FC Schalke 04

Die Legenden

Ernst Kuzorra Fritz Szepan Bernhard „Berni“ Klodt Hans Klodt Reinhard Libuda
Ernst Kalwitzki Ernst Poertgen Otto „Ötte“ Tibulski Herbert Burdenski Heinz „Heiner“ Kördell
Klaus "Tanne" Fichtel Rolf Rüssmann Norbert Nigbur Klaus Fischer Rüdiger „Abi“ Abramczik
Olaf Thon Ingo Anderbrügge Marc Wilmots Ebbe Sand Huub Stevens
Die Schalker "Hall of Fame"
Die Ehrenspielführer des FC Schalke 04
Die Schalker Jahrhundertelf
Die Schalker Spieler bzw. Trainer, die in die "Ehrenkabine" berufen worden sind:



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Die Legenden des FC Schalke 04

Ernst Kuzorra (* 16. Oktober 1905 in Gelsenkirchen; † 1. Januar 1990 in Gelsenkirchen):
Ernst KuzorraDer am 16. Oktober 1905 in Gelsenkirchen geborene Ernst Kuzorra war schon als kleiner Junge ein begnadeter Dribbler und fand straßenweit Anerkennung im Ortsteil Schalke. Bereits mit 17 Jahren spielte er in der ersten Mannschaft des FC Schalke 04 und galt als einer der Mitbegründer des, für den Gegner so verwirrende Schalker Kreiselspiels. Der Ball klebte an Kuzorras Fuß, bis er ihn zum Mitspieler passte, so gezirkelt, so genau und überraschend, dass die Spielsituation schlagartig ungekrempelt wurde. Sechsmal gelang ihm mit seinen Knappen die Deutsche Meisterschaft, einmal holte er mit Schalke 04 den Vereinspokal, so wie unzählige andere Titel. Ernst Kuzorra beendete 1948, nach über 25 erfolgreichen Jahren seine aktive Fußball-Karriere, verwirklichte sich danach als Trainer, Berater und Präsidiumsmitglied die seinen Verein. Schalke 04 war sein leben, Fußball seine große Liebe. Er starb 1990.

Nicht nur das machte Kuzorra zum großen Idol in Gelsenkirchen: Er war Mitbegründer des berühmten "Schalker Kreisels" - einer Schalker Variante des Flachpassspiels - stand von 1915 bis 1950 ausschließlich für Schalke 04 auf dem Platz, war an allen sechs Vorkriegsmeisterschaften beteiligt und galt als Symbol Schalker Kampfkraft.

Ernst Kuzorra bildete mit seinem Schwager Fritz Szepan in den zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren das Herz der legendären Schalker Elf, die mit nur einer Ausnahme zehnmal in Folge im Endspiel um die deutsche Meisterschaft stand. Kuzorra bestritt 1919 sein erstes Spiel für Schalke. Mit 17 Jahren gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft; am 22. April 1923 wurden die Sportfreunde 07 aus Essen mit 4:1 vom Platz gefegt. Kuzorra war von Beginn an Führungsspieler. Und das nicht nur auf dem Platz: "Wir hatten immer einen Trainer, aber die Aufstellung habe ich gemacht", betonte der schussgewaltige Linksfuß gerne. Der Schalker Kreisel drehte sich in die Richtung, die Kuzorra befahl.

Das goldene Zeitalter des Revierclubs begann am 24. Juni 1934, als der FC Schalke 04 im Meisterschaftsfinale auf den Rekordmeister 1.FC Nürnberg traf. In diesem Spiel machte sich Ernst Kuzorra mit seinem 2:1-Siegtreffer kurz vor Spielende auf Schalke unsterblich. Und das, obwohl Kuzorra kurz vorher im Spiel einen Leistenbruch erlitten und sich nur noch mit letzter Kraft über den Platz geschleppt hatte!

Sechsmal holte er mit dem Schalker Team die deutsche Meisterschaft (1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942). In der Nationalmannschaft kam Kuzorra zwischen 1927 und 1938 nur zwölfmal zum Einsatz (sieben Treffer), nicht zuletzt weil er sich dem Reichstrainer Otto Nerz nicht fügen wollte. 1948 beendete „Äänz" Kuzorra seine sportliche Laufbahn, blieb dem FC Schalke jedoch bis an sein Lebensende verbunden, zunächst als Trainer, dann als Präsidiumsmitglied und Berater, zuletzt als regelmäßiger Ehrengast mit stets qualmender Zigarre im Parkstadion. Ernst Kuzorra starb am 1. Januar 1990 in Gelsenkirchen, ein Schalker Fan legte ihm eine S04 Fahne mit ins Grab.

Welche Bedeutung der Mann, der am Neujahrstag 1990 verstarb, für den Verein und Gelsenkirchen hat, verdeutlicht bereits ein Blick auf den Stadtplan. Der Platz vor der Glückauf-Kampfbahn trägt seinen Namen und die Anschrift der Geschäftsstelle von Schalke 04 lautet: Ernst-Kuzorra-Weg 1. Zusammen mit seinem Schwager Fritz Szepan war er der Kopf der Mannschaft, die in den 30er und 40er Jahren sechs Meisterschaften und einen Pokalsieg feiern konnte.

1950 endete die aktive Karriere des kampfstarken und zugleich filigranen Fußballers. Offiziell bestritt er gut 350 Pflichtspiele, in denen Kuzorra 265 Tore erzielte. Zählt man seine Treffer aus den unzähligen Freundschaftsspielen und seiner Juniorenzeit hinzu, dürfte er sicherlich an die 1000 Mal den Ball im gegnerischen Kasten versenkt haben.

Nachdem er die Schuhe an den Nagel gehängt hatte, konnte er sich auf seinen Tabakladen konzentrieren, den er erst in der Gewerkenstraße und anschließend am Schalker Markt führte. Dem Verein blieb er allerdings bis zu seinem Tode eng verbunden. Zwar nur kurz im Präsidium, das Geschacher in der Vereinspolitik war nicht seine Sache, und ebenfalls nur übergangsweise auf der Trainerbank, er spielte 1970 als Inhaber der Trainerlizenz den Strohmann für Slobodan Cendic, doch als Berater und Identifikationsfigur war er dem Verein von großem Wert.
Fritz Szepan (* 2. September 1907 in Gelsenkirchen; † 14. Dezember 1974 in Gelsenkirchen):
Fritz SzepanFritz Szepan wurde am 2. September in Gelsenkirchen geboren, arbeitete zunächst als Lehrling bei Küppersbusch und spielte parallel in einer Straßenmannschaft. Zum FC Schalke 04 hatte er anfangs nur eine lose Verbindung und kam erst mit 18 Jahren auf betreiben von ernst Kuzorra zu den Fußballknappen. In den 20er Jahren entwickelte sich Szepan zu einen glänzenden Fußballer, obwohl er nicht so artistisch dribbeln konnte wie sein späterer Schwager Ernst Kuzorra. Seine großen stärken lagen darin, dass er einen ausgezeichneten Blick für die Spielsituation hatte, und mit einen einzigen Pass die ganze Abwehr des Gegners durcheinander wirbeln konnte. Viele Jahre später spielte er als Kapitän in der Nationalmannschaft, kam dabei auf 34 Spiele und gewann mit Schalke 04 alle großen Titel zwischen 1925-1942. Sein größter sportlicher Erfolg auf internationaler Ebene war der 3. Platz bei der Fußball-WM 1934 in Italien, wo das Deutsche Team im kleinen Finale die starken Österreicher besiegte. Nach dem Krieg und der Beendigung seiner aktiven Laufbahn arbeitete Szepan viele Jahre erfolgreich als Trainer und von 1964 bis 1967 als Präsident des FC Schalke 04. Rot-Weiß Essen führte er als Coach 1955 sogar zur bisher einzigen Deutschen Meisterschaft. Fritz Szepan starb am 14. Oktober 1974 in Gelsenkirchen.

Als der blonde Fritz am 14. Dezember 1974 an den Folgen einer Nieren-Operation starb, trauerte die Schalker Vereinsfamilie um einen ihrer bedeutendsten Mitglieder. Szepan war zusammen mit Ernst Kuzorra der entscheidende Protagonist in der goldenen Ära der Knappen in den 30er und 40er Jahren. Doch nicht nur im Verein war er eine prägende Persönlichkeit, auch beim DFB hinterließ er einen bleibenden Eindruck. Bei Szepans Beerdigung sagte Bundestrainer Sepp Herberger: "Du warst einer der Größten, Fritz!"

Dabei hatte der Gelobte während seiner aktiven Laufbahn oft mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass er zu langsam für Fußball auf höchstem Niveau sei. Er selbst bestritt das immer vehement. Und selbst wenn die Kritiker Recht hatten, Szepan kompensierte fehlende Spritzigkeit durch Spielintelligenz, Übersicht, Technik und ein überragendes Stellungsspiel. Er beherrschte das Mittelfeldspiel sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft. In 30 seiner 34 Partien im DFB-Dress führte er als Kapitän das Team aufs Feld und krönte seine internationale Karriere mit Platz drei bei der Weltmeisterschaft 1934 in Italien.

Sein Debüt im Schalker Dress gab er als 14-Jähriger mit zwei Toren in einem Jugendspiel, am 9. August 1925 lief er zum ersten Mal für die erste Mannschaft auf. Weil sein späterer Schwager Ernst Kuzorra - 1931 heiratete Szepan Elise Kuzorra - an einer Magenverstimmung litt, durfte er mitspielen. Knapp neun Jahre später war die Mannschaft um die beiden Persönlichkeiten auf dem vorläufigen Höhepunkt angelangt. Im Berliner Poststadion gewann Schalke durch ein 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg seine erste Meisterschaft. Szepan markierte in der 88. Minute den Ausgleich, Ernst Kuzorra traf in der Nachspielzeit zum 2:1-Endstand.

Während es auf dem Platz hervorragend für den blonden Fritz lief, war er abseits des Rasens mit weniger Geschick gesegnet. Der ausgebildete Klempner führte ein Tabak-Geschäft, eine Gastwirtschaft und eine Tankstelle: alles mit mäßigem Erfolg.

Nach dem 2. Weltkrieg beendete Szepan wegen Knie-Problemen und stärker werdenden Rückschmerzen seine aktive Karriere. Er wurde Trainer und führte von 1949 bis 1954 die Schalker Mannschaft. Seinen größten Erfolg als Coach indes feierte er nicht mit den Königsblauen. 1955 wurde er mit Rot-Weiß Essen, er arbeitete zwei Jahre für den Nachbarverein, deutscher Meister.

Sein Herz jedoch gehörte weiterhin der Blau-Weißen. Die Liebe zu dem Verein war so groß, dass er sich 1963 breitschlagen ließ, das Präsidenten-Amt zu übernehmen. Er führte den Club bis 1967, dann übernahm der geschäftstüchtige Günter Siebert das Ruder. Szepan zog sich nicht zuletzt wegen seiner körperlichen Gebrechen zurück. Sein Rheuma und die Schmerzen im Rücken zwangen ihn dazu, starke Medikamente zu nehmen, die seine Nieren angriffen. Ein anschließender Lungeninfarkt und wahrscheinlich ein Schlaganfall beendeten Ende 1974 sein Leben.
Bernhard „Berni“ Klodt (* 26. Oktober 1926 in Gelsenkirchen-Bismarck; † 23. Mai 1996 in Garmisch-Partenkirchen):
Bernhard „Berni“ KlodtBernhard „Berni“ Klodt, sein Heimatverein war der STV Horst-Emscher, von dem er zum FC Schalke 04 wechselte, mit dem er 1958 Deutscher Meister wurde.

Held der Meisterelf von 1958 Die siebte und bislang letzte Schalker Meisterschaft nach dem Krieg ist untrennbar mit einem anderen Namen verbunden: Bernhard Klodt. 1926 in Gelsenkirchen-Bismarck geboren, debütierte Klodt 1943 als 16-Jähriger in der ersten Mannschaft. Später avancierte "Berni" zum Star der Meisterelf von 1958: Er war Spielmacher, Torjäger und Mannschaftskapitän zugleich und legte mit zwei Toren den Grundstein für den 3:0-Finalsieg gegen den HSV.

Fairness stand für den gebürtigen Gelsenkirchener an erster Stelle. "Foulen konnte der gar nicht", erinnert sich Schalke-Mitglied Ernst Wellhausen an seinen ehemaligen Weggefährten. "Einmal hat er ein Tor mit der Hand erzielt. Der Schiri hat es anerkannt, aber Berni ist zu ihm gegangen und hat gesagt: ‚Nimm´s zurück!'" So war Berni Klodt, der schon in der Jugend für die Knappen spielte und 1958 für die Schalker unsterblich wurde.

In dem Jahr führte er als Kapitän die unerfahrene Mannschaft bis ins Finale um die deutsche Meisterschaft, in dem Schalke den favorisierten Hamburger SV mit 3:0 bezwang. Dabei war der technisch versierte Angreifer nicht nur Kopf der Auswahl von Coach Edi Frühwirth, er erzielte zudem die beiden ersten Treffer selbst.

Klodts Bruder Hans, der zwölf Jahre älter war und bei drei Meisterschaften (1937, 1939 und 1940) das Schalker Tor hütete, brachte ihn an die Glückauf-Kampfbahn. Er durchlief diverse Jugendteams und feierte 1943 als 17-Jähriger sein Debüt in der ersten Mannschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab er ein zweijähriges Intermezzo beim STV Horst, bei dem zu diesem Zeitpunkt auch sein Bruder unter Vertrag stand, ehe er 1950 - in jenem Jahr wurde er zum ersten Sportler des Jahres der Stadt Gelsenkirchen gewählt - wieder zum Schalker Markt zurückkehrte. Im selben Jahr spielte er zum ersten Mal in der deutschen Nationalmannschaft, für die er insgesamt 19 Mal auflief und drei Treffer erzielte.

So gehörte Klodt vier Jahre später auch zur DFB-Auswahl, die als krasser Außenseiter zur Fußball-Weltmeisterschaft fuhr und dort überraschend Weltmeister wurde. Zwar wurde der Schalker lediglich in der Vorrunde eingesetzt, doch für Trainer Sepp Herberger war er der "12. Weltmeister". Zum Dank, dass er beim Tausch von Rahn für Klodt nicht aufbegehrte und sich loyal verhielt, schenkte er ihm seine Medaille. "Bei einem solchen Erfolg ist es ganz gleich", fand Klodt, "wer eingesetzt wird. Die Hauptsache ist doch, wir haben gewonnen."

Eine Einstellung, die ihm Sympathien in ganz Deutschland brachte, und die ihn in Gelsenkirchen zu einem Helden werden ließ. Bei seiner Ankunft nach dem Turnier säumten Tausende von Menschen in seiner Heimatstadt die Straßen, nur um ihren "Berni" willkommen zu heißen.

Trotz einiger gut dotierter Angebote aus dem Ausland blieb er seinem Club treu. Bis 1963 kickte er für die Blau-Weißen, für die er knapp 400 Pflichtspiele absolvierte. Am 12. Juni schließlich lief er zum letzten Mal auf. Gegner war die bulgarische Nationalmannschaft. Und Berni Klodt trat so ab, wie es sich für einen Großen gehört. Er verwandelte eine Vorlage von Waldemar Gerhardt zum 1:0-Sieg.

Anfang der 90er Jahre erlitt Berni Klodt ein Schlaganfall und war fortan an den Rollstuhl gefesselt. Seinen Lebensmut indes verlor er nie, erst sechs Jahre später verstarb er im Alter von 69 Jahren in Garmisch-Partenkirchen. Bei seiner Beerdigung fehlte von den damals noch lebenden Weltmeistern von 1954 lediglich Fritz Walter, der wegen einer Krankheit passen musste.
Hans Klodt (* 10. Juni 1914 in Gelsenkirchen; † 7. November 1996 ebenda):
Hans KlodtHans Klodt spielte wie sein Bruder für Schalke 04. Zwischen 1936 und 1948 stand er im Tor der Gelsenkirchener und wurde 1937 sowohl Deutscher Meister als auch Tschammer-Pokalsieger. 1942 und 1943 wurde er wegen einer Kriegsverletzung durch Heinz Flotho vertreten und verpasste somit den Gewinn der Meisterschaft 1942.

Seine Karriere begann allerdings nicht bei Schalke 04 sondern beim BV Gelsenkirchen 12. 1948 verließ er Schalke in Richtung Beckum, wo er noch bis 1955 aktiv war.

In der deutschen Nationalmannschaft brachte er es zwischen 1938 und 1941 auf insgesamt 17 Einsätze.

Hans Klodt stand mit Unterbrechungen insgesamt zwölf Jahre im Schalker Tor. Sein Markenzeichen waren seine weiten Abschläge, außerdem beherrschte er den Strafraum wie kein Zweiter zu seiner Zeit. Mit ihm zwischen den Pfosten wurde die Knappen dreimal Meister und einmal Pokalsieger. Der ältere Bruder von Berni Klodt, der am 7. November - ein knappes halbes Jahr nach seinem Bruder - starb, ist bis heute der Schalker Keeper mit den meisten Einsätzen (17) in der Nationalmannschaft.

Hans Klodt verdiente sich seine ersten Meriten auf dem Fußballplatz beim BV 12 Gelsenkirchen. Erst ab der Saison 1936/37 stand er im Tor der Knappen. Er löste damals Hermann Mellage als Nummer eins ab. "Klodt war ein echter Sympathieträger, ein Kumpeltyp, der bei seinen Mannschaftskameraden sehr beliebt war", würdigte Herbert Burdenski, der zusammen mit Klodt im Meisterteam von 1941 stand, den Torhüter.

Gleich in seiner ersten Spielzeit auf Schalke holte die Mannschaft Meisterschaft und Pokal: 1937 gegen den 1. FC Nürnberg (2:0). Es folgten die Triumphe 1939 gegen Admira Wien (9:0) und 1940 gegen den Dresdner SC (1:0). Bei zwei weiteren Finalteilnahmen gingen Klodt und Co. als Verlierer vom Feld: 1938 gegen Hannover 96 (3:3 n.V./3:4 n.V.) und 1941 gegen Rapid Wien (3:4). Den DFB-Pokal gewann Klodt einmal: 1937 gegen Fortuna Düsseldorf (2:1). Ein Pokalendspiel verlor er: 1941 gegen den Dresdner SC (1:2).

Sein letztes Jahr auf Schalke war das erste der Oberliga West. 1947/48 sprang Hans Klodt noch dreimal für seinen Nachfolger Heinz Kwiatkowski ein. Anschließend wechselte er zur Spvgg. Beckum, wo er bis 1955 spielte und auch das Trainer-Amt übernahm. Außerdem trainierte er noch Teutonia Lippstadt.
Reinhard Libuda, genannt „Stan“, (* 10. Oktober 1943 im lippischen Wendlinghausen bei Lemgo; † 25. August 1996 in Gelsenkirchen):
Reinhard LibudaReinhard Libuda, der in Anlehnung an den englischen Dribbel-König Sir Stan Matthews nur "Stan" gerufen wurde, war ein Künstler in einer Stadt voller Malocher. Der Ball klebte an seinem Fuß, Gegner waren für ihn oft nur Slalomstangen. Jeder wusste, was er machen würde: links antäuschen - und rechts vorbeigehen. Doch er zelebrierte diesen Trick mit so viel Tempo, mit so viel Raffinesse, dass die Verteidiger dennoch meistens ins Leere grätschten. Unvergessen sind bis heute die Schlachtrufe, LI-BU-DA LI-BU-DA! Aus jenen Tagen stammt auch der Satz, der Fußballgechichte geschrieben hat:

An Gott kommt keiner vorbei - ausgenommen Libuda

Egal, ob dieser Satz nun der Phantasie eines Journalisten entstammt, oder ob es wirklich ein Plakat mit dieser Aufschrift gegeben hat, die Existenz und die Popularität dieser Aussage verdeutlicht, dass Reinhard "Stan" Libuda für Schalke 04 mehr war und ist als ein Fußball-Spieler.

Ernst Kuzorra wird auf Schalke verehrt, Klaus Fischers Tore sind jetzt schon Legende und bei dem Gedanken an den begnadeten Techniker Olaf Thon schnalzen die Anhänger noch heute mit der Zunge. Geliebt wurde in dem Arbeiterverein aber vor allem ein Mann: "Liii-buuu-daa!" Ron Greenwood, Trainer von West Ham United, sagte einmal über ihn: "Er ist ein Individualist, der den Mut hat, das scheinbar Unglaubliche und Unmögliche wahr zu machen."

Seine Geschichte begann am 10. Oktober 1943 in Wendlinghausen bei Lemgo. Dort hatte es die Familie Libuda wegen des Zweiten Weltkriegs hinverschlagen. Später jedoch ging es zurück nach Gelsenkirchen, und so wurde der Filius von Papa Paul, der selbst ein trickreicher Stürmer bei Gelsenkirchen 07 war, 1952 bei Schalke 04 angemeldet. Im August 1962 spielte er zum ersten Mal für die erste Mannschaft in der Oberliga, ein gutes Jahr später gab er als 19-Jähriger sein Debüt in der Nationalmannschaft.

Bis 1975 absolvierte er fast 250 Pflichtspiele für die Knappen. Wurde mit "seinem Verein" DFB-Pokalsieger 1972, landete in der Bundesliga-Saison auf dem zweiten Rang und brachte die deutsche Nationalmannschaft mit dem 3:2 im Qualifikationsspiel gegen Schottland zur Weltmeisterschaft 1970. Seinen größten internationalen Erfolg feierte er mit Borussia Dortmund, für die er von 1965 bis 1968 die Fußball-Schuhe schnürte. Sein Tor zum 2:1 im Finale gegen den FC Liverpool sicherte dem Reviernachbarn den Europapokal der Pokalsieger.

Dieses Sakrileg vergaben ihm die Schalker Anhänger ebenso wie die Verwicklung in den Bundesliga-Skandal, der seine Laufbahn im Endeffekt beendete. "Davon habe ich mich nicht mehr erholt", so Libuda. "Das hat mit die Lust am Fußball genommen." An dem Sport, den er beherrschte wie kein Zweiter, der ihn bekannt machte, der ihm Selbstvertrauen gab.

Abseits des grünen Rasens war er weniger erfolgreich. Für einen Geschäftsmann, er übernahm den Tabak-Laden von Ernst Kuzorra, war er zu introvertiert, gar menschenscheu. Zu oft sagte er, was er dachte. War bisweilen aufbrausend und jähzornig. "Er hat sich nie für etwas entschuldigt. Dadurch hat er es sich nicht gerade leicht gemacht", erinnert sich Jürgen Grabowski, der bei der WM 1970 das Zimmer mit ihm teilte. "Warum war er nie diplomatischer?"

Als es ihm finanziell schlecht ging, wollten ihm die ehemaligen Kameraden unter die Arme greifen. Doch Libuda ließ sich nicht helfen. Er erfüllte alle Kriterien eines antiken Helden. Inklusive des Scheiterns. Er verlor seinen Besitz, musste die Scheidung von seiner Frau Gisela hinnehmen: Am Ende blieb ihm nur noch seine Mutter und Sohn Mathias. Reinhard Libuda bekam Kehlkopfkrebs und starb am 25. August 1996 an Herzversagen.

500 Trauergäste, darunter viele ehemalige Weggefährten wie Rolf Rüssmann, Rudi Assauer und Jürgen Grabowski nahmen an der Beerdigung auf dem Ost-Friedhof in Gelsenkirchen-Hüllen teil. Dort widerlegte Pfarrer Georg Rücker die legendäre These: "Der letzte Lauf seines Lebens wurde von Gott gestoppt."
Ernst Kalwitzki (* 3. Oktober 1909; † 3. Februar 1991 in Bremen):
Ernst KalwitzkiErnst Kalwitzki spielte von 1933 bis 1942 für die 1. Mannschaft des FC Schalke 04. Er schoss 54 Tore in 66 Spielen um die deutsche Meisterschaft, traf in 36 Pokalspielen 28 Mal das gegnerische Tor und trug sich in der Gauliga (143 Einsätze) 113 Mal in die Torschützenliste ein. 1939 traf der Stürmer in Berlin im Endspiel (9:0) um die deutsche Meisterschaft gegen Admira Wien fünfmal. Kalwitzki wurde mit den Schalkern sechsmal Meister und 1935 Tschammerpokal-Sieger, in der deutschen Fußballnationalmannschaft kam er jedoch nie zum Einsatz.

Später lief Ernst Kalwitzki für die 2. Mannschaft der Schalker auf und wurde Platzwart in der Glückauf-Kampfbahn. Im Alter von 65 Jahren zog er mit seiner Frau Erna nach Bremen zur Tochter Elsbeth und Schwiegersohn Helmut Jagielski. P

Ernst Kalwitzki wird bis heute in erster Linie mit einem Spiel in Verbindung gebracht. Beim 9:0-Sieg der Knappen über Admira Wien im Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1939 schoss der Stürmer fünf Tore und stellte damit einen Rekord für die Ewigkeit auf.

Der trickreiche Angreifer war an allen sieben Titeln (sechsmal Meister und einmal Pokalsieger) der Schalker vor dem Zweiten Weltkrieg beteiligt und wurde später Platzwart der Glückauf-Kampfbahn.

Seinen größten Tag verdankte er einem Einfall von Ernst Kuzorra. Er war dafür verantwortlich, dass für das Finale 1939 im Berliner Olympiastadion die Aufstellung geändert wurde. Kalwitzki, eigentlich wieselflinker Rechtsaußen, rückte auf die Mittelstürmerposition vor, Hermann Eppenhoff musste auf die rechte Seite ausweichen. Im Verlaufe des Spiels nahm Kalwitzki dann die halblinke Position Kuzorras ein, der seinerseits den Admira-Mittelläufer Fritz Klacl am Spielaufbau hinderte. Zudem wechselte „Kalli“ mit Fritz Szepan auf halbrechts die Positionen. „Dadurch gerieten die Wiener völlig in Verwirrung“, freute sich der fünffache Torschütze hinter.

Insgesamt erzielte Kalwitzki in acht Endspielen um nationale Titel zehn Tore, ebenfalls ein Rekord, der von niemandem erreicht wurde. Auch nicht von Ernst Lehner, der dem Schalker den Weg zur Nationalmannschaft verbaute. Prof. Otto Nerz und Sepp Herberger setzten lieber auf den Augsburger, der in 65 Spielen für die DFB-Auswahl 31 Tore erzielte. Ebenso beeindruckend die Zahlen von Kalwitzki, der von 1933 bis 1942 für die erste Mannschaft der Knappen die Fußballstiefel schnürte. Er markierte 54 Treffer in 66 Spielen um die deutsche Meisterschaft, traf in 36 Pokalspielen 28 Mal das gegnerische Tor und trug sich in der Gauliga (143 Einsätze) 113 Mal in die Torschützenliste ein.

Der Krieg beendete die Karriere in der Ersten, für die zweite Schalker Garnitur indes kickte er noch regelmäßig, bis er 47 Jahre alt war. Und das trotz schwerer Verletzungen, die er sich im Zweiten Weltkrieg zugezogen hatte. Kalwitzki erlitt einen Kniedurchschuss und einen Oberschenkel-Steckschuss. Nach 1945 wurde der treue Ernst Platzwart der Glückaufkampfbahn. Er wohnte direkt unter der Stehtribüne mit seiner Frau Erna, die bei Torerfolgen der Schalker Angst um ihre Tassen im Küchenschrank haben musste.

Mit dem Umzug des Vereins vom Schalker Markt ins Parkstadion endete die Zeit der Kalwitzkis im Ruhrgebiet. Mit 65 Jahren ging er in Rente und zog mit seiner Frau Erna nach Bremen zur Tochter Elsbeth und Schwiegersohn Helmut Jagielski, der selbst lange für Schalke spielte, dann zum SV Werder wechselte. Mit 81 Jahren verstarb Ernst Kalwitzki im Februar 1991 in der Hansestadt.
Ernst Poertgen (* 25. Januar 1912; † 3. November 1986):
Ernst PoertgenDieser Mann war die personifizierte Tor-Garantie. Mit Quoten, die jeden Angreifer vor Neid erblassen lassen. Drei Länderspiele - fünf Tore; 59 Gauligapartien für die Königsblauen - 59 Treffer: Ernst Poertgen war Schalkes Mittelstürmer in den 30er-Jahren. Erst seine große Liebe trennte den gemeinsamen Weg, den Spieler zog es nach Bonn, wo er am 3. November 1986 starb.

Aufgewachsen in Essen trat Ernst Poertgen als Jugendlicher dem BV Altenessen bei. Schon mit 17 Jahren gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft, wechselte als 19-Jähriger jedoch zu Schwarz-Weiß Essen, der ihm damals die bessere sportliche Perspektive bot. Drei Jahre kickte er beim ETB, ehe er den Schritt zum ruhmreichen 1. FC Nürnberg wagte.

Er blieb allerdings nicht lange. Ausgerechnet ein Franke lotste ihn zurück ins Ruhrgebiet. Poertgen hatte Hans "Bumbas" Schmidt, seit 1933 Trainer der Schalker, erzählt, dass er beim Club einfach nicht warm werde würde. Die Art der Franken liege ihm nicht. Schmidt schaltete blitzschnell und lockte ihn 1934 an den Schalker Markt. Ein echter Glücksgriff: Poertgen trug mit seiner Spielübersicht, seiner Raffinesse, seiner Sprung- und Schusskraft viel zu Schalkes Erfolgen bei.

Bei dem Endspiel 1934, als die Knappen gegen den ehemaligen Poertgen-Club die erste Meisterschaft gewannen, musste der Spieler noch zuschauen. Der Verband hatten dem "Pöttinger" - in Anlehnung an den berühmten Nationalspieler Josef Pöttinger von Bayern München - eine neunmonatige Sperre aufgebrummt. Somit konnte er erst 1935 den ersten Titel mit den Blau-Weißen feiern. Er traf beim 6:4-Sieg im Finale um die deutsche Meisterschaft viermal für seinen neuen Verein.

Es war das erste von sechs Schalker Endspielen, an denen der gelernte Anstreicher und Maler teilnahm. Ernst Poertgen wurde dreimal Deutscher Meister (1934, 1935 sowie 1937) und gewann einmal (1937) den Pokal. In dieser Zeit absolvierte er zudem drei Spiele für die DFB-Elf, in denen er fünf Tore erzielte.

Neben seiner Technik und seinen Finten wurde an ihm seine Nervenstärke geschätzt. Zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, hatte der "Pöttinger" seinen großen Auftritt. Anlauf, schnelle Täuschung und drin war der Ball. Selbst kurz vor Ende einer Begegnung übernahm er Verantwortung. So brachte er am 31. Oktober 1937 in Braunschweig beim Spiel in der dritten Runde des DFB-Pokals seine Mannschaft ins Viertelfinale. Er verwandelte in der 120. Minute einen Elfmeter zum 1:0-Sieg.

1937 heiratete er eine Wirtstochter aus Bonn. Sein privates Glück sorgt dafür, dass er ein Jahr pendelte, doch schließlich 1938 den Verein verließ. Seinen Platz im Sturmzentrum nahm der Röhlinghauser Hermann Eppenhoff ein.

Bis zu seinem Tod besuchte er immer wieder seine alten Schalker Kameraden rund um die Glückauf-Kampfbahn. Zuletzt jedoch im Rollstuhl. Ein Diplomaten-Wagen hatte ihn überfahren. Bei dem Unfall verlor er sein rechtes Bein.
Otto „Ötte“ Tibulski (* 15. Dezember 1912; † 25. Februar 1991):
Otto TibulskiTibulski spielte zwischen 1936 und 1948 zusammen mit Hans Klodt, Fritz Szepan, Ernst Kuzorra und Adolf Urban für Schalke 04. Mit den Knappen wurde der Mittelläufer in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts sechsmal Deutscher Meister und gewann einmal den Tschammerpokal.

In den Jahren 1936 und 1939 bestritt er jeweils ein Länderspiel für die deutsche Fußballnationalmannschaft, 1936 gegen Luxemburg und 1939 gegen Jugoslawien.

Ohne ihn wäre der Schalker Kreisel undenkbar gewesen: Otto "Ötte" Tibulsky, Schalkes "Fußball-Kaiser" vor dem Krieg. Am 25. Februar 1991 verließ der legendäre Mittelläufer für immer den Schalker Markt.

Das Lob kam von keinem Geringeren als Ernst Kuzorra: "Ötte war in seiner Art einmalig. Er beteiligte sich an unseren Kombinationen mit der Eleganz und der Klugheit eines Franz Beckenbauers. Er rundete den Schalker Kreisel ab und behielt die Ruhe, um zusammen mit Torhüter Hans Klodt die Abwehr zu dirigieren."

66 Jahre war Ötte Tibulsky Vereinsmitglied bei den Königsblauen, für die er weit über 1000 Partien bestritt. Darunter alle neun Endspiele um die deutsche Meisterschaft, von denen Schalke 04 sechs gewann. Nur bei einem einzigen Finale musste er passen: Während seine Kollegen beim Pokalfinale 1941 gegen den Dresdner SC mit 1:2 unterlagen, kurierte Tibulsky eine Kriegsverletzung aus.

Der gebürtige Gelsenkirchener, der zusammen mit Kuzorra und Szepan rund um den Platz an der Gartenstraße aufwuchs, war an der Ostfront verwundet worden und wurde nach Berlin transportiert. Zum Dank, dass er im Lazarett auf der Offiziersstation lag, revanchierte er sich mit seinem Einsatz für Hertha BSC. Dabei half auch Bundestrainer Sepp Herberger nach, der Tibulsky am Krankenbett besuchte und ihn zu einem Engagement bei der alten Dame überredete. Vier Wochen kickte er für die Hauptstädter, dann zog es ihn wieder ins Ruhrgebiet.

Mit 18 Jahren kam Ötte in die erste Mannschaft. Anfangs als rechter Läufer, später in der zentralen Position. Er war ein Stratege auf dem Platz, der sich trotz seiner geringen Größe (1,72 m) als ausgezeichneter Kopfballspieler erwies. "Wenn ein Größerer vor mir stand", erklärte Tibulsky, "musste ich statt fünf eben zehn Meter Anlauf nehmen. So einfach war das Rezept. Zum Beispiel habe ich ein paar Mal gegen den 1,90 m großen Helmut Schön gespielt. So weit ich mich erinnern kann, habe ich fast jeden Kopfball gewonnen."

Und er war ein Schlitzohr auf dem grünen Rasen. "Hin und wieder habe ich mal am Trikot gezogen, wenn ich keine Chance sah, an den Ball zu kommen", gab er zu. Das sei jedoch eine "ganz seltene Ausnahme" gewesen.

Ein Schienbeinbruch beendete am 12. Dezember 1948 seine Sportler-Laufbahn. Er hing die Schuhe an den Nagel und stellte sich hinter die Theke. Zusammen mit seiner Frau Trude übernahm er die Gaststätte des Schalker Clubheims an der Glückauf-Kampfbahn. Das Ehepaar wurde zum Dreh- und Angelpunkt des geselligen Clublebens. Ende der 60er Jahre ging er schließlich für ein paar Jahre nach Marl, um dort eine Wirtschaft zu führen, kehrte jedoch mit 65 Jahren als Pensionär in seine Geburtsstadt zurück, in der er bis zu seinem Tod 1991 lebte.
Herbert Burdenski (* 19. Mai 1922 in Gelsenkirchen; † 15. September 2001) :
Herbert BurdenskiDie Trauer war groß, als am 15. September 2001 einer der bedeutendsten Schalker für immer "Lebewohl" sagte. Herbert Burdenski, Mitglied der Schalker Meistermannschaften von 1940 und 1942, verstarb im Alter von 79 Jahren. Der fünffache Nationalspieler und Träger der "Goldenen Verdienstnadel mit Brillanten" war ab den 90er-Jahren als Ehrenrat, später als Aufsichtsrat und zuletzt als Gründungsmitglied des Ehrenpräsidiums im Verein aktiv. Insgesamt war er 65 Jahre Mitglied bei den Königsblauen.

Als echtes Gelsenkirchener Eigengewächs fand der am 19. Mai 1922 geborene Herbert Burdenski 1935 den Weg zu den Knappen. Ernst Kuzorra hatte den damals 13-jährigen Nachwuchskicker aus dem Stadtteil Erle auf der Sportanlage Löchterheide bei den Stadtmeisterschaften der Gelsenkirchener Schulen entdeckt. Der "Clemens" holte ihn nach Schalke und förderte fortan seinen Werdegang.

Über die Schalker Jugendmannschaften fand Burdenski den Weg in die berühmte Seniorenelf, in der er mit solchen Größen wie Ernst Kuzorra, Fritz Szepan und Ötte Tibulsky den berühmten Spielstil des "Schalker Kreisels" zelebrierte. Im Meisterschaftsendspiel 1940 gegen den Dresdner SC bot der 18-Jährige beim 1:0-Sieg eine tadellose Leistung. Im Anschluss an die unglückliche 3:4-Niederlage gegen Rapid Wien ein Jahr später stand er 1942 in der Elf, die mit einem 2:0 über Vienna Wien die sechste Deutsche Meisterschaft zum Schalker Markt holte.

Nach dem 2. Weltkrieg führte der Weg des vielseitigen Mittelfeldspielers, der mal Außenläufer, mal Außenstürmer war, zu Werder Bremen, wo er sich noch einmal in die Fußballgeschichtsbücher eintrug. Im ersten Länderspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem Krieg gegen die Schweiz erzielte Burdenski am 22. November 1950 vor 115.000 Zuschauern in Stuttgart per Elfmeter das Siegtor zum 1:0. Noch heute sind im Fernsehen immer mal wieder diese Bilder zu sehen. "Zwei Schritte Anlauf, dann war der Ball drin, bevor der Schweizer Torwart reagieren konnte", erinnerte sich Burdenski.

Für die Schalker Historie indes arbeitete der Junge aus dem Ruhrgebiet nach seiner aktiven Karriere. "Als junger Mann habe ich unsere älteren Spieler sehr bewundert und war sehr wissbegierig. Ernst Kuzorra sagte mir, ich solle alles archivieren, damit die Nachwelt erfährt, was wir geleistet haben." Doch weil die Geschäftsstelle auf der Glückauf-Kampfbahn nach einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg ausbrannte, gingen viele Dokumente verloren. Dass trotzdem heute noch so viel aus den Zeiten des "Schalker Kreisels" bekannt ist, ist nicht zuletzt dem Verdienst von Herbert Burdenski zuzurechnen. Alle Fanpost in Sachen Historie waren bei "Budde" in guten Händen.

Der Fußball ließ ihn lange nicht los. In den 60er- und 70er-Jahren, Burdenski beendete 1952 mit nur 32 Jahren seine aktive Laufbahn, fuhr er zweigleisig. Er unterrichtete Sport an einer Gelsenkirchener Schule und war als Trainer bei nicht weniger als zwölf Vereinen engagiert. Herbert Burdenski betreute viele Westvereine wie Borussia Dortmund, den MSV Duisburg, Rot-Weiß Essen, den Wuppertaler SV, die STV-Horst-Emscher, Westfalia Herne, aber auch Werder Bremen, wo er 1975/76 seinen Sohn Dieter trainierte.
Heinz „Heiner“ Kördell (* 8. Januar 1932 in Wanne-Eickel):
Heinz „Heiner“ KördellMeisterspieler, Mitglied der Traditionsmannschaft, Platz im Ehrenpräsidium: Fast 50 Jahre dauert die Verbindung zwischen Schalke 04 und Heiner Kördell bereits an. In dieser Zeit hat sich der Wanne-Eickeler einen Ruf als tadelloser, integerer und besonnener Sportmanns erworben. Nur ein einziges Mal fiel er etwas aus der Rolle.

Es war nach dem Meisterschaftsgewinn 1958 in Hannover. Heiner Kördell hatte gerade in der Elf gestanden, die dem Verein im Niedersachsenstadion den siebten Titel dieser Art beschert hatte. Die Stimmung war ausgelassen, der Sieg wurde feucht, fröhlich gefeiert und die gesamte Mannschaft war zu Späßen aufgelegt. Als der Frohsinn den Siedepunkt erreichte, verschaffte sich einer Abkühlung: Heiner Kördell sprang voll bekleidet in den Pool des Hotels und spritzte den Vorsitzenden Albert Möritz nass.

Wer vorher gewettet hätte, dass Kördell Urheber dieser Aktion sein würde, der hätte wahrscheinlich viel Geld gewonnen. Der damals 26-Jährige war nämlich ein Musterprofi. Ein ausgeglichener Zeitgenossen, der sich nicht durch Kapriolen sondern durch ehrliche und fleißige Arbeit auszeichnete.

Er war 1956 von der Spielvereinigung Röhlinghausen an den Schalker Markt gekommen. Kördell ersetzte Günther Wilmovius, der ebenfalls vorher bei der Spielvereinigung gekickt hatte und von der Glückauf-Kampfbahn an die Weser zum SV Werder Bremen wechselte. Schnell war der Dauerläufer ein fester Bestandteil der Mannschaft, die zwei Jahre später den nationalen Thron bestieg.

Die Meisterschaft brachte den Verein in den Europapokal der Landesmeister, und Heiner Kördell wurde vom DFB entdeckt. Nicht zuletzt seine guten Auftritte auf dem internationalen Parkett waren dafür verantwortlich, dass er am 28. Dezember 1958 Nationalspieler wurde. Zwar war der Einsatz gegen Ägypten Kördells einziges Spiel für die DFB-Elf, doch an die Reise nach Kairo denkt der Schalker noch heute gerne zurück.

Bis 1962 schnürte er die Stiefel für Schalke, dann ging er nach 103 Oberligapartien (19 Tore) zu Schwarz-Weiß Essen. Erst 25 Jahre später zog er wieder das königsblaue Jersey über, als Mitglied der Traditionsmannschaft. Bis 2004 blieb der ehemalige kaufmännische Angestellte dem Team treu, anschließend hing er die Schuhe an den Nagel.

Das Kapitel Schalke indes ist noch lange nicht beendet. Heiner Kördell ist Mitglied des Ehrenpräsidiums und steht dem Verein gerade in historischen Fragen oft tatkräftig zur Seite.
Klaus "Tanne" Fichtel (* 19. November 1944 in Castrop-Rauxel):
Klaus FichtelKlaus FichtelKlaus Fichtel gehört in die Kategorie der Spieler, die man getrost in einem Atemzug mit Kuzorra oder Szepan nennen kann, denn er trug über 20 Jahre lang das königsblaue Trikot. Als der am 19.11.1944 in Castrop-Rauxel geborene Fichtel zum Saisonbeginn 1965 auf Schalke antrat, hätte ihm dort niemand zu prophezeien gewagt, dass er 23 Jahre später noch von den Fans gefeiert werden würde. Sie taten es ausgiebig am 21. Mai 1988 anlässlich Fichtels 552. und letztem Bundesligaspiel. Fichtel war 43 Jahre alt und kein anderer Spieler hat seitdem in diesem Alter ein Bundesliga-Spiel bestritten.

"Der Wald stirbt - die Tanne steht"

so grüßten die Fans mit Transparenten und zollten dieser außergewöhnlichen Leistung den gebührenden Respekt. Klaus Fichtel ist auch heute noch eng mit dem FC Schalke 04 verbunden, arbeitet als Spielerbeobachter und als Scout.

Die imposanten Zahlen lassen erkennen, welch außergewöhnlicher Sportler Klaus Fichtel war. 552 Bundesliga-Spiele für Schalke 04 und Werder Bremen stehen zu Buche. Eine Marke, die nur Manfred Kaltz und Karl Heinz Körbel übertroffen haben. Doch keiner bestritt einen Bundesligaeinsatz in einem höheren Alter: Fichtel war 43 Jahre, sechs Monate und zwei Tage alt, als er nach 23 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse noch einmal bei der Partie gegen Werder Bremen am 21. Mai 1988 zum Einsatz kam.

Auch in den Schalker Annalen steht Fichtel ganz oben. 549 Pflichtspiele absolvierte der Jubilar insgesamt für die Knappen, 477 Partien davon in der Bundesliga. Und auch Ernst Kuzorra und Fritz Szepan, für die seit 1933 355 bzw. 346 Partien zu Buche stehen, hätten in der Zeit von 1925 bis 1933 - hierfür gibt es derzeit noch keine offiziellen Zahlen - nahezu alle Pflichtspiele bestreiten müssen, um halbwegs in die Nähe dieser Zahl zu gelangen.

Die Geschichte Klaus Fichtels kann für einen Schalker Knappen typischer nicht sein. Viereinhalb Jahre arbeitete der in Castrop-Rauxel geborene Fichtel unter Tage, bevor Fritz Langner ihn im Alter von 20 Jahren von Arminia Ickern zum FC Schalke 04 holte. In der Saison 1965/66 begann für Fichtel das Abenteuer Bundesliga, das in den ersten drei Jahren nur ein Ziel hat: den Klassenerhalt mit den Knappen. Die Königsblauen überstanden diese schweren Zeiten. Der Neuzugang zeigte früh seine Qualitäten in der Defensive und etabliert sich schnell als einer der besten Abwehrchefs der Liga.

Bereits 1966 rückte Fichtel ins Blickfeld der Nationalmannschaft. Doch die Weltmeisterschaft in England komme für ihn zu früh, schiebt sein Vereinstrainer der internationalen Karriere Fichtels zunächst einen Riegel vor. Ein Jahr später allerdings gibt es keine Einwände mehr und Fichtel absolvierte sein erstes von 23 Länderspielen beim 5:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Marokko.

1970 gehörte er zum Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko. Dass die deutsche Elf überhaupt dorthin kommt, ist nicht zuletzt ein Verdienst des Schalkers. Im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Schottland steuerte Fichtel genau wie sein Vereinskollegen Stan Libuda einen Treffer zum 3:2-Sieg bei und sichert den Deutschen somit die Fahrkarte zur WM. Bei der Weltmeisterschaft stand er bis zum Halbfinale in vier Spielen auf dem Feld. Und die deutsche Mannschaft gewinnt alle Spiele. In der Vorschlussrunde entscheidet sich Bundestrainer Helmut Schön gegen "Tanne" und für Bernd Patzke. Deutschland unterliegt im Jahrhundertspiel Italien mit 3:4. Im Spiel um Platz drei gegen Uruguay kehrt mit Fichtel wieder der Erfolg zurück, gewinnen die Deutschen doch mit 1:0.

Auch im Verein stellen sich zu Beginn der 1970er-Jahre die Erfolge ein. Mit einer blutjungen Mannschaft sorgen die Knappen für sportliche Topleistungen. Mit einer beeindruckende Serie von 16 Siegen in 17 Heimspielen stürmen die jungen Schalker zur Vizemeisterschaft und zum zweiten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte. Doch der Bundesliga-Skandal wirft bereits in der Zeit des Erfolges große Schatten. Die "verkaufte" Partie gegen Arminia Bielefeld hat eine für Fichtel ganz eigene Tragik. Beim Stande von 0:0 muss er bereits zur Pause verletzt ausgetauscht werden. Auch in den Jahren danach - und übrigens heute noch - bekräftigte Fichtel immer wieder: "Ich habe nicht geschoben." Deshalb dauerte sein Verfahren vor den Gerichten am längsten, bis zu Beginn des Jahres 1977, bevor das Verfahren mit einer letzten Sperre und einem Bußgeld -- aber nicht mit einem Schuldeingeständnis Fichtels eingestellt wird.

Die Nationalmannschaftskarriere war somit beendet, aber 1977 feierten die Knappen die Vizemeisterschaft. 1980 wurde Fichtel, mittlerweile 35 Jahre alt, Opfer eines Verjüngungsprozesses. Er folgte einem Angebot von Rudi Assauer, zu Werder Bremen zu wechseln. Dort schaffte er mit den Grün-Weißen den Aufstieg in die Bundesliga, wurde 1982/83 Vizemeister und spielte im UEFA-Pokal, während die Knappen den Weg in die zweite Liga antreten mussten.

Wiederum ist es Rudi Assauer, der - jetzt in Diensten von Schalke 04 - "Tanne" zur Saison 1984/85 als Co-Trainer zurückholte. Allerdings tauschte Fichtel nach dem Ausfall des 37-jährigen Liberos Bernard Dietz den Platz auf der Bank mit dem im Abwehrzentrum der Knappen. Für die Schalker Fans ist nach der Rückkehr des 40-Jährigen auf den Platz klar: "Der Wald stirbt, die Tanne steht".

Als am 26. August 1986 das Abschiedsspiel von Klaus Fichtel gegen eine Auswahl um Uwe Seeler und Johan Cruyff stattfindet, scheint die aktiven Laufbahn endgültig beendet. Doch noch einmal ruft sein Verein. In höchster Abstiegsnot soll "Tanne" 1988 den Absturz in die Zweitklassigkeit verhindern, doch die Rettungsaktion missglückt.

Allerdings ist Fichtel auch nach seiner aktiven Zeit weiter für die Knappen tätig. Zunächst als Jugend- und Amateurtrainer, später gibt er den Trainerjob auf und arbeitet seitdem für seinen Verein als Scout. Seinen 60. Geburtstag begeht er im Kreise seiner Familie.
Rolf Rüssmann (* 13. Oktober 1950 in Schwelm) † 02. Oktober 2009 :
Rolf RüssmannEr spielte von 1969 bis 1973 bei FC Schalke 04. Wegen seiner Verwicklungen in den Bundesliga-Skandal wurde er rechtskräftig vom Landgericht Essen verurteilt und vom DFB ab März 1973 gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt. Da ihm aber die Freigabe für ausländische Ligen erteilt wurde, wechselte er nach Belgien zum FC Brügge. Nach seiner Begnadigung im Januar 1974 kehrte er nach Gelsenkirchen zurück, wo er bis zum 30. November 1980 spielte. Zum 1. Dezember wechselte er zu Borussia Dortmund. Bis 1985 spielte er hier in der Fußball-Bundesliga.

Er wurde mit Schalke 04 1972 DFB-Pokalsieger. Mit 453 Spielen, in denen ihm 48 Tore gelangen, gehörte er lange Zeit zu den Spielern mit den meisten Bundesligaspielen. Für die Nationalmannschaft spielte er 1977 und 1978 in 20 Länderspielen und nahm an der Fußballweltmeisterschaft 1978 in Argentinien teil. Sein einziger Länderspieltreffer war das Tor zum 1:0-Erfolg gegen die Auswahl der Sowjetunion am 8. März 1978.

Später war er als Manager von Borussia Mönchengladbach und für den VfB Stuttgart tätig.
Norbert Nigbur (* 8. Mai 1948 in Gelsenkirchen):
Norbert NigburFür die Schalker Fans ist er die absolute "Nummer eins" im Trikot der Königsblauen. Als die Anhänger 1999 aufgerufen wurden, einen Schlussmann für die Jahrhundert-Elf zu bestimmen, fiel die Wahl eindeutig aus. Nicht Meistertorwart Hans Klodt oder UEFA-Cup-Held Jens Lehmann machten das Rennen. Mit 5350 Zuschriften hatte Norbert Nigbur, der am 8. Mai 1948 in Gelsenkirchen-Heßler geboren wurde, die Nase vorn.

Mit unglaublichen Reflexen auf der Linie brachte Nigbur in der 70er und 80er Jahren die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung. Er war der große Rückhalt der legendären Mannschaft, die 1972 den DFB-Pokal gewann und im gleichen Jahr nur knapp an der Deutschen Meisterschaft vorbeischrammte. Sein wohl spektakulärstes Spiel bestritt der Schlussmann im denkwürdigen Halbfinale des DFB-Pokals 1972 gegen den 1. FC Köln, in dem nicht weniger als 22 (!) Elfmeter geschossen wurden.

Dass die Knappen am 10. Juni 1972 das Endspiel erreichten, hatten sie zu einem großen Teil Norbert Nigbur zu verdanken. Sein gehaltener Strafstoß kurz vor Ende der Nachspielzeit gegen den Kölner Werner Biskup ermöglichte erst das Elfmeterschießen. Im Duell vom Punkt wurde der Keeper dann an diesem Abend in der Glückauf-Kampfbahn zum Held. Er parierte nicht nur zwei Schüsse, sondern trat zudem selbst einmal an und verwandelte sicher. Drei Wochen später gewann Schalke mit einem 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern den Pott.

Trotz seiner Glanzleistungen im Verein konnte er sich in der DFB-Elf nie richtig durchsetzen. Zwar wurde Nigbur bereits in jungen Jahren in die Jugend-Nationalmannschaft berufen. Bei den Senioren kam er an einem Mann nicht vorbei. Sepp Maier war bei Bundestrainer Helmut Schön gesetzt. Und da die Katze von Anzing 13 Spielzeiten in Folge (1966-79) ohne eine gravierende Verletzung überstand, absolvierte er lediglich sechs Partien im Dress mit dem Adler auf der Brust. Allerdings wurde er als Ersatzmann bei der WM 1974 Weltmeister. Als er zur Europameisterschaft 1980 das Erbe des verletzten Sepp Maier antreten sollte, machte ihm eine Meniskusoperation einen Strich durch die Rechnung. Danach vermochte der Torhüter nicht mehr an seine gewohnte Form anknüpfen und wurde im Oktober 1982 nach schwächeren Leistungen aus dem Tor genommen und durch Walter Junghans ersetzt.

Nigbur blieb bis auf drei Jahre, die er bei Hertha BSC Berlin verbrachte, bei dem Verein, für den er schon in der Jugend die Fußball-Stiefel schnürte. Von 1966 bis 1983 hütete er in 393 Ligaspielen (38 davon im Unterhaus) das Tor der Knappen.

Außerdem machte er sich als Sänger einen Namen. So sang er Hits wie "44 Beine kämpfen um die kleine Lederkugel auf dem Fußballfeld" oder "Wenn Schalke 04 nicht wär', wär' das Parkstadion immer leer".
Klaus Fischer (* 27. Dezember 1949 in Kreuzstraßl bei Lindberg, Landkreis Regen):
Klaus FischerTore sind sein Leben, Fallrückzieher seine Passion und Ehrlichkeit sowie Bodenständigkeit seine prägnantesten Charaktereigenschaften: Klaus Fischer.

In 295 Bundesligaspielen erzielte er 182 Tore für den Verein. In der ewigen Bundesliga-Rangliste belegt er mit 268 Treffern hinter Gerd Müller den zweiten Platz. Zudem ist der Torschützenkönig von 1976 mit insgesamt 535 Ligapartien Fünfter bei den Dauerbrennern. 1972 wurde er DFB-Pokalsieger und Vizemeister mit Schalke, 1983 holte er den Pokal noch einmal, diesmal mit dem 1. FC Köln. Ein Jahr zuvor verbuchte er den größten Erfolg mit der Nationalmannschaft: Bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien hatte er großen Anteil daran, dass die DFB-Elf bei der WM bis ins Finale vorstieß. Sein Ausgleich zum 3:3 per Fallrückzieher im Halbfinale gegen Frankreich machte das Elfmeterschießen möglich, das Deutschland siegreich gestaltete und ins Endspiel einzog. Dort musste sich das Team von Jupp Derwall Italien mit 1:3 geschlagen geben.

Große Sprüche waren und sind ihm dennoch fremd, viel lieber hilft er dort, wo Not am Mann ist. Nach seiner aktiven Karriere wurde Fischer Trainer, betreute lange Zeit die Amateurmannschaft der Schalker und sprang dreimal bei den Profis ein, als die ohne Coach dastanden.

Wahrscheinlich trug auch die Rolle des "tragischen Helden" zur Fischers Beliebtheit bei. Er gehörte zu den Schalkern, die am meisten unter dem Bundesliga-Skandal von 1971 gelitten haben. "Das ist der dunkle Fleck in meiner Karriere. Da ist man in etwas hineingeschlittert, ohne sich Gedanken zu machen", sagt Fischer zur verschobenen 0:1-Niederlage gegen Arminia Bielefeld am 17. April 1971.

Das Spiel kostete ihn nicht nur viel Geld, sondern auch eine längere Karriere in der Nationalmannschaft. Aufgrund der Verwicklung in den Skandal gab er erst mit 27 Jahre sein Debüt in der Nationalmannschaft, für die er zwischen 1977 bis 1982 immerhin 32 Mal in 45 Spielen traf. Eine Torquote, die nur ganz wenige Spieler in der deutschen Nationalmannschaft aufweisen können.

Der zweifache Familienvater war ein Vollblutstürmer. Er suchte immer den direkten Weg zum Tor, war zweikampfstark, beweglich sowie ungemein sprungstark. Und bescheiden: "Wenn man solche Flanken bekommt wie die von Erwin Kremers oder Stan Libuda, später auch von Rüdiger Abramczik - davon lebt man natürlich als Stürmer", wies er immer wieder auf die Verdienste seiner Vorlagengeber hin. Sechsmal wurden seine Treffer von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gewählt. Eines gar zum Tor des Vierteljahrhunderts: 1977 traf er für die Nationalmannschaft per Fallrückzieher gegen die Schweiz.
Rüdiger „Abi“ Abramczik (* 18. Februar 1956 in Gelsenkirchen-Erle):
Rüdiger „Abi“ AbramczikDer Sohn eines Schlossers wurde von Berni Klodt beim SV Erle 08, einem Gelsenkirchener Stadtteilverein, entdeckt. Mit zehn Jahren wechselte er in die Jugendmannschaftschaft von Schalke 04. In verschiedenen Jugendnationalmannschaften kam er auf 23 Einsätze.

Seine Läufe an der Außenlinie begeisterten elf Jahre lang die Zuschauer in den bundesdeutschen Fußball-Stadien. Mit einer faszinierenden Leichtigkeit narrte er reihenweise gegnerische Abwehrspieler und servierte seinem Partner Klaus Fischer in der Mitte die Bälle. Er war der legitime Nachfolger von Reinhard "Stan" Libuda und ging zusammen mit Fischer als gefährlichstes Angriffsduo der 70er Jahre in die Bundesliga-Geschichte ein. Nicht zuletzt seine präzisen Flanken machten die legendären Fallrückzieher von Klaus Fischer erst möglich.

Als bis dahin jüngster Spieler aller Zeiten gab Abramczik am 11. August 1973 beim 0:3 in Stuttgart sein Debüt in der 1. Bundesliga. In der Folgezeit bildete er ein Sturmduo mit Klaus Fischer und galt als dessen "Vorlagengeber". Sein erstes Tor erzielte er fünf Wochen vor seinem 18. Geburtstag bei einem 5:2-Sieg gegen Bochum.

1977 gab er beim einem 5:0-Sieg über Nordirland sein Länderspieldebüt. Er spielte bis 1979 im deutschen Nationalteam und kam dabei auf 19 Einsätze, in denen er zwei Tore erzielte. Außerdem nahm er an der Weltmeisterschaft in Argentinien teil. Sein früher Abschied aus der Nationalmannschaft hing mit einem Streit zusammen, den er mit dem damaligen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger hatte.

Wegen finanzieller Probleme verkaufte Schalke 1980 seinen "Straßenfußballer" Abramczik an Borussia Dortmund.

Nach weiteren Stationen beim 1. FC Nürnberg, Galatasaray Istanbul (Türkei-Pokal 1985) und Rot-Weiß Oberhausen kehrte er 1987 noch einmal zu Schalke zurück und spielte vier Spiele als Libero. Insgesamt kam er auf 316 Bundesligaspiele, in denen er 77 Tore schoss.
Olaf Thon (* 1. Mai 1966 in Gelsenkirchen) :
Olaf ThonAm 24. August 1984 feierte Olaf Thon als 18-Jähriger sein Bundesligadebüt. Mit 1:3 ging damals die Partie der Schalker auf dem Mönchengladbacher Bökelberg verloren, kein idealer Auftakt für den ehrgeizigen Jungprofi. Aber am Ende der Serie hatte er alle 34 Saisonspiele bestritten, zehn Tore erzielt und sich in der höchsten deutschen Spielklasse einen Namen gemacht. Sogar der Sprung in die Nationalelf (im Dezember 1984, beim 3:2-Erfolg gegen Malta) glückte im ersten Bundesligajahr. Seinen Stammplatz im Mittelfeld der traditionsreichen Blau-Weißen hatte sich Olaf Thon allerdings schon im Vorjahr, in der Saison 1983/84 gesichert, als Schalke in der Zweiten Liga um die Rückkehr ins Oberhaus kämpfte. Da bereits avancierte der technisch versierte Spielgestalter zum besten Spieler seines Teams und lief als einziger, neben dem damaligen S04-Keeper Walter Junghans, bei allen 38 Begegnungen auf.

Lediglich zwei Vereins-Stationen stehen in der fast 20-jährigen Profikarriere (443 Bundesligaspiele, 82 Tore) des Olaf Thon zu Buche: von 1983 bis 1988 spielte er im Königsblau des FC Schalke. 1988 folgte dann der Wechsel zu seinem Traumverein, dem FC Bayern (1988 bis 1994), und anschließend die Rückkehr zu den Knappen. Die fußballerischen Grundlagen erwarb Thon beim STV Horst-Emscher (1972 bis 1980), einem Schalker Nachbarverein.

Der Durchbruch zum Star gelang dem Naturtalent im legendären DFB-Pokal-Halbfinalspiel (Mai 1984) im Gelsenkirchener Parkstadion. In einem an Dramatik kaum zu übertreffenden Spiel trennten sich Schalke und Bayern nach Verlängerung 6:6-Unentschieden. In der allerletzten Spielminute glich Olaf Thon, mit seinem dritten Treffer in diesem Krimi, die Führung der Bayern aus und erzwang somit ein Wiederholungsspiel (hier siegten die Bayern im Olympiastadion mit 3:2).

"Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war"
- meinte Olaf Thon in einem Fernsehinterview. Ob dem „Professor“ - wie Thon ob seiner geschliffenen (manche behaupten „geschwollenen“) Ausdrucksweise oft genannt wurde - diese Stilblüte nun unterlief, oder ein augenzwinkernder Unterhaltungsbeitrag war: der Stilist auf dem Fußballplatz präsentierte sich auch außerhalb des grünen Rasens wortgewandter als die meisten seiner Berufskollegen. Eine Eigenschaft, die ihm in seiner künftigen Profession, als Repräsentant in Schalker Diensten, zum Vorteil gereichen sollte. In den letzten Jahren seiner aktiven Laufbahn hatte Thon mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen (Bänderrisse, Knöchelverletzungen), das Karriereende zeichnete sich ab. Angst vor dem neuen Lebensabschnitt hat der Fußballkünstler nicht. Oder zumindest lässt er das nicht erkennen. Frei nach dem von ihm selbst formulierten Motto: „Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu“.
Ingo Anderbrügge (*2. Januar 1964 in Datteln) :
Ingo AnderbrüggeMit den Namen Ingo Anderbrügge verbinden Schalker in erster Linie seinen "linken Hammer". Spektakuläre Weitschüsse waren das Markenzeichen des offensiven Linksfußes, der 1988 von Borussia Dortmund zum damals in die 2. Liga abgestiegenen FC Schalke 04 wechselte. "Ich kam als junger Mann bei Dortmunds Trainer Reinhard Saftig nicht zum Zug", erinnert Anderbrügge, der damals gerne zu seinem damaligen Lieblingsverein Borussia Mönchengladbach gewechselt wäre, doch Jörg Neun blockierte seine Position am Bökelberg.

Eine glückliche Fügung, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Anderbrügge heuerte bei den Königsblauen an und feierte 1991 den Aufstieg in die Bundesliga. Ein Erfolg, der eng mit dem Namen Anderbrügge verknüpft ist. Mit 36 Toren belegt er noch heute den ersten Platz in der Schalker Zweitligastatistik.

Und auch in der Bundesliga-Bestenliste ist Anderbrügge, der beim Germania Datteln und der Spielvereinigung Erkenschwick fußballerisch ausgebildet wurde, ganz vorn zu finden. Hier belegte er den fünften Platz. Er traf 46 Mal in Schwarze.

Unvergessen sein 1:0 am letzten Spieltag der Saison 92/93 gegen die Bayern. Aus 35 Metern durchkreuzte er die Münchner Meisterträume. Noch wichtiger sollte Anderbrügges Treffsicherheit vom Elfmeterpunkt werden. 20 Strafstöße verwandelte er in der Bundesliga, den wichtigsten allerdings im UEFA-Cup am 21. Mai 1997. Ingo Anderbrügge eröffnete das Elfmeterschießen im Endspiel in Mailand - und das nach zwei Fehlschüssen während der Saison in der Liga. Der erste Elfer in San Siro saß, natürlich mit der "linken Klebe" und psychologisch ganz wichtig für den späteren Triumph.

Zwei Jahre später war die Karriere von Ingo Anderbrügge auf Schalke zu Ende.

Wie groß die Wertschätzung der Schalker Anhänger für den Eurofighter ist, zeigte sich kurz nach seiner von ihm initiierten Vertragsauflösung. Bei der Wahl zur Jahrhundert-Elf landete Anderbrügge in der Startformation. "Dass ich als Junge aus dem Revier und einziger Nichtnationalspieler in die Jahrhundert-Elf gekommen bin. Das hat für mich einen sehr hohen menschlichen Wert. Da weiß man, wofür man jedes Spiel und jedes Trainingslager gemacht hat." Seine sportliche Karriere endete allerdings nicht in Siegen. Nach Abschluss seiner Fußballer-Laufbahn wurde Anderbrügge Kicker bei den American Footballern von Rhein Fire.
Marc Wilmots (* 22. Februar 1969 in Dongelberg, Belgien):
Marc WilmotsMarc Wilmots gehörte zu den tragenden Säulen der Schalker UEFA-Cup-Siegermannschaft von 1997 und schoss u.a. im Elfmeterschießen des Finales gegen Inter Mailand den entscheidenden Strafstoß zum Sieg. Wegen seiner stets kämpferischen Einstellung lautete sein Spitzname bei den Fans "Willi, das Kampfschwein".

Spieler, Teamchef, Publikumsliebling - seine Funktionen auf Schalke sind vielfältig gewesen. Doch in erster Linie war, oder besser gesagt, ist Marc Wilmots, der am 22. Februar im belgischen Dongelberg geboren wurde, ein Kämpfer, ein Fighter, ein Eurofighter.

Die innige Beziehung zwischen dem Mittelfeldspieler und den Königsblauen begann am 21. April 1996. Rudi Assauer hatte Wilmots, der damals noch in Diensten von Standard Lüttich stand, ins Parkstadion eingeladen. Der Belgier schaute sich zusammen mit 60.000 Menschen ein 3:3 der Schalker gegen Borussia Mönchengladbach an und war begeistert. "Für mich ist sofort klar: Da unten und vor diesem Publikum willst du auch spielen."

Gesagt, getan. Er schlug lukrative Angebote aus und wechselte von Belgien ins Ruhrgebiet. Für Schalke ein echter Glücksgriff. In seiner ersten Spielzeit erzielte Wilmots in 29 Spielen 6 Tore. Noch viel bemerkenswerter: Im Europapokal war er fünfmal erfolgreich. Seine Treffer ermöglichten die Sensation: Schalke 04 gewann 1997, beim ersten internationalen Auftritt nach 19-jähriger Abstinenz von der europäischen Fußball-Bühne, den UEFA-Pokal. Im zweiten Finalspiel verwandelte Wilmots den entscheidenden Elfmeter, nachdem er im ersten Endspiel im Parkstadion für das entscheidende 1:0 gesorgt hatte.

Ärmel hochkrempeln ist für den Bauernsohn eine Selbstverständlichkeit, und so war es keine Überraschung, dass Wilmots im März 2003 einsprang, als sich Schalke 04 von Trainer Frank Neubarth trennt. Von heute auf morgen tauschte der 1,83 m große Offensiv-Mann den Spielerpass gegen einen Platz auf der Trainerbank ein.

Die Zeit war reif für eine Veränderung. Der damals 34-Jährige konnte auf eine Reihe von sportlichen Erfolgen (UEFA-Cup 1997, Belgische Meisterschaft 1989, Deutscher (2002) sowie Belgischer (1993) Pokalsieg und drei WM-Teilnahmen) zurückblicken, musste aber auch seiner engagierten und kampfbetonten Spielweise Tribut zollen. Zwölf Operationen und unzählige Verletzungen beendeten die Karriere als Spieler.

In der Funktion des Teamchefs erreichte Marc Wilmots mit den Knappen Platz sieben und zog zudem für die belgische Partie Mouvement Reformateur in den Senat des Landes ein. Seitdem steht der zweifache Familienvater den Ressorts Sport und Jugend vor. Ein weiterer Beleg für das soziale Engagement des Belgiers, der sich u.a. lange Jahre um einige Rollstuhlfahrer aus seiner Heimatstadt kümmerte.

Von 1994 bis 2002 (Karriereende) spielte Wilmots insgesamt 70 Mal für die Nationalmannschaft Belgiens. Dabei nahm er an folgenden Turnieren teil:

FIFA Weltmeisterschaft 1994 (in den USA), Achtelfinale gegen Deutschland, 2-3
FIFA Weltmeisterschaft 1998 (in Frankreich), Gruppenspiele, hinter Niederlande und Mexiko
UEFA Europameisterschaft 2000 (in Belgien & Niederlande), Gruppenspiele, hinter Italien und der Türkei
FIFA Weltmeisterschaft 2002 (in Japan & Südkorea), Achtelfinale gegen Brasilien, 0-2
Ebbe Sand (* 19. Juli 1972 in Aalborg):
Ebbe SandIn der Saison 1999/2000 wechselte er für eine Ablösesumme von 10 Millionen Mark zum deutschen Bundesligisten FC Schalke 04. Dort wurde er binnen kürzester Zeit wegen seines hohen Einsatzes und Siegeswillens, der Verbundenheit zum Verein, aber auch immer großer Fairness gegenüber seinen Gegenspieler zum Publikumsliebling. So wurde Sand in seinen sieben Jahren beim FC Schalke nie vom Platz gestellt.

Insbesondere in der Saison 2000/01 bildete er mit seinem Mitspieler Emile Mpenza ein überaus erfolgreiches Sturmduo, das weit über die deutschen Grenzen bekannt wurde. Sand alleine erzielte 22 Treffer, Mpenza dazu noch 13. Am Ende der Saison verlor Schalke die Deutsche Meisterschaft im allerletzen Augenblick unter unglücklichen Umständen an den FC Bayern München, was Sand bis heute ärgert, wie er in diversen Interviews zum Ausdruck bringt. Auch danach sollte ihm das Glück verwehrt bleiben, einmal Deutscher Meister zu werden, was er immer als sein größtes Ziel ausgab. Dennoch schaffte es Sand, zweimal den DFB-Pokal zu gewinnen. In der Saison 2004/2005 steckte sich Sand an einer Hirnhautentzündung an, die ihn lange außer Gefecht setzte. Dadurch verlor er seinen Stammplatz an jüngere Spieler, Sand musste häufiger auf der Ersatzbank Platz nehmen. Nichts desto trotz wählte ihn die Mannschaft ein Jahr später als Nachfolger von Frank Rost zum Mannschaftskapitän, was ihn sehr stolz machte. Auch international war Sand sehr erfolgreich und konnte 10 Tore in der Champions League und im UEFA-Pokal erzielen. Seine internationale Bekanntheit wurde immer größer und er hatte diverse Möglichkeiten, in andere internationale Ligen zu prominenteren Vereinen zu wechseln, doch er schwor Schalke schon früh die Treue und verlängerte bis zum Karriereende den Vertrag bei den "Königsblauen".

Sand absolvierte bei Schalke 04 insgesamt 214 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 74 Treffer. Er wurde in 31 Europapokal-Spielen eingesetzt und war dabei 10 mal erfolgreich; in dieser Kategorie ist Sand der Rekordschütze der Schalker Vereinsgeschichte. Im DFB-Pokal erreichte er die hervorragende Quote von 18 Treffern in 25 Spielen.

Nach der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich diagnostizierten die Ärzte Hodenkrebs bei Sand. Ein Schock, doch der Däne tat das, was er am besten kann: kämpfen. Und wie so oft in seinem Fußball-Leben gewann der 1,83 m große Angreifer, er wurde wieder gesund. Ein Jahr später schenkte ihm seine Frau Trine Sohn Mikkel, 2003 kam Lasse auf die Welt. Sand - der Familien-Mensch.

Und genau wie zu Hause denkt er auch auf und neben dem Platz in erster Linie an andere. Sand ist sich nicht zu schade, für seine Nebenleute zu rennen. Er ist immer ein Vorbild an Engagement und Einsatzwillen. Selbst bei Komplimenten vergisst er seine Mitspieler nicht. So sagte er nach der Ehrung zum Torschützenkönig 2001: "Wenn du Tore machst, stehst du immer im Mittelpunkt. Aber als Stürmer brauchst du Pässe und Flanken wie die Luft zum Leben. Und die Truppe hat mich in dieser Saison wunderbar leben lassen."

Eine Bescheidenheit, die ihn schützt, wenn es mal nicht so läuft. In der Hinrunde der Saison 2003/04 blieb der Stürmer in 13 Partien ohne Torerfolg. Doch gab es Pfiffe, Schmähungen oder "Sand-raus"-Rufe? - Fehlanzeige. Niemand verstieß ihn, ganz im Gegenteil, jeder baute ihn auf. Und Ebbe dankte es ihnen. In der ersten Rückrundenpartie war seine torlose Zeit vorbei. Beim Revier-Nachbarn Borussia Dortmund im Westfalenstadion betrat er als Joker den Platz und erzielte kurz vor dem Schlusspfiff das erlösende 1:0.

Am 13. Mai 2006 bestritt er sein letztes Bundesligaspiel für den FC Schalke 04. Im Spiel gegen den VfB Stuttgart schoss er ein Tor und bereitete ein weiteres für den ebenfalls scheidenden Tomasz Waldoch vor. Über 61.000 Zuschauer verabschiedeten Sand am 23. Juli 2006 in der Veltins-Arena zu Gelsenkirchen beim Spiel der "Meister der Herzen" gegen den aktuellen Bundesliga-Kader des FC Schalke 04. Sand gelang hierbei der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 (Endergebnis 2:5). Schalker Idole wie Olaf Thon, Ingo Anderbrügge, Radoslav Latal, Youri Mulder oder Marc Wilmots liefen dabei auf Seiten des Teams der "Meister der Herzen" auf. Als Abschiedsgeschenk bekam Ebbe Sand ein Replikat der Meisterschale.

Nach Beendigung seiner Karriere als Fußball-Profi trat Sand eine Stelle im Management des dänischen Erstligisten Silkeborg IF an. Er ist dort vor allem als Talentscout tätig. Seit Oktober 2006 arbeitet Sand zudem als Co-Trainer von Peter Knudsen, der Viggo Jensen ablöste, bei Silkeborg.

In der Nationalmannschaft Dänemarks kam Ebbe Sand 66 mal zum Einsatz, dort gelangen ihm 22 Tore. Er nahm an jeweils zwei Welt- und Europameisterschaften teil. Nach dem Ausscheiden Dänemarks bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal trat Sand von seinen Diensten in der Nationalmannschaft Dänemarks zurück.

Teilnahme an den Welt- und Europameisterschaften:
1998 - FIFA Weltmeisterschaft in Frankreich
2000 - UEFA Europameisterschaft in Belgien & Niederlande
2002 - FIFA Weltmeisterschaft in Japan & Südkorea
2004 - UEFA Europameisterschaft in Portugal
Huub Stevens :
Huub StevensFünf Jahre und sieben Monate - so lange durfte bisher noch kein Trainer für den Traditionsverein arbeiten. Eine Kontinuität, die in Stevens´ Lebenslauf selbstverständlich ist. Sieben Jahre spielte er in seiner Heimatstadt bei Fortuna Sittard, wechselte anschließend zum PSV Eindhoven, wo er nach neun Profi-Jahren sieben Spielzeiten als Jugendleiter agierte. Mit dem PSV wurde er dreimal niederländischer Meister, gewann den nationalen Pokal und 1978 den UEFA-Cup.

1993 folgte das erste Engagement als Cheftrainer. Stevens führte Roda Kerkrade in den UEFA-Cup und traf in der ersten Runde des Wettbewerbs 1996/97 auf den FC Schalke 04. Die Knappen setzten sich mit einem 3:0 im Parkstadion und einem 2:2 in Kerkrade durch. Die Niederländer waren somit ausgeschieden, Stevens indes bekam eine zweite Chance. Am 3. Oktober wurde Jörg Berger entlassen, am 8. Oktober verpflichteten die Knappen den Niederländer. Es war der Beginn einer wunderbaren Gemeinschaft.

Schalkes Vorstandsvorsitzender Gerd Rehberg stellte schnell fest, dass Stevens ein "Typ ist, der gut ins Ruhrgebiet passt". Kein Selbstdarsteller, der mit viel heißer Luft fehlende Charakterstärke kompensiert. Ein patenter, aber nicht ganz pflegeleichter Dickkopf. Er lebt das vor, was er auch von seinen Akteuren erwartet: Disziplin, Zähigkeit und den unbändigen Willen das Spiel zu gewinnen. "Wenn wir verloren haben, bin ich sauer, enttäuscht", betont Stevens. "Ich frage mich dann immer, wie ich das vielleicht hätte verhindern können."

Dabei ging seine Gründlichkeit auf Schalke so weit, dass sie bisweilen bizarre Züge annahm. Bestes Beispiel: die Sekunden nach dem verwandelten Elfmeter von Marc Wilmots im Giuseppe-Meazza-Stadion, der den Schalkern den UEFA-Cup bescherte. Während die Spieler aufs Feld rannten, sich überall jubelnde Trauben bildeten und Rudi Assauer einen Freudentanz aufführte, riss Stevens kurz die Arme in den Mailänder Nachthimmel, steckte dann sorgfältig die Kappe auf den Filzstift. Erst danach schloss er Co-Trainer Hubert Neu in die Arme.

Der Triumph 1997 ist nicht der einzige Erfolg, den Stevens mit dem Verein feiern durfte. Nach zwei erfolglosen Jahren von 1998 bis 2000, in denen Assauer und der Vorstand trotz des mächtigen Drucks der Medien am Fußballlehrer festhielten, kehrten die Königsblauen in die Erfolgsspur zurück. Die Saison 2000/2001 gehört zu den besten und erfolgreichsten Spielzeiten der Schalker Vereinsgeschichte. Das Team um Torwart Oliver Reck, Kapitän Tomasz Waldoch, Spielmacher Andreas Möller und Torschützenkönig Ebbe Sand verpasste nur ganz knapp auf dramatische Weise die Meisterschaft und gewann zum ersten Mal seit 29 Jahren den DFB-Pokal. Ein Jahr später gelang die Berlin eine Wiederholung.

Im Sommer 2002 verließ "der beste Trainer, den Schalke je hatte" (O-Ton Rudi Assauer) seine zweite Heimat. "Es gibt eine Zeit des Kommens und eine Zeit des Gehens. Die ist jetzt gekommen", erklärte Stevens. "Schalke ist Teil meines Herzens geworden. Aber es ist gut, wenn die Mannschaft mal ein neues Gesicht sieht."

Welche Wertschätzung der Coach auch heute noch bei den Schalker Anhängern genießt, zeigte sich bei der großen Jubiläumsfeier am 8. Mai 2004 in der Arena AufSchalke. Stevens erhielt nicht enden wollende Ovationen ("Huub Stevens, oho!"). Und der "harte Hund" ging beim Kampf mit den Tränen der Rührung nicht als Sieger hervor. Oder um es mit einen von Stevens' Kernsätzen zu sagen: "Wir sind alle Menschen und haben Gefühle."

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Die Schalker "Hall of Fame":
In der "Ehrenkabine" finden nach und nach alle bedeutenden Schalker Spieler bzw. Trainer ihren Platz.
Dazu gehören neben den Ehrenspielführern und der gewählten Jahrhundertelf sowie Vereinsgründer Willy Gies
die beiden Spieler bzw. Trainer, welche künftig jährlich auf der Jahreshauptversammlung berufen werden.

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Die Ehrenspielführer des FC Schalke 04 :
Thomas Student
  • Thomas Student
    • (*28.10.1897; †11.2.1976)
    • Spielführer: 1916-1928
    • Spieljahre: 1916-1928
    • Aufstieg in die höchste Spielklasse: 1926
    • Ruhrbezirksmeisterschaft: 1927, 1928
Ernst Kuzorra
  • Ernst Kuzorra
    • (*16.10.1905; †1.1.1990)
    • Spielführer: 1928-1948
    • Spieljahre: 1923-1949
    • Deutscher Meister: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942
    • Vize-Meister: 1933, 1938, 1941
    • Deutscher Pokalsieger: 1937
Hermann Eppenhoff
  • Hermann Eppenhoff
    • (*19.5.1919; †10.4.1992)
    • Spielführer: 1949-1955
    • Spieljahre: 1938-1955
    • Deutscher Meister: 1939, 1940, 1942
    • Westdeutscher Meister (Oberliga): 1951
Berni Klodt
  • Berni Klodt
    • (*26.10.1926; †23.5.1996)
    • Spielführer: 1955-1962
    • Spieljahre: 1942-1947; 1950-1962
    • Deutscher Meister: 1958
    • Westdeutscher Meister (Oberliga): 1951, 1958
Manfred Kreuz
  • Manfred Kreuz
    • (*7.3.1936)
    • Spielführer: 1962-1968
    • Spieljahre: 1956-1968
    • Deutscher Meister: 1958
Stan Libuda
  • Stan Libuda
    • (*10.10.1943; †25.8.1996)
    • Spielführer: 1969-1972
    • Spieljahre: 1962-1965; 1968-1972
    • Deutscher Pokalsieger: 1972
    • Vize-Meister: 1972
Klaus Fischer
  • Klaus Fischer
    • (*27.12.1949)
    • Spielführer: 1976-1981
    • Spieljahre: 1970-1981
    • Deutscher Pokalsieger: 1972
    • Vize-Meister: 1972, 1977
    • Bundesliga-Torschützenkönig: 1976
Olaf Thon
  • Olaf Thon
    • (*1.5.1966)
    • Spielführer: 1995-1996; 1997-2000
    • Spieljahre: 1983-1988; 1994-2002
    • UEFA-Cup-Sieger: 1997
    • Vize-Meister: 2001
    • Deutscher Pokalsieger: 2001, 2002
Tomasz Waldoch
  • Tomasz Waldoch
    • (*10.5.1971)
    • Spielführer: 2000-2004
    • Spieljahre: 1999-2006
    • Deutscher Pokalsieger: 2001, 2002
    • Vize-Meister: 2001, 2005

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Die Schalker Jahrhundertelf :
  • Torhüter
    • Norbert Nigbur: Weltmeister 1974 – allerdings ohne Einsatz im Turnier, da als Torhüter Sepp Maier gesetzt war; galt als „Elfmetertöter“, hielt im Pokalhalbfinale 1972 im Elfmeterschießen drei von elf Schüssen und verwandelte selbst.
  • Abwehr
    • Klaus Fichtel: Der älteste Feldspieler, der je in der Bundesliga auflief. 552 Bundesligaspiele von 1965 und 1988, davon 477 für Schalke – Vereinsrekord. Mit seinem Namen wortspielend und weil er in der Abwehr stand wie ein Baum, wurde er „Tanne“ gerufen.
    • Rolf Rüssmann: Beständiger Abwehrrecke, von 1969 bis 1984 bei Schalke. Mit 134 Bundesligaspielen in Folge königsblauer Rekordhalter ohne Verletzung, Formkrise oder Sperre. Später kurzzeitig Manager des Vereins.
    • Olaf Thon: Gerade 18 Jahre alt geworden erzielte er drei Tore im Pokalhalbfinale beim 6:6 gegen Bayern, eroberte einen Stammplatz im Mittelfeld und feierte noch im selben Jahr das Debüt im DFB-Dress. Kam nach einem Zwischenspiel in München als Verteidiger zurück und gehörte noch 2002 zum Kader des Pokalsiegers.
  • Mittelfeld
    • Marc Wilmots: Ein kämpferischer Spieler aus der „Eurofighter“ genannten Mannschaft, der er 1996/97 mit vielen entscheidenden Toren den Weg zum UEFA-Cup-Triumph ebnete. Fans tauften ihn „Willi das Kampfschwein“. Übernahm 2003 für wenige Wochen auch das Traineramt.
    • Fritz Szepan: Sechs Meisterschaften, Pokalsieg, zwei WM-Teilnahmen, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Aktiv über zwei Jahrzehnte und mitverantwortlich für den Aufstieg in den 1920ern und die Erfolge der 1930er Jahre. Nicht unumstritten, da er beim Erwerb seines Textilgeschäfts in Gelsenkirchen von der „Arisierung“ profitierte. Dennoch in den 1960ern zwei Jahre Vereinspräsident.
    • Ernst Kuzorra: Um ihn und seinen Schwager Fritz Szepan drehte sich der „Schalker Kreisel“. Personifiziert als Spieler, Trainer, Obmann (Manager) und Talentsichter in einer Person die Meistermannschaft der 1930er und 1940er Jahre, deren Spielführer er war. Ehrenbürger der Stadt; der Weg, an dem die Geschäftsstelle des Vereins liegt, ist nach ihm benannt.
    • Ingo Anderbrügge: Der ehemalige Borusse krönte seine zwölf Jahre bei Schalke mit dem Gewinn des UEFA-Cups, erhielt jedoch nie eine Berufung in die DFB-Auswahl. Fünftbester Bundesliga-Torschütze der Schalker. Spezialität des Linksfußes: Freistöße und Elfmeter.
  • Sturm
    • Reinhard „Stan“ Libuda: Libuda erhielt seinen Spitznamen in Anlehnung an Stanley Matthews, dessen bekanntesten Fußballtrick auch Libuda beherrschte. Als einer der „technisch versiertesten und populärsten Rechtsaußen seiner Zeit“ war er mit der deutschen Nationalelf WM-Dritter 1970. Seine Karriere in Deutschland endete mit seiner Verwicklung in den Bundesliga-Skandal.
    • Klaus Fischer: Berühmt machten ihn seine akrobatischen wie erfolgreichen Fallrückzieher. 1977 erzielte er im Länderspiel gegen die Schweiz einen Treffer per Fallrückzieher, der später zum deutschen Tor des Jahrhunderts gewählt wurde. 182 Bundesligatreffer für Schalke sind noch immer Bestmarke im Verein.
    • Rüdiger Abramczik: Der Rechtsaußen, von Fans und in der Presse als „Flankengott“ bezeichnet, flankte erst an Klaus Fischer und wurde später selbst gefährlicher Torschütze. Bei seinem Debüt 1973 war er der bis dahin jüngste Spieler aller Zeiten in der Bundesliga.

Zum Trainer der Jahrhundertelf wurde Huub Stevens gewählt.


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Die Schalker Spieler bzw. Trainer, die in der "Ehrenkabine" berufen worden sind :
Willy Gies
  • Willy Gies
    • (*01.02.1890 - †15.09.1931)
    • Vereinsgründer
    • Spieljahre: 1904 - ca. 1914
    • Willy Gies
Edi Frühwirth
  • Edi Frühwirth
    • (*17.11.1908 - †27.02.1972)
    • Trainer auf Schalke: 1954 - 1959
    • Deutscher Meister: 1958
Ebbe Sand
  • Ebbe Sand
    • (*19.07.1972)
    • Spieljahre: 1999 - 2006
    • Vize-Meister: 2001, 2005
    • Deutscher-Pokalsieger: 2001, 2002
    • Bundesliga-Torschützenkönig: 2001
    • Ebbe Sand
Ernst Kalwitzki
  • Ernst Kalwitzki
    • (* 3.10.1909 - †3.02.1991)
    • Spieljahre: 1933 - 1942
    • Deutscher Meister: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942
    • Ernst Kalwitzki
Charly Neumann
  • Charly Neumann
    • (* 29.07.1931 - † 11.11.2008
    • von 1976 bis 2008 Mannschaftsbetreuer des FC Schalke 04
    • Charly Neumann
Herbert Lütkebohmert
  • Herbert Lütkebohmert
    • (*24.03.1948 - †29.10.1993)
    • Spieljahre: 1968-1979
    • Deutscher Pokalsieger: 1972
    • Vize-Meister: 1972
    • Herbert Lütkebohmert
Jiri Nemec
  • Jiri Nemec
    • (*15.05.1966)
    • Spieljahre: 1993-2002
    • UEFA-Cup-Sieger: 1997
    • Deutscher Pokalsieger: 2001, 2002
    • Vize-Meister: 2001
    • Jiri Nemec
Otto Tibulski
  • Otto "Ötte" Tibulski
    • (*15.12.1912 - †25.02.1991)
    • Spieljahre: 1930-1948
    • Deutscher Meister: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942
    • Deutscher Pkalsieger: 1937
    • Otto
Marcelo Bordon
  • Marcelo Bordon
    • (*07.01.1976)
    • Spieljahre: 2004-2010
    • Deutscher Vizemeister: 2005, 2007, 2010
    • DFB-Pokal-Finalist: 2005
    • Marcelo Bordon
Rudi Assauer
  • Rudi Assauer
    • (*30.04.1944)
    • Spieljahre als Manager: 1981-1986 und 1993-2006
    • UEFA-Cup-Sieger: 1997
    • Vize-Meister: 2001, 2005
    • DFB-Pokal-Finalist: 2001, 2002
    • Rudi Assauer
Gerald Asamoah
  • Gerald Asamoah
    • (*03.10.1978)
    • Spieljahre: 1999-2010
    • Vize-Meister: 2001, 2005, 2007, 2010
    • DFB-Pokal-Finalist: 2001, 2002
    • Gerald Asamoah
Adolf Urban
  • Adolf Urban
    • (*09.01.1914 - †27.05.1943)
    • Spieljahre: 1926-1943
    • Deutscher Meister: 1934, 1935, 1937, 1939, 1942
    • Deutscher Pkalsieger: 1937
    • Adolf Urban
Raul
  • Raul
    • (*27.07.1977)
    • Spieljahre: 2010-2012
    • Deutscher Pokalsieger: 2011
    • Raul
Norbert Elgert
  • Norbert Elgert
    • (*13.01.1957)
    • Spieljahre: 1975-1976 u. 1978-1982
    • Nachwuchstrainer seit: 1996
    • Norbert Elgert
Willi Koslowski
  • Willi Koslowski
    • (*17.02.1937)
    • Spieljahre: 1955-1965
    • Deutscher Meister: 1958
    • Willi Koslowski
Fritz Unkel
  • Fritz Unkel
    • (*28.08.1865 - †04.11.1944)
    • Vorsitzender auf Schalke: 1912-1915, 1919-1932 und 1933-1939
    • Deutscher Meister: 1934, 1935, 1937, 1939
    • Deutscher Pokalsieger: 1937
Mike Büskens
  • Mike Büskens
    • (*19.03.1968)
    • Spieljahre: 1992-2002
    • UEFA-Cup-Sieger: 1997
    • Vize-Meister: 2001
    • Deutscher Pokalsieger: 2001, 2002

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Teile dieser Schalke-Seite sind von mir aus verschiedenen Seiten des WEB`s zusammengetragen und überarbeitet worden.
(z.B.:100schalkerjahre.de , FC Schalke 04 auf Wikipedia


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