Weltmeisterschaften


Alle WM Endspiele


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Fussballweltmeisterschaften

Alle WM Endspiele


1930 : Endspiel in Montevideo/Centenario am 30.07.1930

Uruguay - Argentinien 4:2 (1:2)

Uruguay:
Ballestrero - Mascheroni, Nasazzi, Andrade, Fernandez, Gestido, Dorado, Scarone, Castro, Cea, Iriarte

Argentinien:
Botasso - Della Torre, Paternoster, J.Evaristo, Monti, Arico Suarez, Peucelle, Varallo, Stabile, Ferreira, M.Evaristo

Tor:
1:0 Dorado (12.), 1:1 Peucelle (20.), 1:2 Stabile (37.), 2:2 Cea (57.), 3:2 Iriarte (68.), 4:2 Castro (89.)

Schiedsrichter:
Langenus (Belgien)

Zuschauer:
68.346

Karten:
-
ab zur Auswahl

1934 : Endspiel in Rom/Stadio del PNF am 10.06.1934

Italien - Tschechoslowakei 2:1 (0:0, 1:1) n.V.

Italien:
Combi- Monzeglio, Allemandi, Ferraris, Monti, Bertolini, Guaita, Meazza, Ferrari, Orsi

Tschechoslowakei:
Planicka - Zenisek, Ctyroky, Kostalek, Cambal, Krcil, Junek, Svoboda, Sobotka, Nejedly, Puc

Tor:
0:1 Antonin Puc (76.), 1:1 Raymundo Orsi (81.), 2:1 Angelo Schiavio (95.)

Schiedsrichter:
Eklind (Schweden)

Zuschauer:
50.000

Karten:
-
ab zur Auswahl

1938 : Endspiel in Paris/Stade Olympique de Colombes am 19.06.1938

Italien - Ungarn 4:2 (3:1)

Italien:
Olivieri - Foni, Rava, Serantoni, Andreolo, Locatelli, Biavati, Meazza, Piola, Ferrari, Colaussi

Ungarn:
Szabo - Polgar, Biro, Lazar, Szucs, Szalay, Sas, Zsengeller, Sarosi, Vincze, Titkos

Tor:
1:0 Colaussi (6.), 1:1 Titkos (8.), 2:1 Piola (19.), 3:1 Colaussi (35.), 3:2 Sarosi (70.), 4:2 Piola (82.)

Schiedsrichter:
Capdeville (Frankreich)

Zuschauer:
45.000

Karten:
-
ab zur Auswahl

1950 Endspiel

Es gab kein "Endspiel". Der Weltmeister wurde in einem Gruppenvergleich ermittelt,
an dem die Teams aus Uruguay, Brasilien,Schweden und Spanien teilnahmen.
ENDRUNDE:

Brasilien - Schweden 7 : 1
Uruguay - Spanien 2 : 2
Brasilien - Spanien 6 : 1
Uruguay - Schweden 3 : 2
Schweden - Spanien 3 : 1
Uruguay - Brasilien 2 : 1

1. Uruguay        7 : 5   5 : 1
2. Brasilien      14 : 4   4 : 2
3. Schweden   6 : 11   2 : 4
4. Spanien       4 : 11   1 : 5

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1954 : Endspiel in Bern/Wankdorf Stadion am 04.07.1954

Deutschland - Ungarn 3:2 (2:2)

Deutschland:
Turek - Posipal, Kohlmeyer, Eckel, Liebrich, Mai - Rahn, Morlock, O.Walter - F.Walter, Schäfer
Trainer: Sepp Herberger

Ungarn:
Grosics - Buzánsky, Lantos, Bozsik, Lorant - Zakarias, Czibor, Kocsis, Hidegkuti - Puskuas, M.Toth
Trainer: Gusztáv Sebes

Tor:
0:1 Puskas (6.), 0:2 Czibor (9.), 1:2 Morlock (11.), 2:2 Rahn (18.), 3:2 Rahn (84.)

Schiedsrichter:
Ling (England)

Zuschauer:
64.000

Karten:
-

Spielzusammenfassung:
Im später als Wunder von Bern bezeichneten Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft am 4. Juli 1954 standen sich Turnierfavorit Ungarn und der ungesetzte Außenseiter Deutschland gegenüber. Bei strömendem Regen begann das Spiel wie erwartet. Obwohl durch eine Verletzung geschwächt, brachte Ferenc Puskás die Ungarn schon in der sechsten Minute nach einem abgeprallten Kocsis-Schuss in Führung. Zwei Minuten später erhöhte Czibor nach einem schlechten Rückpass von Werner Kohlmeyer auf 2:0, ehe Max Morlock in der 11. Minute verkürzte. Die deutschen Angriffsbemühungen ebbten nicht ab und so erzielte Helmut Rahn nach Eckball von Fritz Walter und einem Fehler des ungarischen Torhüters Grosics in der 18. Minute den Ausgleich. Im Anschluss übernahmen die Ungarn wieder das Spiel, so dass eine Angriffswelle nach der nächsten auf das deutsche Tor lief. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Der Favorit Ungarn kam ein ums andere Mal gefährlich vor das deutsche Tor. Hidegkuti traf nur den Pfosten, Kocsis die Querlatte, Kohlmeyer rettete auf der Linie und der deutsche Torhüter Toni Turek zeigte einige überragende Paraden. Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nahm Flügelstürmer Helmut Rahn eine halbherzig abgewehrte Flanke auf, zog vom Strafraumeck ab und überwand Grocsis mit einem Flachschuss zum 3:2 für Deutschland. Kurz darauf wurde ein zweiter Treffer von Puskás wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht anerkannt.[8] Mit Konzentration und letzter Kraft brachte die deutsche Mannschaft die knappe Führung über die Zeit. Als der englische Schiedsrichter William Ling abpfiff, hatte die ungarische Mannschaft das erste Spiel seit 1950 verloren und mit ihm die so sicher geglaubte Weltmeisterschaft.

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1958 : Endspiel in Stockholm/Rasunda am 29.06.1958

Brasilien - Schweden 5:2 (2:1)

Brasilien:
Gilmar - D.Santos, Bellini, Orlando - N.Santos, Zito, Garrincha, Didi, Vava - Pele, Zagalo

Schweden:
Svensson - Bergmark, Gustavsson, Axbom - Börjesson, Parling, Hamrin, Gren, Simonsson - Liedholm, Skoglund

Tor:
0:1 Liedholm (4.), 1:1 Vava (9.), 2:1 Vava (32.), 3:1 Pele (55.), 4:1 Zagalo (68.), 4:2 Simonssen (80.), 5:2 Pele (90.)

Schiedsrichter:
Guigne (Frankreich)

Zuschauer:
49.737

Karten:
-
ab zur Auswahl

1962 : Endspiel in Santiago de Chile/Estadio Nacional am 17.06.1962

Brasilien - Tschechoslowakei 3:1 (1:1)

Brasilien:
Gilmar - D.Santos, Mauro, Zozimo - N.Santos, Zito, Garrincha, Didi,Vava - Amarildo, Zagalo

Tschechoslowakei:
Schrojf - Tichy, Novak, Pluskal - Popluhar, Masopust, Pospichal, Scherer, Kvasnak - Kadraba, Jelinek

Tor:
0:1 Masopust (15.), 1:1 Amarildo (17.), 2:1 Zito (68.), 3:1 Vava (77.)

Schiedsrichter:
Nikolai Latychev (UdSSR)

Zuschauer:
68.679

Karten:
-
ab zur Auswahl

1966 : Endspiel in London/Wembley am 30.07.1966

England - Deutschland 4:2 n.V. (1:1, 2:2)

England:
Banks - Cohen, Wilson, Stiles - J.Charlton, Moore, Ball, Hurst - R.Charlton, Hunt, Peters
Trainer: Alf Ramsey

Deutschland:
Tilkowski - Beckenbauer - Höttges, Weber, Schulz- Schnellinger, Haller, Overath, Seeler - Held, Emmerich
Trainer: Helmut Schön

Tor:
0:1 Haller (12.), 1:1 Hurst (18.), 2:1 Peters (78.), 2:2 Weber (90.), 3:2 Hurst (98.), 4:2 Hurst (120.)

Schiedsrichter:
Gottfried Dienst (Schweiz)

Zuschauer:
96.924

Karten:
-
ab zur Auswahl

1970 : Endspiel in Mexiko-Stadt/Azteken-Stadion am 21.06.1970

Brasilien - Italien 4:1 (1:1)

Brasilien:
Felix - Carlos Alberto, Piazza, Brito - Everaldo, Clodoaldo, Gerson, Rivelino - Jairzinho, Tostao, Pele

Italien:
Albertosi - Burgnich - Cera, Rosato - Facchetti, Bertini (75.Juliano), Domenghini, Mazzola, de Sisti - Boninsegna (84. Rivera), Riva

Tor:
1:0 Pele (18.), 1:1 Boninsegna (37.), 2:1 Gerson (65.), 3:1 Jairzinho (71.), 4:1 Carlos Alberto (87.)

Schiedsrichter:
Rudolf Glöckner (DDR)

Zuschauer:
110.000 (ausverkauft)

Karten:
-
ab zur Auswahl

1974 : Endspiel in München/Olympiastadion am 07.07.1974

Deutschland - Niederlande 2:1 (2:1)

Deutschland:
Maier - Beckenbauer - Vogts, Schwarzenbeck, Breitner - Hoeneß, Bonhof, Overath - Grabowski, Müller, Hölzenbein
Trainer: Helmut Schön

Niederlande:
Jongbloed - Haan - Suurbier, Rijsbergen (68. de Jong), Krol - Jansen, van Hanegem, Neeskens - Rep, Cruyff, Rensenbrink (46. R.van de Kerkhof)
Trainer: Rinus Michels

Tor:
0:1 Neeskens (1. Foulelfmeter), 1:1 Breitner (26. Foulelfmeter), 2:1 Müller (44.)

Schiedsrichter:
Jack Taylor (England)

Zuschauer:
79.000 (ausverkauft)

Karten:
-

Spielzusammenfassung:
Vom Anstoß weg kombinierten die Niederländer über 16 Stationen, ohne dass auch nur ein deutscher Spieler dazwischen kam. 17. Anspielstation war Johan Cruyff, der den Ball im Anstoßkreis erhielt und sich von dort bis zum deutschen Strafraum durchkämpfte, wo er hart hinter der Strafraumgrenze vom grätschenden Uli Hoeneß zu Fall gebracht wurde. Nach nur 53 Sekunden Spielzeit entschied der englische Schiedsrichter John Taylor auf den ersten Strafstoß in der Geschichte der WM-Endspiele. Neeskens trat den Elfmeter in die Mitte des Tors und ließ dem nach rechts abtauchenden Sepp Maier keine Chance. Das 1:0 für die Niederlande nach eineinhalb Minuten ist die bis heute früheste Führung in einem WM-Endspiel.

Die bundesdeutsche Mannschaft konnte sich im Folgenden nur langsam von diesem Schock erholen, wurde dann jedoch stärker. Die Niederländer schienen technisch gefälliger und hatten wohl auch etwas mehr vom Spiel, doch die Deutschen wirkten vor dem Tor gefährlicher. In der 23. Minute wurde Gerd Müller bei einer Spielunterbrechung hinter den Augen des Schiedsrichters beidhändig von hinten durch van Hanegem umgestoßen. Nach Rücksprache mit dem Linienrichter erhielt dieser dafür eine Gelbe Karte.

Nach einer langen Vorlage aus der Mitte der eigenen Hälfte von Overath trat Hölzenbein in der 25. Minute auf der linken Seite zu einem Sturmlauf in den niederländischen Strafraum an und wurde von Jansen durch eine Grätsche zu Fall gebracht. Den Elfmeter verwandelte Paul Breitner mit einem Schuss in die linke Ecke zum 1:1. Der chancenlose Torhüter Jongbloed blieb dabei stehen.

Die Deutschen spielten nach dem Ausgleich überlegen. Beckenbauer scheiterte jedoch mit einem Freistoß an Jongbloed. Vogts und Grabowski vergaben ebenfalls gute Chancen zur Führung. In der 42. Minute passte Bonhof nach Vorarbeit in die Mitte zu Gerd Müller. Dieser, bedrängt von zwei Niederländern, ließ den Ball zunächst etwas abprallen, drehte sich um die eigene Achse und erwischte Jongbloed auf dem falschen Fuß. Der Ball rollte zum 2:1 für Deutschland flach ins linke Eck.

Die zweiten 45 Minuten wurden zur Abwehrschlacht der Deutschen. In der 48. Minute köpfte Bonhof noch um Zentimeter am linken Pfosten des niederländischen Tors vorbei. Danach waren die Niederländer spielbestimmend, scheiterten aber mit zahlreichen Chancen, unter anderen von Rep und van Hanegem, am deutschen Torwart Sepp Maier. Ein Treffer durch Gerd Müller zum 3:1 wurde wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt. In der 85. Minute verweigerte der Schiedsrichter einen Strafstoß nach einem Foul an Hölzenbein. Neeskens verfehlte kurz vor Schluss knapp das Tor, und die deutsche Mannschaft hielt letztendlich den Vorsprung. Das Siegtor durch Gerd Müller war sein 14. WM-Tor - gleichzeitig sein letztes Länderspieltor - und brachte ihm damit die alleinige Führung in der ewigen Torschützenliste.

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1978 : Endspiel in Buenos Aires/Estadio Monumental am 25.06.1978

Argentinien - Niederlande 3:1 n.V. (1:1, 1:0)

Argentinien:
Fillol - Olguin - Luis Galvan, Passarella, Tarantini - Ardiles (66. Larrosa), Gallego, Kempes - Bertoni, Luque, Ortiz (75.Houseman)

Niederlande:
Jongbloed - Krol - Poortvliet, Brandts, Jansen (73. Suurbier) - Neeskens, Haan, W.van de Kerkhof - R.van de Kerkhof, Rep (59. Nanninga), Rensenbrink

Tor:
1:0 Kempes (38.), 1:1 Nanninga (82.), 2:1 Kempes (105.), 3:1 Bertoni (116.)

Schiedsrichter:
Sergio Gonella (Italien)

Zuschauer:
77.260 (ausverkauft)

Karten:
-
ab zur Auswahl

1982 : Endspiel in Madrid/Bernabeu-Stadion am 11.07.1982

Deutschland - Italien 1:3 (0:0)

Deutschland:
Schumacher - Stieleke - B.Förster, K.Förster, Briegel - Kaltz, Dremmler (63. Hrubesch), Breitner - Rummenigge (70. Müller), Fischer, Littbarski
Trainer: Jupp Derwall

Italien:
Zoff - Scirea - Gentile, Collovati, Bergomi - Oriali, Tardelli, Cabrini - Conti, Rossi, Granziani (8. Altobelli / 88. Causio)
Trainer: Enzo Bearzot

Tor:
0:1 Rossi (57.), 0:2 Tardelli (69.), 0:3 Altobelli (81.), 1:3 Breitner (83.)

Schiedsrichter:
Arnaldo D.C. Coelho (Brasilien)

Zuschauer:
90.000 (ausverkauft)

Karten:
-
ab zur Auswahl

1986: Endspiel in Mexico City/Aztekenstadion am 29.06.1986

Argentinien - Deutschland 3:2 (1:0)

Argentinien:
Pumpido - Brown - Cucciuffo, Ruggeri - Enrique, Giusti, Batista, Burruchaga (90. Trobbiani), Olarticoechea - Valdano, Maradona
Trainer: Carlos Bilardo

Deutschland:
Schumacher - Jakobs - Matthäus, Förster - Berthold, Brehme, Magath (62. Hoeneß), Eder, Briegel - Rummenigge, Allofs (46. Völler)
Teamchef: Franz Beckenbauer

Tor:
1:0 Brown(22.), 2:0 Valdano (56.), 2:1 Rummenigge (73.), 2:2 Völler (82.), 3:2 Burruchaga (85.)

Schiedsrichter:
Romualdo Arppi (Brasilien)

Zuschauer:
114.660 (ausverkauft)

Karten:
-
ab zur Auswahl

1990 : Endspiel in Rom/Olympiastadion am 08.07.1990

Argentinien - Deutschland 0:1 (0:0)

Argentinien:
Goycochea - Simon - Serrizuela, Ruggeri (46. Monzon) - Troglio, Sensini, Burruchaga (53. Calderon), Basualdo, Lorenzo - Dezotti, Maradona
Trainer: Carlos Bilardo

Deutschland:
Illgner - Augenthaler - Kohler, Buchwald - Häßler, Berthold (73. Reuter), Matthäus, Littbarski, Brehme - Klinsmann, Völler
Teamchef: Franz Beckenbauer

Tor:
0:1 Brehme (85., Foulelfmeter)

Schiedsrichter:
Edgardo Codesal Mendez (Mexiko)

Zuschauer:
73.603 (ausverkauft)

Rote Karten:
Monzon (65.), Dezotti (87.)

Gelbe Karten:
Goycochea, Basualdo - Buchwald, Brehme, Kohler, Völler

Spielzusammenfassung:
Erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften kam es zu einer Finalrevanche, denn schon vier Jahre zuvor standen sich beide Mannschaften im Finale gegenüber. Wie im Viertel- und Halbfinale verließen sich die Argentinier auf ihren Elfmeterkiller Sergio Goycochea. Die ersatzgeschwächte Mannschaft - vier Spieler waren gesperrt - hatte im ganzen Spiel keine einzige Torchance. Insbesondere Maradona konnte nicht an die Leistungen bei der WM in Mexiko anknüpfen, da er von Guido Buchwald in Manndeckung genommen wurde. Aber da die deutsche Mannschaft ihre Torchancen lange Zeit nicht nutzen konnte, musste ausgerechnet ein Elfmeter die Entscheidung bringen. Dieser wurde aber nicht nach einem klaren Foul an Klaus Augenthaler gepfiffen, sondern nach einer umstrittenen Attacke gegen Rudi Völler, was viele Beobachter als Konzessionsentscheidung auffassten. Hatte im Viertelfinale noch Lothar Matthäus den entscheidenden Strafstoß verwandelt, so war es diesmal Andreas Brehme, der die Verantwortung übernahm. Matthäus musste in der Halbzeit seine Schuhe wechseln und fühlte sich in ganz neuen Schuhen nicht sicher. Es war das erste WM-Finale, das durch einen Elfmeter entschieden wurde. Unrühmliches Ende des Spiels war die zweite Rote Karte der Partie, die der argentinische Spieler Gustavo Dezotti nach einer Tätlichkeit an Jürgen Kohler erhielt. Mit dem dritten Titel konnte Deutschland in der Zahl der Titel mit Brasilien und Italien gleichziehen.

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1994 : Endspiel in Los Angeles/Rose Bowl am 17.07.1994

Brasilien - Italien 0:0 n.V., 3:2 i.E.

Brasilien:
Taffarel - Jorginho (21. Cafu), Aldair, Marcio, Santos, Branco - Dunga, Mauro Silva, Mazinho, Zinho (106. Viola) - Romario, Bebeto

Italien:
Pagliuca - Mussi (34. Apolloni), Baresi, Maldini, Benarrivo - Berti, Albertini, Dino Baggio (95. Evani), Donadoni - Roberto Baggio, Massaro

Tor:
Elfmeterschießen: Baresi schießt über das Tor, Pagliuca hält gegen Marcio Santos, 0:1 Albertini, 1:1 Romario, 1:2 Evani, 2:2 Branco, Taffarel hält gegen Massaro, 3:2 Dunga, Roberto Baggio schießt über das Tor

Schiedsrichter:
Sandor Puhl (Ungarn)

Zuschauer:
94.194 (ausverkauft)

Gelbe Karten:
Mazinho, Cafu - Apolloni, Albertini
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1998 : Endspiel in Paris St. Denis/Stade de France am 12.07.1998

Brasilien - Frankreich 0:3 (0:2)

Brasilien:
Taffarel - Cafu, Aldair, Baiano, Roberto Carlos - Cesar Sampaio (74. Edmundo), Dunga, Leonardo (46. Denilson), Rivaldo - Bebeto, Ronaldo

Frankreich:
Barthez - Thuram, Desailly, Leboeuf, Lizarazu - Karembeu (57. Boghossian), Deschamps, Petit - Zidane, Djorkaeff (76. Vieira) - Guivarc'h (66. Dugarry)

Tor:
0:1 Zidane (27.), 0:2 Zidane (45.), 0:3 Petit (90.)

Schiedsrichter:
Said Belqola (Marokko)

Zuschauer:
74.000 (ausverkauft)

Gelb-Rote Karte:
Desailly (68.)

Gelbe Karten:
Baiano - Deschamps, Karembeu
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2002 : Endspiel in Yokohama/International Stadium am 30.06.2002

Brasilien - Deutschland 2:0 (0:0)

Brasilien:
Marcos - Lucio, Edmilson, Roque Junior - Cafu, Gilberto Silva, Kleberson, Roberto Carlos - Ronaldinho (85. Juninho Paulista), Ronaldo (89. Denilson), Rivaldo
Trainer: Luiz Felipe Scolari

Deutschland:
Kahn - Frings, Linke, Ramelow, Metzelder - Schneider, Jeremies(77. Asamoah), Hamann, Bode (84. Ziege) - Klose (74. Bierhoff), Neuville
Trainer: Rudi Völler

Tor:
0:1 Ronaldo (67.), 0:2 Ronaldo (79.)

Schiedsrichter:
Pierluigi Collina (Italien)

Zuschauer:
69.029

Gelbe Karten:
Roque Junior - Klose

Spielzusammenfassung:
Im Finale der Weltmeisterschaft 2002 standen sich die bis dahin erfolgreichsten Mannschaften der WM-Geschichte, Deutschland und Brasilien, erstmals bei einer WM gegenüber. Der Schiedsrichter war Pierluigi Collina.

Das Endspiel konnte Brasilien mit 2:0 für sich entscheiden. In ihrem "besten Spiel des Turniers" (Marca) zeigte die deutsche Mannschaft eine beherzte Leistung und konnte mit den gewohnt starken Brasilianern auch ohne den gesperrten Ballack lange auf Augenhöhe agieren. Nach dem Seitenwechsel gelang Oliver Neuville sogar mit einem Pfostenschuss aus 30 Metern (49. Min.) das erste Ausrufezeichen der zweiten Halbzeit. Im Endeffekt entschieden aber die herausragenden brasilianischen Einzelkönner das Spiel: Ronaldo erzielte in der 67. Minute nach einem Patzer Oliver Kahns, der einen Schuss von Rivaldo nicht festhalten konnte, das 1:0 und sorgte in der 79. Minute mit dem 2:0 auch für den Endstand. Damit konnte Brasilien auch in Asien und somit auf jedem Kontinent, auf dem bis dahin Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, einen Titel gewinnen. Zuvor hatten sie in Europa (1958), Südamerika (1962) sowie Mittel- und Nordamerika (1970 und 1994) gewonnen.

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2006 : Endspiel in Berlin am 9. Juli 2006

ITALIEN - FRANKREICH 1:1 n.V. (1:1, 1:1) 5:3 i.E.



Italien:
Gianluigi Buffon - Gianluca Zambrotta, Fabio Cannavaro, Marco Materazzi, Grosso - Gennaro Gattuso, Mauro Camoranesi (86. Alessandro Del Piero), Simone Perrotta (61. Vincenzo Iaquinta), Andrea Pirlo - Luca Toni, Francesco Totti (61. Daniele De Rossi)

Frankreich:
Fabien Barthez - Willy Sagnol, William Gallas, Lilian Thuram, Éric Abidal - Patrick Vieira (56. Alou Diarra), Claude Makelele - Franck Ribéry (100. David Trezeguet), Zinédine Zidane, Florent Malouda - Thierry Henry (107. Sylvain Wiltord)

Tor:
0:1 Zidane (7., Foulelfmeter), 1:1 Materazzi (19.)

Elfmeterschießen:
1:0 Pirlo
1:1 Wiltord
2:1 Materazzi
Elfmeter verschossen: Trezeguet
3:1 De Rossi
3:2 Abidal
4:2 Del Piero
4:3 Sagnol
5:3 Grosso

Schiedsrichter:
Horacio Marcelo Elizondo (Argentinien)

Zuschauer:
69.000

Gelbe Karten:
Zambrotta (5.) - Sagnol (12.), Makelele (76.), Malouda (111.)
Rote Karten:
Zidane (110., Tätlichkeit)

Spielzusammenfassung:
Zum zweiten Mal in der WM-Geschichte wurde ein Finale im Elfmeterschießen entschieden. Und anders als 1994 hatte diesmal Italien das glücklichere Ende. Über 120 Minuten war den Mannschaften nur je ein Treffer gelungen, so dass die Entscheidung vom Strafstoßpunkt fallen musste. Die Torhüter hatten an diesem Tag keine Chance, doch David Trezeguet verfehlte als einziger das Ziel. Sein Ball flog gegen die Latte. Zum tragischen Helden des Spiels aber reichte selbst das nicht.

Zidane schenkt Italien den Titel
Die prägende Figur dieses Abends war ein anderer - im Positiven wie im Negativen. Zinedine Zidane sollte endgültig zum Star der WM werden. In seinem allerletzten Spiel sollte die Krönung einer großen Karriere erfolgen. Der WM-Pokal wäre dafür gerade gut genug gewesen.

Und alles verlief in den richtigen Bahnen. Mit einem verwandelten Foulelfmeter hatte Zidane sein Team in Führung gebracht. Nach Materazzis Ausgleich dominierten die Franzosen in der zweiten Hälfte. Bei den Italienern schwanden zunehmend die Kräfte.

Auch in der Verlängerung bestimmte die "Équipe Tricolore" das Spiel. Hier hätte Zidane frei vor Buffon beinahe den Siegtreffer erzielt. Doch dann, in der 110. Spielminute warf der 34-Jährige den WM-Titel achtlos weg. Mit einer unfassbaren Aktion erwies der Kapitän seiner Mannschaft einen Bärendienst und lieferte den Italienern den Pokal quasi auf dem Silbertablett.

Oh "Zizou", was hast Du getan
Ein Kopfstoß gegen die Brust von Marco Materazzi, in dieser rustikalen Ausführung selten gesehen, beendete die WM-Träume Frankreichs und zerstörte im Nachhinein die Karriere eines großartigen Spielers. Vor den Augen der ganzen Welt brannten Zinedine Zidane die Sicherungen durch. Dieser Moment wird haften bleiben im Gedächtnis der Fußball-Fans und einen ewigen Schatten werfen auf die fußballerische Genialität des Mittelfeldregisseurs. Mit einer Roten Karte verabschiedete sich der große Meister von der Fußball-Bühne - welch unrühmliches Ende.

Zu entschuldigen ist diese Tat nicht. Ein derart erfahrener Spieler muss jegliche Provokationen wegstecken können. Da spielt es überhaupt keine Rolle, welch derbe Worte Materazzi zuvor verwendet hat, und wie hart und unerbittlich Zidane mitunter attackiert wurde.

Fortan agierten die Franzosen spürbar kopflos. Und im Elfmeterschießen fehlte dann der eine sichere Schütze. Es ist hypothetisch, aber mit Zidane hätte der finale Showdown einen ganz anderen Ausgang finden können. So aber nahm Italien das Geschenk dankend an.

Italiens Angst vorm Elfmeterschießen letztlich unbegründet
Dabei bekamen die Südeuropäer bereits im Halbfinale gegen Deutschland die große Panik, als es Richtung Elfmeterschießen ging. Dreimal schon hatte Italien bei Weltmeisterschaften in dieser Disziplin das Nachsehen. Im Endspiel jedoch fehlten die physischen Mittel, um das finale Ausschießen zu verhindern. Marcello Lippi konnte nicht zur großen Offensive blasen, weil seine Spieler am Ende ihrer Kräfte waren.

Umso erstaunlicher, dass die alten Männer aus Frankreich den frischeren Eindruck hinterließen. Insbesondere Zidane wirkte noch in der Verlängerung sehr agil. Doch die Fehler der Italiener, infolge nachlassender Konzentration, konnten die Franzosen nicht nutzen. Darüber hinaus fehlte Raymond Domenech der Mut, seiner Mannschaft mittels Einwechslungen eine offensivere Ausrichtung zu geben. Er tauschte Spieler letztlich nur positionsgebunden aus - und zudem recht spät.

Die "Squadra Azzurra" musste notgedrungen auf das Elfmeterschießen hoffen. Die guten Eindrücke aus der ersten Halbzeit waren da längst verflogen. Die Mannschaft ließ eklatant nach, besonders festzumachen an der Person Andrea Pirlo. Der große Taktgeber im Spiel Italiens fiel nach der Pause fast nur noch durch Fehlpässe auf. Bezeichnend, dass wieder einmal Fabio Cannavaro der überragende Mann auf Seiten der Italiener war. Ein Francesco Totti dagegen schien schon von Beginn an nicht existent. Ballkontakte verzeichnete er nur bei Freistößen und Eckbällen. Die Auswechslung erfolgte zu Recht. Und trotz dieser katastrophalen Leistung, sicherlich auch zu begründen mit der langen Verletzungspause, kann er sich jetzt Fußball-Weltmeister nennen. Und das ist es, was zählt. Glückwunsch Italien!

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2010 : Endspiel in Johannesburg 11. Juli 2010 um 20:30 Uhr

Niederlande - Spanien 0:1 n. V.

Niederlande:
Maarten Stekelenburg - Gregory van der Wiel, John Heitinga, Joris Mathijsen, Giovanni van Bronckhorst(105. Edson Braafheid) - Mark van Bommel, Nigel de Jong (99. Rafael van der Vaart) - Arjen Robben, Wesley Sneijder, Dirk Kuijt (71. Eljero Elia) - Robin van Persie

Spanien:
Iker Casillas - Sergio Ramos, Gerard Piqué, Carles Puyol, Joan Capdevila - Sergio Busquets, Xabi Alonso (87. Cesc Fàbregas) - Andrés Iniesta, Xavi, Pedro (60. Jesús Navas) - David Villa (106. Fernando Torres)

Tor:
0:1 Iniesta (116.)

Schiedsrichter:
Howard Webb (England)

Zuschauer:
84.490

Gelbe Karten: Niederlande:
van Persie (15.), van Bommel (22.), de Jong (28.), van Bronckhorst (54.), Heitinga (57.), Robben (84.), van der Wiel (111.), Mathijsen (117.)
Gelbe Karten: Spanien:
Puyol (16.), Ramos (23.), Capdevila (67.), Iniesta (118.), Xavi (120.+1')

Gelb/Rote Karten:
Heitinga (109.)

Spielzusammenfassung:
Die spanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich erstmals den WM-Titel gesichert. Mit einem knappen 1:0-Sieg gegen die Niederlande gelang der "Selección" der zweite große Triumph innerhalb kurzer Zeit. Schon aus der Europameisterschaft 2008 waren die Iberer als "Campeón" hervorgegangen.

Es bedurfte einer Menge Geduld, um im Soccer City Stadium von Johannesburg die Entscheidung herbeizuführen. 120 Minuten bekämpften sich die beiden Mannschaften. Lange Zeit wurde auch die Ausdauer der Zuschauer aufgrund fußballerischer Magerkost auf die Probe gestellt. Dabei hatten die Spanier ganz gut begonnen. Doch die Niederländer bemerkten recht schnell, wie der Gegner vor allem im Mittelfeld die Oberhand gewann. Und so bedienten sie sich rustikaler Mittel um den Spielfluss der Iberer erfolgreich zu stören. Doch dies sollte sich im weiteren Spielverlauf als nachteilig erweisen. Obwohl Schiedsrichter Howard Webb alles andere als kleinlich pfiff, Nigel de Jong schon in der ersten Halbzeit hätte vom Platz stellen müssen, hatten nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit fünf Niederländer Gelb gesehen. In der Folge also war für diese Akteure in den Zweikämpfen Vorsicht geboten. Und prompt kamen die Spanier wieder besser ins Spiel, übernahmen zunehmend die Kontrolle und dominierten das Geschehen. Allerdings blieben die Niederländer durch ihre Konter stets gefährlich. Eine der besten Torchancen des Spiels vergab Arjen Robben, von Wesley Sneijder blitzsauber bedient, frei vor Iker Casillas (62.).

Beide Seiten vergeben je einen 100-Prozenter
Schon im Vorfeld war abzusehen, dass es in diesem Spiel nicht viel Chancen geben würde. Das bestätigte sich während der 90 Minuten. Das erste Tor hätte die Entscheidung gebracht. Und auch die Spanier hatten ihre 100-prozentige Gelegenheit, als Sergio Ramos eine Ecke von "Xavi" Hernández aus etwa sechs Metern völlig unbedrängt über den Kasten köpfte (78.). Die Entscheidung wurde also auf die Verlängerung vertagt. Auch hier erwiesen sich die Spanier als dominantes Team. Und die Niederländer zollten ihrer Gelbbelastung Tribut. Johnny Heitinga musste nach einem Foul an Andrés Iniesta mit Gelb-Rot vom Platz (109.). Und die Lücke, die der Innenverteidiger in der Defensive hinterließ, nutze letztlich der Gegner zum entscheidenden Schlag. So konnte Iniesta ein Zuspiel von "Cesc" Fábregas zum 1:0 verwerten (116.).

Der Europameister gewann am Ende verdient. Es setzte sich somit die Mannschaft durch, die sich mehr um das Fußballspiel bemühte. Die Niederländer hatten offenbar im Halbfinale gesehen, dass die Deutschen gegen die Spanier überhaupt nicht in die Zweikämpfe kamen, dadurch das Mittelfeld preisgeben mussten und letztlich verloren. Das sollte vermieden werden. Und so stürzte man sich unbeherrscht in die Duelle. Durch die ungeschickte Zweikampfführung passierten viele Fouls. Die Konsequenzen sind bekannt. Die "Oranje Elftal" muss nun mit dem Ruf der unfairsten Turniermannschaft leben. Dank 22 Gelber Karten und 126 begangener Fouls führt man die Statistik mit großem Abstand an. Insofern ist Spaniens Erfolg auch ein Sieg des Fairplay, schließlich wurde die "Furia Roja" von der FIFA als fairste Mannschaft der WM ausgezeichnet.

Spielkontrolle und Effizienz prägen den modernen Fußball
Den Spaniern genügten zwei gute Spiele zum Ende der WM und insgesamt acht erzielte Tore, um trotz der Auftaktniederlage gegen die Schweiz Weltmeister zu werden. In den K.-o.-Spielen gewann das Team von Trainer Vicente del Bosque jedes Spiel in minimalistischer Art und Weise mit 1:0. Man glänzte also längst nicht so wie vor zwei Jahren bei der EM. Insbesondere dem Vermögen der Spielkontrolle und der guten Abwehrarbeit mit nur zwei Gegentoren hat man diesen Triumph zu verdanken.

Und die Niederländer müssen ihre dritte Finalniederlage nach 1974 und 1978 wegstecken. Die Abkehr vom "Voetbal totaal" hat man bereits vollzogen. Ergebnisorientierter Fußball und "schmutzige Siege" werden mittlerweile gern genommen. Nur die chronische Titellosigkeit auf der WM-Bühne konnte der Europameister von 1988 auch damit noch nicht ablegen.

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2014 : Endspiel in Rio de Janeiro (Maracanã) 13. Juli 2014 um 16:00 Uhr (21:00 Uhr MESZ)

Deutschland - Argentinien 1:0 n. V.

Deutschland:
Manuel Neuer - Philipp Lahm Kapitän der Mannschaft, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes - Christoph Kramer (31. André Schürrle), Bastian Schweinsteiger - Thomas Müller, Toni Kroos, Mesut Özil (120. Per Mertesacker) - Miroslav Klose (88. Mario Götze)
Trainer: Joachim Löw

Argentinien:
Sergio Romero - Pablo Zabaleta, Martín Demichelis, Ezequiel Garay, Marcos Rojo - Enzo Pérez (86. Fernando Gago), Javier Mascherano, Lucas Biglia, Ezequiel Lavezzi (46. Sergio Agüero) - Lionel Messi Kapitän der Mannschaft, Gonzalo Higuaín (78. Rodrigo Palacio)
Trainer: Alejandro Sabella

Tor:
1:0 Götze (113.)

Schiedsrichter:
Nicola Rizzoli (Italien)

Zuschauer:
74.738

Gelbe Karten: Deutschland:
Schweinsteiger (29.), Höwedes (34.)
Gelbe Karten: Argentinien:
Mascherano (64.), Agüero (65.)

Spielzusammenfassung:
Die deutsche Nationalmannschaft ist auf dem Fußball-Olymp angekommen. In Rio de Janeiro holte die DFB-Auswahl die wertvollste Trophäe des Weltfußballs durch einen hart erkämpften 1:0-Sieg in der Verlängerung gegen Argentinien. Der eingewechselte Mario Götze machte Deutschland mit seinem Tor in der 113. Minute zum Weltmeister.

Noch bevor das WM-Finale vor 74.738 Zuschauern im Estádio do Maracanã überhaupt begonnen hatte, mussten die Deutschen schon den ersten Rückschlag hinnehmen. Sami Khedira konnte aufgrund von Wadenproblemen nicht spielen. Joachim Löw sah sich gezwungen, seine Stammformation kurzfristig zu ändern, und schickte den unerfahrenen Christoph Kramer auf den Rasen. Philipp Lahm also blieb auf seiner rechten Abwehrseite.

Abnutzungskampf auf Biegen und Brechen
Wie erwartet, hatte die deutsche Mannschaft die größeren Spielanteile. Die erste Torchance aber legte Toni Kroos mit einer missglückten Kopfballrückgabe für Gonzalo Higuaín auf, der freistehend das Tor knapp verfehlte (21.).

Dann folgte der nächste Ausfall. Der bis dahin überzeugende Christoph Kramer musste nach 31 Minuten mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Die Schulter von Ezequiel Garay hatte ihn schwer am Kopf getroffen. Joachim Löw brachte André Schürrle für den linken Flügel, zog Mesut Özil ins Zentrum. Und Toni Kroos richtete sich fortan etwas defensiver aus.

Beide Mannschaften bewegten sich auf Augenhöhe, boten ein Spiel von höchster Intensität. Schnell wurde klar, dass ein Fehler, ein Tor die Entscheidung bringen wird. Die Partie bewegte sich permanent auf des Messers Schneide. Zunächst blieben die Chancen ungenutzt. André Schürrle scheiterte mit einem Direktschuss an Sergio Romero (37.). Die größte Gelegenheit bot sich Benedikt Höwedes, der einen Eckball von Toni Kroos aus vier Metern an den rechten Pfosten köpfte (45.+2). Kurz nach Wiederbeginn hatte Lionel Messi die zweite hochkarätige Möglichkeit der Argentinier. Er schoss den Ball hauchzart am langen Eck vorbei (47.). Nach 57 Minuten riskierte Manuel Neuer gegen Gonzalo Higuaín an der Strafraumgrenze Kopf und Kragen, war gerade noch rechtzeitig am Ball, um keinen Elfmeter zu verursachen. In der Schlussphase bekam Toni Kroos eine ausgezeichnete Schusschance, zielte aber rechts neben das Tor (82.).

Noch ein Tritt, noch ein Schlag - der Schweinsteiger steht immer wieder auf
90 Minuten sollten nicht ausreichen, um eine Entscheidung herbeizuführen. So musste das Spiel verlängert werden. Und umgehend sorgten zwei eingewechselte Akteure für die nächste deutsche Großchance. Mario Götze legte für André Schürrle auf, dessen Schuss von Sergio Romero pariert wurde (91.). In der 97. Minute verschätzte sich Mats Hummels, was Rodrigo Palacio in eine Abschlussposition brachte. Sein Heber landet links neben dem Kasten von Manuel Neuer. Die Intensität nahm weiter zu. Mit den schwinden Kräften ging es in den Zweikämpfen härter zur Sache. In der Verlängerung entdeckten die Südamerikaner ihre einst so gefürchtete raue Gangart wieder. Vor allem der sehr starke Bastian Schweinsteiger musste massiv einstecken. Gelb-Rote Karten für Javier Mascherano und Segio Agüero wären durchaus angemessen gewesen. Doch Schiedsrichter Nicola Rizzoli verließ seine anfangs konsequente Linie. Einige Spieler konnten kaum mehr laufen. Neben dem mehrfach angeschlagenen Schweinsteiger schleppte sich Mats Hummels mehr schlecht als recht über den Platz. Doch der Innenverteidiger konnte sich auf seinen überragenden Nebenmann Jérome Boateng verlassen - der neben Schweinsteiger beste Mann auf dem Platz.

Die bessere Mannschaft für ihren Mut belohnt
Die deutsche Mannschaft verzeichnete nicht nur 60 Prozent Ballbesitz, die bessere Zweikampfquote und die größere Passgenauigkeit, sie lief auch über anderthalb Kilometer mehr als der Gegner. Bastian Schweinsteiger kam als lauffreudigster Spieler auf unfassbare 15,3 Kilometer. Hinsichtlich von Quantität und Qualität der Torchancen hatten die Deutschen ganz knapp die Nase vorn. Insgesamt also handelte es sich um einen verdienten Sieg. Doch in solch einem engen Finale entscheiden Kleinigkeiten. Da muss nicht die bessere Mannschaft gewinnen. Oftmals setzt sich auch das cleverere und taktisch abgezocktere Team durch. Doch letztlich wurde der Mut von Joachim Löw, auf die personellen Probleme offensiv zu reagieren, belohnt. Und auch die Courage der Mannschaft, in der Verlängerung weiter nach vorn zu spielen, zahlte sich letztlich aus. Die "Albiceleste" war natürlich ebenfalls am körperlichen Limit, was vermutlich auch in den 120 Minuten ihres schweren Halbfinale begründet lag.

Es lief die 113. Minute. André Schürrle raffte sich nochmals auf und trat auf dem linken Flügel an. Mit dem eigentlich schwächeren linken Fuß flanke er in die Mitte, wo Mario Götze all seine technischen Fähigkeiten in die Waagschale warf, den Ball mit der Brust annahm und ihn ohne Bodenberührung an Sergio Romero vorbei ins Netz beförderte. Darauf hatten die Südamerikaner in den verbleibenden Minuten keine Antwort mehr. Trotz der besten Turnierleistung zog Argentinien in seinem fünften WM-Finale zum dritten Mal den Kürzeren.

Da ist der vierte Stern
Die deutsche Mannschaft dagegen ging in ihrem achten WM-Endspiel zum vierten Mal als Sieger vom Platz. Erstmals überhaupt konnte eine europäische Mannschaft den WM-Pokal aus Lateinamerika entführen. Auch mit Blick auf das gesamte Turnier ist Deutschland ein verdienter Weltmeister, zeigte insgesamt die besten Leistungen. Zudem sprechen eine stabile Defensive mit nur vier Gegentoren und der beste Angriff (18 Treffer) für die DFB-Auswahl. Somit darf nun ausgiebig gefeiert werden.

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