führung gehen konnte.

Kurze Doppelführung für das BMW Sauber F1 Team
Durch die zwischenzeitlich durchgemischte Reihenfolge setzte es im 21. Umlauf eine Sternstunde für das BMW Sauber F1 Team, als Kubica vor Heidfeld führte. Die beiden kamen relativ spät zum Nachtanken an die Box, woraus jedoch nur Kubica Kapital schlagen konnte: Heidfeld erhielt nämlich eine Durchfahrstrafe für Speeding der Boxengasse und spielte danach in der Vergabe der absoluten Spitzenpositionen keine Rolle mehr.

Alonso fuhr indes ein starkes Rennen, schnappte sich nach seinem Boxenstopp Button und machte anschließend besonnen Jagd auf das Podium. Aggressive Zweikämpfe und Überholmanöver gab es dennoch kaum zu sehen, weil die 5,793 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke einfach nicht mehr für spannende Rennen prädestiniert ist. So kam es fast ausschließlich durch die unterschiedlichen Strategien zu Verschiebungen.

Tifosi jubelten über Alonsos Motorschaden
Schumacher fuhr seinen emotionalen Sieg problemlos vor Räikkönen ins Ziel, doch dahinter wurde es noch einmal hektisch: Erst setzte sich Alonso nach dem zweiten Stopp nach einem sehenswerten Beschleunigungsduell gegen Kubica in der Boxengasse auf Platz drei, doch dann platzte bei Start und Ziel sein Renault-Motor - und auf dem Öl rutschte Massa in den Notausgang, wodurch er einen vibrierenden Reifen wechseln lassen musste und noch aus den Punkten fiel.

Kubica fuhr also in seinem dritten Grand Prix das erste Mal auf das Podium, während die Punkteränge von Fisichella, Button, Barrichello, Trulli und Heidfeld, der mit einer starken Schlussphase seinen Trostzähler gegen Massa verteidigen musste, der von hinten stürmisch herankam. Christian Klien gewann das Red-Bull-Ferrari-Duell gegen David Coulthard um 4,6 Sekunden, "Schumi II" wurde farbloser 15. Insgesamt sahen 17 Piloten die Zielflagge.

In der Weltmeisterschaft ist nun wieder alles offen, denn Schumacher holte mit seinem heutigen Sieg stattliche zehn Punkte auf und liegt nun nur noch zwei Zähler hinter Alonso. Massa behauptete seinen dritten Platz vor Fisichella und Räikkönen, während Ferrari dank des heutigen Resultats bei den Konstrukteuren erstmals Renault überholt hat und mit immerhin drei Punkten Vorsprung nach China, Japan und Brasilien fliegen kann.


WM-Punktestand:
F.Alonso 108 - G.Fisichella 57 - K.Räikkönen 57 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 106 - F.Massa 62 -
J.Trulli 12 - R. Schumacher 18 - J.Button 40 - R.Barrichello 25 - N.Heidfeld - 20

Sieger Rennen 15

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Großer PreisPreis von China in Schanghai, 01. Oktober 2006

Schumacher gewinnt Regenrennen vor Alonso

Genau wie gestern herrschten am heutigen Renntag in China widrige Wetterbedingungen, doch im Gegensatz zum Qualifying bot sich diesmal zwischen den beiden großen WM-Kontrahenten ein recht ausgeglichenes Kräfteverhältnis. Am Ende feierte Michael Schumacher nach 56 Runden auf dem 5,451 Kilometer langen 'Shanghai International Circuit' einen ganz wichtigen Sieg. Der Deutsche fuhr bei knapp über 20 Grad auf anfangs noch nasser Strecke, die dann gegen Rennende mehr und mehr abtrocknete, einen seiner beeindruckendsten Erfolge ein, schließlich war der Michelin bei derartigen Bedingungen an und für sich der stärkere Reifen. Schlussendlich rettete Schumacher im Ferrari zwar nur 3,1 Sekunden über die Ziellinie, doch damit übernahm er erstmals in dieser Saison - bei gleichem Punktestand - die WM-Führung.

Renault zu Beginn voll im Plansoll
Am Start lief für Renault zunächst noch alles wie am Schnürchen, setzte sich Fernando Alonso vor Giancarlo Fisichella durch. Auf Platz drei folgte Kimi Räikkönen vor Jenson Button, Rubens Barrichello (beide Honda), Schumacher, Pedro de la Rosa (McLaren-Mercedes) und Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth), der in den ersten Runden gemeinsam mit seinem Teamkollegen Vitantonio Liuzzi überraschend in den Top 10 aufhorchen ließ.

Gleich zu Beginn setzte sich Alonso pro Runde um mehr als eine Sekunde von den Verfolgern ab, während ihn Fisichella vom stark fahrenden Räikkönen abschirmte. Die Strecke war zu diesem Zeitpunkt noch komplett nass, obwohl es nicht mehr regnete. Entsprechend gab es aufgrund der Bedingungen speziell im hart umkämpften Mittelfeld immer wieder Überholmanöver und packende Zweikämpfe.

Schumacher wurde immer schneller
In der neunten Runde begann Schumacher seine Aufholjagd, als er an Barrichello vorbeiging, während etwas weiter hinten David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) mit seiner mutigen Einstoppstrategie Position um Position zurückfiel. Noch vor den ersten Boxenstopps schnappte sich dann Räikkönen Fisichella, Schumacher dahinter Button. Ungeachtet dessen baute Spitzenreiter Alonso seinen Vorsprung jedoch bequem auf mehr als 20 Sekunden aus.

Noch während der Phase der ersten Boxenstopps wurde Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) mit Robert Kubica im Schlepptau immer weiter nach vorne gespült. Der Deutsche fuhr ein perfektes Rennen, leistete sich keine Fehler. Zwischendurch gab es immer wieder Dreher und Ausritte, allerdings nicht von den Topfavoriten. Gegen Rennmitte gewann der Grand Prix jedoch an Dramatik: Alonso büßte nach dem Wechsel der vorderen Intermediates auf einmal viel ein, konnte die Pace nicht mehr halten - wegen eines Problems mit dem Reifensatz, wie sich später herausstellte. Der Renault-Pilot musste Fisichella und Schumacher passieren lassen und erholte sich erst nach dem Wechsel auf Trockenreifen von diesem Rückschlag.

Ralf Schumacher sorgte nur kurz für Wirbel
Schnellster Mann auf der Strecke war in jener Phase Ralf Schumacher, der genau wie sein Teamkollege Jarno Trulli in aussichtsloser Position liegend an die Box kommen und aufgeben musste. Neben den beiden Toyota-Piloten sahen auch Felipe Massa (Ferrari), der von David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) angeschoben wurde, Tiago Monteiro (MF1-Toyota) und Räikkönen keine Zielflagge.

Für Schumacher begann es richtig zu laufen, als Fisichella später als er an die Box kam, zunächst weiterhin ein paar Wagenlängen Vorsprung hatte, aber gleich in der Schneckenkurve einen Fehler beging und den Deutschen somit durchlassen musste. In der Folge lieferte der siebenfache Weltmeister an der Spitze ein problemloses Rennen ab, auch wenn sein Vorsprung bis zum Schluss auf 3,1 Sekunden zusammenschrumpfte.

Dieser knappe Abstand kam letztendlich nur zustande, weil Alonso mit dem letzten Reifensatz wieder der klar schnellste Mann auf der Strecke war und eine schnellste Rennrunde nach der anderen drehte. Der Spanier wurde also Zweiter vor Fisichella, verlor damit aber erstmals in dieser entscheidenden Phase der Saison die Führung in der Weltmeisterschaft - bei Punktegleichheit liegt Schumacher nun wegen seiner sieben Siege vorne.

Pechvogel Heidfeld fand keinen Platz
Turbulent ging es in der letzten Runde im Kampf um Platz vier zu, den Heidfeld schon in der Tasche zu haben schien: Der BMW Sauber Pilot wurde am Ende der langen Geraden von Button unter Druck gesetzt, fand wegen einiger Nachzügler keinen Platz zum Blockieren, wurde zu allem Überdruss auch noch von Barrichello angeschoben - Button gewann den Fight somit vor de la Rosa, Barrichello, Heidfeld und Mark Webber (Williams-Cosworth).

In der Weltmeisterschaft steht es zwischen Schumacher und Alonso nun 116:116, Fisichella (63) ist Dritter vor Massa (62) und Räikkönen (57). Einen Führungswechsel gab es auch bei den Konstrukteuren: Renault liegt zwei Rennen vor Schluss einen Zähler vor Ferrari, womit in Japan und Suzuka für unglaubliche Spannung gesorgt ist.


WM-Punktestand:
F.Alonso 116 - G.Fisichella 63 - K.Räikkönen 57 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 116 - F.Massa 62 -
J.Trulli 12 - R. Schumacher 18 - J.Button 45 - R.Barrichello 28 - N.Heidfeld - 22

Sieger Rennen 16

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Großer Preis von Japan in Suzuka, 08. Oktober 2006

Alonso gewinnt in Japan - Schumacher mit Motorschaden

Fast alle Experten hatten prophezeit, dass Michelin heute im Rennen nur bei regnerischen Bedingungen eine Chance haben würde, doch bei sonnigen Bedingungen und deutlich mehr als 20 Grad Lufttemperatur nahm der Grand Prix von Japan in Suzuka einen unerwarteten Verlauf. Schlussendlich fiel sogar eine Vorentscheidung in der Weltmeisterschaft. Am Start gab es keine Überraschungen, setzte sich Felipe Massa vor seinem Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher durch. Dahinter folgte zunächst Ralf Schumacher (Toyota), während Fernando Alonso (Renault) mit einem gewagten Manöver an Jarno Trulli (Toyota) vorbeigehen konnte und sich auf den vierten Platz verbesserte. Jenson Button (Honda), Giancarlo Fisichella (Renault) und Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) komplettierten die Top 8.

Massa ließ Schumacher überholen
Zu Beginn der dritten Runde folgte eines der wenigen Highlights des Tages, als Massa bei Start und Ziel vom Gas ging und Schumacher vorbeiließ. Fast gleichzeitig kam Rubens Barrichello (Honda) nach einer Berührung mit Heidfeld an die Box, um sich einen neuen Frontflügel abzuholen. Ansonsten verlief die Anfangsphase aber erstaunlich ruhig - wie eigentlich der gesamte Grand Prix, der der Dramatik der WM-Situation nicht gerecht wurde.

Die erste Serie der Boxenstopps - das Feld kam ausnahmslos zweimal zum Service - eröffnete das Toyota-Team, wobei Alonso kurz vor Ralf Schumachers Stopp noch ein psychologisch wichtiges Überholmanöver zeigte und anschließend mit ein paar schnellen Runden den Abstand auf die Spitze auf gut vier Sekunden verringerte. Allerdings musste der Spanier früher an die Renault-Box kommen als sein WM-Rivale.

In der Folge gab es abgesehen von einem Ausritt von Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team) in der Degner-Kurve keine nennenswerten Zwischenfälle, ehe der große Paukenschlag folgte: In der 37. Runde kam auf einmal Rauch aus Michael Schumachers Heck - und der Ferrari-Pilot musste seinen 248 F1 im Bereich der Unterführung abstellen. Schumacher war fassungslos, trug die Enttäuschung aber mit Würde und bedankte sich trotz allem bei jedem einzelnen Mechaniker.

Alonso am Ende völlig ungefährdet
Nach diesem Zwischenfall musste Alonso den Sieg nur noch nach Hause fahren, wobei er von Massa nicht mehr wirklich unter Druck gesetzt wurde. Auf den weiteren Positionen folgten in einer Schlussphase ohne echte Zweikämpfe Fisichella, Button, Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes), der einen langen ersten Stint fuhr, Trulli, Ralf Schumacher und Heidfeld, der in den letzten Runden seine Position gegen Kubica verteidigen musste.

Insgesamt sahen 18 von 22 Piloten die Zielflagge; neben Schumacher schieden noch Mark Webber (Williams-Cosworth/Unfall), David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) und Christijan Albers (MF1-Toyota/Defekt) aus. Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth) wurde zwar gewertet, musste aber ebenfalls sein Auto in der Box abstellen. Schade aus deutscher Sicht: Nico Rosberg (Williams-Cosworth) wurde für eine starke Leistung nicht belohnt, landete auf dem zehnten Rang.

In der Weltmeisterschaft führt Alonso nun zehn Punkte vor Schumacher, womit ihm in Brasilien schon ein achter Platz auf jeden Fall zur erfolgreichen Titelverteidigung reichen würde. Massa (70) und Fisichella (69) duellieren sich weiterhin um Position drei. Auch bei den Konstrukteuren übernahm Renault wieder die Spitze: Alonso/Fisichella gehen mit neun Punkten Vorsprung auf Schumacher/Massa in das Saisonfinale.

WM-Punktestand:
F.Alonso 126 - G.Fisichella 69 - K.Räikkönen 61 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 116 - F.Massa 70 -
J.Trulli 15 - R. Schumacher 20 - J.Button 50 - R.Barrichello 28 - N.Heidfeld - 23

Sieger Rennen 17

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Großer Preis von Brasilien in Sao Paulo, 22. Oktober 2006

Massa gewinnt - Alonso Weltmeister

Lange gab es in der Formel 1 keine Gänsehaut mehr, doch was sich nach dem heutigen Grand Prix von Brasilien in São Paulo abspielte, konnte einem schon das eine oder andere Tränchen in die Augen treiben: Ein ganz großer Sieger, ein würdiger Weltmeister und ein großer Champion, der sich verabschiedet - so präsentierte sich das Saisonfinale 2006.

Die Ausgangslage vor dem Rennen war im Prinzip klar: Michael Schumacher (Ferrari) musste unbedingt gewinnen, Fernando Alonso (Renault) nur einen einzigen Punkt nach Hause fahren, um zum zweiten Mal Weltmeister zu werden. Nach Schumachers Panne im gestrigen Qualifying waren die Chancen freilich ohnehin schon minimal, dennoch war die Spannung vor dem Start spürbar. Bei mehr als 20 Grad und Sonnenschein waren auch die Fans auf den Tribünen bestens aufgelegt.

Massa setzte sich schon am Start durch
Lokalmatador Felipe Massa (Ferrari) erwischte den besten Start, stach als Erster vor Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes), Jarno Trulli (Toyota), Alonso und Rubens Barrichello (Honda) in das Senna-S. Ralf Schumacher (Toyota) kam ebenfalls solide weg, Bruder Michael lieferte sich einen heißen Fight mit Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team), hielt sich aber in der ersten Kurve schadlos und konnte somit seine Aufholjagd starten.

Noch in der ersten Runde schnappte Schumacher mehrere Konkurrenten, darunter auch sein Bruder und Barrichello, war dadurch relativ rasch Sechster. Dann kam das Safety-Car raus: Nico Rosberg war seinem Williams-Cosworth-Teamkollegen Mark Webber ins Heck gefahren und flog anschließend ohne Frontflügel massiv ab - für den Deutschen bedeutete dies ebenso das Aus wie für Webber, der an der Box ausstieg.

Hinter dem Safety-Car lautete die Reihung: Massa, Räikkönen, Trulli, Alonso, Giancarlo Fisichella (Renault), Michael Schumacher, Barrichello, Ralf Schumacher, Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team), Jenson Button (Honda), Pedro de la Rosa (McLaren-Mercedes), Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team). In der siebenten Runde wurde das Rennen dann wieder freigegeben, Überholmanöver gab es zunächst aber keine.

Berührung zwischen Schumacher und Fisichella?
Massa flog vorne von Anfang an allen auf und davon und ließ im Prinzip nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen, während sich Schumacher früh Fisichella griff: Der Ferrari-Superstar zog im Senna-S am Renault vorbei, dabei dürfte es eine Berührung gegeben haben - und prompt platzte Schumachers linker Hinterreifen. Ob Fisichella daran schuld war, sei dahingestellt, Ferrari-Technikchef Ross Brawn war nach dem Rennen aber stinksauer.

Schumacher fiel an die letzte Stelle zurück, ließ beim notwendigen Boxenstopp nachtanken und ging mit 70 Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke, womit auch seine letzten Chancen auf den WM-Titel endgültig dahin waren. Fast zeitgleich schieden auch die beiden Toyota-Piloten aus, womit der Kampf um den fünften Platz in der Konstrukteurswertung frühzeitig zugunsten des BMW Sauber F1 Teams entschieden war.

In der 21. Runde eröffnete Räikkönen die Serie der Boxenstopps; Alonso fuhr von den Topleuten den längsten ersten Stint und kam erst in Umlauf 26 rein. Gewinner der ersten Stopps war zweifellos Button, der sich rasch nach vorne arbeitete. Zeitgleich begann Schumacher knapp vor der 30. Runde mit den Überholmanövern - dank seines überragenden Topspeeds pflügte er durch das Feld wie ein warmes Messer durch Butter.

Interessanter Kampf um den zweiten Platz
Zwischendurch schien Pedro de la Rosa, neben Tiago Monteiro (MF1-Toyota) der einzige Einstopper im Feld, auf Platz zwei auf, doch der Spanier fiel wegen der Strategie bis zum Schluss noch auf Rang acht zurück. In jener Phase bildete sich auch ein Pulk mit Alonso, Button, Räikkönen, Fisichella und Barrichello, zu dem von hinten Schumacher rasant aufschloss, obwohl der 37-Jährige in seinem Abschiedsrennen zweimal mit Fahrfehlern ein paar Sekunden liegen ließ.

In der Schlussphase fightete Schumacher der Reihe nach Barrichello, Fisichella und am Ende auch noch Räikkönen nieder - mit dem Manöver des Rennens: Der Ferrari-Pilot setzte sich vor dem Senna-S trotz Kampflinie des Finnen neben den "Silberpfeil", bremste auf der schmutzigen Spur spät und sicherte sich somit den vierten Platz. Auch wenn es nicht für das Podium reichte, bereitete er sich so einen würdigen Abschied aus der Königsklasse des Motorsports.

Ein paar Runden vor Schluss beendete noch Heidfeld seinen unglücklichen Nachmittag nach einem Aufhängungsbruch bei Start und Ziel in der Mauer, ansonsten passierte aber nichts mehr: Massa fuhr seinen Sieg 18,6 Sekunden vor Alonso und 19,3 Sekunden vor Button, dem heimlichen Mann des Rennens, nach Hause - und dass anschließend halb São Paulo nach dem ersten Heimsieg eines Brasilianers seit Ayrton Senna 1993 Samba tanzte, versteht sich von selbst.

Starke Performance von Sato
Hinter dem bärenstarken Schumacher wurde Räikkönen Vierter, Fisichella, Barrichello und de la Rosa rundeten die Punkteränge ab. Unglücklicher Neunter wurde mit 15,5 Sekunden Rückstand auf Platz acht Kubica, erwähnen sollte man aber auch die sensationelle Performance von Takuma Sato : Der Super-Aguri-Honda-Pilot fuhr mit einer Zweistoppstrategie ein phänomenales Rennen, wurde mit einer Runde Rückstand Zehnter und ließ sechs Konkurrenten hinter sich.

Im Anschluss an die Siegerehrung spielten sich im Fahrerlager naturgemäß sehr gefühlsbetonte Szenen ab, denn neben Schumacher, der trotz des für ihn unglücklichen Ausgangs gut gelaunt war, war natürlich auch Massa von seinen Emotionen überwältigt - der Brasilianer hatte bei der Pressekonferenz der FIA Tränen in den Augen. Doppelweltmeister Alonso bewies indes menschliche Größe und wünschte Schumacher alles Gute für die Zukunft.

Der WM-Endstand: Alonso sicherte sich mit 134 Punkten zum zweiten Mal nach 2005 den WM-Titel, hatte am Ende doch recht klare 13 Zähler Vorsprung. Den dritten Platz auf dem WM-Podium sicherte sich der heutige Sieger Massa. Bei den Konstrukteuren setzte sich Renault gegen Ferrari ebenfalls durch, der Abstand betrug fünf Punkte. Auf den weiteren Positionen: McLaren-Mercedes, Honda und das BMW Sauber F1 Team.


WM-Punktestand:
F.Alonso 134 - G.Fisichella 72 - K.Räikkönen 65 - J.P. Montoya 26 - M. Schumacher 121 - F.Massa 80 -
J.Trulli 15 - R. Schumacher 20 - J.Button 56 - R.Barrichello 30 - N.Heidfeld - 23

Sieger Rennen 18

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