FC Schalke 04

DFB-Pokal 2002


DFB-Pokalsieger 2002
Die Schalker Startaufstellung beim Pokalfinale: Marco van Hoogdalem, Jiri Nemec, Ebbe Sand, Oliver Reck, Andreas Möller (hintere Reihe)
sowie Thomas Waldoch, Gerald Asamoah, Tomasz Hajto, Niels Oude Kamphuis, Jörg Böhme, Victor Agali und Nico van Kerckhoven (vordere Reihe)
Foto: firo

1.Runde: SC Freiburg (A) - FC Schalke 04 0:1
2.Runde: Arminia Bielefeld - FC Schalke 04 1:2
3.Runde: SV Darmstadt 98 - FC Schalke 04 0:1 n.V.
Viertelfinale: FC Schalke 04 - SC Rot-Weiß Oberhausen 2:0
Halbfinale: FC Schalke 04 - FC Bayern München 2:0 n.V.
Finale: FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 4:2


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SC Freiburg (A) - FC Schalke 04 0:1 (0:0)

1. Runde, Dreisamstadion Freiburg

Sonntag, 26. August 2001, 17.00 Uhr

Schalke: Reck – Hajto, Waldoch, van Kerckhoven – Wilmots (90. van Hoogdalem), Kmetsch, Möller, Djordjevic (30. Büskens) – Agali, Sand, Asamoah (62. Vermant)

Tor:
0:1 Sand (70.)

Zuschauer: 7.000

Schiedsrichter: Sippel

Rote Karte: Waldoch (45., wegen Notbremse)

Zum Spiel:

Es war ein hartes Stück Arbeit: Ebbe Sand sorgte mit seinem ersten Saisontreffer für einen 1:0-Sieg bei den Amateuren des SC Freiburg damit für das Weiterkommen im DFB-Pokal.

Huub Stevens mußte vor der Partie auf die angeschlagenen Böhme und Mpanza verzichten, setzte aber ansonsten auf seine bewährten Kräfte. Dies zahlte sich auch aus, denn zu Beginn des Spiels machten die Königsblauen ordentlich Druck und kamen durch Ebbe Sand und gleich mehrfach durch Victor Agali zu guten Torchancen.

In der Folgezeit konnten sich die Gastgeber aber zusehends befreien und kamen durch einen Kopfball von Bruns zu einer ersten eigenen Torgelegenheit. Bis zur Pause tat sich dann nicht mehr allzuviel, ehe es dann in der 45. Minute noch einmal große Aufregung gab, als Schiedsrichter Sippel Tomasz Waldoch wegen einer vermeintlichen Notbremse an Borrozino des Feldes verwies.

In Unterzahl tat sich die Schalker Mannschaft bei hochsommerlicher Hitze in der zweiten Halbzeit verständlicherweise schwer und wäre in der 57. Minute nach einem Schuß von Männer sogar beinahe in Rückstand geraten, doch Oliver Reck reagierte prächtig.

Die Entscheidung in diesem Spiel fiel dann in der 70. Minute, als Ebbe Sand eine Flanke von Möller aus kurzer Distanz zum 0:1 einköpfte. Danach tat sich nicht mehr allzuviel.

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Arminia Bielefeld - FC Schalke 04 1:2 (0:1)

2. Runde, Stadion "Alm" in Bielefeld

Dienstag, 27. November 2001, 19.00 Uhr

Zuschauer: 26.601 (ausverkauft)

Tore:
0:1 Sand (25. Minute)
1:1 Wichniarek (58. Minute)
1:2 Möller (90. Minute)
Gelbe Karten: Dammeier, Klitzpera, Borges - Waldoch, Wilmots, Oude Kamphuis, Asamoah

Aufstellungen:

Bielefeld
Hain - Friedrich, Klitzpera (64. Albayrak), Borges - Brinkmann, Reinhardt, Dabrowski, Dammeier, Kauf - Wichniarek, Vata
FC Schalke 04
Reck - Hajto, Waldoch, van Kerckhoven - Nemec, Oude Kamphuis (90. van Hoogdalem) - Asamoah, Möller, Vermant (84. Büskens) - Wilmots, Sand

Schiedsrichter: Aust (Köln)

Zum Spiel:

Die gefährliche Klippe der zweiten DFB-Pokal-Hauptrunde hat der FC Schalke 04 erfolgreich umschifft. Mit einem 2:1 (1:0)-Erfolg beim ambitionierten Zweitligisten Arminia Bielefeld zog Titelverteidiger Schalke 04 ins Achtelfinale ein. Buchstäblich in letzter Minute erzielte Andreas Möller den entscheidenden Treffer, nachdem Ebbe Sand das Team von Huub Stevens in Führung gebracht hatte.

In einem kampfbetonten Spiel mit ganz wenigen Torchancen merkte man beiden Teams an, dass es um den Einzug ins Achtelfinale des Pokals ging. Besondere Nehmerqualitäten benötigte Bielefelds quirliger Albaner Fatmir Vata, gegen den sich Marc Wilmots, Niels Oude Kamphuis und Tomasz Waldoch jeweils eine Verwarnung abholten. Ein Indiz, dass die Knappen im richtigen Moment die Ärmel hochkrempelten.

Zudem machten die Schalker einen Klassenunterschied in Sachen Cleverness deutlich. So erzwangen sie in einer Drangperiode in kurzer Zeit drei Freistöße rund um den Strafraum der Arminen. Den letzten Freistoß köpfte Ebbe Sand auf Hereingabe von Sven Vermant zum 1:0 für die Knappen ein (25.). Der Zweitligist besaß nur eine halbe Ausgleichsmöglichkeit, als Bastian Reinhardt nach einem Freistoß von Detlev Dammeier das Gehäuse von Oliver Reck mit einem Kopfball knapp verfehlte (34.). Tomasz Waldoch hatte den Bielefelder entscheidend gestört.

Nach der Pause spielten die Königsblauen zunächst weiter souverän, ehe die einzige Unachtsamkeit den überraschenden Ausgleich brachte. Ansgar Brinkmann durfte ungehindert von der Torauslinie flanken, seine Hereingabe köpfte Artur Wichniarek per Flugkopfball zum Ausgleich ins Netz (58.). In den folgenden zwanzig Minuten zeigte sich der Titelverteidiger beeindruckt. Zwar ließ man defensiv keine weitere Torchance zu, doch offensiv gab es erst in der 70. Minute wieder eine nennenswerte Aktion, als ein Freistoß von Hajto aus 25 Metern durch die Bielefelder Mauer tückisch aufsetzte und den Arminen-Keeper Matthias Hain förmlich ausknockte.

Als sich alles schon mit auf eine Verlängerung eingestellt hatte, übte die Mannschaft von Huub Stevens noch einmal verstärkten Druck auf das gegnerische Tor aus und wurde belohnt. Asamoah konnte von Borges nach einer flüssigen Kombination nur per Foulspiel gestoppt werden. Den fälligen Freistoß in der zweiten Minute der Nachspielzeit zirkelte Andreas Möller aus 22 Metern um die Mauer zum umjubelten 2:1 für die Knappen ins Eck.

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SV Darmstadt 98 - FC Schalke 04 0:1 n.V. (0:0)

3. Runde, Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt

Mittwoch, 12. Dezember 2001, 19.30 Uhr

Zuschauer: 24.800 (ausverkauft)

Tore:
0:1 Sand (115.)
Gelbe Karten: Mihajlovic - van Hoogdalem, Waldoch

Rote Karten: Matellan (48./Notbremse); Juskic (84./Nachtreten)

Aufstellungen:

Darmstadt
Clauß - Hohmann - B. Lense (76. da Costa), Mihajlovic - Brancourt, Leifermann, Juskic, Hasa - Kolb (78. Amstätter/106. Simon), Wagner - Maier
FC Schalke 04
Reck - van Hoogdalem, Waldoch, Matellan, van Kerckhoven - Asamoah (59. Wilmots), Oude Kamphuis, Möller, Böhme - Sand, Agali

Schiedsrichter: Meyer (Braunschweig)

Zum Spiel:

Die Treffsicherheit von Ebbe Sand in Pokalspielen sicherte dem FC Schalke 04 den 1:0 (0:0, 0:0)-Sieg nach Verlängerung beim Regionalligisten Darmstadt 98 und damit den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals. In der 115. Minute traf der Torjäger mit einem Volleyschuss für die Königsblauen, die ab der 48. Minute nach einem Platzverweis für Anibal Matellan mit zehn Mann spielten. Nach einer roten Karte für Juskic war das personelle Gleichgewicht wieder hergestellt.

Am ausverkauften Böllenfalltor waren die Schalker von Beginn an die aktivere Mannschaft, setzte die Gastgeber oft am eigenen Strafraum unter Druck. So verfehlte Jörg Böhme das Gehäuse der Gastgeber mit zwei Distanzschüssen jeweils nur knapp (6./7.). Anschließend dauerte es 20 Minuten bis zur nächsten Schalker Doppelchance, die allerdings umso hochkarätiger ausfiel. Nach einer Flanke von Asamoah über die Hintermannschaft des Regionalligisten gelangte Nico van Kerckhoven aus sechs Metern zum Abschluss, doch Torhüter Andreas Clauß zeigte die erste seiner vielen Glanzparaden an diesem Abend (27.) und hatte wenig später das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, als Victor Agali nach einer Hereingabe von Niels Oude Kamphuis den Ball aus kurzer Distanz über die Latte bugsierte (28.).

Dies alles in einer trotz Frosttemperaturen und rutschigem Untergrund bisweilen erhitzten Atmosphäre. Vor allem Andreas Möller wurde nahe seiner Heimat Frankfurt bei jeder Ballberührung ausgepfiffen, während Ebbe Sand von den Resten einer Leuchtrakete getroffen wurde, aber weiterspielen konnte (31.). Der Däne bereitete auch die letzte Möglichkeit des Bundesligisten vor dem Halbzeitpfiff vor, doch auf Vorarbeit des Dänen schoss wiederum Victor Agali aus der Drehung vorbei (35.). Erst kurz vor dem Pausentee die erste und einzige brenzlige Situation vor dem Tor von Oliver Reck, als Benjamin Lense nach einem Freistoß am 16-Meter-Raum zum Schuss kam. Marco van Hoogdalem klärte jedoch kurz vor der eigenen Torlinie (40.).

Kurz nach dem Wechsel verkehrten sich indes die Kräfteverhältnisse. Als Anibal Matellan den durchgebrochenen Ex-Schalker David Wagner 18 Meter vor dem Tor zu Fall bringt, wertet dies Schiedsrichter Florian Meyer als Notbremse und stellt den Argentinier vom Platz (48.). Eine Entscheidung, gegen die die Schalker protestierten. "Das war nicht berechtigt, weil Tomasz Waldoch auf gleicher Höhe mitlief", glaubte Huub Stevens. In Überzahl war nun der Regionalligist optisch überlegen, ohne echte Torchancen herauszuspielen. Die einzige Tormöglichkeit bot sich auf der anderen Seite Jörg Böhme auf Zuspiel von Agali, doch Torhüter Clauß wehrte den harten und platzierten Schuss erneut ab (67.).

Unter dem Strich war es im zweiten Durchgang ein Spiel mit vielen Unterbrechungen, kleinen Fouls und Freistößen. Sechs Minuten vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit war das personelle Gleichgewicht wieder hergestellt, als sich Juskic gegen Möller zu einem Tritt hinreißen ließ. Auch dies bestrafte Schiedsrichter Meyer mit der roten Karte (84.).

Doch kurz darauf erspielten sich die nun zehn Hessen die erste Torchance im zweiten Abschnitt, aber Richard Hasa vergab aus 15 Metern (85.). In der Nachspielzeit boten sich den Schalker zwei weitere Gelegenheiten zur Entscheidung. Wiederum Clauß wehrte erst den Kopfball von Marc Wilmots großartig ab, dann war er nach der folgenden Ecke von Andreas Möller bei einem weiteren Kopfball von Agali erneut zur Stelle und rettete den Darmstädtern das 0:0 in die Verlängerung.

In den zusätzlichen 30 Minuten spielten die Schalker langsam ihre Überlegenheit aus. Wieder ein Kopfball, diesmal von Waldoch, schien das sichere 1:0, doch wieder hatte Clauß etwas dagegen. In der 104. Minute schafften es die Schalker nach einem energischen Antritt von Andreas Möller und einer Hereingabe auf den zweiten Pfosten auch im Gewühl auf der Torlinie (!) nicht, den Ball über die Linie zu drücken (104.).

Im zweiten Durchgang der Verlängerung wieder zwei Möglichkeiten für die Hausherren. Zunächst lief David Wagner allein auf Oliver Reck zu, verfehlte das Tor aber (108.), dann zwang Sascha Maier Reck zu einer Parade (111.). Auf der anderen Seite wehrte Torhüter Clauß einen Aufsetzer von Niels Oude Kamphuis zur Ecke ab (114.). Doch dann war auch der Keeper der Hausherren machtlos, als Ebbe Sand im Anschluss an eine Ecke von Jörg Böhme mit einem Volleyschuss zum erlösenden 1:0 für die Königsblauen eindrosch (115.). Ein Tor mit Ansage: In elf Pokalspielen kam der Däne seit seinem Wechsel zum FC Schalke 04 1999 zum Einsatz, in neun Partien hat er mindestens einen Treffer erzielt.

Anschließend vergab Simon aus 14 Metern (119.), im Gegenzug verpasste van Kerckhoven bei einem Konter nur knapp einen zweiten Treffer. Der Einzug unter die letzten Acht im DFB-Pokal war geschafft.

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FC Schalke 04 - SC Rot-Weiß Oberhausen 2:0 (1:0)

Viertelfinale, Arena AufSchalke

Mittwoch, 30. Januar 2002 - 19.00 Uhr

Zuschauer: 54.610

Tore:
1:0 Böhme (30./Foulelfmeter)
2:0 Möller (86.)
Gelbe Karten: Matellan, van Hoogdalem – Judt, Rösler

Aufstellungen:

FC Schalke 04
Reck – Oude Kamphuis, Waldoch, van Hoogdalem, Matellan (81. van Kerckhoven) – Wilmots, Nemec (74. Kmetsch), Möller, Böhme – Sand, Asamoah (71. Vermant)
RW Oberhausen
Adler – Raickovic – Ciuca, Wojtala – Chiquinho (46. Müller), Lipinski, Luginger, Cartus (62. Rietpietsch), Judt – Obad, Rösler

Schiedsrichter: Stark (Landshut)

Zum Spiel:

Lange Zeit tat sich Schalke im Pokal-Viertelfinale gegen den Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen schwer. Doch ein Treffer von Andreas Möller zum 2:0 (1:0)-Endstand entschied die Partie für den Favoriten, nachdem Jörg Böhme zuvor mit einem Strafstoß getroffen hatte.

Die Mannschaft von Aleksandar Ristic machte es den Hausherren durch eine kompakte Staffelung in der eigenen Hälfte zunächst schwer und wirkte bei Kontern nicht ungefährlich. So dauerte es 18 Minuten, bevor der Titelverteidiger eine Torchance verzeichnete. Die hätte jedoch größer kaum sein können. Nach einem Freistoß von Böhme schnappte die Oberhausener Abseitsfalle nicht zu, drei Schalker standen allein vor dem Gästetor. Doch Gerald Asamoah, dem Marc Wilmots den Ball vorlegte, scheiterte am herausstürzenden Oliver Adler (18.).

Beim zweiten Anlauf machten es die Hausherren besser. Ebbe Sand schien Jörg Böhme lange Hereingabe zu erreichen, wurde jedoch von Thorsten Judt am Kopfball gehindert. Den folgenden Strafstoß verwandelte Jörg Böhme sicher zum 1:0 (30.). Der Bann war gebrochen und die folgende Viertelstunde bis zur Pause sollte munter werden.

So scheiterte Ebbe Sand mit einem Kopfball aus neun Metern an Oliver Adler (38.), zielte auf der anderen Seite Sascha Rösler nur um wenige Zentimeter am Tor vorbei (41.). Dann pfiff Schiedsrichter Wolfgang Stark das scheinbare 2:0 durch Ebbe Sand wegen vermeintlichen Abseits zurück (42.). Marco van Hoogdalem scheiterte Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit einem Schuss aus zwölf Metern, weil Pawel Wojtala mit der Brust klärte.

Nach der Pause blieb Schalke bei Standardsituationen immer gefährlich. Doch Böhme (52.), van Hoogdalem (54.) verpassen ebenso wie Ebbe Sand mit seinem Aufsetzer (58.) Die Oberhausener fühlten sich um einen Strafstoß gebracht, als Sascha Rösler von Niels Oude Kamphuis gehalten wurde (61.). Kurz darauf hatte erneut Marc Wilmots die Vorentscheidung auf dem Kopf, doch der Belgier köpfte aus fünf Metern vorbei (65.).

In der nun hektischen Partie erarbeiteten sich die nie aufsteckenden Gäste nun ein optisches Übergewicht. Die Schalker benötigen fast 20 Minuten, um wieder konstruktiven Angriffen zu kommen. Schließlich beruhigte Andreas Möller die Nerven aller Knappen und schoss nach kurzem Antritt aus 14 Metern flach zum 2:0 ein (86.).

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FC Schalke 04 - FC Bayern München 2:0 n.V. (0:0)

Halbfinale, Arena AufSchalke

Mittwoch, 6. März 2002 - 20.30 Uhr

Zuschauer: 60.683 (ausverkauft)

Tore:
1:0 van Hoogdalem (100.)
2:0 Böhme (115.)
Gelbe Karten: Nemec, van Hoogdalem, Böhme, Sand, Djordjevic – Jeremies, Elber, Effenberg

Rote Karte: Kuffour (90./grobes Foulspiel)

Aufstellungen:

FC Schalke 04
Reck – Oude Kamphuis, Waldoch, van Hoogdalem, van Kerckhoven – Asamoah (101. Djordjevic), Nemec (76. Agali), Möller, Böhme (118. Büskens) – Sand, Wilmots
FC Bayern München
Kahn – Kuffour, R. Kovac, Linke, Lizarazu – Jeremies (69. Fink), Effenberg, Hargreaves, Sergio (69. Pizarro) – Elber (91. Zickler), Santa Cruz

Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)

Zum Spiel:

Berlin, Berlin – die Knappen fahren wieder nach Berlin! Durch ein 2:0 nach Verlängerung über den FC Bayern München erhält der FC Schalke 04 am 11. Mai die Chance, im Endspiel um den DFB-Pokal seinen im Vorjahr gewonnenen Titel zu verteidigen. Marco van Hoogdalem (100.) und Jörg Böhme (115.) erzielten die erlösenden Treffer. "Das war ein richtiges Pokalhalbfinale. Wir sind ein glücklicher Finalist. Ein Dankeschön an unsere Spieler", weiß Trainer Huub Stevens nun, dass seine Amtszeit bei den Königsblauen eine Woche länger dauert.

Erfreuliche Nachricht für die Knappen bereits vor dem Anpfiff. Kapitän Tomasz Waldoch biss trotz Innenbandverletzung auf die Zähne, Marco van Hoogdalem bekam seine Oberschenkelblessur rechtzeitig in den Griff und auch Jiri Nemec, Nico van Kerckhoven und Andreas Möller standen Trainer Huub Stevens wieder zur Verfügung. So musste der Coach die Anfangsformation gegenüber dem letzten Heimsieg gegen Freiburg nur auf einer Position verändern: Nico van Kerckhoven begann für Anibal Matellan.

"5:1 – Macht’s noch einmal Jungs": Mit dieser Choreographie empfing die Nordkurve ihre Mannschaft. Allerdings schienen die Münchner ihrerseits entschlossen, sich besser als bei der Niederlage vor fünfeinhalb Wochen zu verkaufen. Die ersten Torszenen spielten sich vor dem Gehäuse von Oliver Reck ab. Ein Freistoß von Stefan Effenberg aus 25 Metern ging etwa einen Meter über die Latte (6.). Es folgten zwei gefährliche Eckbälle des Bayern-Kapitäns: Beim ersten Versuch kam Roque Santa Cruz zum Kopfball, Böhme klärte auf der Linie. Beim zweiten Anlauf gelangte Bixente Lizarazu aus 16 Metern zum Schuss, Reck musste einmal nachfassen (9.).

Es dauerte eine Weile bis die engagiert zu Werke gehenden Knappen Oliver Kahn ins Schwitzen brachten. Zunächst setzte sich Asamoah nach einem flüssigen Angriff auf der rechten Seite durch, doch seine Hereingabe konnte Münchens Manndecker Robert Kovac zur Ecke klären (24.). Dann schlenzte Jörg Böhme einen Freistoß aus 25 Metern einen Meter am Kasten vorbei (28.). Zwei Minuten später machte sich der Nationaltorhüter im Bayern-Gehäuse lang und länger, doch an den Kopfball von Asamoah nach Freistoß von Möller wäre er wohl nicht gekommen. Allerdings strich der Ball um Zentimeter am Pfosten vorbei (30.).

Bis zur Pause wurde die Partie zunehmend hektischer. Viele Nickligkeiten, viele Reklamationen und ein mit Verwarnungen nicht kleinlicher Schiedsrichter Herbert Fandel trugen dazu bei, dass vier Spieler schon bis zur Pause die gelbe Karte sahen.

Nach dem Wechsel erwischte der Titelverteidiger den besseren Start. Jörg Böhmes Ecke musste Kahn mit langem Arm klären (47.). Eine Minute später setzte sich Ebbe Sand im Strafraum durch, doch sein Schuss wurde in letzter Sekunde ebenso von Kovac geblockt wie beim zweiten Anlauf, als Möller den Dänen freispielte (60.). Auf der anderen Seite musste Oliver Reck fast an der Strafraumlinie mit einer Faust vor Santa Cruz klären (66.). Sein Gegenüber Oliver Kahn zeigte sich bei einem 22-Meter-Aufsetzer von Marc Wilmots aufmerksam (75.).

In der Schlussphase der regulären Spielzeit suchten beide Teams die Entscheidung. Die beste Möglichkeit bot sich den Gästen, als Elber mit einem Kopfball nur die Latte traf (83.). Auf der anderen Seite erkämpfte sich der eingewechselte Agali den Ball, doch seine Hereingabe auf Sand wurde im letzten Moment abgefangen (85.). Dann musste sich Reck bei einem Schuss von Effenberg aus zwölf Metern auszeichnen (87.). Wieder wechselte der Schauplatz in den anderen Strafraum. Wilmots’ Heber lenkte Kahn im letzten Moment über die Latte (88.).

Die vorentscheidende Szene gab es aber wohl vor dem Ablauf der 90 Minuten, als Bayerns Abwehrspieler Samuel Kuffour von hinten in die Beine von Jörg Böhme grätschte. Schiedsrichter Fandel stellte den Ghanaer vom Platz, der sich im folgenden Getümmel noch einen Kopfstoß gegen Böhme leistete.

In Überzahl gingen die Schalker nun in die Verlängerung. Zehn Minuten tat sich nichts vor beiden Toren, bevor Marco van Hoogdalem für den Urknall sorgte. Eine zu kurz abgewehrte Ecke hämmerte der Innenverteidiger aus 16 Metern unter die Latte: 1:0 für Schalke, die Arena wurde zum Tollhaus. Eine Ausgleichschance bot sich den Gästen noch als Effenberg aus 15 Metern verzog (109.). Doch bei einem Konter hätte Victor Agali auf Pass von Möller schon alles klarmachen können. Der Nigerianer schob jedoch aus zwölf Metern am Pfosten vorbei (112.).

Somit blieb es Jörg Böhme vorbehalten, für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Nach einem Zuspiel von Agali stürmte er unbedrängt in den Münchner Strafraum und ließ Oliver Kahn per Schlenzer aus sieben Metern keine Chance (115.). 2:0 – die Bayern waren im fünften Anlauf endlich einmal im DFB-Pokal besiegt, das Finalticket für Berlin endgültig gelöst.

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FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 4:2 (1:1)

Finale, Olympiastadion Berlin

11. Mai, 19.45 Uhr

Zuschauer: 70.00 (ausverkauft)

Tore:
0:1 Berbatov (27.)
1:1 Böhme (44.)
2:1 Agali (69.)
3:1 Möller (71.)
4:1 Sand (84.)
4:2 Kirsten (89.)

Rote Karte: Agali (90./Unsportlichkeit)

Gelbe Karten: Böhme, van Hoogdalem, Reck, Nemec
Ramelow, Bastürk, Berbatov, Ballack

Aufstellungen:

FC Schalke 04:
Reck – Hajto (46. Oude Kamphuis), Waldoch, van Kerckhoven – van Hoogdalem, Nemec – Asamoah (81. Vermant), Möller (75. Wilmots), Böhme – Sand, Agali
Leverkusen:
Butt – Zivkovic, Lucio – Ramelow, Placente – Schneider, Bastürk, Ballack, Ze Roberto – Neuville (67. Brdaric), Berbatov (77. Kirsten)

Schiedsrichter: Franz-Xaver Wack (Bieberach)

Zum Spiel:

Der Pokal bleibt unser! Durch ein grandioses 4:2 (1:1) gegen Bayer Leverkusen verteidigten die Knappen in dramatischen 90 Minuten den DFB-Pokal. Jörg Böhme (44.) glich die Bayer-Führung durch Berbatov (27.) aus, nach der Pause schossen Victor Agali (69.), Andreas Möller (71.) und Ebbe Sand (84.) in einer furiosen Viertelstunde eine uneinholbare Führung heraus, ehe Ulf Kirsten noch ein Tor für die Rheinländer gelang. Huub Stevens wurde in seinem letzten Spiel zur Halbzeit auf die Tribüne verbannt, Victor Agali sah in der Nachspielzeit die rote Karte.

Stimmungsvoll wurde die Schalker Elf beim Einlaufen empfangen. Diese Unterstützung wollten die Profis von Beginn an durch couragiertes Spiel nach vorn deutlich rechtfertigen. Jörg Böhme kam außerhalb des Strafraums zum Schuss, verfehlte jedoch sein Ziel (7., 10.), während van Kerckhoven auf der Gegenseite bei einer Hereingabe von Berbatov klärte (8.).

Danach kamen die Leverkusener aber von Minute zu Minute besser ins Spiel und in ihren gewohnten Kombinationsfluss. Die erste große Chance besaß Oliver Neuville, nachdem eine Flanke von Ze Roberto "durchgerutscht" war. Nico van Kerckhoven blockte den Schuss des Nationalspielers in letzter Sekunde (20.). Zwei Minuten später faustete Oliver Reck einen Schuss von Schneider weg, kurz danach erhielt Ze Roberto Szenenapplaus für einen Fallrückzieher, der jedoch keine Gefahr für das Schalker Tor darstellte (22.).

Dann hieß es 1:0 für Bayer Leverkusen. Michael Ballack hatte mit links abgezogen, den harmlosen Ball lenkte der völlig freie Dimitar Berbatov aus sechs Metern ins Tor. Die Schalker reklamierten auf Abseits, doch das hatte Tomasz Hajto aufgehoben (27.). In der Folgezeit dominierten die Rheinländer immer deutlicher. Ballack traf mit einem Freistoß das Außennetz (31.), dann bot sich Berbatov die Chance zur Vorentscheidung. Doch nachdem er seinen Gegenspieler van Kerckhoven ausgespielt hatte, traf der Bulgare aus nur acht Metern ebenfalls das Außennetz. Der Leverkusener Fanblock bejubelte voreilig das 2:0.

Aus heiterem Himmel der Ausgleich. Gerald Asamoah holte am rechten Strafraumeck einen Freistoß heraus. Obwohl die Leverkusener Mauer Jörg Böhme deutlich näher als neun Metern auf den Leib rückte, hämmerte der Linksfuß den Ball zum umjubelten Ausgleich ins Netz.

Dieser Treffer gab den Königsblauen sichtlich Auftrieb, auch wenn Huub Stevens in seinem letzten Spiel im zweiten Durchgang auf der Tribüne sitzen musste. Der vierte Offizielle hatte den Coach wegen seiner Proteste von der Bank verbannt. Neben Rudi Assauer nahm nun Co-Trainer Holger Gehrke Platz, der mittels Handy mit Huub Stevens Kontakt hielt. Später ereilte Leverkusens Coach Klaus Toppmöller dasselbe Schicksal.

Wie verwandelt gingen die Knappen die zweite Hälfte an, boten den Leverkusenern mehr als nur Paroli. Schon in der 47. Minute die Chance zur Führung, doch Ebbe Sands Flachschuss aus 14 Metern fischte Hans-Jörg Butt noch aus dem unteren Eck (47.). Fast im Gegenzug musste Oliver Reck einen Kopfball von Ballack aus dem Eck fischen (59.).

20 Minuten tat sich nichts mehr vor beiden Toren, aber bis zur letzten Sitzreihe war nun spürbar: Die Schalker waren im Spiel, hatten eine echte Siegchance. Und die nutzten sie, als sich ihnen die erste Gelegenheit bot. Victor Agali zog von der Mittelinie los, versetzte Gegenspieler Lucio und ließ Butt mit einem platzierten Schuss aus 14 Metern ins lange Eck keine Abwehrmöglichkeit (69.). 2:1 für Schalke! Zwei Minuten später holten die Knappen zum K.o. aus. Ebbe Sand ergrätschte einen Ball an der Mittellinie, Agali zog mit der Beute los, bediente Möller und der Techniker schoss mit links genau da hin, wohin auch zuvor Agali erfolgreich gezielt hatte: 3:1! Das Olympiastadion war stimmungstechnisch längst zur zweiten Arena AufSchalke geworden.

Nun warf Leverkusen alles inklusive Torhüter Butt nach vorn, doch mit Marc Wilmots für Andreas Möller stabilisierten die Schalker Verantwortlichen das Bollwerk. Bei einem weiteren Konter schlug Sven Vermant eine tolle Flanke, die Jörg Butt verpasste, aber Ebbe Sand aus vier Metern zum 4:1 einköpfte (84.). Das 4:2 durch Ulf Kirsten war lediglich noch Ergebniskometik.

Eine unschöne Szene gab es in der Nachspielzeit. Victor Agali attackierte Diego Placente, nachdem ihn der Argentinier von hinten gefoult hatte. Schiedsrichter Wack, der an diesem Abend nahezu alles gegen den Nigerianer gepfiffen hatte, schickte den Schalker vom Platz. Doch das wusste die überschäumende Freude der Königsblauen nicht mehr zu trüben, die keinen Halt mehr kannte, als DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Monaten den Goldpokal überreichen konnte. Die lange Feiernacht im Olympiastadion hatte begonnen.


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Pokal-Feier am 11. Mai 2002
Foto: von der Gathen


Pokal-Feier am 11. Mai 2002
Foto: von der Gathen


Pokalspiel am 11. Mai 2002
"Unsere Stadt - unser Verein - unser Pokal"


Pokal-Feier am 11. Mai 2002 Pokal-Feier am 11. Mai 2002

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Pokal-Feier am 11. Mai 2002
50.000 feierten Cupsieg in der Arena

Der DFB-Pokal

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Interne Torschützenliste DFB-Pokal - 2001/2002

Torjäger DFB-Pokal
Ebbe Sand 4
Jörg Böhme 3
Andreas Möller 3
Marco van Hoogdalem 1
Victor Agali 1

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